Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Be­rufs­ein­stieg von Hoch­schul­ab­sol­ven­ten

Kei­ne Be­rufs­er­fah­rung? Wie blu­ti­ge An­fän­ger punk­ten kön­nen

26.11.2012 (dpa/tmn) - An­net­te Schramm hat al­les rich­tig ge­macht: Prak­ti­ka, Pro­jek­te und Eh­ren­äm­ter ne­ben dem Stu­di­um. Trotz­dem hat­te sie nach der Uni Schwie­rig­kei­ten, ei­nen Job zu fin­den. Schramm hat an der TU-Dres­den Po­li­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft stu­diert. "Ich ha­be über 40 Be­wer­bun­gen ge­schrie­ben und drei Ein­la­dun­gen zu ei­nem Be­wer­bungs­ge­spräch er­hal­ten." Ei­ne Zu­sa­ge für ei­ne Stel­le war nicht da­bei. Ein Grund für die Ab­sa­gen: die feh­len­de Be­rufs­er­fah­rung.

"Kei­ne Be­rufs­er­fah­rung ist ein Tot­schlag­ar­gu­ment", sagt Jür­gen Hes­se, Kar­rie­r­e­be­ra­ter und Buch­au­tor in Ber­lin. Um den­noch an den Job zu kom­men, soll­ten Ab­sol­ven­ten selbst­be­wusst auf die­se An­for­de­rung re­agie­ren. "Prak­ti­ka, Uni-Pro­jek­te oder ein eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment sind auch ei­ne Art von Be­rufs­er­fah­rung." Be­wer­ber müss­ten ge­nau schau­en, wel­che Fä­hig­kei­ten sie schon im Stu­di­um er­wor­ben ha­ben - und die­se dann of­fen­siv ver­kau­fen.

Wich­tig sei, in der Be­wer­bung ei­nen per­sön­li­chen Be­zug zu der Stel­le her­zu­stel­len und zu zei­gen: "Ich ha­be mich mit die­sem The­ma be­schäf­tigt und traue mir das zu." Vie­le Ab­sol­ven­ten ha­ben im Stu­di­um die kom­pli­zier­tes­ten Auf­ga­ben be­wäl­tigt. Ein Un­ter­neh­men von den ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten über­zeu­gen kön­nen sie je­doch nicht. "Dar­in sind vie­le Ab­sol­ven­ten noch blu­ti­ge An­fän­ger."

Da­mit die feh­len­de Be­rufs­er­fah­rung nicht zum Fall­strick wird, hilft auch fol­gen­de Stra­te­gie: Be­wer­ber soll­ten nicht den Um­weg über die Per­so­nal­ab­tei­lung ge­hen, son­dern sich nach Mög­lich­keit di­rekt an den Chef wen­den. "Per­so­na­ler sind wie Schä­fer­hun­de, die die Her­de be­wa­chen", sagt Hes­se. "Ein neu­es Schäf­chen soll­te un­be­dingt ver­su­chen, di­rekt zum Schä­fer vor­zu­drin­gen." Denn die Be­rufs­er­fah­rung sei in der Per­so­nal­ab­tei­lung oft ein for­ma­les Kri­te­ri­um. Ha­ben Be­rufs­ein­stei­ger sie nicht, wer­den sie gleich aus­sor­tiert. Der Chef kön­ne von die­sem for­ma­len Kri­te­ri­um auch ein­mal ab­se­hen.

Nicht je­der Uni-Ab­sol­vent hat we­gen man­geln­der Be­rufs­er­fah­rung gleich gro­ße Schwie­rig­kei­ten. "Wie schnell der Be­rufs­ein­stieg ge­lingt, hängt na­tür­lich im­mer vom Fach ab", sagt Pro­fes­sor Ger­hard Blick­le von der Uni­ver­si­tät Bonn. Wäh­rend In­ge­nieu­re oder Na­tur­wis­sen­schaft­ler oft so­fort ei­nen Job fin­den, soll­ten Geis­tes­wis­sen­schaft­ler mit ei­ner "Such­ar­beits­lo­sig­keit" von ei­nem hal­ben Jahr rech­nen. Wich­tig sei, sich da­von nicht ver­un­si­chern zu las­sen: "Man ist kein Lo­ser, weil man ein hal­bes Jahr nichts fin­det."

