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Der rich­ti­ge Um­gang mit Be­rufs­un­fä­hig­keit we­gen Krank­heit

Vom Klemp­ner zum Kauf­mann - Tipps zu be­ruf­li­chen Um­schu­lun­gen

08.10.2012 (dpa/tmn) - 18 Jah­re lang hat Mi­cha­el Fi­scher als Elek­tro­in­stal­la­teur ge­ar­bei­tet: Er ver­leg­te Lei­tun­gen und bau­te gan­ze Elek­tro­an­la­gen. Doch da­mit war vor rund drei Jah­ren Schluss. Der Hand­wer­ker aus Wür­se­len in Nord­rhein-West­fa­len er­krank­te an Ar­thro­se. Die Schmer­zen an der Wir­bel­säu­le wa­ren so stark, dass er in sei­nem Be­ruf nicht mehr ar­bei­ten konn­te. Da war er 36 Jah­re alt. Fi­scher hat­te aber Glück im Un­glück: Er mach­te ei­ne be­ruf­li­che Um­schu­lung. Nun ist er In­for­ma­tik­kauf­mann.

Wie Fi­scher geht es je­des Jahr vie­len Men­schen. Sie ha­ben ei­nen hand­werk­li­chen Be­ruf ge­lernt. Die­sen kön­nen sie aber aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr aus­üben. Ein Bei­spiel ist der Fri­seur, der an den Hän­den ei­ne All­er­gie ge­gen be­stimm­te Stof­fe be­kommt. Ein an­de­res ist der Bau­ar­bei­ter, der ei­nen schwe­ren Band­schei­ben­vor­fall er­lei­det.

Es ist un­klar, wie vie­le Men­schen die­ses Schick­sal je­des Jahr trifft. Denn die Bun­des­agen­tur für Ar­beit er­fasst nur, wie vie­le Ar­beits­lo­se je­des Jahr ei­ne Wei­ter­bil­dung be­gin­nen, die zu ei­nem Be­rufs­ab­schluss führt. 2010 sei­en das 39.000 Män­ner und Frau­en ge­we­sen, im Jahr 2011 rund 24.000, er­klärt Spre­che­rin Ilo­na Mirt­schin. "Wir kön­nen aber nicht auf­schlüs­seln, wie vie­le von ih­nen Um­schü­ler sind und wie vie­le von ih­nen vor­her kei­nen Be­rufs­ab­schluss hat­ten und so­mit erst­mals ei­nen Be­rufs­ab­schluss er­wer­ben."

Die Ex­per­tin rät, so­fort zum Ar­beits­amt zu ge­hen, wenn klar wird, dass Ar­beit­neh­mer ih­ren Be­ruf nicht mehr aus­üben kön­nen. "Meist ist ir­gend­wann ab­seh­bar, dass es so nicht wei­ter­geht und dass man sei­ne Stel­le mög­li­cher­wei­se in ein paar Wo­chen oder Mo­na­ten ver­liert." Am bes­ten brin­gen Ar­beit­neh­mer dann gleich ein At­test mit, um die ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­me me­di­zi­nisch zu be­le­gen.

In vie­len Re­gio­nen gibt es zu­sätz­lich zur Ar­beits­agen­tur au­ßer­dem so­ge­nann­te Ge­mein­sa­me Ser­vice­stel­len für Re­ha­bi­li­ta­ti­on. "Die sind in die­sen Si­tua­tio­nen eben­falls gu­te An­sprech­part­ner", sagt Björn Ha­gen von der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft am­bu­lan­te be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on. Auch die Ser­vice­stel­len ha­ben al­le not­wen­di­gen Un­ter­la­gen, um die Um­schu­lung be­an­tra­gen zu kön­nen.

