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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld, Transfergesellschaft
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 5 AZR 567/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 16.12.2015
   
Leit­sätze: Ver­pflich­tet sich die Trans­fer­ge­sell­schaft, an die Ar­beit­neh­mer zur Auf­sto­ckung des Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­gelds Ent­gelt iSv. § 106 Abs. 2 Satz 2 SGB III zu zah­len, ist auf­grund der gleich­ge­rich­te­ten Funk­ti­on von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld und Auf­sto­ckungs­leis­tung re­gelmäßig von ei­nem Zu­schuss zum Net­to­ent­gelt aus­zu­ge­hen.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht München, Urteil vom 20.02.2014, 12 Ca 2061/13
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 23.07.2014, 11 Sa 200/14
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

5 AZR 567/14
11 Sa 200/14
Lan­des­ar­beits­ge­richt
München

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
16. De­zem­ber 2015

UR­TEIL

Rad­t­ke, Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 16. De­zem­ber 2015 durch den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl als Vor­sit­zen­den, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt We­ber und Dr. Volk so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Zol­ler und Jung­bluth für Recht er­kannt:


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1. Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 23. Ju­li 2014 - 11 Sa 200/14 - wird zurück­ge­wie­sen.

2. Der Kläger hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Höhe des Ent­gelts im Trans­fer­ar­beits­verhält­nis (Trans­fe­rent­gelt) so­wie über Ab­rech­nung- und Frei­stel­lung.

Der Kläger war bis zum 31. Au­gust 2012 bei der N S N GmbH & Co. KG (im Fol­gen­den NSN) in de­ren Be­trieb Re­gi­on S-W beschäftigt. Die be­klag­te N S N Tg mbH (NSN TG) ist ei­ne von NSN fi­nan­zier­te Trans­fer­ge­sell­schaft, zu der der Kläger seit dem 1. Sep­tem­ber 2012 in ei­nem Trans­fer­ar­beits­verhält­nis stand.

Zu Be­ginn des Jah­res 2012 plan­te NSN Re­struk­tu­rie­rungs­maßnah­men, von de­nen ua. der Be­trieb Re­gi­on S-W be­trof­fen sein soll­te. NSN und der Be­triebs­rat der Re­gi­on S-W ver­ein­bar­ten am 2. Au­gust 2012 ei­nen So­zi­al­plan, in dem ua. ge­re­gelt ist:

„Präam­bel

(2) Die­ser So­zi­al­plan soll die Be­din­gun­gen dafür schaf­fen, dass mit Hil­fe ei­ner Auf­fang­struk­tur die von Ent­las­sung be­droh­ten Beschäftig­ten der NSN bei ih­rer not­wen­di­gen be­ruf­li­chen Neu­ori­en­tie­rung un­terstützt wer­den. Zu die­sem Zweck soll den von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­ten Beschäftig­ten der NSN nach Maßga­be die­ses So­zi­al­plans der Ab­schluss von Trans­fer­ar­beits­verhält­nis­sen an­ge­bo­ten wer­den.

...


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§ 5 Min­dest­be­din­gun­gen der Trans­fer­ar­beits­verhält­nis­se

Der Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft er­folgt auf Ba­sis ei­nes drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges (= drei Ver­trags­par­tei­en), der die Be­en­di­gung des mit NSN be­ste­hen­den Ar­beits­ver­tra­ges und die Be­gründung ei­nes be­fris­te­ten Trans­fer­ar­beits­verhält­nis­ses bei der NSN Tg mbH be­inhal­tet.

We­sent­li­che Be­stand­tei­le die­ses drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges sind:

(3) Die Beschäftig­ten er­hal­ten in­ner­halb der BeE - un­ter An­rech­nung der Zah­lun­gen der Agen­tur für Ar­beit - ein BeE-Mo­nats­ent­gelt von mo­nat­lich 75 Pro­zent ih­res Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens. Das Brut­to­mo­nats­ein­kom­men um­fasst al­le ta­rif­li­chen so­wie al­le sons­ti­gen in­di­vi­du­el­len mo­nat­li­chen Ent­gelt­be­stand­tei­le. Es ist das 13,5-fa­che des bis­he­ri­gen Brut­to­mo­nats­ge­hal­tes di­vi­diert durch zwölf.

…“

Am 6. /13. Au­gust 2012 schlos­sen NSN, der Kläger und die Be­klag­te ei­nen drei­sei­ti­gen Ver­trag (im Fol­gen­den DV), der aus­zugs­wei­se lau­tet:

„Präam­bel

1. Am 02.08.2012 wur­den ein In­ter­es­sen­aus­gleich und ein So­zi­al­plan mit dem Be­triebs­rat der Re­gi­on S-W der NSN ab­ge­schlos­sen. Die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ein­ba­run­gen sind dem Ar­beit­neh­mer be­kannt. Dem Ar­beit­neh­mer ist auch be­kannt, dass sein Ar­beits­platz bei NSN entfällt und in­so­weit das Ar­beits­verhält­nis bei NSN mit Wir­kung zum 31.08.2012 aus be­triebs­be­ding­ten Gründen be­en­det wer­den muss. Aus die­sem Grund wird dem Ar­beit­neh­mer ein be­fris­te­tes Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­verhält­nis mit der NSN TG an­ge­bo­ten, um ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung zu ver­mei­den.

