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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Befristung
   
Gericht: Thüringer Landesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 Sa 425/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.10.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Nordhausen, Urteil vom 8.09.2009, 1 Ca 455/09
   

Ak­ten­zei­chen: 7 Sa 425/09
1 Ca 455/09
Ar­beits­ge­richt Nord­hau­sen

verkündet am 12.10.2010

gez. Schir­mer, Jus­tiz­an­ge­stell­te
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le


Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

- Kläge­rin und
Be­ru­fungskläge­rin -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te/r:

ge­gen
 

- Be­klag­te und
Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te/r:

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hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt in Er­furt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 12.10.2010
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Brum­mer
als Vor­sit­zen­den
und die Eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schulz und Schau­er
als Bei­sit­zer
für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Nord­hau­sen vom 08.09.2009, 1 Ca 455/09, wird auf ih­re Kos­ten zurück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

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T A T B E S T A N D


Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf­grund Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG am 28.02.2009 ge­en­det hat.

Mit For­mu­lar­ar­beits­ver­trag vom 25.01.2007 wur­de die Kläge­rin ab 01.03.2007 von der be­klag­ten Stadt erst­mals ein­ge­stellt,

"und zwar
0 we­gen Vor­lie­gen ei­nes sach­li­chen Grun­des nach § 14 Abs. 1 des Tz­B­fG

0 als Beschäftig­te/r für fol­gen­de Auf­ga­ben von be­grenz­ter Dau­er;
be­fris­tet bis zum
0 als Aus­hilfs­beschäftig­te/r

1 zur Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den Frau R
0 zur zeit­wei­li­gen Aus­hil­fe
be­fris­tet bis zum 28.02.2009

0 oh­ne Vor­lie­gen ei­nes sach­li­chen Grun­des

0 nach § 14 Abs. 2
be­fris­tet bis"

Die Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de R war frei­ge­stellt. We­gen Wech­sels im Per­so­nal­rats­vor­sitz en­de­te ih­re Frei­stel­lung zum 30.09.2008. Auf ih­re Be­wer­bung wur­de sie ab 01.10.2008 dau­er­haft auf die Stel­le der Sach­ge­biets­lei­te­rin Bürger­ser­vice um­ge­setzt.

Mit Schrei­ben vom 30.09.2008 (Bl. 16 d. A.) teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin mit, dass das Ar­beits­verhält­nis we­gen Neu­wahl des Per­so­nal­rats­vor­sit­zes nach § 15 Abs. 2 Tz­B­fG zum 15.10.2008 en­de. Die Kläge­rin wi­der­sprach und kündig­te ggf. recht­li­che Schrit­te an. Mit Schrei­ben vom 13.10.2008 (Bl. 51 d. A.) teil­te die Be­klag­te dar­auf­hin mit, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht am 15.10.2008 en­de, son­dern auf­grund Zeit­be­fris­tung am 28.02.2009.

Mit ih­rer am 20.03.2009 ein­ge­reich­ten Kla­ge hat die Kläge­rin die Fest­stel­lung ver­langt, dass ihr Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund Be­fris­tung be­en­det wur­de. Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge mit Ur­teil vom 18.08.2009 ab­ge­wie­sen. Auf des­sen Tat­be­stand wird ergänzend Be­zug ge­nom­men. Zu Be­gründung ist aus­geführt, ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bart sei ei­ne kom­bi­nier­te Zweck- und zeit­li­che Höchst­be­fris­tung. Auf die Zweck­be­fris­tung (Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den Rad­t­ke) kom­me es nach der Recht­spre­chung des BAG nicht an, weil das Ar-

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beits­verhält­nis bis zur ver­ein­bar­ten Höchst­frist fort­ge­setzt wor­den sei. Für die zeit­li­che Höchst­be­fris­tung zum 28.02.2009 sei nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG kein Sach­grund er­for­der­lich. Un­er­heb­lich sei, dass im Ar­beits­ver­trag die dort vor­ge­se­he­ne Möglich­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung nicht an­ge­kreuzt sei. Im Ar­beits­ver­trag müsse nicht auf­ge­nom­men wer­den, dass es sich ein Ar­beits­verhält­nis nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG han­de­le. Des­halb sei auch unschädlich, dass die ver­ein­bar­te Be­fris­tung zur Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den in den Ab­schnitt zu § 14 Abs. 1 Tz­B­fG ein­gefügt wor­den sei.

Die Kläge­rin hat ge­gen das ihr am 21.09.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil am 21.10.2009 Be­ru­fung ein­ge­legt und nach Frist­verlänge­rung zum 21.12.2009 am 21.12.2009 be­gründet.

