Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

13/229a "Azu­bi drin­gend ge­sucht" - doch an Be­wer­bern man­gelt es nicht

Die Wirt­schaft ruft nach Lehr­lin­gen und klagt, dass vie­le Stel­len nicht zu be­set­zen sind: Doch an Be­wer­bern man­gelt es noch nicht. Was fehlt, ist der Wunsch­kan­di­dat am rich­ti­gen Ort

09.08.2013. (dpa) - Im­mer häu­fi­ger prangt in die­sen Ta­gen an Be­trie­ben das Schild: "Aus­zu­bil­den­de drin­gend ge­sucht".

Der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag spricht von 100 000 un­be­setz­ten Lehr­stel­len.

Bei den Ar­beits­agen­tu­ren sind we­ni­ge Wo­chen vor Be­ginn des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res noch 146 000 freie Plät­ze im An­ge­bot.

Droht nach dem jah­re­lan­gen Man­gel an Aus­bil­dungs­plät­zen nun ein noch dras­ti­sche­rer Man­gel an Be­wer­bern?

"Vor­sicht!", sa­gen Ar­beits­markt- wie Be­rufs­bil­dungs­ex­per­ten und mah­nen zu ei­ner dif­fe­ren­zier­te­ren Be­trach­tung. Noch im­mer sind bei den Ar­beits­agen­tu­ren ak­tu­ell über 200 000 jun­ge Men­schen auf der Su­che nach ei­nem Aus­bil­dungs­platz. Wei­te­re 250 000 be­fin­den sich in "War­te­schlei­fen" zwi­schen Schu­le und Be­schäf­ti­gungs­sys­tem. Das sind vom Staat oder den Ar­beits­agen­tu­ren fi­nan­zier­te Nach­qua­li­fi­zie­run­gen, de­ren Nut­zen von Be­rufs­for­schern zum Teil mas­siv be­zwei­felt wird.

An­for­de­run­gen und Wün­sche der Wirt­schaft an die Be­wer­ber so­wie die schu­li­sche Vor­bil­dung der Ju­gend hät­ten sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer mehr aus­ein­an­der­ent­wi­ckelt, stellt der So­zi­al­for­scher Mar­tin Bae­th­ge fest, der seit Jah­ren für Bund und Län­der im Bil­dungs­be­richt die Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on re­gel­mä­ßig ana­ly­siert.

Der klas­si­sche Haupt­schü­ler fin­det heu­te un­mit­tel­bar nach der Schu­le äu­ßert sel­ten ei­ne Lehr­stel­le - selbst mit Best­no­ten nicht. Fol­ge sind in der Re­gel lang­wie­ri­ge Nach­qua­li­fi­zie­run­gen - bis­wei­len so­gar über meh­re­re Jah­re hin­weg. Im Schnitt sind die jun­gen Men­schen bei Ein­tritt in ei­ne be­trieb­li­che Leh­re heu­te 19,6 Jah­re alt. Und die­ser Al­ters­schnitt wur­de nicht nur durch die vie­len Ab­itu­ri­en­ten in die Hö­he ge­trie­ben, die heu­te ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung be­gin­nen, wie ei­ne Un­ter­su­chung des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung un­längst be­leg­te.

Die Kam­mern ha­ben den de­mo­gra­fi­schen Wan­del und den dro­hen­den Fach­kräf­te­man­gel im Blick und tun Ei­ni­ges, um die Be­trie­be zu ei­ner Aus­bil­dung "auf Vor­rat" zu be­we­gen. So hat das Hand­werk jetzt ein "Lehr­stel­len­ra­dar" ein­ge­rich­tet: Über ei­ne mo­bi­le App wer­den Schul­ab­gän­ger und El­tern via Han­dy zu frei­en Lehr­stel­len­an­ge­bo­ten in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft ge­lotst. Auch der DIHK wirbt mas­siv bei den Be­trie­ben. Das Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um fi­nan­ziert un­ter an­de­rem Aus­bil­dungs­be­ra­ter, die in die­sen Wo­chen täg­lich Un­ter­neh­men ab­klap­pern.

Gleich­wohl fürch­ten Be­rufs­bil­dungs­ex­per­ten für die­sen Herbst ei­nen leich­ten Rück­gang des Lehr­stel­len­an­ge­bo­tes und der Ver­trags­zahl - wäh­rend die Zahl der Be­wer­ber ge­gen­über dem Vor­jahr dies­mal noch na­he­zu kon­stant blei­ben dürf­te. Als Ur­sa­che gel­ten mög­li­che Un­si­cher­hei­ten über die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und zu­neh­men­de Pro­ble­me der Be­trie­be, ih­ren "idea­len" Wunsch­be­wer­ber zu fin­den.

Das deut­sche Aus­bil­dungs­sys­tem steht der­zeit im in­ter­na­tio­na­lem Blick­feld, weil hier­zu­lan­de die Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit im Ver­gleich mit den süd­eu­ro­päi­schen Kri­sen­län­dern re­la­tiv nied­rig ist und in der Bun­des­re­pu­blik der Über­gang zwi­schen Schu­le und Be­ruf trotz be­kann­ter Pro­ble­me ins­ge­samt bes­ser zu ge­lin­gen scheint. Eu­pho­risch prei­sen deut­sche Po­li­ti­ker das dua­le Sys­tem mit der Kom­bi­na­ti­on von be­trieb­li­cher Leh­re und staat­li­cher Be­rufs­schu­le gar als "deut­schen Ex­port­schla­ger" für das Aus­land.

Ex­per­ten ra­ten zu mehr Ge­las­sen­heit. Denn ein da­für not­wen­di­ges Kam­mer­sys­tem - eben­so wie das er­for­der­li­che Zu­sam­men­spiel von Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten - das al­les lässt sich in an­de­ren Län­dern nicht so ein­fach aus dem Bo­den stamp­fen.

Un­ter gro­ßer me­dia­ler Be­glei­tung hat die Bun­des­re­gie­rung ei­ni­ge hun­dert ar­beits­lo­se spa­ni­sche Ju­gend­li­che nach Deutsch­land ge­holt, die ab Herbst in Re­gio­nen mit Be­wer­ber­man­gel ei­ne Leh­re ab­sol­vie­ren sol­len. "Die jun­gen Spa­nier sind uns na­tür­lich will­kom­men", sagt die neue DGB-Vi­ze El­ke Han­nack. "Gleich­wohl dürf­ten die Un­ter­neh­mer aber die vie­len Haupt­schü­ler in Deutsch­land nicht ver­ges­sen, die seit Jah­ren bis­lang ver­ge­bens ei­ne Lehr­stel­le su­chen", mahnt der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 11. Juli 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880