2. Die NSN TG wird für den Ar­beit­neh­mer Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld im Sin­ne des § 111 SGB III be­an­tra­gen.

3. Die NSN TG bil­det ei­ne be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­sche ei­genständi­ge Ein­heit (beE) im Sin­ne des § 111 SGB III. Sie trägt die Be­zeich­nung beE NSN Re­gi­on S-W.


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4. Durch die Bil­dung der beE sol­len Maßnah­men zur be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rung die Ver­mitt­lungs­chan­cen auf dem ex­ter­nen Ar­beits­markt erhöhen.

Auf die­ser Grund­la­ge wer­den fol­gen­de Re­ge­lun­gen ge­trof­fen:

Ab­schnitt A: Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit NSN

1. Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses

Das zwi­schen dem Ar­beit­neh­mer und NSN be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis wird aus be­triebs­be­ding­ten Gründen mit Ab­lauf des 31.08.2012 en­den, oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf. Der Ar­beit­neh­mer tritt zum 01.09.2012 in die NSN TG über.

Ab­schnitt B: Be­gründung ei­nes Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­verhält­nis­ses mit NSN TG

1. Ver­trags­dau­er / Kurz­ar­beit Null

Der Ar­beit­neh­mer und die NSN TG ver­ein­ba­ren den Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ver­tra­ges ab dem 01.09.2012. Das Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­verhält­nis en­det mit Aus­tritt aus der beE NSN Re­gi­on S-W, spätes­tens am 28.02.2014, oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf.

Es wird Kurz­ar­beit Null an­ge­ord­net und der Beschäfti­gungs­an­spruch entfällt. Der Ar­beit­neh­mer erklärt mit sei­ner Un­ter­schrift un­ter die­sem Ver­trag sein Ein­verständ­nis zu Kurz­ar­beit Null.

...

3. Pflich­ten

3.1 Der Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet sich, an al­len von der beE NSN Re­gi­on S-W an­ge­bo­te­nen Be­wer­bungs- und Ver­mitt­lungs­maßnah­men und -ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men, den An­wei­sun­gen des beE-Teams oder be­auf­trag­ter Per­so­nen Fol­ge zu leis­ten und sich ak­tiv um ei­nen neu­en Ar­beits­platz zu bemühen.


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4. Mo­nat­li­che Vergütung

Der Ar­beit­neh­mer erhält auf der Ba­sis der von NSN an die NSN TG zur Verfügung ge­stell­ten Ge­halts­da­ten, ab Ein­tritt in die NSN TG - un­ter An­rech­nung von Zah­lun­gen der Agen­tur für Ar­beit - bis zu sei­nem Aus­schei­den mo­nat­lich 75 % sei­nes Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens. Das Brut­to­mo­nats­ein­kom­men ist das 13,5-fa­che des bis­he­ri­gen Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens di­vi­diert durch zwölf. Während des Zeit­rau­mes des Be­zu­ges von Trans­fer-Kurz­ar­bei­ter­geld be­steht das Ent­gelt aus zwei Aus­zah­lungs­kom­po­nen­ten, der ‚KuG-Leis­tung‘ und dem ‚KuG-Zu­schuss‘, die als Net­to­ent­gelt ge­zahlt wer­den, wel­ches sich aus 75 % des Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens er­rech­net.

Die Ent­gelt­zah­lung am Mo­nats­ul­ti­mo er­folgt bar­geld­los auf das be­kann­te Gi­ro­kon­to. …

11. Aus­schluss­frist

Al­le Ansprüche aus die­sem Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­verhält­nis sind in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Fällig­keit schrift­lich gel­tend zu ma­chen.

Ab­schnitt C: All­ge­mei­ne Re­ge­lun­gen

1. Hin­weis auf steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Kon­se­quen­zen

1.1. So­fern im Rah­men der Jah­res­steu­er­erklärung (Pro­gres­si­ons­vor­be­halt) Nach­zah­lungs­ver­pflich­tun­gen ge­genüber dem Fi­nanz­amt ent­ste­hen soll­ten, hat der Ar­beit­neh­mer ge­genüber NSN und/oder NSN TG kei­nen Er­stat­tungs­an­spruch.

