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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Diskriminierung: Alter, Altersdiskriminierung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 5 Sa 847/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 21.07.2011
   
Leit­sätze: Die Aus­schrei­bung ei­ner Stel­le mit der Be­zeich­nung "Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing" be­inhal­tet kei­ne un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung älte­rer Be­wer­ber we­gen des Al­ters.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 24.02.2011,
33 Ca 14979/10
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg

 

Verkündet

am 21.07.2011

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

5 Sa 847/11

33 Ca 14979/10
Ar­beits­ge­richt Ber­lin

F.
Ge­richts­beschäftig­te
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le


Im Na­men des Vol­kes

 

Ur­teil

In Sa­chen

pp

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 5. Kam­mer,
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 21. Ju­li 2011
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt M. als Vor­sit­zen­de
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter H. und K.

für Recht er­kannt:

I.
Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin
vom 24.02.2011 - 33 Ca 14979/10 - wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.


II.
Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

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T a t b e s t a n d

Die Par­tei­en strei­ten um Entschädi­gungs- und Scha­dens­er­satz­ansprüche so­wie um ei­nen Un­ter­las­sungs­an­spruch we­gen Be­nach­tei­li­gung bei der Stel­len­be­wer­bung.

Die Be­klag­te, ein Un­ter­neh­men der Wer­be­bran­che mit ei­ner Viel­zahl von Ar­beit­neh­mern, schrieb am 21.04.2010 auf ei­ner In­ter­net-Platt­form ei­ne Stel­le als „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing (m/w)“ un­ter Hin­weis dar­auf aus, dass zu den Auf­ga­ben die­ser Stel­le ins­be­son­de­re die in­ter­na­tio­na­le Re­kru­tie­rung von Fach- und Führungs­kräften gehöre. Im An­for­de­rungs­pro­fil wur­den der er­folg­rei­che Ab­schluss ei­nes wirt­schafts- oder rechts­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­ums mit Schwer­punkt Per­so­nal, das Sam­meln ers­ter ein­schlägi­ger Be­rufs­er­fah­run­gen im Per­so­nal­we­sen, ins­be­son­de­re im Be­reich Re­cruit­ing, sehr gu­te MS-Of­fice-Kennt­nis­se so­wie ver­hand­lungs­si­che­re Eng­lisch­kennt­nis­se in Wort und Schrift ver­langt (Ko­pie der Stel­len­aus­schrei­bung Bl. 9 d. A.).

Der Kläger be­warb sich auf­grund die­ser Stel­len­aus­schrei­bung mit Schrei­ben vom 26.04.2010 (Bl. 58 d. A.) bei der Be­klag­ten, in dem er auf sein Al­ter von 41 Jah­ren, sei­nen Ab­schluss als Di­plom­be­triebs­wirt mit Stu­di­en­schwer­punkt Per­so­nal­ma­nage­ment, sei­ne Be­rufs­er­fah­rung und sei­ne Ge­halts­vor­stel­lung von 3.300,00 € brut­to hin­wies. Aus dem bei­gefügten Le­bens­lauf (Bl. 59/ 60 d. A.) er­ga­ben sich sein Fach­hoch­schul­ab­schluss, ein nach­fol­gend von 1998 bis 2002 durch­geführ­tes Wirt­schaftspädago­gik­stu­di­um, ab­ge­schlos­sen mit dem Vor­di­plom für Di­plom-Han­dels­leh­rer, sehr gu­te EDV-Kennt­nis­se und gu­te Eng­lisch­kennt­nis­se in Wort und Schrift.

Mit Schrei­ben vom 05.05.2010 (Bl. 11 d. A.) er­teil­te die Be­klag­te dem Kläger ei­ne Ab­sa­ge un­ter Hin­weis dar­auf, dass sie sich auf­grund der Viel­zahl der täglich ein­ge­hen­den Be­wer­bun­gen auf Kan­di­da­ten kon­zen­trie­re, die ih­rem An­for­de­rungs­pro­fil noch bes­ser entsprächen. Die Be­klag­te stell­te ei­nen Be­wer­ber ein, der aus­weis­lich sei­nes Le­bens­lau­fes (Bl. 53 bis 55 d. A.) Di­plom­be­triebs­wirt mit Stu­di­en­schwer­punkt Per­so­nal­ma­nage­ment war, ers­te Be­rufs­er­fah­rung im Per­so­nal­we­sen und ins­be­son­de­re im in­ter­na­tio­na­len Re­cruit­ment ge­sam­melt hat­te, Eng­lisch in Wort und Schrift fließend be­herrsch­te und et­wa 10 Jah­re jünger als der Kläger bei sei­ner Be­wer­bung war.

Mit An­walts­schrei­ben vom 03.07.2010 (Bl. 12 bis 14 d. A.) for­der­te der Kläger die Be­klag­te auf, ihm ei­ne straf­be­wehr­te Un­ter­las­sungs­erklärung zu­kom­men zu las­sen, die Be­set­zung ei­ner Stel­le künf­tig am Al­ter fest­zu­ma­chen, und mach­te Entschädi­gungs­ansprüche nach § 15 Abs. 2 AGG in Höhe von 9.900,00 € un­ter Hin­weis dar­auf gel­tend, dass die Be­klag­te mit

 

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der Be­zeich­nung „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing“ ei­nen jun­gen Mit­ar­bei­ter ge­sucht und ihn we­gen sei­nes Al­ters von über 40 Jah­ren nicht berück­sich­tigt ha­be. Höchst vor­sorg­lich mach­te er fer­ner den An­spruch auf ma­te­ri­el­len Scha­dens­er­satz dem Grun­de nach gel­tend. Für die Erfüllung die­ser Ansprüche setz­te er der Be­klag­ten ei­ne Frist bis zum 18.07.2010. Die Be­klag­te wies die Ansprüche des Klägers mit Schrei­ben vom 16.07.2010 (Bl. 15/ 16 d. A.) zurück.

Mit der am 01.10.2010 beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger die­se Ansprüche wei­ter­ver­folgt.

