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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Lohnrückzahlung, Ausschlussfrist
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
Akten­zeichen: 3 Sa 53/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 02.08.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Koblenz, Urteil vom 14.12.2010, 5 Ca 1980/07
   

Ak­ten­zei­chen:
3 Sa 53/11
5 Ca 1980/07
ArbG Ko­blenz
- AK Neu­wied -
Ent­schei­dung vom 02.08.2011

Te­nor:
Die Be­ru­fung des kla­gen­den Lan­des ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ko­blenz vom 14.12.2010 - 5 Ca 1980/07 - wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.
Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand:
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Be­klag­te Vor­ar­bei­ter­zu­la­gen und Mehr­ar­beits­vergütung zu Un­recht er­hal­ten hat. Das kla­gen­de Land hat des­we­gen Lohn­ein­be­hal­te vor­ge­nom­men und ver­langt die Rück­zah­lung des da­nach noch ver­blei­ben­den Dif­fe­renz­be­tra­ges. Der Be­klag­te macht im We­ge der Wi­der­kla­ge ei­nen Teil der von sei­nem Lohn ein­be­hal­te­nen Beträge gel­tend.

Der Be­klag­te ist seit dem 16. No­vem­ber 1992 beim kla­gen­den Land beschäftigt. Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fand der Man­tel­ta­rif­ver­trag für Ar­bei­ter der Länder vom 27. Fe­bru­ar 1964 und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder an sei­ne Stel­le tre­ten­den Ta­rif­verträge, zu de­nen auch der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Länder (TV-L) zählt, An­wen­dung.

Mit Schrei­ben vom 21. Fe­bru­ar 2000 wur­de der Be­klag­te rück­wir­kend ab 01. Fe­bru­ar 2000 als 1. Be­triebs­me­cha­ni­ker und zum Vor­ar­bei­ter in der Werk­statt der Au­to­bahn­meis­te­rei A. - "längs­tens bis zur Auflösung der AM A. im Zu­ge der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on" - be­stellt. In die­sem Schrei­ben wur­de dem Kläger mit­ge­teilt, dass er wei­ter­hin Lohn nach Lohn­grup­pe 7 Nr. 4 MTArb so­wie für die Dau­er der Tätig­keit als Vor­ar­bei­ter ei­ne Zu­la­ge von 12 vom Hun­dert des Mo­nat­s­ta­bel­len­lohns der Stu­fe 4 der Lohn­grup­pe 4 MTArb bzw. von 12 vom Hun­dert des auf ei­ne St­un­de ent­fal­len­den An­teils des Mo­nat­s­ta­bel­len­lohns der Stu­fe 4 der Lohn­grup­pe 4 MTArb er­hal­te und hierfür die Abände­rung des bis­he­ri­gen Ar­beits­ver­tra­ges er­for­der­lich sei. Dar­auf­hin un­ter­zeich­ne­ten die Par­tei­en ei­nen Ar­beits­ver­trag vom 28. April 2000, der in § 1 fest­legt, dass der Kläger ab 01. Fe­bru­ar 2000 beim Au­to­bahn­amt M. - Au­to­bahn­meis­te­rei A. - auf un­be­stimm­te Zeit als "Be­triebs­me­cha­ni­ker (Vor­ar­bei­ter) un­ter Ein­rei­hung in die Lohn­grup­pe 7 Nr. 4 MTArb + 12 %" wei­ter­beschäftigt wird, und der in § 5 fol­gen­de "Ne­ben­ab­re­den" enthält:

"Zur Ar­beits­vor­be­rei­tung für die zu er­le­di­gen­den Ar­bei­ten ist es er­for­der­lich, dass ar­beitstäglich ei­ne ge­mein­sa­me Ab­spra­che zwi­schen dem Lei­ter der Au­to­bahn­meis­te­rei, den Ko­lon­nenführer, dem 1. La­ger­hand­wer­ker und dem Stre­cken­wart er­folgt. Da die­se Be­spre­chung außer­halb der nor­ma­len Ar­beits­zeit statt­fin­det, wird für Herrn C. täglich 1/4 St­un­de gemäß § 15 Abs. 3 MTArb an­ge­ord­net. Die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit wird auf 39 3/4 St­un­den fest­ge­setzt."

Dem­ent­spre­chend er­hielt der Be­klag­te ab 01. Fe­bru­ar 2000 ne­ben sei­nem Lohn nach Lohn­grup­pe 7 Nr. 4 MTArb ei­ne Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und Mehr­ar­beits­vergütung für täglich 1/4 St­un­de.

Am 01. Sep­tem­ber 2002 wur­de die Au­to­bahn­meis­te­rei A. durch Ein­glie­de­rung in die Au­to­bahn­meis­te­rei M. auf­gelöst. Mit Schrei­ben vom 18. Sep­tem­ber 2002 wur­de dem Be­klag­ten mit­ge­teilt, dass mit Auflösung der Au­to­bahn­meis­te­rei A. ab dem 01. Sep­tem­ber 2002 und der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­glie­de­rung in den Zuständig­keits­be­reich der Au­to­bahn­meis­te­rei M. in A. ein Ein­satzstütz­punkt ver­blei­be und er ab 01. Sep­tem­ber 2002 als Be­triebs­me­cha­ni­ker nach Lohn­grup­pe 7 a MTArb bei der Au­to­bahn­meis­te­rei M./Ein­satzstütz­punkt A. wei­ter­beschäftigt wer­de, die Zah­lung der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge aber ab dem glei­chen Zeit­punkt ent­fal­le. Dar­auf­hin schlos­sen die Par­tei­en ei­nen Ände­rungs­ver­trag vom 18./24. Sep­tem­ber 2002, nach dem der am 28. April 2000 ab­ge­schlos­se­ne Ar­beits­ver­trag mit Wir­kung vom 01. Sep­tem­ber 2002 wie folgt geändert wird:

"§ 1

Herr C., ge­bo­ren am 25.09.1950, wird ab 01.09.2002 als Be­triebs­me­cha­ni­ker auf un­be­stimm­te Zeit bei der Au­to­bahn­meis­te­rei M./Ein­satzstütz­punkt A. un­ter Ein­rei­hung in die Lohn­grup­pe 7 a MTArb wei­ter­beschäftigt."


Mit Wir­kung zum 01. Sep­tem­ber 2002 stell­te das kla­gen­de Land die Zah­lung der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und der Mehr­ar­beits­vergütung ein. Im Jahr 2003 wur­de die Zah­lung die­ser bei­den Zu­la­gen je­doch rück­wir­kend ab 01. Ja­nu­ar 2003 wie­der auf­ge­nom­men und bis März 2007 ge­leis­tet. Auf den Bezüge­mit­tei­lun­gen wa­ren die bei­den Zu­la­gen während die­ses Zeit­rau­mes mit "VOR­AR­BEI­TER­ZUL." und "MEHR.ARB.VERG." be­zeich­net und be­tragsmäßig ge­son­dert aus­ge­wie­sen.