1.2. Ver­bind­li­che Aus­kunft über die steu­er- und so­zi­al­recht­li­chen Kon­se­quen­zen die­ser Ver­ein­ba­rung kann nur das zuständi­ge Fi­nanz­amt bzw. der zuständi­ge So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger er­tei­len. Auf die Möglich­keit des Ein­tritts ei­ner Sperr­zeit und de­ren Fol­gen so­wie ein mögli­ches Ru­hen des An­spruchs auf Ar­beits­lo­sen­geld und ggf. auf ei­nen mögli­chen Ver­lust der Ver­sor­gungs­an­wart­schaft wur­de der Ar­beit­neh­mer hin­ge­wie­sen.

Bei pri­vat ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mern kann die­ser Ver­trag Aus­wir­kun­gen auf ei­ne be­ste­hen­de pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ha­ben und ei­nen Wech­sel in die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si-


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che­rung er­for­der­lich ma­chen.

3. Gel­tung von Ta­rif­verträgen

In der NSN TG gel­ten kei­ne ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen.

4. Er­le­di­gungs­erklärung / Dop­pel­ansprüche

4.1 Mit Ab­schluss der vor­lie­gen­den Ver­ein­ba­rung und nach ord­nungs­gemäßer Ab­rech­nung und Aus­zah­lung der Vergütung bis zum 31.08.2012 durch NSN sind sämt­li­che Ansprüche und Rech­te der Par­tei­en aus oder im Zu­sam­men­hang mit dem Ar­beits­verhält­nis so­wie des­sen Be­en­di­gung ab­ge­gol­ten und er­le­digt, so­weit ein Ver­zicht hier­auf recht­lich zulässig ist. Aus­ge­nom­men sind et­wai­ge Ansprüche aus Ar­beit­ge­ber­dar­le­hen.

5. Be­din­gung

Die­ser Drei­sei­ti­ge Ver­trag steht un­ter dem Vor­be­halt, dass die schrift­li­che An­nah­me des Ver­trags­an­ge­bots durch den Ar­beit­neh­mer spätes­tens am 16.08.2012, 12.00 Uhr vor­liegt.

Wei­ter steht die­ser Drei­sei­ti­ge Ver­trag un­ter dem Vor­be­halt, dass die Trans­fer­ge­sell­schaft durch die Agen­tur für Ar­beit gefördert wird.

…“

Die Be­klag­te be­rech­ne­te für den Zeit­raum der Be­wil­li­gung von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld das mo­nat­li­che Trans­fe­rent­gelt des Klägers, in­dem sie zunächst nach B.4. Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 DV das Re­fe­renz­brut­to­ent­gelt (75 vH des 13,5-fa­chen Be­trags des zu­letzt bei NSN be­zo­ge­nen Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens di­vi­diert durch zwölf) und hier­aus un­ter Berück­sich­ti­gung steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Vor­ga­ben ein fik­ti­ves Net­to­ent­gelt er­mit­tel­te. Da­von zog sie das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld ab und zahl­te den ver­blei­ben­den Be­trag als Zu­schuss zum Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld an den Kläger aus. Zu ent­rich­ten­de Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge führ­te sie ab. Die Sum­me von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld und Zu­schuss ent­sprach dem Be­trag, den der Kläger


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auf Ba­sis des Re­fe­renz­brut­to­ent­gelts nach Ab­zug von Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträgen als Net­to­ent­gelt er­hal­ten hätte.

Mit der Kla­ge ver­langt der Kläger, so­weit im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren noch von Be­deu­tung, für die Mo­na­te No­vem­ber 2012 bis April 2013 und von Ju­ni bis Au­gust 2013 un­ter Be­ru­fung auf B.4. Abs. 1 Satz 1 DV ein Brut­to­trans­fe­rent­gelt in Höhe des Re­fe­renz­brut­to­ent­gelts. Hier­von dürfe das be­zo­ge­ne Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld in Ab­zug ge­bracht wer­den. Je­den­falls nach der Un­klar­hei­ten­re­ge­lung des § 305c BGB ha­be er An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Vergütung in Höhe des Re­fe­renz­brut­to­ent­gelts. Auf Ba­sis des zu­tref­fend er­mit­tel­ten Trans­fe­rent­gelts stünden ihm neue Ab­rech­nun­gen zu. Die Be­klag­te sei we­gen ih­res ver­trags­wid­ri­gen Ver­hal­tens ver­pflich­tet, ihn von den Nach­tei­len frei­zu­stel­len, die ihm durch die un­zu­tref­fen­de Be­rech­nung und Zah­lung der Vergütung entstünden.