Der Kläger hat ge­meint, die Aus­schrei­bung mit der Stel­len­be­zeich­nung „Ju­ni­or“ be­gründe die Ver­mu­tung der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung. So­fern die­se Be­zeich­nung aus­sch­ließlich die Hier­ar­chie­ebe­ne be­tref­fe, sei nicht aus­ge­schlos­sen, dass sein Al­ter mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar ei­ne Rol­le ge­spielt ha­be. Be­wer­ber auf Stel­len nied­ri­ge­rer Hier­ar­chie­ebe­nen sei­en in der Re­gel jünger, so­dass ei­ne mit­tel­ba­re Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung vor­lie­ge. Auch sei­en Be­wer­ber mit ge­rin­ge­rer Be­rufs­er­fah­rung ty­pi­scher­wei­se jünger. Auf­grund sei­nes ab­ge­schlos­se­nen BWL-Stu­di­ums mit Schwer­punkt Per­so­nal­ma­nage­ment dürf­te es sich bei ihm um den best­qua­li­fi­zier­ten Be­wer­ber ge­han­delt ha­ben. Dafür, dass dies nicht der Fall sei, tra­ge die Be­klag­te die Dar­le­gungs- und Be­weis­last.

Die Be­klag­te hat be­haup­tet, das Al­ter der Stel­len­be­wer­ber sei ir­re­le­vant für die Be­set­zung der aus­ge­schrie­be­nen Stel­le ge­we­sen. Sie beschäfti­ge meh­re­re Ar­beit­neh­mer in Ju­ni­or-Po­si­tio­nen, die älter als 40 Jah­re sei­en. Ent­schei­dend für die Be­wer­be­r­aus­wahl sei­en ne­ben der Grund­qua­li­fi­ka­ti­on die ver­hand­lungs­si­che­ren Eng­lisch­kennt­nis­se und die ein­schlägi­ge Re­kru­tie­rungs­er­fah­rung ge­we­sen, über die der Kläger nicht in aus­rei­chen­dem Maße verfügt ha­be. Der er­folg­rei­che Be­wer­ber sei dies­bezüglich bes­ser qua­li­fi­ziert ge­we­sen. Sie ha­be in der Ver­gan­gen­heit auch ei­ne Stel­le als Se­ni­or-Per­so­nal­re­fe­rent aus­ge­schrie­ben. Die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Ju­ni­or- und Se­ni­or-Per­so­nal­re­fe­rent er­fol­ge nicht nach dem Al­ter, son­dern nach der Be­rufs­er­fah­rung. Älte­re Be­wer­ber sei­en häufig in Ju­ni­or-Po­si­tio­nen an­zu­tref­fen, wenn sie ei­ne zwei­te Aus­bil­dung oder ein Zweit­stu­di­um ab­sol­viert hätten. Die Be­klag­te meint, die Aus­schrei­bung für ei­ne Ju­ni­or-Po­si­ti­on be­zeich­ne im Sin­ne von „nach­ge­ord­net, un­ter­ge­ord­net oder nach­ran­gig“ aus­sch­ließlich die Hier­ar­chie­ebe­ne. Der Hin­weis auf das Er­for­der­nis ers­ter ein­schlägi­ger Be­rufs­er­fah­rung ent­hal­te kei­ne zeit­lich kon­kre­te An­ga­be und sei nicht ziel­ge­rich­tet auf ei­ne be­stimm­te Dau­er der Be­rufs­er­fah­rung.

Mit Ur­teil vom 24.02.2011 - 33 Ca 14979/10 -, auf des­sen Tat­be­stand (Bl. 65 bis 68 d. A.) we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens der Par­tei­en Be­zug

 

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ge­nom­men wird, hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt, der Kläger sei zwar in­so­weit be­nach­tei­ligt wor­den, als ihm die Chan­ce ver­sagt wor­den sei, sich in ei­nem Vor­stel­lungs­gespräch für die Stel­le er­folg­reich zu qua­li­fi­zie­ren, ob­wohl er eben­so wie der letzt­lich ein­ge­stell­te Be­wer­ber ein be­triebs­wirt­schaft­li­ches Stu­di­um mit dem Schwer­punkt Per­so­nal­ma­nage­ment er­folg­reich ab­sol­viert ha­be. Ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen sei­nes Al­ters sei je­doch nicht zu ver­mu­ten. Die Be­klag­te ha­be mit ih­rer Stel­len­aus­schrei­bung kei­nen jun­gen, son­dern ei­nen „Ju­ni­or“ Per­so­nal­re­fe­ren­ten ge­sucht. Die­se Be­zeich­nung un­ter­schei­de die­sen von ei­nem „Se­ni­or“ Per­so­nal­re­fe­ren­ten und kenn­zeich­ne in durch­aus übli­cher Wei­se die un­ter­schied­li­che Hier­ar­chie­ebe­ne. Dies ha­be auch der fach­lich aus­ge­bil­de­te Kläger er­ken­nen können. Sei­ne Ver­mu­tung ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung wer­de nicht durch er­sicht­li­che oder vor­ge­tra­ge­ne Tat­sa­chen gestützt. Auch wenn häufig jünge­re Be­wer­ber ih­re Lauf­bahn in un­te­ren Hier­ar­chie­po­si­tio­nen begännen, sei ei­ne zwangsläufi­ge Ver­bin­dung von Le­bens­al­ter und Hier­ar­chie­stu­fe nicht an­zu­neh­men. Ins­be­son­de­re wer­de der Hin­weis der Be­klag­ten, Stel­len­in­ha­ber von Ju­ni­or­po­si­tio­nen hätten häufig ein Zweit­stu­di­um oder ei­ne sons­ti­ge Zwei­t­aus­bil­dung ab­sol­viert, durch die Ver­mu­tung des Klägers we­der wi­der­legt, noch sei die­se An­ga­be der Be­klag­ten fern lie­gend, zu­mal auch der Kläger selbst ein Zweit­stu­di­um be­gon­nen und mit Vor­di­plom ab­ge­schlos­sen ha­be. Auch las­se die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Ju­ni­or- und Se­ni­or­po­si­ti­on nach der ein­schlägi­gen Be­rufs­er­fah­rung kei­ne Rück­schlüsse auf das gewünsch­te Al­ter der Be­wer­ber zu, da die Be­klag­te da­bei ins­be­son­de­re auf den Be­reich Re­cruit­ing ab­ge­stellt ha­be. Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch für die Zu­kunft schei­te­re ei­ner­seits dar­an, dass die Be­klag­te mit der Stel­len­aus­schrei­bung kei­nen An­lass zur Ver­mu­tung ei­ner Be­nach­tei­li­gung we­gen Al­ters ge­ge­ben ha­be, an­de­rer­seits dar­an, dass der dar­le­gungs- und be­weis­be­las­te­te Kläger vor­tra­gen müsse, dass er als am bes­ten ge­eig­ne­ter Be­wer­ber die Stel­le er­hal­ten hätte. Die­ser tra­ge im Rah­men des § 15 Abs. 1 AGG die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für die haf­tungs­ausfüllen­de Kau­sa­lität. Auch ste­he dem Kläger der Un­ter­las­sungs­an­spruch nicht zu, da An­halts­punk­te für ei­nen Ver­s­toß der Be­klag­ten ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot ge­genüber dem Kläger we­der hin­sicht­lich der Stel­len­aus­schrei­bung von 21.04.2010 noch hin­sicht­lich et­wai­ger künf­ti­ger Stel­len­aus­schrei­bun­gen vorlägen. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der Be­gründung wird auf die Ent­schei­dungs­gründe des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils (Bl. 68 bis 73 d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Ge­gen die­ses, dem Kläger am 29.03.2011 zu­ge­stell­te Ur­teil rich­tet sich sei­ne am 13.04.2011 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­ne Be­ru­fung, die er mit am 16.05.2011 ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet hat.

