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BA-Chef Wei­se: Nur 7000 be­an­tra­gen Blue Card - BA für mehr Zu­wan­de­rer

Sie soll­te Ärz­te und In­for­ma­ti­ker nach Deutsch­land lo­cken - doch bis­lang ist die 2012 ein­ge­führ­te Blue Card eher ein Flop: Nur we­ni­ge Fach­kräf­te aus Nicht-EU-Län­dern hat sie bis­lang nach Deutsch­land ge­lockt. Bun­des­agen­tur-Chef Wei­se sieht Nach­bes­se­rungs­be­darf

01.01.2014. (dpa) - Um die Zu­wan­de­rung qua­li­fi­zier­ter Ar­beits­kräf­te aus Nicht-EU-Län­dern zu för­dern, war im Ju­li 2012 die Blue Card ein­ge­führt wor­den - doch das In­ter­es­se an ei­ner Be­schäf­ti­gung in Deutsch­land hält sich in en­gen Gren­zen.

Nur et­wa 7000 Men­schen ha­ben seit­her mit ei­ner Blue Card ei­ne Stel­le an­ge­tre­ten, wie der Chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA), Frank-Jür­gen Wei­se, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa sag­te.

"4000 da­von wa­ren aber vor­her schon hier."

Wei­se hält es des­halb für sinn­voll, man­che der ho­hen An­for­de­run­gen für den Er­halt ei­ner Blue Card schritt­wei­se zu lo­ckern.

"Es gibt ein paar Hür­den, wo man sagt, die sol­len be­ste­hen blei­ben. Aber schein­bar spricht nichts da­ge­gen, die Ge­halts­gren­ze lang­sam run­ter­zu­set­zen", er­läu­ter­te der BA-Chef. An die idea­le Ein­stiegs­hö­he müs­se man sich "her­an­tas­ten". Der­zeit müs­sen Be­wer­ber ein Brut­to­jah­res­ge­halt von min­des­tens 46 400 Eu­ro nach­wei­sen, in be­son­ders nach­ge­frag­ten Man­gel­be­ru­fen rei­chen knapp 36 200 Eu­ro aus.

Ge­gen die zu schnel­le Ein­füh­rung nied­ri­ger Ein­tritts­hür­den spricht aus Wei­ses Sicht die noch im­mer gro­ße Zahl qua­li­fi­zier­ter Ar­beits­lo­ser in Deutsch­land. Bei ih­nen sei häu­fig nicht die Aus­bil­dung das Pro­blem, son­dern die man­geln­de Be­reit­schaft zum Um­zug in Re­gio­nen mit ei­nem bes­se­ren Ar­beits­platz­an­ge­bot.

Ge­ne­rell je­doch sei die Zu­wan­de­rung aus­län­di­scher Fach­kräf­te für Deutsch­land un­um­gäng­lich. Selbst die star­ke Zu­wan­de­rung im Jahr 2013 rei­che nicht aus, um die in den kom­men­den Jah­ren sin­ken­de Zahl in­län­di­scher Ar­beits­kräf­te aus­zu­glei­chen. Zu­dem gel­te: Mit der Be­set­zung von qua­li­fi­zier­ten Ar­beits­plät­zen mit Zu­wan­de­rern ent­stün­den oft auch neue Jobs für we­ni­ger qua­li­fi­zier­te Ar­beits­lo­se.

Pro­ble­ma­tisch sei das noch nicht rechts­kräf­ti­ge Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nord­rhein-West­fa­len, wo­nach EU-Bür­gern oh­ne Ar­beit, die sich schon län­ger in Deutsch­land auf­hal­ten, Hartz-IV-Leis­tun­gen zu­ste­hen. Vie­le we­ni­ger gut aus­ge­bil­de­te Men­schen aus är­me­ren EU-Län­dern könn­te es da­durch nach Deutsch­land zie­hen, sag­te Wei­se. "Wür­de sich dies be­wahr­hei­ten, ist das Sys­tem der Grund­si­che­rung in Ge­fahr und müss­te von der Po­li­tik über­prüft wer­den."

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Letzte Überarbeitung: 2. Mai 2016

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