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Tipps für Be­rufs­rück­keh­rer

Lan­ge nicht ge­se­hen - So klappt der Wie­der­ein­stieg in den Be­ruf

25.09.2012 (dpa/tmn) - Agnes Betz kann sich noch gut dar­an er­in­nern, wie es ist, nach ei­ner Pau­se in den Be­ruf zu­rück­zu­keh­ren. "Die Zwei­fel an der ei­ge­nen Be­last­bar­keit und die Angst vor dem Un­ge­wis­sen sind groß", er­zählt die heu­te 53-Jäh­ri­ge.

Betz ar­bei­tet als frei­be­ruf­li­cher Busi­ness Coach in Mün­chen. Als sie 2010 die Dia­gno­se Ge­bär­mut­ter­hals­krebs be­kommt, muss sie für meh­re­re Mo­na­te aus dem Be­ruf aus­stei­gen. Nach Ope­ra­tio­nen und Che­mo­the­ra­pie kämpft sie sich lang­sam in den Job zu­rück. Heu­te ist sie wie­der er­folg­reich als Trai­ne­rin un­ter­wegs.

Die Zwei­fel von Betz sind vie­len Be­rufs­ein­stei­gern ver­traut. Vie­le stel­len sich Fra­gen wie: Bin ich noch be­last­bar ge­nug? Wie ge­he ich mit den Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten um? Ist mein Fach­wis­sen ver­al­tet? Be­trof­fen sind nicht nur Ar­beit­neh­mer, die we­gen ei­ner Krank­heit aus­set­zen müs­sen. Auch Müt­ter und Vä­ter, die nach der El­tern­zeit zu­rück­kom­men und An­ge­stell­te, die im Sab­ba­ti­cal wa­ren, ken­nen das Pro­blem.

Vor dem Aus­stieg kön­nen vie­le Ar­beit­neh­mer Acht-St­un­den-Schich­ten plus Über­stun­den pro­blem­los be­wäl­ti­gen. Wer ein­mal raus aus dem Hams­ter­rad ist, traut sich das oft nicht mehr zu. "Für vie­le ist des­halb erst ein­mal ein Teil­zeit­mo­dell von Vor­teil", sagt Clau­dia Nöll­ke, die ei­ne Be­rufs­be­ra­tung für Wie­der­ein­stei­ge­rin­nen be­treibt. Denn es sei fa­tal, erst nach dem Wie­der­ein­stieg zu mer­ken, dass man sich zu­viel zu­ge­mu­tet hat.

So stie­gen vie­le Müt­ter, die nach ei­ner Er­zie­hungs­pau­se in den Be­ruf zu­rück­ge­kehrt sind, bald dar­auf we­gen Er­schöp­fung wie­der aus oder re­du­zier­ten ih­re Ar­beits­zeit deut­lich. "Sie ha­ben den Feh­ler ge­macht, den Tag mit Ar­beit voll­zu­pa­cken. Pau­sen und Er­ho­lungs­zei­ten fal­len un­ter den Tisch. Das Er­geb­nis ist nicht sel­ten ein Bur­nout."

Des­we­gen soll­ten Wie­der­ein­stei­ger mit ih­ren Kräf­ten haus­hal­ten und nicht al­les al­lei­ne ma­chen. "Ei­ne Mut­ter, die ar­bei­tet, soll­te sich zum Bei­spiel ei­ne Putz­frau leis­ten und ab und zu mal ei­nen Kurz­ur­laub oh­ne Fa­mi­lie ein­schie­ben." Je­mand, der ei­nen An­ge­hö­ri­gen pflegt, müs­se auch mal gu­ten Ge­wis­sens in den Ur­laub fah­ren kön­nen und den An­ge­hö­ri­gen in die­ser Zeit in Kurz­zeit­pfle­ge ge­ben.