 

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Der Kläger weist dar­auf hin, dass das eng­li­sche Wort „ju­ni­or“ mit „jung“ über­setzt wer­de, und meint, es sei nicht nach­voll­zieh­bar, dass mit den Be­grif­fen „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ und „Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ aus­sch­ließlich ei­ne Un­ter­schei­dung der Hier­ar­chie­ebe­nen ge­meint sei. Es sei auch die Ein­stel­lung ei­nes Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten denk­bar, wenn es in ei­nem Un­ter­neh­men kei­nen Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten ge­be. Wo kein Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent exis­tie­re, ge­be es kei­ne Hier­ar­chie, der sich ein Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent un­ter­zu­ord­nen ha­be. So­fern aber auch ei­ne an­de­re Aus­le­gung des Be­grif­fes Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent denk­bar sei, ob­lie­ge der Be­klag­ten die Dar­le­gungs- und Be­weis­last, dass das Al­ter bei der Stel­len­be­set­zung kei­ne Rol­le ge­spielt ha­be. Die For­mu­lie­rung „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ las­se eben­so die Ver­mu­tung zu, dass ge­zielt nach jünge­ren Be­wer­bern ge­sucht wer­de, zu­mal es bei der Be­klag­ten da­mals kei­nen Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten ge­ge­ben ha­be und in der Wer­be- und Me­di­en­bran­che ein nied­ri­ge­res Le­bens­al­ter ge­genüber ei­nem höhe­ren ein Ein­stel­lungs­plus dar­stel­le. Auch sei tatsächlich ein mehr als 10 Jah­re jünge­rer Be­wer­ber ein­ge­stellt wor­den. Wenn mit dem Be­griff „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ ei­ne be­stimm­te Hier­ar­chie­ebe­ne ge­meint sei, auf der re­gelmäßig und sta­tis­tisch jünge­re Be­wer­ber an­zu­tref­fen sei­en als in höhe­ren Hier­ar­chie­ebe­nen, lie­ge je­den­falls ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung vor. Die Be­klag­te ha­be zu­dem ih­re Be­wer­be­r­aus­wahl auch am Um­fang der Be­rufs­er­fah­rung ori­en­tiert, wie aus der Stel­len­aus­schrei­bung und ih­rem schriftsätz­li­chen Vor­trag her­vor­ge­he. Da­mit ha­be sie die Ver­mu­tung der mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung nach § 22 AGG ge­schaf­fen. Die Be­klag­te ha­be nicht be­wie­sen, dass das Dis­kri­mi­nie­rungs­merk­mal „Al­ter“ in ei­nem Mo­tivbündel kei­ne Rol­le ge­spielt ha­be. Des­halb könne er ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung in Geld be­an­spru­chen, die an­ge­sichts sei­ner Ar­beits­lo­sig­keit im Be­wer­bungs­zeit­punkt und der Leis­tungsfähig­keit der Be­klag­ten nicht un­ter drei Brut­to­gehältern lie­gen sol­le. Die Be­klag­te ha­be nicht be­wie­sen, dass er auch bei be­nach­tei­li­gungs­frei­er Aus­wahl nicht ein­ge­stellt wor­den wäre, wes­halb die Höchst­gren­ze für die Entschädi­gung nicht zum Tra­gen kom­me. Ihm ste­he auch ein Un­ter­las­sungs­an­spruch zu, weil ins­be­son­de­re für die Zu­kunft nicht zu er­war­ten sei, dass sich die Be­klag­te bei der Stel­len­be­set­zung dis­kri­mi­nie­rungs­frei ver­hal­te. Der Kläger regt die Zu­las­sung der Re­vi­si­on und vor­sorg­lich ei­ne Vor­la­ge beim EuGH an.

Der Kläger und Be­ru­fungskläger be­an­tragt,

1.
das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, es bei
Mei­dung ei­nes für je­den Tag der Zu­wi­der­hand­lung fälli­gen Ord­nungs­gel­des
bis zu 250.000,- €, er­satz­wei­se Ord­nungs­haft von bis zu sechs Mo­na­ten
ge­gen den Vor­stands­vor­sit­zen­den, zu un­ter­las­sen, den Kläger bei der
Stel­len­be­set­zung we­gen sei­nes Al­ters zu be­nach­tei­li­gen,

 

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2.
das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den
Kläger ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung zu zah­len, de­ren Höhe in das
Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, die je­doch den Be­trag von 9.900,- € nicht
un­ter­schrei­ten soll­te nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem
Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 19.07.2010,

3.
das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ab­zuändern und fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te
ver­pflich­tet ist, dem Kläger sämt­li­che aus der bei der Be­nach­tei­li­gung für ei­ne
Stel­le als Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing künf­tig ent­ste­hen­den Schäden zu
er­set­zen.

