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Tau­sen­de Aus­bil­dungs­plät­ze im Hand­werk un­be­setzt

Das Hand­werk macht auf im­mer grö­ße­re Pro­ble­me auf­merk­sam, Aus­bil­dungs­plät­ze zu be­setz­ten: Die IG Me­tall sieht auch die Be­trie­be ge­for­dert, jun­gen Leu­ten at­trak­ti­ve An­ge­bo­te zu ma­chen

04.09.2014. (dpa) - Bei deut­schen Hand­werks­be­trie­ben dro­hen man­gels ge­eig­ne­ter Be­wer­ber mehr als 15 000 Aus­bil­dungs­plät­ze bis zum Jah­res­en­de un­be­setzt zu blei­ben.

Da­vor warn­te der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks (ZDH).

Die IG Me­tall for­der­te die Be­trie­be am Mitt­woch im Ge­gen­zug auf, ih­re At­trak­ti­vi­tät für jun­ge Leu­te zu stei­gern.

We­ni­ge Ta­ge nach Be­ginn des neu­en Lehr­jah­res am 1. Sep­tem­ber sind noch tau­sen­de Lehr­stel­len im Hand­werk frei. Für 24 000 Lehr­stel­len konn­ten die Be­trie­be bis­lang kei­ne ge­eig­ne­ten Be­wer­ber fin­den, be­rich­te­te die "Bild"-Zei­tung (Mitt­woch). Da­mit ge­be es 3000 mehr freie Stel­len als vor ei­nem Jahr. Bis En­de Au­gust wur­den dem­nach im Hand­werk für das neue Aus­bil­dungs­jahr rund 109 000 Lehr­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen, ein Mi­nus von 3,2 Pro­zent ge­gen­über 2013.

Die IG Me­tall mach­te dar­auf auf­merk­sam, dass bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) ak­tu­ell noch 102 427 un­ver­sorg­te Be­wer­ber und Be­wer­be­rin­nen re­gis­triert sind. Im letz­ten Jahr konn­ten dem­nach 83 000 Ju­gend­li­che, die ei­ne Aus­bil­dung ge­sucht ha­ben und laut BA ge­eig­net sind, nicht auf ei­nen Aus­bil­dungs­platz ver­mit­telt wer­den.

ZDH-Prä­si­dent Hans Pe­ter Woll­sei­fer for­der­te in der "Bild" ei­ne bes­se­re Ver­mitt­lung ein ge­mein­sa­mes En­ga­ge­ment al­ler Be­tei­lig­ten. Po­li­tik, Wirt­schaft und Ge­werk­schaf­ten müss­ten ge­mein­sam Lö­sun­gen fin­den.

Hans-Jür­gen Ur­ban, ge­schäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der IG Me­tall, sieht nicht zu­letzt die Be­trie­be ge­for­dert. "Da­für müs­sen die be­ruf­li­chen Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, die Ar­beits­be­din­gun­gen und die Be­zah­lung stim­men", sag­te er der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Ber­lin.

Er for­dert zu­dem die Hand­werks­be­trie­be auf, ih­re An­sprü­che an die Be­wer­ber zu über­prü­fen und auch Ju­gend­li­che mit För­der­be­darf in das Aus­wahl­ver­fah­ren ein­zu­be­zie­hen. Laut Woll­sei­fer wer­ben vie­le Be­trie­be be­reits un­ter an­de­rem mit Prak­ti­ka und Kar­rie­r­e­be­ra­tung um Be­wer­ber.

Der Prä­si­dent des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK), Eric Schweit­zer, hat­te be­reits vor wach­sen­den Lü­cken ge­warnt. Die Zahl der Schul­ab­gän­ger ha­be in die­sem Jahr um 53 000 un­ter dem Vor­jah­res­stand ge­le­gen. Gleich­zei­tig sei der Run auf die Hoch­schu­len un­ge­bro­chen.

An die­sem Don­ners­tag soll die Le­bens­si­tua­ti­on der Aus­zu­bil­den­den mit der Vor­la­ge des Aus­bil­dungs­re­ports 2014 vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) be­leuch­tet wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 5. März 2015

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