Die be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on fi­nan­ziert meist die Bun­des­agen­tur für Ar­beit oder die Ren­ten­ver­si­che­rung. "Wer schon 15 Jah­re oder mehr zu­sam­men hat, für den ist meist die Ren­ten­ver­si­che­rung zu­stän­dig", sagt Ha­gen, der auch Lei­ter des Fach­be­reichs Re­ha­bi­li­ta­ti­on bei der Fort­bil­dungs­aka­de­mie der Wirt­schaft (FAW) in Köln ist. Die FAW ist ei­ne der Ein­rich­tun­gen, die Men­schen beim Ein­stieg in ei­nen neu­en Be­ruf hel­fen. Für den Ar­beit­neh­mer ist es letzt­end­lich egal, wer sei­ne Um­schu­lung fi­nan­ziert: Er be­kommt in bei­den Fäl­len das Über­gangs­geld, das sich nach dem bis­he­ri­gen Ge­halt be­rech­net.

Dann muss ge­klärt wer­den, in wel­che Rich­tung die Um­schu­lung ge­hen soll. "Wir be­spre­chen zu­sam­men mit dem An­trag­stel­ler, wel­che Ta­len­te er oder sie hat", er­klärt Mirt­schin. Es wer­de ge­schaut, auf wel­che Fä­hig­kei­ten der Be­rufs­tä­ti­ge auf­bau­en kann und was er sich als künf­ti­gen Be­ruf vor­stel­len kann. Da­bei wer­de auch die La­ge am Ar­beits­markt be­rück­sich­tigt. So wer­de si­cher­ge­stellt, dass ein Um­schü­ler spä­ter auch wirk­lich die Chan­ce auf ei­nen Job ha­be.

Egal, was es dann wer­den soll: Ei­ne Um­schu­lung dau­ert im Re­gel­fall zwei Jah­re. Da­bei gibt es zwei Mög­lich­kei­ten. "Die Um­schu­lung kann am­bu­lant in ei­nem Be­trieb er­fol­gen", er­klärt Ha­gen. Da­bei wer­de man dann durch ei­nen Re­ha-Bil­dungs­trä­ger un­ter­stützt. Da ei­nem das Pau­ken mög­li­cher­wei­se nicht mehr so leicht fällt, ge­be es die Mög­lich­keit, Stütz­un­ter­richt zu be­kom­men. "Das ist wie Nach­hil­fe, wo wir den Um­schü­lern in­di­vi­du­el­le Hil­fen an­bie­ten - von der neu­en Recht­schrei­bung über Ma­the bis Pro­gram­mier­spra­che."

Die zwei­te Va­ri­an­te ist ei­ne so­ge­nann­te sta­tio­nä­re Um­schu­lung in ei­ner Re­ha-Ein­rich­tung wie ei­nem Be­rufs­för­de­rungs­werk. "Dort sind Theo­rie und Pra­xis un­ter ei­nem Dach."

Auch der ehe­ma­li­ge Elek­tro­in­stal­la­teur Fi­scher muss­te sich über­le­gen, wel­chen neu­en Be­ruf er er­ler­nen woll­te. "Ich ha­be 18 Jah­re im Kun­den­dienst ge­ar­bei­tet, da woll­te ich auf je­den Fall wei­ter mit Men­schen zu tun ha­ben", sagt der heu­te 39-Jäh­ri­ge. Zu­sam­men mit sei­nem Be­ra­ter der Ren­ten­ver­si­che­rung kam er schließ­lich auf den In­for­ma­tik­kauf­mann.

"Zu­erst hat­te ich gro­ße Sor­gen, dass ich nicht mehr ar­bei­ten kann und ha­be mir Sor­gen ge­macht, wie ich das fi­nan­zi­ell re­geln soll." Doch dann er­kann­te er auch die Chan­ce, die in so ei­nem be­ruf­li­chen Neu­start lie­gen kann. "Ich ha­be mich ge­freut, noch ein­mal viel da­zu­ler­nen und in ei­ne an­de­re be­ruf­li­che Rich­tung ge­hen zu kön­nen." Das klapp­te. Im Jahr 2010 be­gann er sei­ne Um­schu­lung, be­stand vor we­ni­gen Mo­na­ten die Ab­schluss­prü­fun­gen - und wur­de von sei­nem Be­trieb über­nom­men. "Für mich hät­te es nicht bes­ser lau­fen kön­nen!"

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. März 2014

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