Die Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te be­an­tragt, für Recht zu er­ken­nen:

1.
Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom
24.02.2011 – 33 Ca 14979/10 wird zurück­ge­wie­sen.

2.
Der Kläger trägt die Kos­ten des Rechts­streits.


Die Be­klag­te meint, die Stel­len­aus­schrei­bung ha­be mit der Be­zeich­nung „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ und ih­rem wei­te­ren Text kei­ne Hin­wei­se auf das gewünsch­te Le­bens­al­ter der Be­wer­ber ent­hal­ten. Die Be­zeich­nung „Ju­ni­or“ sei in der Ar­beits­welt und im Wirt­schafts­le­ben – ins­be­son­de­re im Per­so­nal­be­reich – für die Be­zeich­nung ei­ner Hier­ar­chie­ebe­ne üblich. Die Be­zeich­nung „Ju­ni­or“ be­deu­te nicht, dass der Per­so­nal­re­fe­rent jünger sei als der Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent, son­dern dass er we­ni­ger Be­rufs­er­fah­rung im Be­reich Per­so­nal­we­sen ha­be. Auch im Eng­li­schen würden die Be­zeich­nun­gen „ju­ni­or“ und „se­ni­or“ ver­wen­det, um ein­an­der ge­genüber nach­ge­ord­ne­te Ebe­nen und so­mit ei­ne Rang­fol­ge zu be­zeich­nen. In­zwi­schen sei­en die­se Be­griff­lich­kei­ten auch in Deutsch­land als Be­zeich­nung be­ruf­li­cher Hier­ar­chie­ebe­nen üblich. Auch an­ge­stell­te Rechts­anwälte in deut­schen Großkanz­lei­en würden häufig, je nach Dau­er der Be­triebs­zu­gehörig­keit, in „Ju­ni­or As­so­cia­tes“ und „Se­ni­or As­so­cia­tes“ un­ter­schie­den, oh­ne dass dies et­was über ihr Al­ter aus­sa­ge. Al­lein die Be­zeich­nung „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing“ stel­le kein In­diz für die Be­nach­tei­li­gung des Klägers durch die Ab­leh­nung sei­ner Be­wer­bung dar. Ent­schei­dend sei nur, was po­ten­zi­el­le Be­wer­ber un­ter der For­mu­lie­rung ei­ner Stel­len­an­zei­ge ver­ste­hen würden, wo­bei es auf die bran­chen­ty­pi­schen Hier­ar­chie­ebe­nen an­kom­me. Nichts spre­che dafür, dass die For­mu­lie­rung „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ die Ver­mu­tung zu­las­se, es würden jünge­re Be­wer­ber ge­sucht, auch ge­he dies aus der Stel­len­an­zei­ge nicht her­vor. Im Zeit­punkt der Stel­len­aus­schrei­bung sei zwar die Po­si­ti­on des „Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten“ va­kant ge­we­sen, so­dass die Po­si­ti­on des „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten“ vorüber­ge­hend ih­rem Geschäftsführer un­ter­stellt ge­we­sen sei und der ein­ge­stell­te Be­wer­ber die­sem be­rich­tet ha­be. Es sei in­des kei­nes­wegs zwin­gend, dass der „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ ei­nem „Se­ni­or“

 

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un­ter­stellt sei. Bei der Ein­stel­lung des Be­wer­bers sei des­sen ge­genüber dem Kläger bes­se­re Qua­li­fi­zie­rung ent­schei­dend ge­we­sen, sei Al­ter ha­be kei­ne Rol­le ge­spielt. Mit der Be­zeich­nung ei­ner Hier­ar­chie­ebe­ne als „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ lie­ge kei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung vor. Es hand­le sich bei ei­ner Hier­ar­chie­ebe­ne nicht um ein Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um im Sin­ne des AGG. Dass Mit­ar­bei­ter un­te­rer Hier­ar­chie­ebe­nen häufig jünger sei­en als die höhe­rer Hier­ar­chie­be­nen, lie­ge dar­an, dass höhe­re Hier­ar­chie­ebe­nen als Qua­li­fi­ka­ti­on die Kennt­nis un­ter­neh­mens­in­ter­ner Abläufe er­for­der­ten. Die­se könne nur er­langt wer­den, wenn der Mit­ar­bei­ter die un­te­ren Hier­ar­chie­ebe­nen durch­lau­fe. Auch die Tat­sa­che, dass ein „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ we­ni­ger Be­rufs­er­fah­rung ha­be, als ein „Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent“ be­gründe kei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung. Die Ebe­ne des „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten“ er­fas­se als Ein­stiegs­ebe­ne vor­ran­gig Mit­ar­bei­ter mit we­ni­ger Be­rufs­er­fah­rung im Ver­gleich zu höhe­ren Hier­ar­chie­ebe­nen. Al­lein die Aus­schrei­bung ei­ner Stel­le auf ei­ner be­stimm­ten Hier­ar­chie­ebe­ne stel­le kei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung dar. Mit der Stel­len­aus­schrei­bung ha­be kei­ne Un­ter­schei­dung der Be­wer­ber nach ih­rer Be­rufs­er­fah­rung vor­ge­le­gen. Der Kläger ha­be In­di­zi­en für ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung nicht vor­ge­tra­gen, wes­halb auch kein Scha­dens­er­satz­an­spruch nach § 15 Abs. 1 AGG vor­lie­ge. Ihn tref­fe auch die Dar­le­gungs- und Be­weis­last dafür, dass er bei dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Aus­wahl die Stel­le er­hal­ten hätte. Da die Ab­leh­nung der Be­wer­bung des Klägers kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen Al­ters dar­ge­stellt ha­be, be­ste­he auch kein Un­ter­las­sungs­an­spruch für die Zu­kunft.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­trags der Par­tei­en in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf die Schriftsätze des Klägers und Be­ru­fungsklägers vom 16.05.2011 (Bl. 99 bis 107 d. A.) und der Be­klag­ten und Be­ru­fungs­be­klag­ten vom 20.06.2011 (Bl. 124 bis 129 d. A.) Be­zug ge­nom­men.


