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Bay­ern wird Schwer­punkt bei bun­des­wei­tem Kli­nik-Pro­test

Die Bun­des­re­gie­rung will mit ei­nem neu­en Ge­setz für mehr Qua­li­tät in den Kran­ken­häu­sern sor­gen: Die Kli­ni­ken se­hen in der Re­form aber ei­nen Eti­ket­ten­schwin­del und pro­tes­tie­ren ge­gen Kür­zun­gen. Ein Schwer­punkt der Ak­tio­nen wird Bay­ern sein

18.09.2015. (dpa) - Die baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser bil­den am kom­men­den Mitt­woch ei­nen Schwer­punkt der bun­des­wei­ten Pro­tes­te ge­gen die Kli­ni­k­re­form.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Baye­ri­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (BKG), Sieg­fried Ha­sen­bein, warn­te am Don­ners­tag vor "mas­si­ven fi­nan­zi­el­len Kür­zun­gen", die die Bun­des­re­gie­rung pla­ne.

Be­reits jetzt ma­chen nach ei­ner Um­fra­ge der BKG 52 Pro­zent der Kli­ni­ken im Frei­staat Ver­lust.

Vor fünf Jah­ren hat­ten nur 20 Pro­zent an­ge­ge­ben, dass sie ro­te Zah­len schrei­ben.

Quer durch den Frei­staat wer­de es mehr als 60 Ver­an­stal­tun­gen ge­ben, kün­dig­te die BKG an. Bei der größ­ten baye­ri­schen Pro­test­kund­ge­bung in Nürn­berg wer­den 3000 Teil­neh­mer er­war­tet.

Bay­erns Kli­ni­ken wür­den von neu­en Vor­schrif­ten zur Qua­li­täts­si­che­rung be­son­ders un­ter Druck ge­setzt, er­klär­te die BKG. Im Frei­staat ge­be es mehr klei­ne Kran­ken­häu­ser als in an­de­ren Tei­len Deutsch­lands. Für sie sei es oft schwer, bun­des­wei­te Vor­ga­ben zu er­fül­len. Grund­sätz­lich sei­en die Kli­ni­ken be­reit, an Qua­li­täts­ver­bes­se­run­gen zu ar­bei­ten. Da­für sei aber zu­sätz­li­ches Geld nö­tig. "Es ist un­red­lich, nach mehr Qua­li­tät zu ru­fen und gleich­zei­tig die Fi­nan­zie­rung der da­für not­wen­di­gen Res­sour­cen zu­rück­zu­schnei­den", sag­te Ha­sen­bein im Münch­ner Pres­se­club.

Bay­erns Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Me­la­nie Huml (CSU) er­klär­te, sie ha­be "gro­ßes Ver­ständ­nis für die ge­gen­wär­ti­gen Un­si­cher­hei­ten bei Kli­nik­mit­ar­bei­tern". Bay­ern wer­de sich "in­ten­siv für Nach­bes­se­run­gen" an den Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung ein­set­zen. Die Kran­ken­haus­ge­sell­schaft wies dar­auf hin, dass das ent­spre­chen­de Ge­setz auch oh­ne Zu­stim­mung der Bun­des­län­der ver­ab­schie­det wer­den kann.

Von den Kran­ken­kas­sen kam Kri­tik an den For­de­run­gen der Klin­ken. "Wir leis­ten uns zu vie­le Kran­ken­häu­ser, wir ope­rie­ren und be­han­deln zu viel", er­klär­te die Che­fin des baye­ri­schen Lan­des­ver­bands der Be­triebs­kran­ken­kas­sen, Si­grid Kö­nig. Die Lan­des­ver­tre­tung der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se be­ton­te, dass die Aus­ga­ben für die Kran­ken­häu­ser in den ver­gan­ge­nen Jah­ren we­sent­lich schnel­ler ge­stie­gen sei­en als die Ein­nah­men der Kas­sen, und for­der­te ei­ne "Kon­zen­tra­ti­on" der baye­ri­schen Kran­ken­haus­land­schaft. "Qua­li­tät und Pa­ti­en­ten­si­cher­heit sind wich­ti­ger als Wohn­ort­nä­he", hieß es von der TK.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) will mit dem Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz Über­ka­pa­zi­tä­ten bei den gut 2000 Kli­ni­ken in Deutsch­land ab­bau­en, oh­ne die Ver­sor­gung in der Flä­che zu be­ein­träch­ti­gen. Kran­ken­häu­ser mit an­hal­tend schlech­ten Leis­tun­gen müs­sen mit Ab­schlä­gen rech­nen. Bei gu­ten Leis­tun­gen gibt es Zu­schlä­ge.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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