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Be­schäf­tig­te in der Che­mie­in­dus­trie be­kom­men 2,8 Pro­zent mehr Geld

Ei­ne Ei­ni­gung war in die­sem Jahr kein Selbst­läu­fer: Zwi­schen­zeit­lich wur­de in der Che­mie-Ta­rif­run­de so­gar von Streik ge­spro­chen. So­wohl Ge­werk­schaft als auch Ar­beit­ge­ber muss­ten am En­de ein­len­ken

28.03.2015. (dpa) - Die Che­mie stimmt wie­der: Nach zä­hem Rin­gen ist im Ta­rif­kon­flikt der Che­mie­in­dus­trie der Durch­bruch ge­lun­gen.

Die rund 550 000 Be­schäf­tig­ten der Bran­che in Deutsch­land be­kom­men 2,8 Pro­zent mehr Lohn, wie Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber­ver­band am Frei­tag in Stutt­gart mit­teil­ten.

Au­ßer­dem zah­len die Ar­beit­ge­ber in den kom­men­den Jah­ren kräf­tig in den so­ge­nann­ten De­mo­gra­fie­fonds ein, mit dem Be­trie­be et­wa Maß­nah­men zur Al­ters­vor­sor­ge oder Al­ters­zeit­zeit fi­nan­zie­ren kön­nen.

Die Ver­hand­lungs­füh­rer spra­chen von ei­nem "fai­ren Kom­pro­miss". Die Ver­hand­lun­gen ver­lie­fen dies­mal für die Bran­che ver­hält­nis­mä­ßig schwie­rig. Drei Ver­hand­lungs­run­den auf Bun­des­ebe­ne wa­ren zu­letzt vor zehn Jah­ren not­wen­dig. Bis zum Schluss wur­de auf Ge­werk­schafts­sei­te auch ein Ar­beits­kampf nicht aus­ge­schlos­sen. Rund 100 000 Be­schäf­tig­te wa­ren auf die Stra­ße ge­gan­gen, um der For­de­rung der Ge­werk­schaft Nach­druck zu ver­lei­hen. Am En­de ha­be sich aber wie­der ge­zeigt, dass die So­zi­al­part­ner­schaft stark sei, sag­te Che­mie-Ar­beit­ge­ber­prä­si­den­tin Mar­g­ret Sucka­le. "Es gibt ex­trem sta­bi­le Ny­lon­fä­den in der Che­mie", sag­te der IG-BCE-Vor­sit­zen­de Mi­cha­el Vas­si­lia­dis.

Die Ei­ni­gung spie­gelt ei­nen Kom­pro­miss wi­der: Die Ta­rif­er­hö­hung gilt erst nach ei­nem Leer­mo­nat. Für Un­ter­neh­men in be­son­de­ren wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten kann sie so­gar zwei wei­te­re Mo­na­te nach hin­ten ge­scho­ben wer­den. Aus­ge­han­delt wird das mit den je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern vor Ort. "Wir müs­sen in ei­nem Ta­rif­ab­schluss Vor­sor­ge tref­fen, dass sich von der klei­nen Schuh­creme­fa­brik bis zur BASF al­le wie­der­fin­den", hat­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Ar­beit­ge­ber, Hans-Cars­ten Han­sen, im Ver­lauf der Ge­sprä­che ge­mahnt.

Auf bei­den Sei­ten sei­en die Grä­ben zu­ge­schau­felt wor­den, sag­te Han­sen nun. Die Ge­werk­schaft hat­te ur­sprüng­lich 4,8 Pro­zent mehr Geld bei ei­ner Lauf­zeit von zwölf Mo­na­ten ge­for­dert. Die Ar­beit­ge­ber woll­ten die Ent­gel­te nach zwei Leer­mo­na­ten nur um 1,6 Pro­zent er­hö­hen und le­dig­lich 200 Eu­ro in ei­nen so­ge­nann­ten De­mo­gra­fie-Fonds ein­zah­len. Die Lauf­zeit soll­te da­für 15 Mo­na­te be­tra­gen.

Nun soll der Fonds 2015 mit 550 Eu­ro je Be­schäf­tig­ten und 2017 mit 750 Eu­ro auf­ge­stockt wer­den. IG-BCE-Ver­hand­lungs­füh­rer Pe­ter Haus­mann sprach von ei­nem "gro­ßen Zu­kunfts­pro­jekt". Da­mit ge­he das Vo­lu­men in die Rich­tung, um für äl­te­re Ar­beit­neh­mer ei­ne Drei- oder Vier-Ta­ge Wo­che zu ge­stal­ten.

Bei der Lauf­zeit ha­ben sich die Ar­beit­ge­ber da­ge­gen mit 17 Mo­na­ten durch­ge­setzt. Wirk­sam wird die Ta­ri­fän­de­rung in den Ta­rif­be­zir­ken Nord­rhein, Rhein­land-Pfalz und Hes­sen wird die Ta­ri­fän­de­rung am 1. April, in an­de­ren Bun­des­län­dern tritt sie erst im Mai oder so­gar Ju­ni in Kraft.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. Juni 2016

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