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Be­schäf­ti­gung im Han­del wächst vor al­lem durch Teil­zeit­stel­len

Im Han­del gibt es mehr fes­te Jobs als frü­her: Ver­stärkt sei­en dies aber Teil­zeit­jobs, von de­nen nie­mand le­ben kön­ne, kri­ti­sie­ren Ge­werk­schaf­ten. Die On­line-Kon­kur­renz, lan­ge Öff­nungs­zei­ten und mehr Ver­kaufs­flä­chen ver­stär­ken den Kon­kur­renz­druck. Wie geht es wei­ter?

03.08.2016. (dpa) - Die Be­schäf­tig­ten­zahl im Ein­zel­han­del in Nie­der­sach­sen und Bre­men steigt, zu­gleich aber kla­gen Ge­werk­schaf­ten über ei­nen wach­sen­den Teil­zeit­an­teil und Ta­rif­flucht.

Der durch län­ge­re Öff­nungs­zei­ten, mehr Ver­kaufs­flä­chen und den On­line-Han­del wach­sen­de Wett­be­werbs­druck wer­de auf dem Rü­cken der Be­schäf­tig­ten aus­ge­tra­gen, er­klär­ten der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) und die Ge­werk­schaft Ver­di am Diens­tag.

Der Ein­zel­han­del zählt in Nie­der­sach­sen rund 300.000 ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­te und in Bre­men mehr als 20.500. Ei­nen Zu­wachs gibt es dem­nach vor al­lem im Teil­zeit­be­reich, Voll­zeit-Ar­beits­plät­ze wur­den ab­ge­baut.

Der Han­del müs­se sich der On­line-Kon­kur­renz stel­len und dar­an ar­bei­ten, die Städ­te als Ein­kaufs­stät­ten wie­der at­trak­ti­ver zu ma­chen, sag­te der Ge­schäfts­füh­rer des Han­dels­ver­ban­des Nie­der­sach­sen-Bre­men, Hans-Joa­chim Ram­bow. Aus­ge­dehn­te Öff­nungs­zei­ten bis 22 Uhr, die zu ei­nem über den Tag ver­teil­ten Ein­satz der Mit­ar­bei­ter in Teil­zeit füh­ren, ha­be zu­meist der Le­bens­mit­tel­han­del. "Die Kun­den er­war­ten dies und er­war­ten wei­ter­ge­hen­de Öff­nungs­zei­ten auch vom an­de­ren Han­del." Das Ein­kau­fen wan­de­le sich vom Be­darfs- zum Lust­kauf.

Ei­ne aus­ge­dehn­te La­den­öff­nung an Wo­chen­en­de und spo­ra­disch auch an Sonn­ta­gen hän­ge un­ter an­de­rem mit der On­line-Kon­kur­renz zu­sam­men, so Ram­bow. "Vie­le Kun­den kau­fen ge­ra­de am Wo­chen­en­de im On­line-Han­del ein. Wenn wir da kei­ne Ide­en ha­ben, wer­den wir da nicht ge­gen an­kom­men." Im länd­li­chen Raum wer­de das Ein­kau­fen über das In­ter­net oh­ne­hin zahl­rei­che sta­tio­nä­re Lä­den ver­drän­gen, zu­gleich aber die Ver­sor­gung si­cher­stel­len, mein­te Ram­bow. "Im länd­li­chen Raum wird sich der ge­sam­te Han­del mit­tel­fris­tig auf die Grund­ver­sor­gung kon­zen­trie­ren."

Der Han­dels­ver­bands­chef teil­te den DGB-Auf­ruf, die An­sied­lungs­po­li­tik be­darfs­ge­recht zu ge­stal­ten und neue Flä­chen nur zu­zu­las­sen, wenn sich dar­aus ein Mehr­wert er­gibt. "We­ni­ger wä­re an man­cher Stel­le ins­ge­samt mehr." Ein Über­an­ge­bot, et­wa im Be­reich von Mö­bel­händ­lern im Groß­raum Han­no­ver, füh­re zu ei­ner er­schwer­ten Kon­kur­renz­si­tua­ti­on. Bei An­sied­lungs­ent­schei­dun­gen hät­ten Re­gio­nal­po­li­ti­ker mit­un­ter nur den ei­ge­nen Vor­teil, nicht aber den Scha­den für ei­ne an­gren­zen­de Kom­mu­ne im Blick. Wild­wuchs bei An­sied­lun­gen müs­se ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den.

Um die Ar­beits­be­din­gun­gen im Ein­zel­han­del zu ver­bes­sern, for­der­ten der DGB und die Ar­beit­neh­mer­kam­mer in Bre­men am Diens­tag un­ter an­de­rem all­ge­mein­ver­bind­li­che Ta­rif­ver­trä­ge. Wie der Han­dels­ver­bands-Ge­schäfts­füh­rer sag­te, lie­ßen sich da­durch in der Tat Wett­be­werbs­un­gleich­hei­ten be­kämp­fen. Für ei­nen sol­chen Schritt ge­be es aber der­zeit nicht ge­nü­gend Un­ter­stüt­zung.

Wie ei­ne Er­he­bung der Ar­beit­neh­mer­kam­mer Bre­men er­gab, wur­den dort seit 2007 mehr als 900 Voll­zeit-Ar­beits­plät­ze von Frau­en ab­ge­baut, wäh­rend gut 2.600 zu­sätz­li­che Teil­zeit­stel­len für Frau­en ent­stan­den. Für die im Ein­zel­han­del be­schäf­tig­ten Män­ner stieg die Zahl der Voll­zeit­stel­len den An­ga­ben zu­fol­ge in dem Zeit­raum um über 300. Grund sei, dass Män­ner öf­ter in Füh­rungs­po­si­tio­nen be­schäf­tigt sei­en.

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Letzte Überarbeitung: 1. Dezember 2016

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