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Po­li­ti­ker for­dern Auf­klä­rung über Leih­ar­beit bei Ama­zon

Das US-Un­ter­neh­men Ama­zon be­herrscht auch in Deutsch­land den Ver­sand­han­del: Zu­letzt ge­riet der Ver­sandrie­se we­gen des Um­gangs mit Leih­ar­bei­tern mas­siv in die Kri­tik. Auch aus der Po­li­tik wer­den nun Ru­fe nach Auf­klä­rung laut

18.02.2013. (dpa) - Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) hat Auf­klä­rung über die Ar­beits­be­din­gun­gen von Sai­son­ar­bei­tern beim In­ter­net-Ver­sand­händ­ler Ama­zon ge­for­dert.

"Der Ver­dacht wiegt schwer, des­we­gen müs­sen jetzt so schnell wie mög­lich al­le Fak­ten auf den Tisch", sag­te die Mi­nis­te­rin der "Welt am Sonn­tag".

In ei­ner ARD-Do­ku­men­ta­ti­on wa­ren die Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen von Leih­ar­bei­tern am hes­si­schen Ama­zon-Stand­ort Bad Hers­feld ge­zeigt wor­den.

Von der Ley­en warn­te die Leih­ar­beits­fir­ma, die mit Ama­zon zu­sam­men­ar­bei­tet, vor ei­nem Li­zenz­ent­zug: "Soll­te die Son­der­prü­fung er­ge­ben, dass an den Vor­wür­fen ge­gen die Leih­ar­beits­fir­ma et­was dran ist, dann steht die Li­zenz auf dem Spiel."

Der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­de der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Hu­ber­tus Heil, for­dert die Ar­beits­mi­nis­te­rin auf, zu han­deln. Es sei nicht aus­rei­chend, "le­dig­lich Auf­klä­rung zu for­dern und selbst un­tä­tig zu blei­ben", sag­te Heil. Es müs­se ei­ne neue Ord­nung am Ar­beits­markt ge­schaf­fen wer­den. "Weil die Re­gie­rung Mer­kel die­se (...) ver­wei­gert, trägt sie Ver­ant­wor­tung für die Aus­beu­tung von Ar­beit­neh­mern in Deutsch­land."

Auch Hes­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier (CDU) for­der­te nach An­ga­ben der Staats­kanz­lei in Wies­ba­den Auf­klä­rung. Die Lan­des­re­gie­rung sei für den Fall nicht zu­stän­dig, wer­de aber die Ar­beit der zu­stän­di­gen Bun­des­agen­tur ver­fol­gen. Die hes­si­sche Op­po­si­ti­on woll­te dies so nicht gel­ten­las­sen. SPD-Lan­des­chef Thors­ten Schä­fer-Güm­bel warf ihm vor, sich aus der Ver­ant­wor­tung zu steh­len. Der Ar­beits­schutz sei bei den Re­gie­rungs­prä­si­di­en an­ge­sie­delt und fal­le da­mit sehr wohl in die Zu­stän­dig­keit des Lan­des, sag­te er.

In der "Welt am Sonn­tag" kri­ti­sier­te der wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen im hes­si­schen Land­tag, Kai Klo­se, eben­falls den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten: Es rei­che nicht, dass die Lan­des­re­gie­rung sich für nicht zu­stän­dig er­klärt. Sie müs­se jetzt bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit Über­prü­fun­gen an­sto­ßen.

Der pri­va­te Si­cher­heits­dienst Hen­sel Eu­ro­pean Se­cu­ri­ty Ser­vices, der die zu­meist aus­län­di­schen Mit­ar­bei­ter dem Be­richt zu­fol­ge schi­ka­niert ha­ben soll, wehr­te sich in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung ge­gen die Vor­wür­fe: "Den Vor­wurf, un­ser Un­ter­neh­men pfle­ge rechts­ra­di­ka­le An­sich­ten oder un­ter­stüt­ze die­se, wei­sen wir zu­rück."

Der Ama­zon-Su­b­un­ter­neh­mer be­stä­tig­te, Zim­mer­durch­su­chun­gen durch­ge­führt zu ha­ben. Die Durch­su­chun­gen sei­en zur "Do­ku­men­ta­ti­on et­wai­ger Be­schä­di­gun­gen oder ab­han­den­ge­kom­me­ner Sa­chen" im Ein­ver­neh­men mit dem Ho­tel­be­trei­ber er­folgt und nicht rechts­wid­rig. Es ge­hö­re zum Auf­trag des Si­cher­heits­diens­tes, "Ho­tel­ei­gen­tum der un­ter­brin­gen­den Gast­wir­te vor Dieb­stahl und Be­schä­di­gung zu schüt­zen."

Der ARD-Film hat­te un­ter an­de­rem ge­zeigt, wie Mit­ar­bei­ter ei­ner Si­cher­heits­fir­ma die Leih­ar­bei­ter und das Film-Team be­dräng­ten und Zim­mer durch­such­ten. Die Ge­werk­schaft Ver­di wirft dem Kon­zern schon seit län­ge­rem vor, ge­ra­de Sai­son­kräf­te schlecht zu be­zah­len und et­wa mit stren­gen Kon­trol­len und Über­wa­chung zu gän­geln. Ama­zon hat­te an­ge­kün­digt, die Vor­wür­fe zu prü­fen. Am Wo­chen­en­de war bei dem Un­ter­neh­men nie­mand für ei­ne er­gän­zen­de Stel­lung­nah­me zu er­rei­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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