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13/197a Bau­markt­ket­te Prak­ti­ker vor Plei­te

Im Han­del steht ein wei­te­res pro­mi­nen­tes Un­ter­neh­men vor dem Aus: Bei der Bau­markt­ket­te Prak­ti­ker steht der Gang zum In­sol­venz­rich­ter be­vor. Die Ak­tie ist ab­ge­stürzt

12.07.2013. (dpa) - Über­schul­det und zah­lungs­un­fä­hig - die Bau­markt­ket­te Prak­ti­ker steht vor dem Aus.

Für Don­ners­tag wur­de der An­trag auf Er­öff­nung ei­nes In­sol­venz­ver­fah­rens er­war­tet.

Der Vor­stand des an­ge­schla­ge­nen Un­ter­neh­mens teil­te am Vor­abend mit, die Ver­hand­lun­gen über Sa­nie­rungs­fi­nan­zie­run­gen sei­en ge­schei­tert.

Die Ak­tie stürz­te am Mor­gen zu­nächst um rund 70 Pro­zent ab, er­hol­te sich dann aber wie­der et­was und lag mit­tags bei knapp 0,14 Eu­ro.

Die er­trags­stär­ke­re Toch­ter Max Bahr so­wie das Aus­lands­ge­schäft sind von der dro­hen­den In­sol­venz nicht be­trof­fen, wie es in ei­nem Vor­stands­schrei­ben an die Mit­ar­bei­ter heißt. Prak­ti­ker wies En­de März knapp 18 000 Voll­zeit­stel­len aus, be­schäf­tigt wer­den nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben ak­tu­ell rund 20 000 Mit­ar­bei­ter, da­von 12 000 im In­land. Je die Hälf­te sei bei den bei­den Kon­zern-Mar­ken be­schäf­tigt, teil­te ein Spre­cher mit.

Das Un­ter­neh­men be­treibt in Deutsch­land 315 Bau­markt-Fi­lia­len ( Stand En­de März), da­von fir­mie­ren 132 für Max Bahr. Das Sa­nie­rungs­kon­zept sah vor, wei­te­re Prak­ti­ker-Fi­lia­len auf die­se er­trags­stär­ke­re Mar­ke um­zu­stel­len. Prak­ti­ker soll­te nur noch als Dis­count-Schie­ne die­nen.

Das Un­ter­neh­men ist auch durch sei­ne fehl­ge­schla­ge­ne Ra­batt­stra­te­gie in ei­ne schwe­re Kri­se ge­ra­ten. Wech­seln­de Vor­stands­chefs hat­ten ver­sucht, das Un­ter­neh­men zu sta­bi­li­sie­ren. Zu­letzt wur­den der Ein­kauf ge­strafft und die Kon­zern­zen­tra­le aus dem Saar­land nach Ham­burg ver­legt.

Zu­letzt wa­ren Ver­hand­lun­gen über wei­te­re Fi­nan­zie­run­gen ge­schei­tert. Ein­zel­ne Gläu­bi­ger­grup­pen hät­ten nicht zu­ge­stimmt, teil­te Prak­ti­ker mit. Die Bau­markt­ket­te zählt hin­ter Obi und Bau­haus zu den größ­ten deut­schen Fi­lia­lis­ten der Bran­che. Obi will den kri­seln­den Kon­kur­ren­ten nicht über­neh­men, wie der Chef der Obi-Mut­ter Ten­gel­mann, Karl-Eri­van Haub, am Don­ners­tag in Mül­heim an der Ruhr sag­te. Das Ex­po­sé zu Prak­ti­ker ha­be man vier­mal auf dem Tisch ge­habt. "Es wur­de zwar im­mer preis­wer­ter, aber nicht bes­ser", be­ton­te er.

Die Ver­tre­te­rin zwei­er Prak­ti­ker-Groß­ak­tio­nä­re, Isa­bel­la de Krass­ny, setzt wei­ter auf ei­ne Ret­tung. "Wenn jetzt al­le Be­tei­lig­ten an ei­nem Strang zie­hen, lässt sich Prak­ti­ker auch in der In­sol­venz sa­nie­ren", wird die Ös­ter­rei­che­rin in der "Wirt­schafts­wo­che" zi­tiert. De Krass­ny hofft, dass der Kon­zern sich in Ei­gen­ver­wal­tung sa­nie­ren kann.

Da­zu müss­ten rund 80 de­fi­zi­tä­re Prak­ti­ker-Fi­lia­len ge­schlos­sen und Fi­nanz­mit­tel in Hö­he von min­des­tens 40 Mil­lio­nen Eu­ro be­reit­ge­stellt wer­den, sag­te sie dem Ma­ga­zin zu­fol­ge. Die Ma­na­ge­rin mach­te vor al­lem Ban­ken und Wa­ren­kre­dit­ver­si­che­rer für das Schei­tern des jüngs­ten Ret­tungs­kon­zep­tes ver­ant­wort­lich.

Die Ge­werk­schaft Ver­di be­zeich­ne­te die dro­hen­de In­sol­venz als Tra­gö­die für die Mit­ar­bei­ter. Sie sei­en be­reit ge­we­sen, für drei Jah­re auf je­weils rund fünf Pro­zent ih­res Jah­res­ge­hal­tes zu ver­zich­ten, teil­te Ver­di mit. Ein ent­spre­chen­der Ta­rif­ver­trag war im Ok­to­ber 2012 mit der Un­ter­neh­mens­füh­rung ab­ge­schlos­sen wor­den.

Ei­gent­lich woll­te der erst im Herbst 2012 in­stal­lier­te Vor­stands­chef Ar­min Bur­ger das Ge­schäft auf ein so­li­des Fun­da­ment stel­len. Doch Prak­ti­ker muss­te nach dem lan­gen Win­ter und ei­nem mau­en Früh­jahrs­ge­schäft im ers­ten Quar­tal 2013 er­neut ei­nen Um­satz­rück­gang hin­neh­men, die Ver­lus­te schwol­len wie­der an. "Der Kon­zern ge­riet da­durch in ei­ne an­ge­spann­te Li­qui­di­täts­si­tua­ti­on", teil­te der Vor­stand mit.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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