Der Kläger hat, so­weit für die Re­vi­si­on von Be­deu­tung, zu­letzt sinn­gemäß be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger wei­te­res BeE Ge­halt für No­vem­ber 2012 bis April 2013 und von Ju­ni bis Au­gust 2013 in Höhe von 59.952,51 Eu­ro brut­to abzüglich ge­zahl­ter 36.250,43 Eu­ro net­to nebst Zin­sen in ge­staf­fel­ter Höhe zu zah­len;

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die Lohn­ab­rech­nun­gen ab dem Mo­nat Sep­tem­ber 2012 zu kor­ri­gie­ren und ei­ne mo­nat­li­che Neu­be­rech­nung des BeE Ge­halts vor­zu­neh­men un­ter der Maßga­be, dass die Be­klag­te 75 % des Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens schul­det, wo­bei Brut­to­mo­nats­ein­kom­men in die­sem Sin­ne das 13,5-fa­che des bis­he­ri­gen Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens bei der NSN di­vi­diert durch zwölf ist;

3. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger von jeg­li­chen Nach­tei­len ge­genüber Drit­ten frei­zu­stel­len, die ihm aus der seit 1. Sep­tem­ber 2012 gewähl­ten Lohn­ab­rech­nungs­wei­se auf Ba­sis des ge­leis­te­ten KuG-Zu­schus­ses in Fol­ge des Pro­gres­si­ons­vor­be­halts gemäß § 32b EStG er­wach­sen;

4. fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger von jeg­li­chen Nach­tei­len ge­genüber Drit­ten frei­zu­stel­len, die ihm aus der seit 1. Sep­tem­ber 2012 gewähl­ten Lohn­ab­rech­nungs­wei­se auf Ba­sis des


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ge­leis­te­ten KuG-Zu­schus­ses in Fol­ge un­ter­zahl­ter So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­ga­ben er­wach­sen.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und gel­tend ge­macht, aus dem drei­sei­ti­gen Ver­trag er­ge­be sich kein An­spruch des Klägers auf ein höhe­res Brut­to­ent­gelt. Während des Be­zugs von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld sei das Re­fe­renz­brut­to­ent­gelt nur als Re­chen­größe her­an­zu­zie­hen.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne Kla­ge­for­de­run­gen wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on des Klägers hat kei­nen Er­folg. Die Kla­ge ist un­be­gründet. Dem Kläger steht kein höhe­res Trans­fe­rent­gelt zu. Die Be­klag­te hat die Vergütungs­ansprüche des Klägers erfüllt (I.). Er kann we­der neue Ab­rech­nun­gen (II.) noch die be­gehr­ten Frei­stel­lun­gen ver­lan­gen (III.).

I. Der Kläger hat nach B.4. Abs. 1 DV kei­nen An­spruch auf Auf­sto­ckung des Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­gelds auf das mo­nat­li­che Re­fe­renz­brut­to­ent­gelt. Das Re­fe­renz­brut­to­ent­gelt stellt für den Zeit­raum des Be­zugs von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld le­dig­lich ei­ne Re­chen­größe dar, die als Be­zugs­ba­sis für die Be­rech­nung des Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­gelds und der von der Be­klag­ten zu er­brin­gen­den Auf­sto­ckungs­leis­tung her­an­zu­zie­hen ist. Dies er­gibt die Aus­le­gung des drei­sei­ti­gen Ver­trags.

1. Bei den Klau­seln des drei­sei­ti­gen Ver­trags han­delt es sich um All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (§ 305 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 BGB). All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind - aus­ge­hend vom Ver­trags­wort­laut - nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Ver-

 

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ständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (st. Rspr., vgl. BAG 13. März 2013 - 5 AZR 954/11 - Rn. 38 mwN, BA­GE 144, 306). Von Be­deu­tung für das Aus­le­gungs­er­geb­nis sind fer­ner der von den Par­tei­en ver­folg­te Re­ge­lungs­zweck so­wie die der je­weils an­de­ren Sei­te er­kenn­ba­re In­ter­es­sen­la­ge der Be­tei­lig­ten (vgl. BAG 13. No­vem­ber 2012 - 3 AZR 557/10 - Rn. 20 mwN). Die Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ist durch das Re­vi­si­ons­ge­richt un­ein­ge­schränkt über­prüfbar (st. Rspr., vgl. BAG 21. Au­gust 2013 - 5 AZR 581/11 - Rn. 19 mwN).

2. Da­nach ist die Be­klag­te Schuld­ne­rin der in B.4. Abs. 1 DV ver­ein­bar­ten Vergütung. Sie hat sich ei­genständig zur Ent­gelt­leis­tung ver­pflich­tet und nicht nur die tech­ni­sche Ab­wick­lung der Ent­gelt­zah­lung über­nom­men (vgl. zu ei­ner sol­chen Fall­ge­stal­tung BAG 19. März 2014 - 5 AZR 299/13 (F) - Rn. 19 ff.), auch wenn das Trans­fe­rent­gelt ei­ne von NSN fi­nan­zier­te Über­brückungs­leis­tung anläss­lich ei­ner Be­triebsände­rung so­wie der da­mit ver­bun­de­nen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit NSN (vgl. BAG 15. April 2015 - 4 AZR 796/13 - Rn. 73) dar­stellt.