E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Die gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 2 b) ArbGG statt­haf­te so­wie gemäß §§ 66 Abs. 1 Satz 1 und 2, 64 Abs. 6 ArbGG i. V. m. §§ 519, 520 ZPO form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te und so­mit zulässi­ge Be­ru­fung des Klägers blieb in der Sa­che er­folg­los.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ins­ge­samt zu Recht ab­ge­wie­sen. Der Vor­trag des Klägers in der Be­ru­fungs­in­stanz führ­te nicht zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis.

 

- 9 -

I. Der An­trag auf Entschädi­gungs­zah­lung ist zwar zulässig, je­doch nicht be­gründet.

1.

Hin­sicht­lich der Zulässig­keit die­ses An­trags wird auf die zu­tref­fen­den Ausführun­gen un­ter I. 1. der Ent­schei­dungs­gründe des an­ge­foch­te­nen Ur­teils Be­zug ge­nom­men, in de­nen die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung be­reits zu­tref­fend berück­sich­tigt wur­de und die die Be­klag­te zweit­in­stanz­lich nicht in Fra­ge ge­stellt hat.

2.

Der An­trag ist je­doch un­be­gründet.

2.1

Dem Kläger, der bei Berück­sich­ti­gung nor­ma­ler Post­lauf­zei­ten nach Ab­leh­nung sei­ner Be­wer­bung mit Schrei­ben der Be­klag­ten vom 05.05.2010 ei­nen An­spruch auf Entschädi­gungs­zah­lung nach § 15 Abs. 2 AGG mit an­walt­li­chem Schrei­ben vom 03.07.2010 form­ge­recht und un­ter Wah­rung der Frist von § 15 Abs. 4 AGG in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach der Ab­leh­nung gel­tend ge­macht so­wie die Kla­ge mit Ein­gang der Kla­ge­schrift am 01.10.2010 gemäß § 61 b Abs. 1 ArbGG, § 167 ZPO in­ner­halb der Frist von drei Mo­na­ten nach der schrift­li­chen Gel­tend­ma­chung frist­wah­rend er­ho­ben hat, steht die­ser An­spruch nicht zu.

Nach § 15 Abs. 2 Satz 1 AGG kann der oder die Beschäftig­te we­gen ei­nes Scha­dens, der nicht Vermögens­scha­den ist, ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung in Geld ver­lan­gen. Vor­aus­set­zung hierfür ist ein Ver­s­toß ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 7 Abs. 1 AGG, was sich aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Re­ge­lun­gen in § 15 AGG er­gibt. Der Entschädi­gungs­an­spruch rich­tet sich ge­gen den Ar­beit­ge­ber i.S.d. § 6 Abs. 2 AGG (vgl. Ur­teil des BAG vom 28.05.2009 – 8 AZR 536/08 -, EzA § 8 AGG Nr. 1). Ar­beit­ge­ber ist da­nach u. a. ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son, die Per­so­nen nach § 6 Abs. 1 AGG beschäftigt. Als Beschäftig­te gel­ten nach § 6 Abs. 1 Satz 2 AGG auch die Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber für ein Beschäfti­gungs­verhält­nis.

 

- 10 -

Nach § 7 Abs. 1 AGG dürfen Beschäftig­te nicht we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des be­nach­tei­ligt wer­den. In § 1 AGG ist u. a. ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters ge­nannt. § 3 AGG un­ter­schei­det zwi­schen un­mit­tel­ba­ren und mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gun­gen.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht fest­ge­stellt, dass der Kläger, der als Be­wer­ber um die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le als Beschäftig­ter im Sin­ne von § 7 Abs. 1 AGG gilt, von der Be­klag­ten, ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, als Ar­beit­ge­be­rin durch die Ab­leh­nung sei­ner Be­wer­bung we­der mit­tel­bar noch un­mit­tel­bar im Sin­ne die­ser Vor­schrif­ten we­gen sei­nes Al­ters be­nach­tei­ligt wur­de.

2.1.1

Der Kläger ist von der Be­klag­ten nicht we­gen sei­nes Al­ters un­mit­tel­bar be­nach­tei­ligt wor­den.

2.1.1.1

Gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG liegt ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung vor, wenn ein Beschäftig­ter we­gen ei­nes in § 1 ge­nann­ten Grun­des, so­mit auch des Al­ters, ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung erfährt, als ei­ne an­de­re Per­son in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on erfährt, er­fah­ren hat oder er­fah­ren würde. Ei­ne Be­nach­tei­li­gung kann auch in der Nicht­einräum­ung ei­ner Chan­ce lie­gen (vgl. Ur­teil des BAG vom 28.05.2009 - 8 AZR 536/08 –, EzA § 8 AGG Nr. 1 so­wie Be­schluss des BVerfG vom 16.11.1993 – 1 BvR 258/86 -, EzA § 611 a BGB Nr. 9). Ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung we­gen des Al­ters ist be­reits dann ge­ge­ben, wenn die Be­nach­tei­li­gung an das Al­ter an­knüpft oder da­durch mo­ti­viert ist. Es reicht aus, dass das Al­ter Teil ei­nes Mo­tivbündels ist, das die Ent­schei­dung be­ein­flusst hat, oh­ne dass es auf ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten oder ei­ne Be­nach­tei­li­gungs­ab­sicht an­kommt (vgl. Ur­tei­le des BAG vom 19.08.2010 – 8 AZR 530/09 -, EzA § 15 AGG Nr. 10, und vom 22.01.2009 – 8 AZR 906/07 -, EzA § 15 AGG Nr. 1).

Hin­sicht­lich der Kau­sa­lität zwi­schen dem Nach­teil und dem nach § 1 AGG verpönten Merk­mal ist in § 22 AGG ei­ne Be­weis­last­re­ge­lung ge­trof­fen, die sich auch auf die Dar­le­gungs­last aus­wirkt. Der Beschäftig­te genügt da­nach sei­ner Dar­le­gungs­last, wenn er In­di­zi­en vorträgt, die sei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Merk­mals ver­mu­ten las­sen. Die von ihm vor­ge­tra­ge­nen Tat­sa­chen müssen aus ob­jek­ti­ver Sicht mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit dar­auf schließen las­sen, dass die Be­nach­tei­li­gung we­gen die­ses Merk­mals er­folgt ist (vgl. Ur­tei­le des BAG vom 19.08.2010 – 8 AZR 530/09 -, aaO und vom 20.05.2010 - 8 AZR 287/08 (A), EzA § 22 AGG Nr. 1).

