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17/214a Ber­lin star­tet Kampf ge­gen Schwarz­ar­beit

Mit ei­ner neu­en zen­tra­len Stel­le will sich die Haupt­stadt ge­gen die durch Schwarz­ar­beit ver­ur­sach­ten Mil­lio­nen­schä­den weh­ren.

15.08.2017. (dpa/wie) - Laut dem Ber­li­ner Se­nat ist Schwarz­ar­beit im Hand­werk be­son­ders bei Fri­seu­ren, Mau­rern, Ma­lern, Bä­ckern, Dach­de­ckern oder Kraft­fahr­zeug­tech­ni­kern ver­brei­tet und ver­ur­sacht je­des Jahr ei­nen ho­hen volks­wirt­schaft­li­chen Scha­den.

Au­ßer­dem ge­he die un­an­ge­mel­de­te Ar­beit oft­mals Hand in Hand mit il­le­ga­ler Be­schäf­ti­gung und Aus­beu­tung der Mit­ar­bei­ter, er­klär­te die Ber­li­ner Ar­beits­se­na­to­rin, El­ke Brei­ten­bach (Lin­ke) am heu­ti­gen Diens­tag.

Ne­ben dem Zoll sind bei der Be­kämp­fung von Schwarz­ar­beit auch die Län­der zu­stän­dig, et­wa bei Ord­nungs­wid­rig­kei­ten in Hand­werks­be­trie­ben. Des­halb wird es in der Haupt­stadt künf­tig ei­ne zen­tra­le Stel­le ge­ben, in der die­se Fäl­le un­ter­sucht und ge­ahn­det wer­den. Da­mit wer­de ab dem 1. Sep­tem­ber das Be­zirks­amt Pan­kow be­auf­tragt.

Seit ei­nem Jahr läuft ein ent­spre­chen­des Pi­lot­pro­jekt, in­dem bis­her 206 Ver­dachts­fäl­le un­ter­sucht und da­von 49 ab­ge­schlos­sen wur­den. Sie­ben der Fäl­le wur­den we­gen des Ver­dachts von Straf­ta­ten wie Leis­tungs­miss­brauch und Be­trug an die Staats­an­walt­schaft ab­ge­ge­ben. Au­ßer­dem wur­den Buß­gel­der in Hö­he von ins­ge­samt 116.800 Eu­ro fest­ge­setzt. An dem Pro­jekt wa­ren auch das Haupt­zoll­amt, die Hand­werks­kam­mer und das Lan­des­kri­mi­nal­amt in­vol­viert. Laut Brei­ten­bach hiel­ten al­le Be­tei­lig­ten das Pro­jekt für ei­nen Er­folg.

Not­wen­dig sei die­ser Schritt, da vor dem Start des Pi­lot­pro­gramms kaum noch Fäl­le die­ser Art ver­folgt wur­den. Au­ßer­dem sei­en Kon­troll­dich­te und Hö­he der Buß­gel­der in den ein­zel­nen Be­zir­ken sehr un­ter­schied­lich ge­hand­habt wor­den, so die Se­na­to­rin.

Im Jahr 2016 hat das Haupt­zoll­amt mehr als 1200 Ar­beit­ge­ber und knapp 12 700 wei­te­re Per­so­nen - in der Re­gel Be­schäf­tig­te - im Hin­blick auf Schwarz­ar­beit über­prüft. 4.527 Straf­ver­fah­ren und 995 Ver­fah­ren we­gen Ord­nungs­wid­rig­kei­ten mit Buß- und Ver­war­nungs­gel­der in Hö­he von et­wa 900.000 Eu­ro wa­ren die Fol­ge. Der wirt­schaft­li­che Scha­den be­lief sich auf rund 71 Mil­lio­nen Eu­ro.

Se­na­to­rin Brei­ten­bach er­hofft sich von der neu­en Stel­le, dass sie ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zum Ar­beits­schutz leis­ten wird. "Ich freue mich, dass die­ses Pro­jekt nun ver­ste­tigt wird", be­ton­te sie.


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Letzte Überarbeitung: 31. August 2017

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