Mit Schrei­ben vom 16. Ok­to­ber 2006 wur­de dem Kläger anläss­lich der Über­lei­tung in den TV-L und sei­ner Zu­ord­nung zu ei­ner Ent­gelt­grup­pe mit­ge­teilt, dass er in An­wen­dung des § 4 i.V.m. An­la­ge 2 TVÜ-Länder auf­grund sei­ner Ein­rei­hung in Lohn­grup­pe 7 a Nr. 5 MTArb ab dem 01. No­vem­ber 2006 in die Ent­gelt­grup­pe 7 ein­grup­piert wer­de und die Zu­ord­nung zu ei­ner Stu­fe sei­ner Ent­gelt­grup­pe durch die Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Ko­blenz - Zen­tra­le Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­stel­le - fest­ge­setzt so­wie ihm von dort aus mit­ge­teilt wer­de.

Mit Schrei­ben vom 28. März 2007 teil­te der Lan­des­be­trieb Mo­bi­lität der Ober-fi­nanz­di­rek­ti­on mit, dass beim Be­klag­ten ab 01. Sep­tem­ber 2002 die Tätig­keit als Vor­ar­bei­ter weg­ge­fal­len und so­mit ab die­sem Zeit­punkt die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und die tägli­che Mehr­ar­beit von 1/4 St­un­de ent­fal­len sei. Mit Schrei­ben vom 25. April 2007 wies das kla­gen­de Land den Be­klag­ten auf die hier­nach ent­stan­de­ne Über­zah­lung hin und for­der­te ihn zur Rück­zah­lung auf. Zu­vor hat­te am 27. März 2007 ein Te­le­fon­gespräch zwi­schen dem zuständi­gen Sach­be­ar­bei­ter und dem Be­klag­ten statt­ge­fun­den, in dem die­ser te­le­fo­nisch über die ein­ge­tre­te­ne Über­zah­lung in­for­miert wor­den war.

Mit Schrei­ben vom 09. Mai 2007 teil­te der Be­klag­te dem kla­gen­den Land mit, dass er die Rück­zah­lungs­auf­for­de­rung nicht an­er­ken­ne. Wei­ter­hin for­der­te er das kla­gen­de Land mit Schrei­ben vom 17. Sep­tem­ber 2007 und 12. De­zem­ber 2007 auf, kei­ne Ein­be­hal­te von den Ent­gelt­zah­lun­gen vor­zu­neh­men.

Gleich­wohl be­hielt das kla­gen­de Land in der Zeit von April 2007 bis Ok­to­ber 2008 un­ter Be­ach­tung der Pfändungs­frei­gren­zen Ar­beits­lohn in Höhe von ins­ge­samt 1.897,58 EUR ein. Un­ter Ab­zug die­ses Be­tra­ges wur­den dem Be­klag­ten in der Zeit vom 01. Ja­nu­ar 2004 bis zum 31. März 2007 Vor­abei­ter­zu­la­gen und Mehr­ar­beits­vergütung von ins­ge­samt 8.493,53 EUR net­to aus­be­zahlt. Da­von entfällt ein Be­trag in Höhe von 1.414,34 EUR auf den Zeit­raum ab ein­sch­ließlich Ok­to­ber 2006. Auf die Rück­for­de­rung der im Jahr 2003 ge­zahl­ten Zu­la­gen ver­zich­te­te das kla­gen­de Land im Hin­blick auf die Verjährungs­vor­schrif­ten.

Das kla­gen­de Land hat erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­gen, die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und Mehr­ar­beits­vergütung sei ab dem 01. Ja­nu­ar 2003 oh­ne Rechts­grund an den Be­klag­ten aus­ge­zahlt wor­den. Auf­grund der Auflösung der Au­to­bah­meis­te­rei A. hätten ab 01. Sep­tem­ber 2002 die ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Be­stel­lung zum Vor­ar­bei­ter bzw. die Zah­lung ei­ner Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge nicht mehr vor­ge­le­gen, weil hierfür er­for­der­lich sei, dass dem Vor­ar­bei­ter min­des­tens zwei Mit­ar­bei­ter zu­ge­wie­sen sei­en. Dies sei beim Be­klag­ten nach der Auflösung der Au­to­bahn­meis­te­rei A. nicht mehr der Fall ge­we­sen, weil die­sem in sei­ner neu­en Tätig­keit nur ein Mit­ar­bei­ter zu­ge­ord­net ge­we­sen sei. Die Funk­ti­on des 1. Be­triebs­me­cha­ni­kers und Vor­ar­bei­ters sei seit der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Au­to­bahn­meis­te­rei­en durch den 1. Be­triebs­me­cha­ni­ker der Au­to­bahn­meis­te­rei H. wahr­ge­nom­men wor­den. Der Be­klag­te könne sich we­der auf den Weg­fall der Be­rei­che­rung (§ 818 Abs. 3 BGB) noch auf die ta­rif­li­chen Aus­schluss­fris­ten be­ru­fen, weil er die er­folg­ten Über­zah­lun­gen ha­be er­ken­nen müssen und es pflicht­wid­rig un­ter­las­sen ha­be, sei­nen Ar­beit­ge­ber dar­auf hin­zu­wei­sen. Dem Be­klag­ten sei auf­grund des Schrei­bens des Lan­des­be­trie­bes Mo­bi­lität vom 18. Sep­tem­ber 2002 be­kannt ge­we­sen, dass durch die Or­ga­ni­sa­ti­onsände­rung die Vor­aus­set­zun­gen für die Zah­lung der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und der Mehr­ar­beits­vergütung weg­ge­fal­len sei­en. Vor die­sem Hin­ter­grund ha­be die ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht für den Be­klag­ten be­stan­den, die Ab­rech­nungs­stel­le über die Über­zah­lung zu in­for­mie­ren. Auf­grund der Ver­let­zung die­ser Pflicht sei das Be­ru­fen auf die Aus­schluss­frist gemäß § 242 BGB nicht zulässig.
Die ursprüng­lich in Höhe von 10.391,11 EUR er­ho­be­ne Kla­ge hat das kla­gen­de Land im Kam­mer­ter­min vom 23. No­vem­ber 2010 vor dem Ar­beits­ge­richt in Höhe der be­reits vor­ge­nom­me­nen Lohn­ein­be­hal­te von 1.897,58 EUR zurück­ge­nom­men.