Die Be­ru­fung rügt, feh­ler­haft ha­be das Ar­beits­ge­richt die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung zum 28.02.2009 auf § 14 Abs. 2 Tz­B­fG gestützt. Ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung sei nicht ver­ein­bart. Die for­mu­larmäßig vor­ge­se­he­ne Be­fris­tungsmöglich­keit nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG sei ge­ra­de nicht an­ge­kreuzt. Das Kreuz für die be­fris­te­te Ein­stel­lung zur Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den sei im Be­reich des sach­li­chen Grun­des nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG ge­setzt. Da Un­klar­hei­ten bei Aus­le­gung des For­mu­lar­ver­tra­ges zu Las­ten der Be­klag­ten gin­gen, sei da­mit nur ei­ne Be­fris­tung mit Sach­grund ver­ein­bart. Die Ver­tre­tung der Per­so­nal­rast­vor­sit­zen­den gehöre zum re­gelmäßigen Per­so­nal­be­darf und recht­fer­ti­ge des­halb grundsätz­lich kei­ne be­fris­te­te Ein­stel­lung. Darüber hin­aus sei die Kläge­rin bis zum 28.02.2009 beschäftigt wor­den, ob­wohl die Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de schon vor­her nicht mehr im Amt ge­we­sen sei. Da­mit sei das Ar­beits­verhält­nis ent­fris­tet wor­den.

Die Be­ru­fung be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Nord­hau­sen vom 08.09.2009, 1 Ca 455/09, ab­zuändern und fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­grund Be­fris­tung be­en­det wor­den ist.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt die an­ge­grif­fe­ne Ent­schei­dung und meint, die An­wen­dung des § 14 Abs. 2 Tz­B­fG hänge nicht von ei­ner ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­rung ab. Es be­ste­he kein Zi­tier­ge­bot. Es ha­be kein An­lass be­stan­den, sich kon­kret auf ei­ne Be­fris­tung mit bzw. oh­ne Sach­grund fest­zu­le­gen, wes­halb we­der die for­mu­larmäßig vor­ge­se­he­ne Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1

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noch die nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG an­ge­kreuzt sei. Nach der Recht­spre­chung des BAG (Ur­teil vom 05.06.2002, 7 AZR 241/01) könne die sach­grund­lo­se Be­fris­tung zwar ar­beits­ver­trag­lich ab­be­dun­gen wer­den. Dafür lägen aber kei­ne An­halts­punk­te vor.

Ergänzend wird auf die im Be­ru­fungs­rechts­zug ge­wech­sel­ten Schriftsätze Be­zug ge­nom­men.

E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E

A. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en wur­de auf­grund Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 25.01.2007 zum 28.02.2009 auf­gelöst.

I. Der un­präzi­se Fest­stel­lungs­an­trag ist aus­le­gungs­bedürf­tig. Die Kläge­rin macht in der Sa­che gel­tend, das zweck­be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis sei vor dem 28.02.2009 nach § 15 Abs. 3 Tz­B­fG ent­fris­tet wor­den. Der Fest­stel­lungs­an­trag ist da­mit so aus­zu­le­gen, dass ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis be­steht (KR-Ba­der, 9. Aufl.2009, § 17 Tz­B­fG Rz. 27). Wei­ter wen­det sich die Kläge­rin auch ge­gen die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung zum 28.02.2009, so dass hilfs­wei­se auch ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ge­wollt ist.

II. Die so aus­ge­leg­te Fest­stel­lungs­kla­ge ist un­be­gründet.

1. Der all­ge­mei­ne Fest­stel­lungs­an­trag nach § 256 ZPO ist un­be­gründet, weil das Ar­beits­verhält­nis nicht nach § 15 Abs. 3 Tz­B­fG ent­fris­tet wur­de.

a. Frag­lich ist schon, ob die Par­tei­en über­haupt die vom Ar­beits­ge­richt an­ge­nom­me­ne kom­bi­nier­te Zweck- und Höchst­be­fris­tung ver­ein­bart ha­ben. Die Ver­ein­ba­rung vom 27.01.2007 re­gelt, dass die Kläge­rin zur Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den R be­fris­tet bis zum 28.02.2009 ein­ge­stellt wird. Ein Zu­satz "bis spätes­tens" fehlt, wo­mit der Wort­laut für ei­ne rei­ne Zeit­be­fris­tung spricht (§ 3 Abs. 1 Tz­B­fG). Al­ler­dings ge­hen bei­de Par­tei­en von ei­ner Dop-pel­be­fris­tung aus, wo­bei aber schon auffällt, dass die Kläge­rin der Be­en­di­gung ih­res Ar­beits-verhält­nis­ses we­gen Zweck­er­rei­chung ge­ra­de wi­der­spro­chen und die Be­klag­te von der Wei-ter­beschäfti­gung je­den­falls bis 28.02.2008 über­zeugt hat. Jetzt will sie aus der Wei­ter­beschäfti­gung nach Zweck­er­rei­chung die Ent­fris­tung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses her­lei­ten.

