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15/090a BA-Vor­stand: Job-Ein­stieg von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen bes­ser in Teil­zeit

Ih­re Zahl ist seit Jah­ren kon­stant: In Deutsch­land gibt es rund ei­ne Mil­li­on Lang­zeit­ar­beits­lo­se. Die klas­si­sche Job-Ver­mitt­lung führt nur noch sel­ten zum Er­folg. BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt rät da­her zu neu­en We­gen

09.04.2015. (dpa) - Lang­zeit­ar­beits­lo­se soll­ten nach Vor­stel­lung der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) beim Start in ei­nen neu­en Job mit re­du­zier­ter Ar­beits­zeit be­gin­nen.

"Wir müs­sen ih­nen die Mög­lich­keit ge­ben, erst mal mit zwei St­un­den am Tag ein­zu­stei­gen", sag­te Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Wer län­ger nicht im Be­ruf war, sei oft­mals von ei­nem Acht-St­un­den-Tag über­for­dert.

Alt er­in­ner­te dar­an, dass auch lan­ge er­krank­ten Mit­ar­bei­tern ei­ne schritt­wei­se Ein­glie­de­rung zu­ge­bil­ligt wer­de. Es sei be­kannt, dass je­mand, der ein Jahr ar­beits­los ge­we­sen sei, ein hal­bes Jahr brau­che, um wie­der sein frü­he­res Leis­tungs­ni­veau zu er­rei­chen.

Nach Alts An­sicht soll­ten Job­cen­ter über­dies Ar­beits­lo­sen hel­fen, sich in Ver­ei­nen, Kir­chen­ge­mein­den oder Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen zu en­ga­gie­ren. Die da­bei er­fah­re­ne An­er­ken­nung und das dort ge­won­ne­ne Selbst­be­wusst­sein könn­te Men­schen spä­ter auch bei der Job­su­che hel­fen. Auch könn­ten da­bei Kon­tak­te und Netz­wer­ke ent­ste­hen, die die Stel­len­su­che der Ar­beits­lo­sen er­leich­tern. Alt sieht ein sol­ches Vor­ge­hen als Teil des ge­setz­lich ver­an­ker­ten "so­zi­al-in­te­gra­ti­ven Auf­trags" der Job­cen­ter.

Die Bun­des­re­gie­rung un­ter­stütz­te den Vor­stoß. Vor­ran­gig sei aber, Be­trof­fe­ne wie­der in Ar­beit zu ver­mit­teln, sag­te ein Spre­cher von So­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD). Das Mi­nis­te­ri­um er­in­nert in die­sem Zu­sam­men­hang an die ge­plan­ten Ak­ti­vie­rungs­zen­tren in­ner­halb der Job­cen­ter. Sie sol­len im Som­mer star­ten und zu ei­ner ver­bes­ser­ten Be­treu­ung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen bei­tra­gen. Auch Lohn­zu­schüs­se bis zu 100 Pro­zent zur För­de­rung so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Ar­beits­plät­ze soll­ten kom­men. An ei­ner da­für nö­ti­gen Ge­set­zes­än­de­rung wer­de ge­ar­bei­tet.

Alt sag­te, es ge­be Ar­beits­lo­se, bei de­nen ei­ne Job­ver­mitt­lung erst an zwei­ter Stel­le ste­he, ei­ne so­zia­le Teil­ha­be aber an ers­ter. "Am En­de soll­te zwar im­mer die Ver­mitt­lung ei­nes Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in den Ar­beits­markt ste­hen." Beim Weg dort­hin könn­ten aber Zwi­schen­schrit­te er­for­der­lich sein, gab Alt zu be­den­ken.

Nach Alts An­sicht sei­en sol­che in­no­va­ti­ven An­sät­ze bei der Be­kämp­fung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit drin­gend not­wen­dig. Al­lein auf in­ten­si­ve Be­ra­tung und Job­ver­mitt­lung der Be­trof­fe­nen zu set­zen, füh­re in vie­len Fäl­len nicht wei­ter. Seit meh­re­ren Jah­ren sta­gnie­re die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen bei rund ei­ner Mil­li­on. "Ich ha­be nicht die Il­lu­si­on, wir könn­ten ei­ne Mil­li­on Lang­zeit­ar­beits­lo­se - zu­mal zu Min­dest­lohn­be­din­gun­gen - er­folg­reich in den Ar­beits­markt in­te­grie­ren", sag­te Alt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 29. Oktober 2016

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