3. Die Aus­le­gung er­gibt wei­ter, dass die Par­tei­en für den Zeit­raum des Be­zugs von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld kein Brut­to­mo­nats­ent­gelt in Höhe des Re­fe­renz­brut­to­ent­gelts ver­ein­bart ha­ben.

a) Hierfür spricht be­reits der Wort­laut des drei­sei­ti­gen Ver­trags.

aa) Die Präam­bel des drei­sei­ti­gen Ver­trags weist auf die Re­ge­lun­gen des So­zi­al­plans hin. Nach § 5 Abs. 2 Nr. 3 So­zi­al­plan er­hal­ten die Beschäftig­ten „in­ner­halb der BeE - un­ter An­rech­nung der Zah­lun­gen der Agen­tur für Ar­beit - ein BeE-Mo­nats­ent­gelt von 75 Pro­zent ih­res Brut­to­mo­nats­ein­kom­mens“ bei NSN. Als ei­ne der für das Trans­fer­ar­beits­verhält­nis maßgeb­li­chen Min­dest­be­din­gun­gen nennt der So­zi­al­plan mit der For­mu­lie­rung „BeE-Mo­nats­ent­gelt“ ge­ra­de nicht ein Brut­to­mo­nats­ein­kom­men. Die­ses ist le­dig­lich Re­fe­renz­größe bei der Be­rech­nung der Höhe des BeE-Mo­nats­ent­gelts (vgl. BAG 15. April 2015 - 4 AZR 796/13 - Rn. 78, 79 zu den - ab­ge­se­hen von der An­spruchshöhe - weit­ge­hend wort­glei­chen Be­stim­mun­gen des Trans­fer- und So­zi­al­ta­rif­ver­trags

 

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und des Ergänzungs­trans­fer- und So­zi­al­ta­rif­ver­trags vom 4. April 2012, ab­ge­schlos­sen zwi­schen der NSN und der IG Me­tall für den Be­trieb St-Straße M der NSN).

bb) Dem ent­spricht die in B.4. Abs. 1 DV ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung. Die Klau­sel dif­fe­ren­ziert aus­drück­lich zwi­schen „Brut­to­mo­nats­ein­kom­men“ (Satz 1) und dem Ent­gelt während des Be­zugs von Trans­fer - Kurz­ar­bei­ter­geld (Satz 3). Die­ses be­steht aus zwei Aus­zah­lungs­kom­po­nen­ten, der „KuG-Leis­tung“ und dem „KuG-Zu­schuss“, „die als Net­to­ent­gelt ge­zahlt wer­den, wel­ches sich aus 75 % des Brut­to­ein­kom­mens er­rech­net“.

b) Die Aus­le­gung des Wort­lauts wird durch den sich aus dem ver­trag­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang er­ge­ben­den Re­ge­lungs­zweck bestätigt.

aa) Der Vergütungs­ver­ein­ba­rung des drei­sei­ti­gen Ver­trags liegt die Er­war­tung zu­grun­de, den in ein Ver­mitt­lungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­verhält­nis mit der be­klag­ten Trans­fer­ge­sell­schaft über­ge­wech­sel­ten Ar­beit­neh­mern wer­de nach Maßga­be von § 111 SGB III Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld be­wil­ligt. Die Be­gründung ei­nes Trans­fer­ar­beits­verhält­nis­ses mit der Be­klag­ten als Träger der Trans­fer­maßnah­me und da­mit ei­nem „Drit­ten“ iSv. § 110 Abs. 1 Satz 1 SGB III schafft die be­trieb­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld (vgl. BAG 15. April 2015 - 4 AZR 796/13 - Rn. 75). Die Be­klag­te hat sich für den Be­wil­li­gungs­zeit­raum ver­pflich­tet, an die Ar­beit­neh­mer ei­ne Auf­sto­ckungs­leis­tung iSv. § 106 Abs. 2 Satz 2 SGB III in Form ei­nes Zu­schus­ses zum Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld zu zah­len. Dies ent­spricht dem Ver­trags­verständ­nis bei­der Par­tei­en und folgt aus der an § 106 Abs. 2 Satz 2 SGB III an­ge­lehn­ten For­mu­lie­rung in B.4. Abs. 1 Satz 1 DV, das Ent­gelt wer­de „un­ter An­rech­nung von Zah­lun­gen der Agen­tur für Ar­beit“ ge­leis­tet.

bb) Auf­grund der gleich­ge­rich­te­ten Funk­ti­on von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld und Auf­sto­ckungs­leis­tung ist bei ei­ner der­ar­ti­gen Zu­sa­ge re­gelmäßig von ei­nem Zu­schuss zum Net­to­ent­gelt aus­zu­ge­hen.

