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Auf­schwung in Deutsch­land sorgt für Schub auf dem Ar­beits­markt

Im­mer mehr Ex­per­ten sa­gen der deut­schen Wirt­schaft ei­nen leb­haf­ten Auf­schwung vor­aus: Auch bei Ar­beits­markt­for­schern macht sich Zu­ver­sicht breit. Sie rech­nen in die­sem Jahr im Schnitt mit 110 000 Job­su­chern we­ni­ger

24.03.2015. (dpa) - Nach dem über­ra­schend star­ken Jah­res­en­de 2014 rech­nen Kon­junk­tur­ex­per­ten mit an­hal­ten­dem Wirt­schafts­wachs­tum in Deutsch­land.

Der brum­men­de Kon­junk­tur­mo­tor dürf­te auch für ei­nen kräf­ti­gen Schub auf dem Ar­beits­markt sor­gen, wie das In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) am Mon­tag in Nürn­berg mit­teil­te.

Nach die­ser Pro­gno­se wird die Zahl der Ar­beits­lo­sen im Jah­res­schnitt um rund 110 000 auf 2,79 Mil­lio­nen sin­ken.

Die IAB-Öko­no­men un­ter­stel­len da­bei ein Wirt­schafts­wachs­tum von 1,9 Pro­zent im lau­fen­den Jahr. Bis­lang war die Denk­fa­brik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) le­dig­lich von ei­nem Rück­gang um 23 000 Job­su­chen­den aus­ge­gan­gen.

Kon­junk­tur­ex­per­ten der Bun­des­bank stüt­zen die zu­ver­sicht­li­chen Pro­gno­sen der Nürn­ber­ger For­scher. In ih­rem am Mon­tag in Frank­furt ver­öf­fent­lich­ten Mo­nats­be­richt schreibt die No­ten­bank: "Die deut­sche Wirt­schafts­leis­tung dürf­te ... im ers­ten Vier­tel­jahr 2015 wei­ter kräf­tig ge­stie­gen sein. Auch für das zwei­te Vier­tel­jahr deu­tet sich ei­ne Fort­set­zung der leb­haf­ten kon­junk­tu­rel­len Auf­wärts­be­we­gung an."

Der Auf­schwung ste­he auf meh­re­ren Fü­ßen. Die Bun­des­bank nennt die Aus­lands­nach­fra­ge, den pri­va­ten Kon­sum und auch den Woh­nungs­bau. Zu­dem ge­be es An­zei­chen für ei­ne Be­le­bung der In­ves­ti­ti­ons­tä­tig­keit der Un­ter­neh­men.

Die IAB-Ex­per­ten er­war­ten, dass an­ders als in den Vor­jah­ren nun auch Hartz-IV-Ar­beits­lo­se wie­der et­was stär­ker vom Auf­schwung pro­fi­tie­ren wer­den. Nach den Pro­gno­sen wird ih­re Zahl im Schnitt um gut 50 000 zu­rück­ge­hen (2014: mi­nus 16 000), wäh­rend der Rück­gang bei den Kurz­zeit­ar­beits­lo­sen bei rund 60 000 lie­gen dürf­te (2014: mi­nus 36 000).

Bei den re­gu­lä­ren Jobs mit So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht rech­net das IAB so­gar mit ei­nem An­stieg um 540 000 auf den Re­kord­wert von 30,74 Mil­lio­nen. Neue Stel­len wer­den nach der IAB-Früh­jahrs­pro­gno­se vor al­lem im öf­fent­li­chen Dienst so­wie im Er­zie­hungs- und Ge­sund­heits­we­sen ge­schaf­fen. "Auch Wirt­schafts­be­rei­che, die vom Min­dest­lohn be­son­ders be­trof­fen sind, bau­en wei­ter­hin Be­schäf­ti­gung auf", be­ton­te der Lei­ter des IAB-For­schungs­be­reichs "Pro­gno­sen und Struk­tur­ana­ly­sen", En­zo We­ber.

Ein En­de des Booms sieht das Kie­ler In­sti­tut für Welt­wirt­schaft (IfW) der­zeit nicht. Die deut­sche Wirt­schaft wird dem­nach auch in den nächs­ten Jah­ren kräf­tig wach­sen. "Ur­sa­che ist vor al­lem die aus deut­scher Sicht ex­trem ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik der EZB", sag­te der Lei­ter des IfW-Pro­gno­se­zen­trums, Ste­fan Kooths, am Mon­tag. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te kön­ne bis 2019 auf 5,0 Pro­zent sin­ken.

Da­durch neh­me die An­span­nung auf dem Ar­beits­markt zu, was nach Mei­nung der Kie­ler Ex­per­ten auch die Löh­ne nach oben trei­ben wird: "Bis 2019 dürf­ten die Ef­fek­tiv­ver­diens­te mit Ra­ten von über 4 Pro­zent so stark stei­gen wie seit An­fang der 1990er nicht mehr."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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