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Auf­lö­sung des Be­triebs­ra­tes bei Kärcher?

IG Me­tall geht ju­ris­tisch ge­gen Kärcher-Be­triebs­rat vor: An­trag der Ge­werk­schaft beim Ar­beits­ge­richt Stutt­gart auf Auf­lö­sung des Be­triebs­ra­tes

11.02.2013. (dpa) - Die IG Me­tall geht ju­ris­tisch ge­gen den Be­triebs­rat des Rei­ni­gungs­spe­zia­lis­ten Kärcher vor. Die Ge­werk­schaft will mit Hil­fe des Ar­beits­ge­richts in Stutt­gart die Auf­lö­sung des Gre­mi­ums am Stamm­sitz in Win­nen­den er­rei­chen. Das sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall Waib­lin­gen, Mat­thi­as Fuchs, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa und be­stä­tig­te ei­nen Be­richt der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" (Sams­tag).

Hin­ter­grund sind die Be­triebs­ver­samm­lun­gen des Rei­ni­gungs­rie­sen, die aus Sicht der IG Me­tall zu sel­ten statt­fin­den. Das Ge­setz ver­pflich­tet Kärcher da­zu, vier­mal im Jahr Ver­samm­lun­gen ab­zu­hal­ten, sag­te Fuchs. Das sei aber nicht der Fall.

Ein Kärcher-Spre­cher be­stä­tig­te, dass die Tref­fen sel­te­ner - näm­lich ein­mal jähr­lich - statt­fän­den. Zu­gleich be­ton­te er, Be­schäf­tig­te wür­den schrift­lich über wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen in­for­miert. Es ge­be re­gel­mä­ßig Be­fra­gun­gen zur Zu­frie­den­heit der Mit­ar­bei­ter. "Der Be­triebs­rat ist ei­gent­lich sehr kom­mu­ni­ka­tiv", sag­te der Spre­cher. "Bei Kärcher hat sich noch nie je­mand be­schwert.

Die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung selbst war am Wo­chen­en­de für ei­ne Stel­lung­nah­me zu­nächst nicht zu er­rei­chen. Kärcher ar­bei­tet nach ei­ge­nen An­ga­ben nicht mit Ge­werk­schaf­ten zu­sam­men. Un­ter den Be­schäf­tig­ten sei­en aber durch­aus Mit­glie­der der IG Me­tall. Fuchs sag­te, letz­te­res rei­che aus, um ju­ris­tisch vor­zu­ge­hen.

"Es geht uns um die Be­schäf­tig­ten bei Kärcher", be­ton­te der Ge­werk­schafts­ver­tre­ter. Ne­ben der Zahl der Be­triebs­ver­samm­lun­gen be­män­gelt die IG Me­tall auch die Be­zah­lung beim Rei­ni­gungs­rie­sen. Kärcher zah­le sei­nen Mit­ar­bei­tern rund 20 Pro­zent we­ni­ger als die Kon­kur­ren­ten Stihl und Bosch. Ge­gen­stand des ju­ris­ti­schen Streits sind die Löh­ne al­ler­dings nicht.

Ein Un­ter­neh­mens­spre­cher wies die Kri­tik zu­rück. "Das ist völ­lig un­plau­si­bel", sag­te er. "Wir wür­den über­haupt kei­ne Fach­kräf­te be­kom­men, wenn das so wä­re."

Kärcher ist nach ei­ge­nen An­ga­ben noch nie ta­rif­ge­bun­den ge­we­sen. Die Kon­di­tio­nen sei­en des­we­gen aber nicht au­to­ma­tisch schlech­ter, be­ton­te der Spre­cher.

Fa­zit: Ob der An­trag Er­folg ha­ben wird, ist of­fen. Tat­säch­lich muss der Be­triebs­rat ge­mäß § 43 Abs.1 Satz 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) ein­mal pro Ka­len­der­vier­tel­jahr ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung ein­be­ru­fen und der Be­leg­schaft dort über sei­ne Ar­beit be­rich­ten. Macht er das nicht, ver­stößt er ge­gen sei­ne ge­setz­li­chen Pflich­ten. Ob das aber auch ein "gro­ber" Pflicht­ver­stoß ist, der die ge­richt­li­che Auf­lö­sung des Be­triebs­rats ge­mäß § 23 Abs.3 Be­trVG recht­fer­tigt, dar­über kann man strei­ten. Ent­schie­den wur­de ei­ne sol­che Auf­lö­sungs­ent­schei­dung je­den­falls schon ein­mal in dem Fall, dass der Be­triebs­rat trotz An­trags der Ge­werk­schaft auf An­be­rau­mung ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung (§ 43 Abs.4 Be­trVG) un­tä­tig bleibt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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