b. Auch bei An­nah­me ei­ner Zweck­be­fris­tung wur­de das Ar­beits­verhält­nis nicht des­halb ent­fris­tet, weil die ver­tre­te­ne Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de vor dem 28.02.2008 "aus dem Amt ge­schie­den" ist, ih­re Frei­stel­lung al­so en­de­te. Das BAG hat mit dem vom Ar­beits­ge­richt an­ge-

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zo­ge­nen Ur­teil vom 15.08.2001 (7 AZR 263/00, BA­GE 98, 337) geklärt, dass ei­ne früher grei­fen­de Zweck­be­fris­tung kei­ne Be­deu­tung ge­winnt, wenn das Ar­beits­verhält­nis - wie hier - oh­ne­hin bis zur ver­ein­bar­ten Höchst­frist fort­ge­setzt wird. Die Ent­schei­dung ist zwar zur Rechts­la­ge vor In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG er­gan­gen ist. Das BAG hält aber auch nach In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG an die­ser Recht­spre­chung fest (Ur­teil vom 13.06.2007, 7 AZR 700/06, BA­GE 123, 109; eben­so KR-Ba­der, a. a. O, § 3 Tz­B­fG Rz. 48 m. w. N.; KR-Lip­ke, a. a. O., § 15 Tz­B­fG Rz. 30).

2. Auch die recht­zei­tig er­ho­be­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge nach § 17 Tz­B­fG ist un­be­gründet.

a. Auf § 14 Abs. 1 Nr. 3 Tz­B­fG stützt sich die Be­klag­te nicht.

aa. Mit Blick auf die Be­ru­fung darf aber an­ge­merkt wer­den, dass der Ar­beits­platz der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den we­gen Frei­stel­lung vorüber­ge­hend be­setzt wer­den muss­te. Der Ver­tre­tungs­be­darf entfällt mit Rück­kehr aus der Frei­stel­lung. Ob der Ar­beit­ge­ber ei­nen vorüber­ge­hen­den Ver­tre­tungs­be­darf mit Stamm­per­so­nal über­brückt, wie die Be­ru­fung ver­langt, oder mit ei­ner be­fris­te­ten Ver­tre­tungs­kraft, ent­schei­det er frei (KR-Ba­der, a. a. O., § 14 Tz­B­fG Rz. 138). Der die Be­fris­tung recht­fer­ti­gen­de Ver­tre­tungs­be­darf muss sich aus ei­ner bei Ver­trags­ab­schluss ge­recht­fer­tig­ten Pro­gno­se er­ge­ben. Des­halb ist nicht ent­schei­dend, dass die Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de nach Aus­lau­fen ih­rer Frei­stel­lung nicht auf den bis­he­ri­gen Ar­beits­platz zurück­kehr­te, und da­mit ein dau­er­haf­ter Beschäfti­gungs­be­darf ent­stan­den ist. Bei Ab­schluss der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 25.01.2007 stand das nicht fest. Die bloße Er­war­tung, dass da­mit zu rech­nen sei, reicht nicht (KR-Ba­der, a. a. O., Rz. 141).

bb. War­um die Be­klag­te bei Ver­trags­schluss ei­nen Ver­tre­tungs­be­darf bis 28.02.2009 pro­gnos­ti­ziert hat, erläutert sie nicht. Im­mer­hin en­de­te die Amts­zeit der ver­tre­te­nen Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den früher. Die Be­fris­tung zum 28.02.2009 er­sch­ließt sich al­lein aus § 14 Abs. 2 Tz­B­fG. Da­nach kann ein Ar­beits­verhält­nis bei erst­ma­li­ger Ein­stel­lung bis zu zwei Jah­ren sach­grund­los be­fris­tet wer­den. Ex­akt die­ser Zeit­raum wur­de aus­geschöpft.

b. Die Be­fris­tung zum 28.02.2009 ist nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG wirk­sam, wie das Ar­beits­ge­richt rich­tig er­kannt hat.

aa. Un­schlüssig be­an­stan­det die Be­ru­fung, ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung sei nicht ver­ein­bart. Sie muss nämlich nicht ver­ein­bart wer­den. Die An­ga­be des Be­fris­tungs­grun­des wird we­der vom Schrift­for­mer­for­der­nis nach § 15 Abs. 4 Tz­B­fG ver­langt (BAG vom 26.03.2004, 7 AZR 636/03, AP Nr. 12 zu § 14 Tz­B­fG), noch enthält § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ein Zi­tier­ge­bot. Für