"Men­schen, die nach ei­ner schwe­ren Krank­heit zu­rück in den Be­ruf keh­ren, soll­ten au­ßer­dem mit ih­rem Ar­beit­ge­ber ab­klä­ren, ob es die Mög­lich­keit ei­ner stu­fen­wei­sen Wie­der­ein­glie­de­rung gibt", rät Kar­rie­re­trai­ne­rin Alex­an­dra Ep­gert, die Se­mi­na­re und Coa­ching für Be­rufs­rück­keh­rer an­bie­tet. Bei ei­ner Wie­der­ein­glie­de­rung wird der Ar­beit­neh­mer lang­sam an die Be­las­tun­gen des Ar­beits­all­tags her­an­ge­führt und stockt sei­ne St­un­den­zahl nach und nach auf.

Auch die Angst, fach­lich nicht mehr auf dem ak­tu­el­len Stand zu sein, be­rei­tet vie­len Wie­der­ein­stei­gern Bauch­schmer­zen. Kar­rie­re­trai­ne­rin Ep­gert rät, nicht zu viel von sich selbst zu for­dern: "Ei­ne Ein­ar­bei­tung braucht ih­re Zeit." Sie schlägt vor, ein klei­nes Ein­ar­bei­tungs­buch zu füh­ren. Dar­in soll­ten die Rück­keh­rer al­le Din­ge no­tie­ren, die sie sich bei ih­rer Rück­kehr erst wie­der mer­ken müs­sen - et­wa die Durch­wah­len von den Kol­le­gen oder ver­ges­se­ne Be­feh­le für Com­pu­ter­pro­gram­me.

Kennt man die neu­es­ten EDV-Pro­gram­me nicht, muss das Busi­ness-Eng­lisch auf­ge­frischt wer­den oder hat sich ein Ar­beits­feld durch neue Tech­ni­ken stark ver­än­dert, hel­fen Wei­ter­bil­dungs­kur­se. "Grö­ße­re fach­li­che Lü­cken soll­te man am bes­ten schon vor dem Wie­der­ein­stieg ken­nen und schlie­ßen", emp­fiehlt Nöll­ke. Vie­len Ar­beits­lo­sen hilft da­bei die Agen­tur für Ar­beit, die Qua­li­fi­zie­run­gen an­bie­tet. "Ist man im Job, soll­te man sich er­kun­di­gen, was der Ar­beit­ge­ber an Wei­ter­bil­dun­gen und Kur­sen für sei­ne Mit­ar­bei­ter an­bie­tet."

Schließ­lich fra­gen sich vie­le Be­rufs­rück­keh­rer, wie sie Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten be­geg­nen sol­len. So man­cher hat Angst, nach dem Wie­der­ein­stieg als Au­ßen­sei­ter da­zu­ste­hen. Wer nach ei­nem Sab­ba­ti­cal zu­rück­kehrt, be­fürch­tet et­wa, mit dem Vor­ur­teil kon­fron­tiert zu wer­den: "Der haut doch be­stimmt so­wie­so bald wie­der ab!" Müt­tern, die aus der Er­zie­hungs­pau­se zu­rück­keh­ren, wird ger­ne un­ter­stellt, dass ih­nen der Job nicht so wich­tig sei. Und wer nach ei­ner Krank­heit wie­der ein­steigt, ist sich häu­fig un­si­cher, ob er den Kol­le­gen da­von be­rich­ten soll.

"Meis­tens las­sen sich die Grün­de für den be­ruf­li­chen Aus­stieg nicht ver­heim­li­chen. Mit neu­gie­ri­gen Fra­gen soll­te man des­halb rech­nen", sagt Nöll­ke. Am bes­ten sei es, sich schon vor dem Wie­der­ein­stieg kur­ze, sach­li­che Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen zu­recht­zu­le­gen.

Sind die ers­ten Wo­chen im Job über­stan­den, soll­te man dar­auf ach­ten, sich nicht gleich wie­der zu viel zu­zu­mu­ten. Oft freue man sich so sehr dar­über, wie­der ar­bei­ten zu kön­nen, dass man sich über­schät­ze, sagt Betz. "Doch ge­ra­de nach ei­ner Krank­heit muss man noch bes­ser auf den ei­ge­nen Kör­per hö­ren." Betz be­kam da­bei Rück­mel­dung von au­ßen. "Mir hilft es, ein Netz­werk aus Freun­den zu ha­ben, die mir auch mal sa­gen, dass ich lang­sa­mer ma­chen und auf mich auf­pas­sen muss."

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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