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"Auf­stiegs­coach" für Ar­beits­lo­se - ers­te Ver­su­che in Hes­sen

Die Idee ist da, die Pro­ban­den auch, an den De­tails für den "Auf­stiegs­coach" in Job­cen­tern muss aber noch ge­feilt wer­den: Wie "Pa­ten" sol­len Ex­per­ten in ei­nem neu­en Pro­jekt Ar­beits­lo­se be­glei­ten und be­ra­ten. Ei­ne Ziel­vor­ga­be gibt es: Die Idee muss sich rech­nen

23.03.2013. (dpa) - Ein "Auf­stiegs­coach" soll ar­beits­lo­se Hartz-IV-Emp­fän­ger in Hes­sen in ei­nem Pi­lot­pro­jekt be­ra­ten und ins Ar­beits­le­ben zu­rück­füh­ren.

Die be­reits an­ge­kün­dig­te "Pa­ten­schaft" wird der­zeit in Job­cen­tern in Of­fen­bach, dem Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Wal­deck-Fran­ken­berg aus­ge­feilt, im Ju­ni soll es nach An­ga­ben des Of­fen­ba­cher Ge­schäfts­füh­rers Mat­thi­as Schul­ze-Böing los­ge­hen.

"Wir sind noch im kon­zep­tio­nel­len Fein­schliff, aber es wird dar­auf hin­aus­lau­fen, dass sich je­weils ein Coach in Nord­hes­sen und ein wei­te­rer bei uns um 20 Ar­beits­lo­se küm­mern wird." In et­wa ei­nem Jahr wer­de Bi­lanz ge­zo­gen, bis En­de 2014 sei das Pro­jekt ab­ge­si­chert.

"Wir wol­len, dass die Be­ra­ter mög­lichst orts­nah ein­ge­setzt wer­den und ein Pro­fil ih­res Schütz­lings er­stel­len", sag­te Vol­ker Fas­ben­der, der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ver­ei­ni­gung der hes­si­schen Un­ter­neh­mer­ver­bän­de (VhU), über das Vor­ha­ben. "Vie­le Men­schen kom­men ein­fach nicht klar mit dem Sys­tem und wol­len be­glei­tet wer­den." Ha­be der Coach Er­folg, sol­le er im Ge­setz eta­bliert wer­den.

Ein "Auf­stiegs­coach" müs­se sich ein ge­nau­es Bild ma­chen von den Ta­len­ten, Fä­hig­kei­ten, der Bio­gra­fie und den Han­di­caps des Ar­beits­lo­sen, den es zu för­dern gel­te. Er kön­ne auch bei Fra­gen zur Mo­bi­li­tät oder zur Kin­der­be­treu­ung hel­fen, die ei­nem Job-Ein­stieg bis­wei­len im Weg stän­den. Auf­ga­be ei­nes Coa­ches sei es zu­dem, die not­wen­di­ge be­rufs­be­glei­ten­de Qua­li­fi­zie­rung zu or­ga­ni­sie­ren.

Ge­tra­gen wird das Pro­jekt zu­nächst vom So­zi­al­mi­nis­te­ri­um und den je­wei­li­gen Job-Cen­tern. "In­ner­halb der kom­men­den Jah­re muss es sich aber tra­gen durch die Mit­tel, die frei wer­den, weil die Hil­fe von Job­cen­tern we­ni­ger in An­spruch ge­nom­men wird", sagt Fas­ben­der.

Pro­fi­tie­ren wer­den nach Über­zeu­gung des So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums auch die Un­ter­neh­men, auf de­ren Be­dürf­nis­se je nach Re­gi­on ein Kon­zept zu­ge­schnit­ten wer­den soll. Sie könn­ten auf die­sem Weg Fach­kräf­te ge­win­nen. "Wir ver­fol­gen da­her in­ter­es­siert, wie sich das Pro­jekt an den drei Mo­dell-Stand­or­ten ent­wi­ckeln wird", hieß es aus Wies­ba­den. Auch Of­fen­bachs Job­cen­ter-Chef Schul­ze-Böing, des­sen Mit­ar­bei­ter 2500 Men­schen pro Jahr nach dem üb­li­chen Kon­zept in­te­grie­ren, ist zu­ver­sicht­lich: "Wir wür­den es nicht ma­chen, wä­ren wir pes­si­mis­tisch."

Im Ge­gen­satz zur üb­li­chen Be­ra­tung ei­nes Job­cen­ters soll ein "Auf­stiegs­coach" dem Ar­beits­su­chen­den über die ers­te Ver­mitt­lung hin­aus hel­fen. "Man er­reicht vie­le Men­schen, wenn man Hür­den bei­sei­te räumt und Zu­ver­sicht ver­mit­teln kann", sag­te Fas­ben­der. Mög­lich sei der Ein­satz von aus­ge­bil­de­ten Be­ra­tern eben­so wie von Eh­ren­amt­li­chen. Wei­ge­re sich ein Ar­beits­lo­ser al­ler­dings, die Ver­mitt­lung zu ak­zep­tie­ren, sei­en Sank­tio­nen nicht aus­ge­schlos­sen.

Die VhU geht von rund 120 000 ar­beits­lo­sen Hartz-IV-Emp­fän­gern in Hes­sen aus, das sind rund zwei Drit­tel al­ler Ar­beits­lo­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 16. Mai 2014

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