Das kla­gen­de Land hat erst­in­stanz­lich be­an­tragt,
den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 8.493,53 EUR nebst Zin­sen hier­aus in Höhe von 5 % über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 04. Ok­to­ber 2007 zu zah­len.

Der Be­klag­te hat be­an­tragt,
die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Un­ter teil­wei­ser Rück­nah­me der ursprüng­lich in Höhe von 1.761,42 EUR er­ho­be­nen Wi­der­kla­ge hat der Be­klag­te zu­letzt wi­der­kla­gend be­an­tragt,
das kla­gen­de Land zu ver­ur­tei­len, an ihn 361,42 EUR net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len.

Das kla­gen­de Land hat be­an­tragt,
die Wi­der­kla­ge ab­zu­wei­sen.

Bei­de Par­tei­en ha­ben der teil­wei­sen Rück­nah­me der Kla­ge und Wi­der­kla­ge durch die je­wei­li­ge Ge­gen­sei­te zu­ge­stimmt.

Der Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­gen, die Rück­for­de­rung sei schon des­we­gen nicht be­rech­tigt, weil ihm so­wohl die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge als auch die Mehr­ar­beits­zu­la­ge zu­ste­he. Un­abhängig da­von sei­en die Rück­zah­lungs­ansprüche des kla­gen­den Lan­des hin­sicht­lich der bis ein­sch­ließlich Sep­tem­ber 2006 ge­leis­te­ten Zah­lun­gen auf­grund der Aus­schluss­frist des § 37 TV-L ver­fal­len. Wi­der­kla­gend for­de­re er des­halb die vom kla­gen­den Land getätig­ten Lohn­ein­be­hal­te zurück, so­weit sie den nicht ver­fal­le­nen Rück­zah­lungs­an­spruch über­schrit­ten. Ent­ge­gen der An­sicht des be­klag­ten Lan­des sei das Be­ru­fen auf die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist durch ihn nicht rechts­miss­bräuch­lich. Sein Tätig­keits­be­reich und sei­ne Auf­ga­ben hätten sich nach Ein­glie­de­rung der Au­to­bahn­meis­te­rei A. nicht geändert. Vor dem Hin­ter­grund, dass sei­ne Tätig­keit wei­ter­hin auch die Auf­ga­ben ei­nes ers­ten Be­triebs­me­cha­ni­kers/Vor­ar­bei­ters be­inhal­tet ha­be, ha­be er da­von aus­ge­hen können, dass die Zah­lun­gen zu Recht er­folgt sei­en. Ihm sei­en re­gelmäßig sei­ne Kol­le­gen St. P., M. V. und M. P. zur Un­terstützung zu­ge­ord­net wor­den, so dass er fak­tisch wie ein Vor­ar­bei­ter tätig ge­we­sen sei. Im Hin­blick dar­auf, dass sich sei­ne Auf­ga­ben im Kern nicht geändert hätten, ha­be er bei Herrn G., dem da­ma­li­gen Per­so­nal­chef des Au­to­bahn­am­tes, und Herrn I. Sch., dem da­ma­li­gen Ge­samt­per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den, viel­fach die­se Pro­ble­ma­tik an­ge­spro­chen und auf ei­ne Klärung zu sei­nen Guns­ten ge­hofft. Nach­dem ihm die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge im Jah­re 2003 rück­wir­kend ab Ja­nu­ar wie­der zu­ge­flos­sen sei, sei er da­von aus­ge­gan­gen, dass er die­se Zu­la­ge nun wie­der­um er­hal­ten würde, weil sie ihm zu­ste­he. Im Übri­gen könn­ten die ge­leis­te­ten Zu­la­gen nach § 814 BGB nicht zurück­ge­for­dert wer­den. Außer­dem be­ru­fe er sich auf den Weg­fall der Be­rei­che­rung (§ 818 Abs. 3 BGB).

Das Ar­beits­ge­richt Ko­blenz - Auswärti­ge Kam­mern Neu­wied - hat mit Ur­teil vom 14. De­zem­ber 2010 (- 5 Ca 1980/07 -) die Kla­ge ab­ge­wie­sen und der Wi­der­kla­ge statt­ge­ge­ben. Zur Be­gründung hat es aus­geführt, dass die vom kla­gen­den Land gel­tend ge­mach­ten Rück­zah­lungs­ansprüche nach § 37 TV-L ver­fal­len sei­en. Dem Be­klag­ten sei es nicht nach Treu und Glau­ben ver­wehrt, sich auf die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist zu be­ru­fen. Vor­aus­set­zung der un­zulässi­gen Rechts­ausübung sei po­si­ti­ve Kennt­nis der Über­zah­lung. Das kla­gen­de Land ha­be we­der aus­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen noch un­ter Be­weis ge­stellt, dass der Be­klag­te po­si­ti­ve Kennt­nis von ei­ner un­ge­recht­fer­tig­ten Über­zah­lung ge­habt ha­be. Viel­mehr ha­be der Be­klag­te nach­voll­zieh­bar vor­ge­tra­gen, dass er die Wie­der­auf­nah­me der Aus­zah­lung der Zu­la­gen auf ei­nen Er­folg sei­ner Bemühun­gen um ei­ne er­neu­te An­he­bung der Bezüge we­gen des sei­ner An­sicht nach un­veränder­ten Beschäfti­gungs­pro­fils zurück­geführt ha­be. Die Be­klag­te sei die­sem Vor­trag nicht sub­stan­ti­iert ent­ge­gen­ge­tre­ten. Die Wi­der­kla­ge sei be­gründet. Dem Be­klag­ten ste­he ein An­spruch auf Aus­zah­lung der ein­be­hal­te­nen Bezüge in der gel­tend ge­mach­ten Höhe zu, der nicht durch Auf­rech­nung er­lo­schen sei. Ei­ne Auf­rech­nungs­la­ge ha­be nicht be­stan­den, weil die streit­ge­genständ­li­chen Rück­for­de­rungs­ansprüche gemäß § 37 TV-L er­lo­schen sei­en. Die Wi­der­kla­ge­for­de­rung sei hin­ge­gen nicht nach § 37 TV-L ver­fal­len, weil der Be­klag­te das kla­gen­de Land mit sei­nen Schrei­ben vom 17. Sep­tem­ber und 12. De­zem­ber 2007 in­ner­halb der 6-Mo­nats-Frist auf­ge­for­dert ha­be, kei­ne Ein­be­hal­tun­gen vom Ar­beits­ent­gelt vor­zu­neh­men, was als aus­rei­chen­de Gel­tend­ma­chung der Lohn­ansprüche zu wer­ten sei.