 

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(1) Das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld ist ei­ne bei­trags­fi­nan­zier­te Ent­gel­ter­satz­leis­tung für den durch den Ar­beits­aus­fall er­lit­te­nen Net­to­ent­gelt­ver­lust (vgl. Ga­gel/Bie­back SGB II/SGB III Stand Ju­ni 2015 § 106 SGB III Rn. 20; Mutsch­ler in Mutsch­ler/Schmidt-De Ca­lu­we/Co­se­riu SGB III 5. Aufl. § 106 Rn. 9). Sei­ne Funk­ti­on be­steht in der Über­brückung des ar­beits­aus­fall­be­ding­ten Net­to­ent­gel­t­aus­falls (vgl. Müller-Gru­ne in Schle­gel/Voelz­ke ju­risPK-SGB III 1. Aufl. § 106 Rn. 15, 37; vgl. Ga­gel/Bie­back SGB II/SGB III Stand Ju­ni 2015 § 106 SGB III Rn. 1). Dem ent­spre­chend wird die Höhe des Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­gelds durch den Leis­tungs­satz (§ 111 Abs. 10, § 105 SGB III) und die Net­to­ent­gelt­dif­fe­renz als berück­sich­ti­gungsfähi­ger Ent­gel­t­aus­fall be­stimmt (§ 111 Abs. 10, § 106 Abs. 1 Satz 1 SGB III).

(2) Die von ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft auf in­di­vi­du­al- oder kol­lek­tiv­recht­li­cher Grund­la­ge zu er­brin­gen­den Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen sind in ih­rer Funk­ti­on mit dem Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld gleich­ge­rich­tet. Das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld gleicht den durch Ar­beits­aus­fall er­lit­te­nen Net­to­ent­gelt­ver­lust nicht vollständig aus, son­dern nur in pro­zen­tua­ler Höhe nach Maßga­be des Leis­tungs­sat­zes, § 111 Abs. 10, § 105 SGB III (vgl. Mutsch­ler in Mutsch­ler/Schmidt-De Ca­lu­we/Co­se­riu SGB III 5. Aufl. § 106 Rn. 9). Die Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen knüpfen hier­an an. Sie sol­len die ar­beits­aus­fall­be­ding­te Net­to­ent­gelt­dif­fe­renz ver­rin­gern. Vor­be­halt­lich ei­ner ab­wei­chen­den Zu­sa­ge dient das mit der Trans­fer­ge­sell­schaft ver­ein­bar­te Brut­to­ent­gelt im Hin­blick auf die Auf­sto­ckungs­leis­tung - eben­so wie für das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld (vgl. hier­zu BSG 4. Ju­li 2012 - B 11 AL 9/11 R - Rn. 26 zu § 179 Abs. 1 Satz 2 SGB III aF, BS­GE 111, 177) - le­dig­lich als Be­zugs­ba­sis: Es ist bei der Er­mitt­lung der ver­blei­ben­den Net­to­ent­gelt­dif­fe­renz als „Soll-Ent­gelt“ (§ 106 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 SGB III) zu Grun­de zu le­gen.

(3) An­halts­punk­te für ei­ne ab­wei­chen­de, auf den Aus­gleich der Brut­to­ent­gelt­dif­fe­renz ge­rich­te­te Zu­sa­ge, sind we­der dem drei­sei­ti­gen Ver­trag noch dem So­zi­al­plan zu ent­neh­men. Es be­darf des­halb kei­ner Ent­schei­dung, ob die vom Kläger be­gehr­te Auf­sto­ckung auf das Re­fe­renz­brut­to­ent­gelt zu ei­ner Erhöhung des Ist-Ent­gelts (§ 106 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Satz 3 SGB III) und da­mit - wie

 

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die Be­klag­te meint - zu ei­nem Ver­lust oder ei­ner we­sent­li­chen Ver­rin­ge­rung des An­spruchs auf Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld führ­te (so Brand/Kühl SGB III 6. Aufl. § 106 Rn. 23; Bun­des­agen­tur für Ar­beit - Geschäfts­an­wei­sung Kurz­ar­bei­ter­geld - Stand Ja­nu­ar 2012 zu § 179 SGB III) oder ob sie nach § 106 Abs. 2 Satz 2 SGB III bei der Be­rech­nung des Ist-Ent­gelts außer Be­tracht blie­be (so Mutsch­ler in Mutsch­ler/Schmidt-De Ca­lu­we/Co­se­riu SGB III 5. Aufl. § 106 Rn. 35; un­klar Ga­gel/Bie­back SGB II/SGB III Stand Ju­ni 2015 § 106 SGB III Rn. 53, 54).

c) Für ein Verständ­nis des Re­fe­renz­brut­to­ent­gelts le­dig­lich als Be­rech­nungs­größe spricht auch die bei Ver­trags­ab­schluss für ei­nen verständi­gen Ar­beit­neh­mer er­kenn­ba­re In­ter­es­sen­la­ge der Be­klag­ten.

aa) Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld ist nach § 3 Nr. 2a EStG nicht steu­er­pflich­tig. So­weit es gewährt wird, gel­ten gemäß § 232a Abs. 2 SGB V, § 57 Abs. 1 SGB XI, § 163 Abs. 6 SGB VI als so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags­pflich­ti­ge Ein­nah­men 80 vH des Un­ter­schieds­be­trags zwi­schen dem Soll-Ent­gelt und dem Ist-Ent­gelt nach § 106 SGB III. Die So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge sind al­lein vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen, § 249 Abs. 2 SGB V, § 58 Abs. 5 SGB XI, § 168 Abs. 1 Nr. 1a SGB VI.