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des­sen An­wend­bar­keit genügt, dass der Recht­fer­ti­gungs­grund für die sach­grund­lo­se Be­fris­tung bei Ver­trags­schluss ob­jek­tiv vor­liegt (BAG vom 12.08.2009, 7 AZR 270/09, AP Nr. 63 zu § 14 Tz­B­fG).

bb. Es kommt nicht dar­auf an, ob die sach­grund­lo­se Be­fris­tung ver­ein­bart ist, son­dern dar­auf, ob sie ar­beits­ver­trag­lich aus­ge­schlos­sen ist. Mit Ur­teil vom 12.08.2009 (a. a. O.) hat das BAG sei­ne bis­he­ri­ge - von der Be­klag­ten an­ge­zo­ge­ne - Recht­spre­chung be­kräftigt, dass die An­ga­be des Be­fris­tungs­grun­des (dort: vorüber­ge­hen­der Be­darf an der Ar­beits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Nr. 1 Tz­B­fG) zur Ab­be­din­gung der sach­grund­lo­sen Be­fris­tungsmöglich­keit nicht genügt. Man­gels wei­te­rer An­halts­punk­te durf­te der dor­ti­ge Ar­beit­ge­ber auf den ob­jek­tiv ge­ge­be­nen § 14 Abs. 2 Tz­B­fG aus­wei­chen. Hier ist es nicht an­ders. Die Kläge­rin hat recht da­mit, dass ein Sach­grund ver­ein­bart ist, nämlich die Ver­tre­tung der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den. Ob im Ver­trags­for­mu­lar das "Kreuz­chen" bei § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ge­setzt ist oder nicht, spielt kei­ne Rol­le. Die Be­klag­te hat recht da­mit, dass die Ver­ein­ba­rung ei­nes Sach­grun­des für den ver­trag­li­chen Aus­schluss der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung al­lein nicht reicht. Das feh­len­de "Kreuz­chen" bei § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ist kei­ne Re­ge­lung darüber, dass ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung aus­ge­schlos­sen ist, son­dern ei­ne Nicht­re­ge­lung. Eben­so gut hätte der vor­ge­ge­be­ne Pas­sus zur sach­grund­lo­sen Be­fris­tung ge­stri­chen oder her­aus­ge­nom­men wer­den können. Sons­ti­ge Umstände, die nach dem Empfänger­ho­ri­zont der Kläge­rin ei­nen ver­trag­li­chen Aus­schluss des § 14 Abs. 2 Tz­B­fG spre­chen könn­ten, sind nicht er­sicht­lich.

B. Die Kos­ten ih­rer er­folg­lo­sen Be­ru­fung hat die Kläge­rin nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.

Gründe für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on sind nicht er­sicht­lich.

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Rechts­be­helfs­be­leh­rung

Ge­gen die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on kann die Kläge­rin Be­schwer­de bei dem

Bun­des­ar­beits­ge­richt,
Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt

ein­le­gen. Die Be­schwer­de muss in­ner­halb ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat nach der Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich, per Fax oder durch Ein­rei­chen ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments nach § 46b ArbGG bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt wer­den.

Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich, per Fax oder durch Ein­rei­chen ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments nach § 46b ArbGG zu be­gründen.

Die Be­schwer­de­schrift und die Be­schwer­de­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Pro­zess­be­vollmäch­tig­te kom­men in Be­tracht:

1. ein/e bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­ne/r Rechts­an­walt/Rechts­anwältin oder

2. ei­ne der nach­fol­gend ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen, wenn sie durch ei­ne Per­son mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­delt:


Die Be­schwer­de kann nur dar­auf gestützt wer­den, dass

1. ei­ne Rechts­fra­ge grundsätz­li­che Be­deu­tung hat und die­se ent­schei­dungs­er­heb­lich ist oder
2. die­ses Ur­teil von ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, von ei­ner Ent­schei­dung des Ge­mein­sa­men Se­nats der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des, von ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder, so­lan­ge ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts in der Rechts­fra­ge nicht er­gan­gen ist, von ei­ner Ent­schei­dung ei­ner an­de­ren Kam­mer die­ses Lan­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren Lan­des­ar­beits­ge­richts ab­weicht und die Ent­schei­dung auf die­ser Ab­wei­chung be­ruht oder
3. ein ab­so­lu­ter Re­vi­si­ons­grund gemäß § 547 Nr. 1 bis 5 ZPO oder ei­ne Ver­let­zung des An­spruchs auf recht­li­ches Gehör vor­liegt und die­se Ver­let­zung ent­schei­dungs­er­heb­lich ist.

 

gez. Brum­mer

gez. Schulz 

gez. Schau­er


Hin­weis der Geschäfts­stel­le
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt bit­tet, sämt­li­che Schriftsätze in sie­ben­fa­cher Aus­fer­ti­gung bei ihm ein­zu­rei­chen.

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