Das kla­gen­de Land hat ge­gen das ihm am 30. De­zem­ber 2010 zu­ge­stell­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richt mit Schrift­satz vom 24. Ja­nu­ar 2011, beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz am 25. No­vem­ber 2011 ein­ge­gan­gen, Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se in­ner­halb der bis zum 30. März 2011 verlänger­ten Be­ru­fungs­be­gründungs­frist mit Schrift­satz vom 24. März 2011, beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz am 25. März 2011 ein­ge­gan­gen, be­gründet.

Das kla­gen­de Land trägt vor, ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts sei die Ar­gu­men­ta­ti­on des Be­klag­ten, er ha­be die Wie­der­auf­nah­me der Zu­la­gen auf sei­ne Bemühun­gen um ei­ne er­neu­te An­he­bung der Bezüge im Hin­blick auf das sei­ner An­sicht nach un­veränder­te Beschäfti­gungs­pro­fil zurück­geführt, nicht nach­voll­zieh­bar. Zum ei­nen sei un­zu­tref­fend, dass das Beschäfti­gungs­pro­fil des Be­klag­ten nach der ihm vor­her be­reits an­gekündig­ten Auflösung der Au­to­bahn­meis­te­rei A. un­verändert ge­we­sen sei. Auf­grund die­ser Neu­or­ga­ni­sa­ti­on in A. ha­be es nämlich kei­ne Ar­beit­neh­mer­grup­pen mehr ge­ge­ben, de­ren Vor­ar­bei­ter er hätte sein können. Zum an­de­ren ha­be der Be­klag­te ge­wusst, dass ihm - wie in der Ver­gan­gen­heit auch im­mer ge­sche­hen - je­de Ände­rung sei­ner Beschäfti­gungs­si­tua­ti­on oder sei­ner Bezüge schrift­lich mit­ge­teilt und be­gründet wer­de. Be­reits der Um­stand, dass dem Be­klag­ten rück­wir­kend wie­der Zu­la­gen ge­leis­tet wor­den sei­en, oh­ne dass ihm dies in ir­gend­ei­ner Form schrift­lich mit­ge­teilt oder be­gründet wor­den sei, hätte ihn ver­an­las­sen müssen, hier we­gen der nicht erklärten Verände­rung sei­ner Bezüge rück­zu­fra­gen. Im Übri­gen sei die Ar­gu­men­ta­ti­on des Be­klag­ten in sich wi­dersprüchlich, weil bei ei­ner an­geb­lich un­veränder­ten Beschäfti­gungs­si­tua­ti­on die­se Bezüge ja dann rück­wir­kend ab Sep­tem­ber 2002 und nicht erst ab Ja­nu­ar 2003 hätten nach­ge­zahlt wer­den müssen. Für den Be­klag­ten ha­be es im März 2003 kei­ner­lei An­halts­punk­te ge­ge­ben, wes­halb ihm rück­wir­kend ab Ja­nu­ar 2003 wie­der Zu­la­gen ge­zahlt wer­den soll­ten, die auf­grund der ab 01. Sep­tem­ber 2002 geänder­ten Beschäfti­gungs­si­tua­ti­on weg­ge­fal­len sei­en. Dar­an könne auch die mehr­fach geäußer­te Ver­mu­tung des Be­klag­ten nichts ändern, der Ar­beit­ge­ber ha­be zu ir­gend­ei­nem Zeit­punkt wie­der ei­ne Re­ge­lung zu sei­nen Guns­ten ge­trof­fen, weil er mehr­fach bei sei­nen Vor­ge­setz­ten um ei­ne Klärung zu sei­nen Guns­ten ge­be­ten ha­be. Zum ei­nen sei auch die­ser Vor­trag zu un­sub­stan­ti­iert, als dass dar­aus kon­kre­te Rechts­fol­gen ab­ge­lei­tet wer­den könn­ten. Zum an­de­ren ha­be es auch tatsächlich zu kei­nem Zeit­punkt nach der Ab­be­ru­fung des Be­klag­ten als Vor­ar­bei­ter ei­ne Verände­rung der Beschäfti­gungs­si­tua­ti­on zu sei­nen Guns­ten ge­ge­ben, die die Wie­der­auf­nah­me der zu Recht ein­ge­stell­ten Zah­lun­gen hätte recht­fer­ti­gen können. Vor die­sem Hin­ter­grund sei es treu­wid­rig, dass der Be­klag­te die of­fen­sicht­lich nicht ge­recht­fer­tig­ten Zah­lun­gen ent­ge­gen­ge­nom­men ha­be, ob­wohl er ge­wusst ha­be, dass er seit 01. Sep­tem­ber 2002 die Funk­ti­on ei­nes Vor­ar­bei­ters nicht mehr aus­geübt ha­be. Auf­grund die­ses treu­wid­ri­gen Ver­hal­tens könne sich der Be­klag­te we­der auf die Aus­schluss­frist des § 37 TV-L noch auf den an­geb­li­chen Weg­fall ei­ner un­ge­recht­fer­tig­ten Be­rei­che­rung be­ru­fen.

Das kla­gen­de Land be­an­tragt,
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ko­blenz vom 14. De­zem­ber 2010 - 5 Ca 1980/07 - ab­zuändern und
den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an das kla­gen­de Land 8.493,53 EUR nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 04. Ok­to­ber 2007 zu zah­len,
die Wi­der­kla­ge ab­zu­wei­sen.

Der Be­klag­te be­an­tragt,
die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Er er­wi­dert, das kla­gen­de Land ha­be zu sei­ner kon­kre­ten Tätig­keit und der an­ge­fal­le­nen Mehr­ar­beit nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen. Im Hin­blick dar­auf, dass sich trotz der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maßnah­me sein Tätig­keits­be­reich und sei­ne Auf­ga­ben nicht geändert hätten, wäre ein Wi­der­ruf der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge treu­wid­rig und da­mit un­wirk­sam. Ent­ge­gen den Ausführun­gen in der Be­ru­fungs­be­gründung könne er sich je­den­falls auf die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist be­ru­fen, weil er kei­ne po­si­ti­ve Kennt­nis von ei­nem recht­li­chen Man­gel der an­geb­li­chen Über­zah­lung ge­habt ha­be. Als Straßenwärter ha­be er kei­ne be­son­de­ren Kennt­nis­se des Ta­rif­rechts, für des­sen Unüber­sicht­lich­keit und Un­klar­heit er nicht ver­ant­wort­lich sei. Er ha­be hin­rei­chend be­gründet, wes­halb er in der unüber­sicht­li­chen Aus­gangs­la­ge von ei­nem Fort­be­ste­hen oder Wie­der­auf­le­ben ei­nes An­spruchs ha­be aus­ge­hen können. Selbst wenn auf­grund der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maßnah­me die Vor­aus­set­zun­gen für die Zah­lung ei­ner Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge weg­ge­fal­len sei­en, so er­ge­be sich hier­aus nicht, dass er po­si­ti­ve Kennt­nis von ei­ner an­geb­lich rechts­grund­lo­sen Zah­lung ge­habt ha­be. Ei­nen all­ge­mei­nen Rechts­satz, dass je­de Ände­rung der Bezüge mit­zu­tei­len sei, ge­be es nicht, so dass er auch nicht von ei­ner Un­rechtmäßig­keit der Zah­lung der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge man­gels schrift­li­cher Mit­tei­lung hätte aus­ge­hen müssen. Da die Be­ru­fungs­be­gründung auf die Wi­der­kla­ge mit kei­nem Wort ein­ge­he, ge­he er da­von aus, dass die Be­ru­fung in­so­weit un­zulässig sei.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie auf die Sit­zungs­pro­to­kol­le Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe:
Die Be­ru­fung des kla­gen­den Lan­des ist zulässig, aber un­be­gründet.