Dem­ge­genüber un­ter­lie­gen Zuschüsse des Ar­beit­ge­bers zum Kurz­ar­bei­ter­geld nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG der Ein­kom­men­steu­er. Sie sind nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 SvEV dem so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Ar­beits­ent­gelt nicht zu­zu­rech­nen, so­weit sie - zu­sam­men mit dem Kurz­ar­bei­ter­geld - 80 vH des Un­ter­schieds­be­trags zwi­schen dem Soll-Ent­gelt und dem Ist-Ent­gelt nach § 106 SGB III nicht über­stei­gen.

bb) Ist im Trans­fer­ar­beits­verhält­nis ein Zu­schuss zum Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld iSv. § 106 Abs. 2 Satz 2 SGB III vor­ge­se­hen, muss ein red­li­cher und verständi­ger Ar­beit­neh­mer die Vergütungs­ver­ein­ba­rung als dar­auf ge­rich­tet ver­ste­hen, die ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Vergüns­ti­gun­gen für die Leis­tung von Trans­fe­rent­gelt in vol­lem Um­fang zum Tra­gen zu brin­gen. Das Ver­trags­verständ­nis des Klägers ist da­mit nicht in Ein­klang zu brin­gen. Es führ­te zu ei­ner

 

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höhe­ren Ab­ga­ben- und Bei­trags­last der Be­klag­ten als Trans­fer­ge­sell­schaft und wäre mit dem Ziel, die Lohn­ne­ben­kos­ten für Trans­fer­maßnah­men möglichst ge­ring zu hal­ten, nicht zu ver­ein­ba­ren.

d) Der Kläger kann sich nicht auf die Un­klar­hei­ten­re­gel des § 305c Abs. 2 BGB stützen. Auf sie kann nur zurück­ge­grif­fen wer­den, wenn nach Ausschöpfung der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den nicht be­heb­ba­re Zwei­fel ver­blei­ben (st. Rspr., vgl. BAG 14. No­vem­ber 2012 - 5 AZR 107/11 - Rn. 19; 19. März 2014 - 10 AZR 622/13 - Rn. 30, BA­GE 147, 322). Der­ar­ti­ge Zwei­fel be­ste­hen, wie die Aus­le­gung zeigt, im Streit­fall nicht.

4. Die Be­klag­te hat die Höhe des dem Kläger zu­ste­hen­den Zu­schus­ses zu­tref­fend er­mit­telt. Sei­nen An­spruch auf Trans­fe­rent­gelt hat sie durch die ge­leis­te­ten Zah­lun­gen erfüllt.

II. Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Er­tei­lung wei­te­rer Lohn­ab­rech­nun­gen.

1. Der An­trag ist bei der ge­bo­te­nen Aus­le­gung hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.

a) Der Kläger be­gehrt - trotz der miss­verständ­li­chen For­mu­lie­rung „die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die … feh­ler­haf­ten BeE Lohn­ab­rech­nun­gen … zu kor­ri­gie­ren“ - nicht die „Be­rich­ti­gung“ der er­teil­ten Ab­rech­nun­gen, son­dern nach Maßga­be von § 108 Abs. 1 Ge­wO neue Ab­rech­nun­gen auf der Ba­sis der von ihm be­an­spruch­ten Vergütungshöhe.

b) Im An­trag selbst ist zwar nicht an­ge­ge­ben, für wel­che Mo­na­te „ab Sep­tem­ber 2012“ der Kläger Ab­rech­nun­gen be­gehrt. Der Kla­ge­be­gründung kann je­doch ent­nom­men wer­den, dass er sich auf den Zeit­raum des Be­zugs von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld be­zieht.

2. Der An­trag ist un­be­gründet. Ab­rech­nun­gen über ge­leis­te­te Zah­lun­gen hat die Be­klag­te er­teilt. Der Kläger hat ge­gen die Be­klag­te be­reits des­halb kei-

 

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nen An­spruch auf Er­tei­lung wei­te­rer Ab­rech­nun­gen, weil der Ab­rech­nungs­an­spruch nach § 108 Abs. 1 Ge­wO „vor Zah­lung“ nicht er­folg­reich klag­bar ist.