Man­geln­de Be­rufs­er­fah­rung mit ei­nem Prak­ti­kum nach dem Stu­di­en­ab­schluss nach­zu­ho­len, hält Prof. Blick­le nicht für sinn­voll. Das geht nur, wenn das Prak­ti­kum gut be­grün­det wer­den kann - et­wa, weil es bei ei­nem nam­haf­ten Ar­beit­ge­ber ge­macht wird. "Man darf sich nicht leicht­fer­tig zum Dau­er­prak­ti­kan­ten ma­chen", sagt auch Kar­rie­r­e­be­ra­ter Hes­se. Aber er fin­det auch, dass ei­ne Hos­pi­tanz bes­ser sei, als nur zu Hau­se zu sit­zen und Be­wer­bun­gen zu schrei­ben. Au­ßer­dem bie­te ein Prak­ti­kum die Mög­lich­keit, Kon­tak­te zu knüp­fen.

Uni-Ab­gän­ge­rin Schramm mach­te nach der Ab­ga­be ih­rer Ma­gis­ter­ar­beit noch ein Aus­lands­prak­ti­kum in Chi­na. Es folg­te ein Sti­pen­di­um der EU, das mit ei­nem wei­te­ren be­zahl­ten Prak­ti­kum ver­bun­den war. Bis zur ers­ten fes­ten Stel­le dau­er­te es fast zwei Jah­re: "So­lan­ge ha­be ich mich mit teil­wei­se pre­kä­ren Jobs über Was­ser ge­hal­ten." Das sei den meis­ten ih­rer Freun­de so er­gan­gen, be­rich­tet Schramm. "Ir­gend­wann geht ei­nem das Va­ga­bun­den­le­ben auf den Geist und man sehnt sich nach ei­ner Per­spek­ti­ve."

"Fest­an­stel­lun­gen di­rekt nach dem Stu­di­um sind sel­te­ner ge­wor­den", stellt Karl-Heinz Minks, Ab­sol­ven­ten­for­scher beim Hoch­schul-In­for­ma­ti­ons-Sys­tem (HIS) in Han­no­ver, fest. Selbst bei In­ge­nieu­ren und Wirt­schafts­wis­sen­schaft­lern ha­be die pri­va­te Wirt­schaft mitt­ler­wei­le die Vor­tei­le von Zeit­ver­trä­gen und Leih­ar­beit ent­deckt. Das sei aber meis­tens nur vor­über­ge­hend: "Nach fünf Jah­ren be­ginnt die Kon­so­li­die­rungs­pha­se, spä­tes­tens nach zehn Jah­ren ha­ben ei­gent­lich al­le Hoch­schul­ab­sol­ven­ten ei­ne un­be­fris­te­te Fest­an­stel­lung."

An­ders als bei Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten sei die Leih­ar­beit bei Aka­de­mi­kern auch nicht mit Lohn­dum­ping ver­bun­den. "Für Ab­sol­ven­ten kann es an­fangs durch­aus in­ter­es­sant sein, auf die­se Wei­se Er­fah­run­gen in ver­schie­de­nen Fir­men zu sam­meln", sagt Minks.

Ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, man­geln­de Be­rufs­er­fah­rung aus­zu­glei­chen, sei auch die Ba­che­lor- oder Mas­ter­ar­beit. Bei der Ab­schluss­ar­beit soll­ten Stu­den­ten sich fra­gen: "Kann ich mir durch das The­ma ei­ne spe­zi­el­le Zu­satz­qua­li­fi­ka­ti­on ver­schaf­fen."

Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit sind Stu­den­ten­jobs mit Pra­xis­be­zug. "Man soll­te nicht kell­nern, son­dern sich lie­ber mit ei­ner fach­na­hen Tä­tig­keit, et­wa als Werks­stu­dent oder Hilfs­wis­sen­schaft­ler, et­was da­zu­ver­die­nen", sagt Ab­sol­ven­ten­for­scher Minks. Die wich­tigs­te Ein­stiegs­hil­fe bei feh­len­der Be­rufs­er­fah­rung blei­ben je­doch Kon­tak­te: "Je­de vier­te Stel­le wird in­tern ver­ge­ben." Da­her sol­le man mög­lichst vie­len von der Ar­beits­su­che er­zäh­len.

An­net­te Schramm kam schließ­lich auf Um­we­gen zur Fest­an­stel­lung. "Mein spä­te­rer Ar­beit­ge­ber hat mei­nen Blog ge­le­sen und mich dar­auf­hin an­ge­schrie­ben", er­in­nert sie sich. "In mei­nem Twit­ter-Pro­fil stand da­mals noch: ewi­ge Prak­ti­kan­tin." Das ist nun seit zwei Jah­ren Ge­schich­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. Februar 2014

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880