A. Die gemäß § 64 Abs. 2 Buchst. b ArbGG statt­haf­te Be­ru­fung ist zulässig. Sie ist frist- und form­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 519, 520 ZPO).

Ent­ge­gen der An­sicht des Be­klag­ten ist die Be­ru­fung des kla­gen­den Lan­des nicht teil­wei­se we­gen des Un­ter­lie­gens ge­genüber der Wi­der­kla­ge un­zulässig, weil die Be­ru­fungs­be­gründung nicht aus­drück­lich auf die Wi­der­kla­ge ein­geht. Zwar muss in der Be­ru­fungs­be­gründung grundsätz­lich für je­den der ein­zel­nen Streit­ge­gen-stände ei­ne den An­for­de­run­gen gemäß § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO genügen­de Be­gründung ab­ge­ge­ben wer­den. Ei­ne ge­son­der­te Be­gründung ist aber aus­nahms­wei­se ent­behr­lich, so­weit - wie hier - die Be­gründet­heit ei­nes An­spruchs von der Be­gründet­heit ei­nes an­de­ren An­spruchs prak­tisch un­mit­tel­bar abhängt oder bei­de Ansprüche auf dem­sel­ben ein­heit­li­chen Le­bens­sach­ver­halt be­ru­hen und nur ver­fah­rens­recht­lich in an­de­rer Ge­stalt auf­tre­ten (BAG 29. Ju­li 1992 - 4 AZR 512/91 - NZA 1993, 851).

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Be­klag­te im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum Vor­ar­bei­ter­zu­la­gen und Mehr­ar­beits­vergütung zu Un­recht er­hal­ten hat und des­halb zur Rücker­stat­tung ver­pflich­tet ist. Das kla­gen­de Land hat des­we­gen Lohn­ein­be­hal­te vor­ge­nom­men und ver­langt die Rück­zah­lung des da­nach noch ver­blei­ben­den Dif­fe­renz­be­trags. Der Be­klag­te macht im We­ge der Wi­der­kla­ge ei­nen Teil der ein­be­hal­te­nen Beträge gel­tend. Das Ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung über die Kla­ge und die Wi­der­kla­ge ein­heit­lich da­mit be­gründet, dass die streit­ge­genständ­li­chen Rück­for­de­rungs­ansprüche des kla­gen­den Lan­des nach § 37 TV-L ver­fal­len sei­en. Des­halb muss­te das kla­gen­de Land die Wi­der­kla­ge nicht for­mell mit der glei­chen Be­gründung ge­son­dert an­grei­fen.

B. Die hier­nach ins­ge­samt zulässi­ge Be­ru­fung ist je­doch un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht die Kla­ge ab­ge­wie­sen und der Wi­der­kla­ge statt­ge­ge­ben.

I. Die zulässi­ge Kla­ge ist un­be­gründet. Das kla­gen­de Land hat un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt ei­nen An­spruch ge­gen den Be­klag­ten auf Rück­zah­lung des zu­letzt gel­tend ge­mach­ten Be­tra­ges in Höhe von 8.493,53 EUR.

Im Streit­fall kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob der Be­klag­te die im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum ge­zahl­te Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und Mehr­ar­beits­vergütung oh­ne Rechts­grund er­hal­ten hat und des­halb ein Rück­zah­lungs­an­spruch des kla­gen­den Lan­des aus § 812 Abs. 1 Satz 1, 1. Alt. BGB (Leis­tungs­kon­dik­ti­on) in der gel­tend ge­mach­ten Höhe ent­stan­den ist. Je­den­falls ist die Kla­ge­for­de­rung nach § 37 TV-L ver­fal­len.

1. Nach § 37 Abs. 1 Satz 1 TV-L ver­fal­len Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis, wenn sie nicht in­ner­halb ei­ner Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit von den Beschäftig­ten oder vom Ar­beit­ge­ber schrift­lich gel­tend ge­macht wer­den.

Be­rech­net der Ar­beit­ge­ber die Vergütung feh­ler­haft, ob­wohl ihm die maßgeb­li­chen Be­rech­nungs­grund­la­gen be­kannt wa­ren oder hätten be­kannt sein müssen, ent­steht sein Rück­zah­lungs­an­spruch bei über­zahl­ter Vergütung im Zeit­punkt der
Über­zah­lung und wird auch zu­gleich fällig. Auf die Kennt­nis des Ar­beit­ge­bers von sei­nem Rück­zah­lungs­an­spruch kommt es in ei­nem sol­chen Fall nicht an. Sind dem Ar­beit­ge­ber die Grund­la­gen der Be­rech­nung be­kannt, fal­len Feh­ler bei der Be­rech­nung der Vergütung re­gelmäßig in sei­ne Sphäre, weil sie von ihm eher durch Kon­troll­maßnah­men ent­deckt wer­den können als vom Empfänger der Leis­tung. Et­was an­de­res gilt nur dann, wenn der Ar­beit­ge­ber die Über­zah­lung nicht er­ken­nen kann, weil die Feh­ler bei der Be­rech­nung der Vergütung in die Sphäre des Ar­beit­neh­mers fal­len, et­wa weil die­ser Ände­run­gen in sei­nen persönli­chen Verhält­nis­sen, die sich auf die Höhe der Vergütung aus­wir­ken, dem Ar­beit­ge­ber nicht mit­ge­teilt hat (BAG 10. März 2005 - 6 AZR 217/04 - NZA 2005, 812, zu I 1 a der Gründe).