Nach § 108 Abs. 1 Satz 1 Ge­wO ist dem Ar­beit­neh­mer „bei Zah­lung“ des Ar­beits­ent­gelts ei­ne Ab­rech­nung in Text­form zu er­tei­len. Der Ab­rech­nungs­an­spruch ent­steht da­nach erst, wenn Ar­beits­ent­gelt ge­zahlt wird. Die Re­ge­lung dient der Trans­pa­renz. Der Ar­beit­neh­mer soll er­ken­nen können, war­um er ge­ra­de den aus­ge­zahl­ten Be­trag erhält. Des­halb entfällt die Ver­pflich­tung zur Ab­rech­nung, wenn sich die An­ga­ben ge­genüber der letz­ten ord­nungs­gemäßen Ab­rech­nung nicht geändert ha­ben, § 108 Abs. 2 Ge­wO (vgl. BAG 12. Ju­li 2006 - 5 AZR 646/05 - Rn. 13, BA­GE 119, 62; 10. Ja­nu­ar 2007 - 5 AZR 665/06 - Rn. 18, BA­GE 120, 373).

Die Trans­pa­renz er­for­dert da­bei nicht, dass dem Ar­beit­neh­mer ei­ne Ab­rech­nung darüber er­teilt wird, wie sein Ar­beits­ent­gelt rich­ti­ger­wei­se zu be­rech­nen wäre. Es kommt viel­mehr dar­auf an, wie es der Ar­beit­ge­ber tatsächlich be­rech­net hat und ins­be­son­de­re, wel­che Abzüge er aus wel­chen Gründen tatsächlich vor­ge­nom­men und wel­che Beträge er ab­geführt hat (vgl. BAG 7. Sep­tem­ber 2009 - 3 AZB 19/09 - Rn. 17). Die Ab­rech­nung be­zweckt die In­for­ma­ti­on über die er­folg­te Zah­lung. Ei­nen Ab­rech­nungs­an­spruch „vor Zah­lung“ be­gründet § 108 Abs. 1 Ge­wO nicht. Ge­ra­de ei­nen sol­chen macht der Kläger je­doch gel­tend.

III. Die Frei­stel­lungs­anträge des Klägers sind un­be­gründet.

1. Die Anträge sind hin­rei­chend be­stimmt iSd. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Der Kläger ver­langt, wirt­schaft­lich so ge­stellt zu wer­den, wie er bei ei­ner nach sei­ner An­sicht zu­tref­fen­den Be­rech­nung und Zah­lung des Trans­fe­rent­gelts ste­hen würde.

2. Es kann da­hin­ste­hen, ob hin­sicht­lich der Anträge ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se des Klägers nach § 256 ZPO ge­ge­ben ist, denn die­ses ist Pro­zess­vor­aus­set­zung nur für das statt­ge­ben­de Ur­teil (vgl. BAG 24. Sep­tem­ber 2008 - 6 AZR 76/07 - Rn. 13 mwN, BA­GE 128, 73; 15. Ju­li 2009 - 5 AZR 921/08 - Rn. 12). Des­halb ist das Re­vi­si­ons­ge­richt auch bei Feh­len des Fest­stel­lungs­in-

 

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ter­es­ses je­den­falls dann zu ei­ner Sach­ent­schei­dung be­fugt, wenn ge­wich­ti­ge pro­zessöko­no­mi­sche Gründe ge­gen ei­ne Pro­zess­ab­wei­sung spre­chen, et­wa wenn die Kla­ge ein­deu­tig und un­zwei­fel­haft ab­wei­sungs­reif ist (vgl. BAG 24. Sep­tem­ber 2008 - 6 AZR 76/07 - aaO; 6. Ok­to­ber 2011 - 6 AZR 172/10 - Rn. 16).

3. Letz­te­res ist hier der Fall. Die Zah­lungs­kla­ge un­ter­liegt, wie un­ter I. aus­geführt, ma­te­ri­ell der Ab­wei­sung. Die Be­klag­te hat das Ent­gelt des Klägers ver­trags­gemäß be­rech­net. Sie hat Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge in ge­setz­li­cher Höhe ent­rich­tet. Mögli­cher­wei­se ent­ste­hen­de steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Nach­tei­le sind als Fol­ge der ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen und der ver­trag­li­chen Ab­re­den vom Kläger hin­zu­neh­men. Dem ha­ben die Par­tei­en in C.1.1. und 1.2. DV Rech­nung ge­tra­gen. Bei ei­ner sol­chen Kon­stel­la­ti­on ist dem Ziel der Fest­stel­lungs­kla­ge, den Rechts­frie­den un­ter Be­ach­tung des Ge­bots pro­zessöko­no­mi­schen Ver­hal­tens zu si­chern, mit ei­ner Ab­wei­sung der Fest­stel­lungs­kla­ge durch das Re­vi­si­ons­ge­richt bes­ser ge­dient als mit ei­nem Pro­zes­s­ur­teil (vgl. BAG 24. Sep­tem­ber 2008 - 6 AZR 76/07 - Rn. 14, BA­GE 128, 73; 6. Ok­to­ber 2011 - 6 AZR 172/10 - Rn. 17).

IV. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

Biebl 

We­ber

Volk

Zol­ler

Jung­bluth

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