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Nach Bei­trags­er­hö­hung De­bat­te über Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­kas­sen

Vie­le ge­setz­li­che Kran­ken­kas­sen wer­den teu­rer. Die Er­hö­hun­gen müs­sen Ar­beit­neh­mer al­lei­ne tra­gen: Nun wird über ei­ne Re­form dis­ku­tiert

06.01.2016. (dpa) - Die Bei­trags­er­hö­hun­gen der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen ha­ben ei­ne Dis­kus­si­on über die Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­ver­si­che­rung aus­ge­löst.

59 von 88 Kas­sen wur­den zum Jah­res­wech­sel teu­rer, wie die "Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung" (Sams­tag) auf Grund­la­ge der vom Spit­zen­ver­band der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen ver­öf­fent­li­chen Bei­trags­lis­te be­rich­te­te.

Die Sprei­zung reicht von 14,6 Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens bei der Met­zin­ger BKK bis 16,3 Pro­zent bei der BKK Vi­ac­tiv.

Die­se Er­hö­hung muss über Zu­satz­bei­trä­ge ge­tra­gen wer­den und da­mit von den Be­schäf­tig­ten al­lein - nicht pa­ri­tä­tisch, al­so gleich­tei­lig von Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern. Der Ar­beit­ge­ber­an­teil ist mo­men­tan ge­setz­lich ein­ge­fro­ren.

Über Jah­re be­trach­tet wür­den da­mit die Ar­beit­neh­mer sehr ein­sei­tig be­las­tet, sag­te Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD). Sie sprach sich für ei­ne Rück­kehr zur gleich­mä­ßi­gen Fi­nan­zie­rung durch Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer aus. "Ich bin ganz klar für ei­ne vol­le Pa­ri­tät bei den Kran­ken­kas­sen­bei­trä­gen", sag­te Nah­les vor Jour­na­lis­ten in Hürt­gen­wald bei Aa­chen. Der­zeit hal­te sie ei­ne Mehr­heit in der Ko­ali­ti­on da­für aber nicht für wahr­schein­lich.

Das Hand­werk schlug vor, ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­si­che­rung aus Steu­ern zu fi­nan­zie­ren. "Das gilt vor al­lem für die bei­trags­freie Mit­ver­si­che­rung von Ehe­part­nern und Kin­dern", sag­te der Prä­si­dent des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks (ZDH), Pe­ter Woll­sei­fer, der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Sams­tag).

Auch der Ver­band der Er­satz­kas­sen (vdek) for­der­te ei­ne um­fas­sen­de Fi­nanz­re­form. "Wir hof­fen, dass die gro­ße Ko­ali­ti­on das jetzt noch auf­greift", sag­te die Vor­stands­vor­sit­zen­de Ul­ri­ke Els­ner der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Die Ar­beit­ge­ber soll­ten wie­der an den Kos­ten­stei­ge­run­gen be­tei­ligt wer­den.

Zu­dem soll­ten die Ver­wal­tungs­rä­te der Kran­ken­kas­sen den Bei­trags­satz wie­der selbst fest­le­gen kön­nen. "Und der drit­te Punkt ist ei­ne Fi­nanz­re­form, die das Ver­hält­nis der Kran­ken­kas­sen un­ter­ein­an­der be­trifft", füg­te die vdek-Che­fin hin­zu. Der heu­ti­ge Me­cha­nis­mus des Ri­si­ko­struk­tur­aus­gleichs, der die Bei­trags­gel­der zwi­schen den Kran­ken­kas­sen ver­teilt, be­nach­tei­li­ge die Er­satz­kas­sen.

Auch die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK) setzt dort an. "Wir brau­chen ein Ri­si­ko­struk­tur­aus­gleich­sys­tem un­ter den Kas­sen, das Volks­krank­hei­ten wie Dia­be­tes oder Blut­hoch­druck et­was we­ni­ger be­rück­sich­tigt und die sel­te­ne­ren, aber teu­ren Krank­hei­ten et­was mehr", sag­te der TK-Vor­stands­vor­sit­zen­de Jens Baas der dpa. Der der­zei­ti­ge Aus­gleich set­ze für die Kas­sen kei­ne An­rei­ze, in die Ver­mei­dung von Krank­hei­ten zu in­ves­tie­ren, son­dern kon­ter­ka­rie­re sol­che Be­mü­hun­gen so­gar.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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