Da­nach ist die Kla­ge­for­de­rung je­weils mit der Über­zah­lung fällig ge­wor­den, weil dem kla­gen­den Land die maßgeb­li­chen Umstände be­kannt wa­ren und der be­haup­te­te Bu­chungs­feh­ler im Lohn­ab­rech­nungs­ver­fah­ren in sei­ne Sphäre fiel. Das kla­gen­de Land hat vom Be­klag­ten erst­mals mit Schrei­ben vom 25. April 2007 schrift­lich die Rück­zah­lung der bis März 2007 ge­zahl­ten Zu­la­gen ver­langt. Die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit der schrift­li­chen Gel­tend­ma­chung des An­spruchs ist da­mit für die Rück­zah­lungs­ansprüche, die sich aus den bis ein­sch­ließlich Sep­tem­ber 2006 ge­leis­te­ten (Über-)Zah­lun­gen er­ge­ben können, nicht ge­wahrt. Die nach Sep­tem­ber 2006 ge­leis­te­ten Zu­la­gen (Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und Mehr­ar­beits­vergütung) sind von der Kla­ge­for­de­rung nicht er­fasst, weil das kla­gen­de Land die­se Beträge gemäß der Kla­ge­be­gründung im We­ge der Auf­rech­nung vom Lohn des Be­klag­ten be­reits ein­be­hal­ten und des­halb die Kla­ge in­so­weit im Kam­mer­ter­min vom 23. No­vem­ber 2010 zurück­ge­nom­men hat.

2. Ent­ge­gen der An­sicht des kla­gen­des Lan­des verstößt der Ver­fall des Kla­ge­an­spruchs nicht ge­gen den Grund­satz von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB). Der Be­klag­te be­ruft sich nicht rechts­miss­bräuch­lich auf den Ab­lauf der ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist.

a) Dem Ver­fall der Ansprüche steht der Grund­satz von Treu und Glau­ben ent­ge­gen, wenn der Ar­beit­neh­mer den Ar­beit­ge­ber durch ak­ti­ves Han­deln von der Ein­hal­tung der Aus­schluss­frist ab­ge­hal­ten oder es pflicht­wid­rig un­ter­las­sen hat, ihm Umstände mit­zu­tei­len, die ihn zur Ein­hal­tung der Aus­schluss­frist ver­an­lasst hätten. Ei­ne sol­che pflicht­wid­ri­ge Un­ter­las­sung ist in der Re­gel an­zu­neh­men, wenn der Ar­beit­neh­mer er­kennt, dass sei­nem Ar­beit­ge­ber bei der Be­rech­nung der Vergütung ein Irr­tum un­ter­lau­fen ist, der zu ei­ner er­heb­li­chen Über­zah­lung geführt hat, und er die­se nicht an­zeigt. Zwar ist der Ar­beit­neh­mer grundsätz­lich nicht ver­pflich­tet, ei­ne vom Ar­beit­ge­ber er­stell­te Vergütungs­ab­rech­nung zu über­prüfen. Erhält er je­doch ei­ne er­heb­li­che Mehr­zah­lung, die er sich nicht erklären kann, hat er die­se dem Ar­beit­ge­ber mit­zu­tei­len und ihm Ge­le­gen­heit zur Prüfung und even­tu­el­len Be­rich­ti­gung zu ge­ben. Das folgt aus sei­ner Pflicht, dem Ar­beit­ge­ber dro­hen­de Schäden an­zu­zei­gen (BAG 10. März 2005 - 6 AZR 217/04 - NZA 2005, 812, zu II 1 der Gründe).

b) Da­nach sind die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner un­zulässi­gen Rechts­ausübung vor­lie­gend nicht erfüllt.

Im Streit­fall lässt sich nicht fest­stel­len, dass der Be­klag­te das Vor­lie­gen ei­ner irrtümli­chen Über­zah­lung er­kannt hat.

aa) Zwar hat­te der Be­klag­te auf­grund der mo­nat­li­chen Mit­tei­lun­gen über die Höhe und Zu­sam­men­set­zung sei­ner Bezüge Kennt­nis da­von, dass ihm die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und die Mehr­ar­beits­vergütung ab dem Jahr 2003 wie­der gewährt wur­de. Dar­aus er­gibt sich aber nicht, dass der Be­klag­te auch er­kannt hat, dass die­se Zah­lung le­dig­lich auf­grund ei­nes Irr­tums sei­nes Ar­beit­ge­bers wie­der auf­ge­nom­men wur­de.

Der Be­klag­te hat vor­ge­tra­gen, dass sich durch die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­glie­de­rung der Au­to­bahn­meis­te­rei A. in den Zuständig­keits­be­reich der Au­to­bahn­meis­te­rei Mon­ta­baur sein Tätig­keits­be­reich und sei­ne Auf­ga­ben sei­ner An­sicht nach nicht geändert hätten. Des­halb sei die ihm mit Schrei­ben vom 18. Sep­tem­ber 2002 mit­ge­teil­te Ein­stel­lung der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge um­strit­ten ge­we­sen. In­fol­ge­des­sen ha­be er bei Herrn G., dem da­ma­li­gen Per­so­nal­chef des Au­to­bahn­amts, und Herrn I. Sch., dem da­ma­li­gen Ge­samt­per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den, viel­fach die Pro­ble­ma­tik an­ge­spro­chen und auf ei­ne Klärung zu sei­nen Guns­ten ge­hofft. Nach­dem ihm die Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge im Jahr 2003 wie­der zu­ge­flos­sen sei, sei er da­von aus­ge­gan­gen, dass ei­ne sol­che Re­ge­lung zu sei­nen Guns­ten ge­trof­fen wor­den sei und er nun­mehr wie­der die ihm zu­ste­hen­de Zu­la­ge er­hal­te. In die­ser Auf­fas­sung sei er auch da­durch bestärkt wor­den, dass sich nicht nur sei­ne Auf­ga­ben im Kern nicht geändert hätten, son­dern ihm auch re­gelmäßig sei­ne Kol­le­gen St. P., M. V. und M. P. zur Un­terstützung zu­ge­ord­net wor­den sei­en und er so­mit fak­tisch wie ein Vor­ar­bei­ter tätig ge­we­sen sei.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht an­ge­nom­men, dass das kla­gen­de Land we­der aus­rei­chend sub­stan­ti­iert noch un­ter Be­weis­an­tritt be­gründet hat, wes­halb der Be­klag­te - ent­ge­gen sei­ner Dar­stel­lung - er­kannt ha­ben soll, dass die Wie­der­auf­nah­me der Aus­zah­lung der bei­den Zu­la­gen auf ei­nem Irr­tum des kla­gen­den Lan­des be­ruht.

Die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für den Ein­wand des Rechts­miss­brauchs trägt der­je­ni­ge, der sich dar­auf be­ruft, d. h. vor­lie­gend das kla­gen­de Land.

