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Aus­stieg auf Zeit - Wann ein Sab­ba­ti­cal sinn­voll ist

Ein­fach Pau­se ma­chen: Für ein paar Mo­na­te oder ein gan­zes Jahr. Ne­ben dem Be­rufs­le­ben ei­ne Zeit lang an­de­ren Wün­schen nach­ja­gen. Das al­les ver­spricht ein Sab­ba­ti­cal. Doch längst nicht je­der pro­fi­tiert von der Aus­zeit. Man­cher soll­te lie­ber die Fin­ger da­von las­sen

24.10.2016. (dpa) - Um die Welt rei­sen, die Fü­ße in den Sand ste­cken.

End­lich viel Zeit für die Fa­mi­lie ha­ben und ein Jahr lang aus­schließ­lich den Kin­dern beim Auf­wach­sen zu­se­hen.

Prio­ri­tä­ten über­den­ken und sei­ne be­ruf­li­che Si­tua­ti­on neu aus­rich­ten.

Die span­nen­de Wei­ter­bil­dung ma­chen und da­bei noch die Fremd­spra­chen­kennt­nis­se auf­po­lie­ren.

Die Grün­de, ei­ne Aus­zeit vom Be­ruf zu neh­men, sind viel­fäl­tig.

Doch längst nicht für je­den Ar­beit­neh­mer ist ein Aus­stieg auf Zeit sinn­voll. Und wer sich am En­de da­für ent­schei­det: Wie dann den Vor­ge­setz­ten da­von über­zeu­gen?

Am bes­ten geht man beim Ent­schei­dungs­pro­zess für oder ge­gen ein Sab­ba­ti­cal in zwei Schrit­ten vor: "Als Ers­tes soll­te im Pri­va­ten ab­ge­klärt wer­den: Wird die Ent­schei­dung vom en­gen Be­zugs­kreis mit­ge­tra­gen? Oder gibt es so­gar die Mög­lich­keit, dass man ei­ne ge­mein­sa­me Aus­zeit pla­nen kann?", sagt Prof. Dirk Win­de­muth vom In­sti­tut für Ar­beit und Ge­sund­heit der Deut­schen Ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung. Dann sei es wich­tig, zu re­flek­tie­ren, wel­cher Wunsch wirk­lich hin­ter der Aus­zeit steckt. Ist es aus­rei­chend, ein Jahr raus zu sein, oder ist ge­ne­rell ei­ne be­ruf­li­che Ent­las­tung not­wen­dig? Erst wenn das ge­klärt ist, lohnt es sich, auf den Ar­beit­ge­ber zu­zu­ge­hen.

In Deutsch­land gibt es kei­nen Rechts­an­spruch auf ein Sab­ba­ti­cal - au­ßer für ei­ne klei­ne Zahl an Lan­des­be­am­ten. Die Aus­zeit steht und fällt al­so mit der Zu­stim­mung des Chefs. Sab­ba­ti­cal­coach Frank Möl­ler emp­fiehlt Ar­beit­neh­mern, das Ge­spräch im Vor­feld vom Stand­punkt des Chefs aus zu se­hen. "Be­vor ein Ar­beit­neh­mer in das Ge­spräch geht, soll­te er sich die Fra­ge stel­len: Wel­chen Nut­zen, wel­chen Ge­winn hat mei­ne Fir­ma, mich bei ei­nem Sab­ba­ti­cal zu un­ter­stüt­zen?"

Be­rufs­tä­ti­ge stel­len am bes­ten her­aus, wel­che po­si­ti­ven Fol­gen das Sab­ba­ti­cal für die Zeit nach ih­rer Rück­kehr hat. Will ein Ar­beit­neh­mer rei­sen und da­bei ei­ne neue Spra­che er­ler­nen oder ei­ne Fort­bil­dung ma­chen, ist das ein lang­fris­ti­ger Kom­pe­tenz­ge­winn für das Un­ter­neh­men. Nach der Rück­kehr be­kommt die Fir­ma ei­nen er­hol­ten und des­halb leis­tungs­star­ken Mit­ar­bei­ter zu­rück. Wich­tig ist auch, sich Ge­dan­ken dar­über zu ma­chen, wie die Auf­ga­ben in der Ab­we­sen­heit auf­ge­fan­gen wer­den kön­nen. Viel­leicht kommt je­mand aus der El­tern­zeit zu­rück, der ein­sprin­gen kann, oder die Aus­zeit fällt in ei­ne oh­ne­hin auf­trags­schwa­che Zeit.