 

- 11 -

2.1.1.2

Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze war zunächst fest­zu­stel­len, dass der Kläger bei sei­ner Be­wer­bung von der Be­klag­ten im Sin­ne von § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG un­mit­tel­bar be­nach­tei­ligt wur­de. Er hat im Be­wer­bungs­ver­fah­ren um die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung er­fah­ren als der ein­ge­stell­te Be­wer­ber. Der Kläger wur­de we­der von der Be­klag­ten ein­ge­stellt noch bei der en­ge­ren Be­wer­be­r­aus­wahl berück­sich­tigt. Sei­ne Be­wer­bung wur­de be­reits im Vor­feld ab­ge­lehnt, oh­ne dass er zu ei­nem Vor­stel­lungs­gespräch ein­ge­la­den wur­de, in dem er sei­ne Qua­li­fi­ka­tio­nen und be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen näher erläutern und sich als persönlich ge­eig­net hätte dar­stel­len können. Durch die Nicht­ein­la­dung wur­de ihm die Chan­ce auf Ein­stel­lung ver­sagt.

Die Be­nach­tei­li­gung sei­tens der Be­klag­ten er­folg­te je­doch nicht we­gen sei­nes Al­ters. Der Kläger hat kei­ne aus­rei­chen­den In­di­zi­en vor­ge­tra­gen, die ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen sei­nes Al­ters bei sei­ner Be­wer­bung ver­mu­ten las­sen.

So­weit er auch zweit­in­stanz­lich be­haup­tet hat, die Be­klag­te ha­be mit der Aus­schrei­bung der Stel­le als „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing“ ge­zielt nach jünge­ren Be­wer­bern ge­sucht, war dies aus ob­jek­ti­ver Sicht der Stel­len­aus­schrei­bung nicht zu ent­neh­men. Mit der Vor­an­stel­lung des Wor­tes „Ju­ni­or“ vor der Stel­len­be­zeich­nung im Übri­gen wur­de nicht auf das Al­ter des gewünsch­ten Stel­len­in­ha­bers, son­dern al­lein auf des­sen Stel­lung in der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie der Be­klag­ten hin­ge­wie­sen, wie be­reits vom Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­geführt. Das Wort „ju­ni­or“ be­deu­tet im Eng­li­schen zwar auch „jung“. Wird es in­des in Zu­sam­men­hang mit ei­ner be­trieb­li­chen Stel­lung ver­wen­det, be­deu­tet es „von ge­rin­ge­rem Dienst­al­ter“ bzw. „von nied­ri­ge­rem Rang“ (vgl. Ponds Stan­dardwörter­buch Eng­lisch-Deutsch), oh­ne Be­zug zum Al­ter des be­tref­fen­den Mit­ar­bei­ters. Al­lein in die­ser Be­deu­tung wird es in­zwi­schen all­ge­mein auch im Deut­schen ver­wen­det, wenn es um die Be­zeich­nung ei­ner be­trieb­li­chen Rang­stel­lung geht. Das Al­ter der Mit­ar­bei­ter spielt hierfür kei­ne Rol­le. In­ha­ber von „Ju­ni­or“-Po­si­tio­nen sind viel­mehr in der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie re­gelmäßig Mit­ar­bei­ter, die in ei­nem Team höher­ran­gi­gen Mit­ar­bei­tern un­ter­stellt sind und ei­nen ge­rin­ge­ren Ver­ant­wor­tungs­be­reich als die­se ha­ben. Häufig ist ih­nen ein „Se­ni­or“ als Vor­ge­setz­ter über­ge­ord­net, oh­ne dass auch die­ser zwangsläufig ein höhe­res Le­bens­al­ter ha­ben müss­te.

Aber auch wo dem „Ju­ni­or“ kein „Se­ni­or“ vor­ge­setzt ist, be­inhal­tet ei­ne Ju­ni­or-Po­si­ti­on al­lein, dass der be­tref­fen­de Mit­ar­bei­ter ei­ne nied­ri­ge­re Rang­stel­lung und ei­ne ge­rin­ge­re

 

- 12 -

Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz als sein Vor­ge­setz­ter hat, oh­ne dass die­se Be­zeich­nung an das Al­ter des Mit­ar­bei­ters an­knüpft. Das Feh­len ei­nes „Se­ni­or“ ermöglicht des­halb nicht den Schluss, dass es kei­ne Hier­ar­chie gibt, der sich der „Ju­ni­or“ un­ter­zu­ord­nen hätte, wie der Kläger ge­meint hat. Auch die vorüber­ge­hen­de Va­kanz der Stel­le des Se­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten bei der Be­klag­ten im Zeit­punkt der Aus­schrei­bung der Stel­le ei­nes „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­rent Re­cruit­ing“, die im Übri­gen aus der Stel­len­aus­schrei­bung nicht her­vor­ging, stell­te des­halb kein In­diz dafür dar, dass es sich bei der von der Be­klag­ten gewähl­ten Stel­len­be­zeich­nung nicht aus­sch­ließlich um die Be­nen­nung ei­ner un­ter­ge­ord­ne­ten Stel­lung in der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie, son­dern um die Su­che nach ei­nem Mit­ar­bei­ter jünge­ren Le­bens­al­ters ge­han­delt hätte.

So­weit in der Stel­len­aus­schrei­bung in­ner­halb des Pro­fils auf „ers­te ein­schlägi­ge Be­rufs­er­fah­run­gen im Per­so­nal­we­sen, ins­be­son­de­re im Be­reich Re­cruit­ing“ hin­ge­wie­sen wur­de, be­inhal­te­te auch dies kei­nen für die Ver­mu­tung der verpönten Be­nach­tei­li­gung aus­rei­chen­den Hin­weis auf ein jun­ges Le­bens­al­ter des ge­such­ten Mit­ar­bei­ters. Ers­te ein­schlägi­ge Be­rufs­er­fah­run­gen können auch erst in ei­nem höhe­ren Le­bens­al­ter ge­sam­melt wor­den sein, wenn der Be­wer­ber z.B. nach ei­nem Zweit­stu­di­um oder ei­ner Tätig­keit in Un­ter­neh­mens­be­rei­chen außer­halb des Per­so­nal­we­sens erst zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt sei­nes be­ruf­li­chen Wer­de­gangs be­gon­nen hat, Tätig­kei­ten im Per­so­nal­we­sen, ins­be­son­de­re im Be­reich Re­cruit­ing, aus­zuüben.