Das kla­gen­de Land hat die Dar­stel­lung des Be­klag­ten, er ha­be zu­vor mehr­fach bei dem da­ma­li­gen Per­so­nal­chef des Au­to­bahn­am­tes und dem da­ma­li­gen Ge­samt­per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den die Pro­ble­ma­tik an­ge­spro­chen und auf ei­ne Klärung zu sei­nen Guns­ten hin­ge­wirkt, nicht un­ter Be­weis­an­tritt wi­der­legt. Ent­ge­gen der An­sicht des kla­gen­den Lan­des ist die­ser Vor­trag des Be­klag­ten auch nicht "zu un­sub­stan­ti­iert, als dass dar­aus kon­kre­te Rechts­fol­gen ab­ge­lei­tet wer­den könn­ten". Im Hin­blick dar­auf, dass das kla­gen­de Land den Be­klag­ten erst meh­re­re Jah­re später auf ei­ne Über­zah­lung sei­ner Bezüge hin­ge­wie­sen hat, kann vom Be­klag­ten im Rah­men der ihm nach § 138 Abs. 2 ZPO ob­lie­gen­den Erklärungs­pflicht nicht ver­langt wer­den, dass er an­gibt, an wel­chen Ta­gen er wel­che Gespräche dies­bezüglich geführt hat, zu­mal es auf den ge­nau­en Zeit­punkt und In­halt sei­ner Vor­spra­chen auch nicht ent­schei­dend an­kommt. Nach dem Vor­trag des Be­klag­ten hat­te er in der Zeit zwi­schen dem ihm mit Schrei­ben vom 18. Sep­tem­ber 2002 mit­ge­teil­ten Weg­fall der Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und der Wie­der­auf­nah­me der Zah­lun­gen im März 2003 mehr­fach beim da­ma­li­gen Per­so­nal­chef und beim da­ma­li­gen Ge­samt­per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den vor­ge­spro­chen, um zu er­rei­chen, dass ihm die Zu­la­gen wie­der ge­zahlt wer­den. Die­sen Vor­trag des Be­klag­ten hat das kla­gen­de Land nicht un­ter Be­weis­an­tritt wi­der­legt.

Vor dem Hin­ter­grund sei­ner - un­wi­der­legt - vor­ge­tra­ge­nen Vor­spra­chen zur Klärung der an­geführ­ten Pro­ble­ma­tik ist oh­ne wei­te­res nach­voll­zieh­bar, dass er aus sei­ner Sicht die ihm ab dem Jahr 2003 wie­der zu­ge­flos­se­nen Zu­la­gen auf den Er­folg sei­ner Bemühun­gen zurück­geführt hat und nicht von ei­nem bloßen Irr­tum sei­nes Ar­beit­ge­bers aus­ge­gan­gen war, zu­mal auch gar nicht er­sicht­lich ist, wes­halb an­sons­ten nach der zu­vor er­folg­ten Ein­stel­lung der Zah­lun­gen die­se oh­ne je­den An­lass wie­der auf­ge­nom­men wer­den soll­ten.

bb) Ent­ge­gen der Be­ru­fungs­be­gründung ist un­er­heb­lich, ob sich die Beschäfti­gungs­si­tua­ti­on ent­ge­gen der An­sicht des Be­klag­ten ob­jek­tiv auf­grund der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on so verändert hat­te, dass die ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Gewährung ei­ner Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge und ei­ner Mehr­ar­beits­vergütung ent­fal­len wa­ren.

Der Be­klag­te hat sich dar­auf be­ru­fen, dass sich sein Tätig­keits­be­reich und sei­ne Auf­ga­ben im Kern durch die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­me nicht geändert hätten. In sei­ner Auf­fas­sung sei er da­durch bestärkt wor­den, dass ihm auch re­gelmäßig die von ihm auf­geführ­ten Kol­le­gen zur Un­terstützung zu­ge­ord­net wor­den sei­en und er so­mit fak­tisch als Vor­ar­bei­ter tätig ge­we­sen sei. In der Stel­lung­nah­me des Lan­des­be­trie­bes Mo­bi­lität (L. Au­to­bahn­amt M.) vom 05. Ja­nu­ar 2010, die vom kla­gen­den Land mit Schrift­satz vom 11. Ja­nu­ar 2010 vor­ge­legt wor­den ist, wird aus­geführt, dass es im Ein­satzstütz­punkt kei­ne Ar­beits­grup­pe, der der Be­klag­te als Vor­ar­bei­ter an­gehöre, ge­be und auch die ge­le­gent­li­che Mit­ar­beit von Be­diens­te­ten in der Werk­statt noch nicht da­zu führe, dass ei­ne ent­spre­chen­de Ar­beits­grup­pe be­ste­he. Selbst wenn man da­von aus­geht, dass da­nach die ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Vor­ar­bei­ter­zu­la­ge ob­jek­tiv nicht mehr vor­la­gen, weil dem Be­klag­ten nach der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maßnah­men nicht mehr min­des­tens zwei, son­dern nur noch ein Mit­ar­bei­ter zu­ge­ord­net war, und die ge­le­gent­li­che Mit­ar­beit von an­de­ren Be­diens­te­ten in der Werk­statt dar­an nichts ändert, be­sagt das noch nicht, dass auch der Be­klag­te die­se recht­li­che Schluss­fol­ge­rung ge­zo­gen ha­ben muss und da­mit ei­nen Irr­tum sei­nes Ar­beit­ge­bers er­kannt hat. Der Be­klag­te hat zu Recht dar­auf ver­wie­sen, dass er als Straßenwärter über kei­ne be­son­de­ren Kennt­nis­se des Ta­rif­rechts verfüge und er in der für ihn unüber­sicht­li­chen Aus­gangs­la­ge von ei­nem Fort­be­ste­hen bzw. Wie­der­auf­le­bens sei­nes An­spruchs ha­be aus­ge­hen können. Im Hin­blick dar­auf, dass sich der Be­klag­te die Wie­der­auf­nah­me der Zah­lun­gen mit dem von ihm un­wi­der­legt ge­schil­der­ten Vor­spra­chen erklären konn­te, war er auch nicht ge­hal­ten, sei­nen Ar­beit­ge­ber auf die Möglich­keit ei­nes von ihm nicht in Be­tracht ge­zo­ge­nen Irr­tums hin­zu­wei­sen.