Aber ist ein Sab­bat­jahr wirk­lich das Rich­ti­ge, um dem Stress zu ent­kom­men? Prof. Mar­tin Roth­land lehrt an der Uni­ver­si­tät Sie­gen und hat in ei­ner Stu­die die Aus­wir­kun­gen des Sab­bat­jah­res aus­ge­wer­tet. Be­fragt wur­den aus­schließ­lich Leh­rer. Die Er­geb­nis­se zei­gen: Ei­ne Aus­zeit wirkt sich sehr po­si­tiv auf die Re­ge­ne­ra­ti­on, die emp­fun­de­ne Be­an­spru­chung und die Ge­sund­heit aus. Ein hal­bes Jahr nach dem Sab­bat­jahr ist die­ser Ef­fekt al­ler­dings schon wie­der ver­pufft. Da­her schluss­fol­gert er: "Die Vor­stel­lung: Ich rei­se ganz viel um die Welt, und al­les gibt sich, ist ei­ne Il­lu­si­on." Wer von sei­ner be­ruf­li­chen Si­tua­ti­on sehr ge­stresst ist, soll­te in der Aus­zeit des­halb sys­te­ma­tisch die ei­ge­nen be­ruf­li­chen Fä­hig­kei­ten stär­ken und ler­nen, sich bes­ser vor Über­las­tung zu schüt­zen.

Das Sab­bat­jahr bie­tet die Mög­lich­keit, sich auf das Wich­ti­ge im Le­ben zu be­sin­nen und neue Ide­en zu ent­wi­ckeln. Es dient der Er­ho­lung, der Res­sour­cen­stär­kung und dem Er­ken­nen der ei­ge­nen In­ter­es­sen und Stär­ken, er­klärt Prof. Win­de­muth. In ei­ni­gen Fäl­len sei je­doch klar da­von ab­zu­ra­ten: "Es ist wich­tig, dass der Wunsch nach ei­ner Aus­zeit kei­ne Flucht ist: Bin ich emo­tio­nal im­mer dis­tan­zier­ter und füh­le mich je­den Tag er­schöpf­ter?" Wenn sich nichts an der Ar­beits­si­tua­ti­on än­dert, kommt der Ar­beit­neh­mer nach ei­nem Jahr in die glei­che Si­tua­ti­on zu­rück und hat wie­der die glei­chen Pro­ble­me. Ist je­mand an ei­ner De­pres­si­on er­krankt, kön­ne ein Jahr oh­ne kla­re Struk­tur so­gar scha­den.

Laut Prof. Win­de­muth gibt es wei­te­re Grün­de da­für, auf das Sab­ba­ti­cal zu ver­zich­ten: "Wenn man durch die Aus­zeit pri­va­te Pro­ble­me be­kommt, weil die Fa­mi­lie nicht da­mit ein­ver­stan­den ist, soll­te man zu­nächst nach Kom­pro­mis­sen su­chen. Die Aus­zeit muss wohl­wol­lend vom Chef und den Kol­le­gen auf­ge­nom­men wer­den und or­ga­ni­sa­to­risch über­haupt durch­führ­bar sein." In sehr spe­zia­li­sier­ten Be­ru­fen kann es sehr schwie­rig sein, die Stel­le für ein Jahr mit ei­ner an­de­ren Per­son zu be­set­zen. Wich­tig ist na­tür­lich auch, dass Be­rufs­tä­ti­ge ein Sab­ba­ti­cal fi­nan­zie­ren kön­nen. Wenn das al­les aber stimmt, ist Win­de­muth über­zeugt: "Das Sab­bat­jahr ist ei­ne wun­der­ba­re Chan­ce. Auf je­den Fall er­grei­fen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. Oktober 2016

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