Der Hin­weis des Klägers dar­auf, dass in der Wer­be- und Me­di­en­bran­che, in der die Be­klag­te tätig ist, ein nied­ri­ge­res Le­bens­al­ter ge­genüber ei­nem höhe­ren ein Ein­stel­lungs­plus dar­stel­le, war zu all­ge­mein, als dass er als In­diz für die ge­ziel­te Su­che der Be­klag­ten nach ei­nem jünge­ren Mit­ar­bei­ter her­an­ge­zo­gen wer­den konn­te.

Sch­ließlich ver­moch­te man­gels sons­ti­ger In­di­zi­en für ei­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung des Klägers bei sei­ner Be­wer­bung al­lein die Ein­stel­lung ei­nes 10 Jah­re jünge­ren Be­wer­bers durch die Be­klag­ten die Ver­mu­tung ei­ner Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters nicht zu be­gründen. Die vom Kläger vor­ge­tra­ge­nen und die sonst er­sicht­li­chen Tat­sa­chen ließen viel­mehr im Er­geb­nis nicht den Schluss zu, dass die Be­nach­tei­li­gung des Klägers we­gen sei­nes Al­ters er­folgt ist.

 

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2.1.2

Auch ei­ne mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung des Klägers we­gen sei­nes Al­ters durch die Ab­leh­nung sei­ner Be­wer­bung war nicht fest­stell­bar.

2.1.2.1

Nach § 3 Abs. 2 AGG liegt ei­ne mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung vor, wenn dem An­schein nach neu­tra­le Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren Per­so­nen we­gen ei­nes in § 1 ge­nann­ten Grun­des ge­genüber an­de­ren Per­so­nen in be­son­de­rer Wei­se be­nach­tei­li­gen können, es sei denn, die be­tref­fen­den Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sach­lich ge­recht­fer­tigt und die Mit­tel sind zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich. Für die An­nah­me ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters ist kein sta­tis­ti­scher Nach­weis er­for­der­lich, dass ei­ne be­stimm­te Al­ters­grup­pe durch die in Fra­ge ste­hen­den Kri­te­ri­en tatsächlich be­nach­tei­ligt wird. Ei­ne mit­tel­ba­re Un­gleich­be­hand­lung we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Merk­mals kann aber nach § 3 Abs. 2, 2. Halbs. AGG durch ein rechtmäßiges Ziel und die Wahl von verhält­nismäßigen Mit­teln zu sei­ner Durch­set­zung ge­recht­fer­tigt sein. In ei­nem sol­chen Fall fehlt es be­reits an den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung (vgl. Ur­teil des BAG vom 20.04.2010 – 3 AZR 509/08 -, EzA § 1 Be­trAVG Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung Nr. 14 und Be­schluss des BAG vom 18.08.2009 – 1 ABR 47/08 -, EzA § 17 AGG Nr. 1).

Rechtmäßige Zie­le können al­le nicht ih­rer­seits dis­kri­mi­nie­ren­den und auch sonst le­ga­len Zie­le sein. Da­zu gehören auch pri­vat­au­to­nom be­stimm­te Zie­le des Ar­beit­ge­bers, z.B. be­trieb­li­che Not­wen­dig­kei­ten und An­for­de­run­gen an persönli­che Fähig­kei­ten des Ar­beit­neh­mers (vgl. Ur­teil des BAG vom 28.01.2010 – 2 AZR 764/08 -, EzA § 1 KSchG Per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung Nr. 24; Schleu­se­ner in Schleu­se­ner/Suckow/Voigt, AGG, 2. Aufl. § 3 Rn. 74 f.; ErfK/Schlach­ter 11. Aufl. § 3 AGG Rn. 9, 10).

In die­ser Aus­le­gung verstößt § 3 Abs. 2 AGG auch nicht ge­gen Art. 6 der Richt­li­nie 2000/78/EG. Die­se Vor­schrift be­schränkt die bei ei­ner mit­tel­ba­ren Un­gleich­be­hand­lung als rechtmäßig an­zu­se­hen­den Zie­le im Hin­blick auf die De­fi­ni­ti­on der mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung in Art. 2 Abs. 2 b) der Richt­li­nie 2000/78/EG nicht auf die dar­in ins­be­son­de­re ge­nann­ten Be­rei­che der Beschäfti­gungs­po­li­tik, des Ar­beits­markts und der be­ruf­li­chen Bil­dung (vgl. Ur­tei­le des BAG vom 20.04.2010 – 3 AZR 509/08 -, aaO und vom 28.01.2010 – 2 AZR 764/08 -, aaO).

 

- 14 -

2.1.2.2

Da­nach lag im vor­lie­gen­den Fall in Ver­ein­bar­keit mit dem Uni­ons­recht ei­ne mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung des Klägers we­gen sei­nes Al­ters nicht vor.

Auch wenn man die Dar­le­gung des Klägers, auf der Hier­ar­chie­ebe­ne der „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten“ sei­en re­gelmäßig und sta­tis­tisch jünge­re Be­wer­ber an­zu­tref­fen als in höhe­ren Hier­ar­chie­ebe­nen, aus­rei­chen ließ, um die An­nah­me ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters zu be­gründen, war die­se mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung of­fen­sicht­lich durch ein rechtmäßiges und in verhält­nismäßiger Wei­se von der Be­klag­ten durch­ge­setz­tes Ziel ge­recht­fer­tigt.