cc) Ent­ge­gen der Be­ru­fungs­be­gründung ist un­er­heb­lich, dass dem Be­klag­ten bei­de Zu­la­gen rück­wir­kend zum 01. Ja­nu­ar 2003 wie­der ge­zahlt wur­den, oh­ne dass ihm dies - wie in der Ver­gan­gen­heit - schrift­lich mit­ge­teilt oder be­gründet wur­de. Der Vor­wurf des Rechts­miss­brauchs be­ruht dar­auf, dass der Ar­beit­neh­mer in Kennt­nis des Irr­tums des Ar­beit­ge­bers die­sem In­for­ma­tio­nen vor­enthält, die ihn sei­nen Irr­tum ent­de­cken las­sen und ihm bezüglich er­folg­ter Über­zah­lun­gen die Ein­hal­tung der Aus­schluss­frist ermögli­chen würden (BAG 13. Ok­to­ber 2010 - 5 AZR 648/09 - NZA 2011, 219, zu III 1 der Gründe; BAG 10. März 2005 - 6 AZR 217/04 - NZA 2005, 812, zu II 2 b aa der Gründe). Al­lein der Um­stand, dass die er­neu­te Gewährung der Zu­la­ge nicht ge­son­dert schrift­lich be­gründet bzw. mit­ge­teilt wur­de, be­gründet nicht die An­nah­me, dass sich der Be­klag­te die Zah­lun­gen nicht erklären konn­te und des­halb sei­nen Ar­beit­ge­ber auf ei­nen mögli­chen Irr­tum hin­wei­sen muss­te, zu­mal die bei­den Zu­la­gen - wie zu­vor - in den ihm mo­nat­lich er­teil­ten Ab­rech­nun­gen aus­ge­wie­sen wa­ren und er in An­be­tracht der von ihm ge­schil­der­ten Vor­spra­chen we­gen der sei­ner An­sicht nach im Kern nicht geänder­ten Auf­ga­ben nach­voll­zieh­bar be­gründet hat, wes­halb er nicht er­kannt hat­te, dass sein Ar­beit­ge­ber le­dig­lich irrtümlich die bei­den Zu­la­gen wie­der ge­leis­tet ha­ben will.

dd) Die Dar­stel­lung des Be­klag­ten ist auch nicht des­halb wi­dersprüchlich, weil die Bezüge im Fal­le der sei­ner An­sicht nach un­verändert er­folg­ten Wei­ter­beschäfti­gung ihm rück­wir­kend ab Sep­tem­ber 2002 und nicht erst ab 01. Ja­nu­ar 2003 hätten nach­ge­zahlt wer­den müssen. Der Um­stand, dass das kla­gen­de Land nach den vom Be­klag­ten an­geführ­ten Vor­spra­chen zur er­neu­ten Gewährung der zu­vor ge­zahl­ten Zu­la­gen sei­nem An­lie­gen erst rück­wir­kend ab 01. Ja­nu­ar 2003 und nicht be­reits ab Sep­tem­ber 2002 ent­spro­chen hat, lässt aus Sicht des Be­klag­ten nicht auf ei­ne irrtümli­che Zah­lung schließen. So­weit der Be­klag­te nach Wie­der­auf­nah­me der Zah­lun­gen ab 01. Ja­nu­ar 2003 da­von aus­ge­gan­gen ist, dass dies auf dem Er­folg sei­ner zwi­schen­zeit­li­chen Bemühun­gen zurück­zuführen ist, lässt dies kei­ne wi­dersprüchli­che Ar­gu­men­ta­ti­on er­ken­nen, nur weil er nicht noch zusätz­lich die Nach­zah­lung rückständi­ger Zu­la­gen für die Mo­na­te Sep­tem­ber bis De­zem­ber 2002 ver­langt hat.

Mit­hin lässt sich im Streit­fall auch un­ter Berück­sich­ti­gung der vom kla­gen­den Land an­geführ­ten Umstände nicht zur Über­zeu­gung des Ge­richts fest­stel­len, dass der Be­klag­te ei­nen Irr­tum sei­nes Ar­beit­ge­bers er­kannt hat und des­halb die sub­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen ei­nes treu­wid­ri­gen Un­ter­las­sens vor­lie­gen (vgl. hier­zu auch BAG 06. Sep­tem­ber 2006 - 5 AZR 684/05 - NZA 2007, 526, zu II 3 b der Gründe).

Dem Ver­fall der Kla­ge­for­de­rung steht des­halb nicht der Ein­wand des Rechts­miss­brauchs ent­ge­gen.

II. Die zulässi­ge Wi­der­kla­ge ist be­gründet.

Der Be­klag­te hat gemäß § 611 Abs. 1 BGB ei­nen An­spruch ge­gen das kla­gen­de Land auf Aus­zah­lung der ein­be­hal­te­nen Bezüge in der gel­tend ge­mach­ten Höhe von 361,42 EUR net­to.

Die­ser An­spruch ist nicht durch Auf­rech­nung gemäß § 389 BGB er­lo­schen, weil die Rück­zah­lungs­ansprüche des kla­gen­den Lan­des we­gen der bis ein­sch­ließlich Sep­tem­ber be­haup­te­ten Über­zah­lun­gen gemäß den obi­gen Ausführun­gen nach
§ 37 TV-L ver­fal­len sind und da­nach die vor­ge­nom­me­nen Lohn­ein­be­hal­te in Höhe der Wi­der­kla­ge­for­de­rung nicht ge­recht­fer­tigt sind.

Un­ter Zu­grun­de­le­gung der vom kla­gen­den Land be­reits vor­ge­nom­me­nen Lohn­ein­be­hal­te in der Zeit von April 2007 bis Ok­to­ber 2008 ver­bleibt nach Ab­zug der vom kla­gen­den Land vor­ge­tra­ge­nen Über­zah­lun­gen im nicht ver­fal­le­nen Zeit­raum von Ok­to­ber 2006 bis März 2007 ein Dif­fe­renz­be­trag in rech­ne­risch un­strei­ti­ger Höhe von 361,42 EUR gemäß der vom Be­klag­ten vor­ge­nom­me­nen Be­rech­nung.

Die Wi­der­kla­ge­for­de­rung ist nicht nach § 37 TV-L ver­fal­len. Der Be­klag­te hat das kla­gen­de Land mit sei­nen Schrei­ben vom 17. Sep­tem­ber und 12. De­zem­ber 2007 in­ner­halb der 6-mo­na­ti­gen Aus­schluss­frist auf­ge­for­dert, kei­ne Ein­be­hal­te von den Ent­gelt­zah­lun­gen vor­zu­neh­men. Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht an­ge­nom­men, dass die­se Schrei­ben des Be­klag­ten als aus­rei­chen­de Gel­tend­ma­chung sei­ner Lohn­ansprüche i.S.v. § 37 Abs. 1 S. 1 und 2 TV-L zu wer­ten sind.


Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on war nicht ver­an­lasst, weil hierfür die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nach § 72 Abs. 2 ArbGG nicht vor­lie­gen.

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