Es lag er­kenn­bar im be­trieb­li­chen In­ter­es­se der Be­klag­ten, in ih­rer be­trieb­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on im Be­reich des Per­so­nal­we­sens zwi­schen er­fah­re­ne­ren und we­ni­ger er­fah­re­nen Mit­ar­bei­tern zu dif­fe­ren­zie­ren. Mit den Po­si­tio­nen von „Ju­ni­or Per­so­nal­re­fe­ren­ten“ wird re­gelmäßig zum ei­nen ei­ne un­te­re Ein­stiegs­ebe­ne in der be­trieb­li­chen Per­so­nal­we­sen-Hier­ar­chie ge­schaf­fen und vor­ge­hal­ten, die der zu­meist ge­rin­ge­ren be­ruf­li­chen und stets feh­len­den be­trieb­li­chen Er­fah­rung neu ein­ge­stell­ter Mit­ar­bei­ter Rech­nung trägt. Zum an­de­ren können dort re­gelmäßig in be­triebs­wirt­schaft­lich vernünf­ti­ger Wei­se Mit­ar­bei­ter wei­ter­hin sinn­voll tätig wer­den, de­nen ein Auf­stieg in der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie man­gels her­aus­ra­gen­der ei­ge­ner Leis­tun­gen oder auch nur in aus­rei­chen­dem Um­fang verfügba­rer Auf­stiegs­po­si­tio­nen bis­her nicht ge­lun­gen ist. Ei­ne sol­che Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen ver­schie­de­nen Hier­ar­chie­ebe­nen ist ge­ra­de im Per­so­nal­we­sen re­gelmäßig er­for­der­lich, um der wei­ter­ge­hen­den Ver­ant­wor­tung und den wei­ter rei­chen­den Ent­schei­dungs­kom­pe­ten­zen Rech­nung zu tra­gen, die mit den über­ge­ord­ne­ten Po­si­tio­nen ver­bun­den sind, für die zu­dem re­gelmäßig ei­ne erst durch länge­re Tätig­keit im Be­trieb er­wor­be­ne ge­naue Kennt­nis der be­trieb­li­chen Abläufe vor­aus­ge­setzt wer­den muss. Sie ist auch nicht un­an­ge­mes­sen, da den Mit­ar­bei­tern länger­fris­tig je­den­falls die Chan­ce eröff­net wird, in der be­trieb­li­chen Hier­ar­chie auf­zu­stei­gen. Die Fest­stel­lung ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters durch das Be­ste­hen un­ter­schied­li­cher Hier­ar­chie­ebe­nen schei­tert schließlich auch dar­an, dass die je­wei­li­gen Beschäftig­ten­grup­pen auf den un­te­ren und den höhe­ren Hier­ar­chie­ebe­nen kei­ne ver­gleich­ba­re, gleich­wer­ti­ge Tätig­keit für den Ar­beit­ge­ber er­brin­gen.

II.

Der nach den zu­tref­fen­den Ausführun­gen des Ar­beits­ge­richts zulässi­ge An­trag des Klägers auf Fest­stel­lung der Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, ihm gemäß § 15 Abs. 1 AGG künf­ti­ge

 

- 15 -

Schäden we­gen Be­nach­tei­li­gung in dem Be­wer­bungs­ver­fah­ren zu er­set­zen, den er mit sei­nem Schrei­ben vom 03.07.2010 eben­falls frist­wah­rend gel­tend ge­macht hat, war man­gels Vor­lie­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 7 Abs. 1 AGG eben­falls un­be­gründet. In­so­weit wird auf die Ausführun­gen un­ter I. Be­zug ge­nom­men.

III.

Auch der Un­ter­las­sungs­an­trag wur­de im Er­geb­nis zu Recht ab­ge­wie­sen.

Der Un­ter­las­sungs­an­trag ist be­reits un­zulässig. Die zu un­ter­las­sen­den Be­nach­tei­li­gungs­hand­lun­gen sind dar­in nicht in der er­for­der­li­chen Art und Wei­se so ge­nau wie möglich be­schrie­ben. Mit sei­ner un­be­stimm­ten For­mu­lie­rung ver­la­gert der An­trag die Prüfung des Vor­lie­gens ei­ner Be­nach­tei­li­gungs­hand­lung im Ein­zel­fall in das Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren. Auch die Kla­ge­be­gründung lie­fert kei­ne nähe­ren An­halts­punk­te dafür, wel­che Be­nach­tei­li­gungs­hand­lun­gen die Be­klag­te un­ter­las­sen soll. Ei­ne präzi­sie­ren­de Aus­le­gung des An­trags an­hand der Kla­ge­be­gründung ist da­her nicht möglich.

Darüber hin­aus ist der Un­ter­las­sungs­an­trag aber auch un­be­gründet. Der Kläger kann das Un­ter­las­sen von Be­nach­tei­li­gungs­hand­lun­gen sei­tens der Be­klag­ten nach §§ 1004, 823 Abs. 2 BGB i. V. m. §§ 15, 7 Abs. 1 AGG nicht ver­lan­gen, weil ihn die Be­klag­te in der Ver­gan­gen­heit we­der un­mit­tel­bar noch mit­tel­bar be­nach­tei­ligt hat, wie un­ter I. be­reits aus­geführt.

IV.

Aus die­sen Gründen war die Be­ru­fung des Klägers zurück­zu­wei­sen.

V.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

VI.

Die Re­vi­si­on war nicht zu­zu­las­sen, weil die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen hierfür nicht vor­la­gen. Ob die Ver­wen­dung des Zu­sat­zes „Ju­ni­or“ in ei­ner Stel­len­aus­schrei­bung für ei­nen Per­so­nal­re­fe­ren­ten Re­cruit­ing die Ver­mu­tung ei­ner Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung zu be­gründen ver­mag, ist an­ge­sichts der Ein­deu­tig­keit der Ver­wen­dung ei­nes sol­chen Zu­sat­zes in

 

- 16 -

Ar­beits­welt und Wirt­schafts­le­ben als Hin­weis auf ei­ne un­ter­neh­mens­in­ter­ne Hier­ar­chie­ebe­ne, nicht aber auf das gewünsch­te Al­ter des Ein­zu­stel­len­den nicht von grundsätz­li­cher Be­deu­tung. Glei­ches gilt für die Fra­ge, ob die An­knüpfung an ei­ne un­ter­schied­li­che Hier­ar­chie­ebe­ne ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters dar­stel­len kann.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­se Ent­schei­dung ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.

Der Kläger wird auf die Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nach § 72 a ArbGG hin­ge­wie­sen.


M.

H.

K.

 

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