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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Urlaub: Wartezeit, Urlaub: Abgeltung, Urlaubsanspruch
   
Gericht: Arbeitsgericht Rheine
Akten­zeichen: 3 Ca 453/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 16.07.2014
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Nachgehend Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 19.02.2015, 16 Sa 1207/14
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.11.2015, 9 AZR 179/15
   

Ak­ten­zei­chen:
3 Ca 453/14
Ent­schei­dung vom 19.02.2015

Te­nor:

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 1.170,39 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit am 21.03.2014 zu zah­len.

2. Die Kos­ten des Rechts­streits trägt der Kläger zu 6 %, die Be­klag­te zu 94 %.

3. Der Streit­wert für das Ur­teil wird auf 1.170,39 € fest­ge­setzt.

Tat­be­stand:

Die Par­tei­en strei­ten noch um ei­nen An­spruch des Klägers auf Zah­lung ei­ner wei­te­ren Ur­laubs­ab­gel­tung.

Der Kläger war vom 01.07.2013 bis zum 02.01.2014 als Dienst­hun­deführer BW-Be­reich bei der Be­klag­ten beschäftigt. Grund­la­ge des Ar­beits­verhält­nis­ses war der schrift­li­che Ar­beits­ver­trag vom 13.06.2013 (Bl. 20 - 27 d. A.). Im Ar­beits­ver­trag ist aus­zugs­wei­se fol­gen­des ge­re­gelt:

3. Ein­be­zie­hung von Ta­rif­verträgen

Die Ein­stel­lung er­folgt – vor­be­halt­lich ar­beits­ver­trag­li­cher Ab­spra­chen – auf der Grund­la­ge der je­weils gülti­gen Man­tel- und Man­tel­rah­men­ta­rif­verträge für das Wach- und Si­cher­heits­ge­wer­be. …

7. Ur­laubshöhe

Die Höhe des Ur­laubs­an­spruchs rich­tet sich, vor­be­halt­lich ab­wei­chen­der Ver­ein­ba­run­gen, nach dem gel­ten­den oder nach­wir­ken­den Ta­rif­ver­trag.“

Im Man­tel­ta­rif­ver­trag für das Wach- und Si­cher­heits­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len vom 08.12.2005 (im Fol­gen­den: MTV) ist bezüglich des Ur­laubs aus­zugs­wei­se fol­gen­des ge­re­gelt:

§ 5 Ur­laub

2. Der Ur­laub beträgt 26 Werk­ta­ge.

4. Neu ein­tre­ten­de und/oder aus­schei­den­de Ar­beit­neh­mer er­hal­ten so viel Zwölf­tel des ih­nen zu­ste­hen­den Jah­res­ur­laubs wie sie vol­le Mo­na­te im lau­fen­den Ka­len­der­jahr beschäftigt wa­ren. Die Zwölf­te­lung er­folgt nur in den Gren­zen des § 5 BUrlG.

…“

Das durch­schnitt­li­che Brut­to­mo­nats­ent­gelt des Klägers be­trug 2.447,67 €.

Während des be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses nahm der Kläger kei­nen Ur­laub. Bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zahl­te die Be­klag­te an den Kläger ei­ne Ur­laubs­ab­gel­tung in Höhe von 1.170,39 € brut­to für 13 Ur­laubs­ta­ge.

Der Kläger meint, dass er ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Ab­gel­tung wei­te­rer 13 Ur­laubs­ta­ge in Höhe von 1.170,39 € brut­to nebst Zin­sen ha­be.

Der Kläger ist hier­zu der Auf­fas­sung, dass für das Jahr 2013 der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch ent­stan­den sei. Vor­aus­set­zung hierfür sei le­dig­lich die Erfüllung der War­te­zeit des § 4 BUrlG. Die­se sei mit dem 31.12.2013 je­doch erfüllt ge­we­sen.

Die­se Auf­fas­sung führe auch nicht zu ei­nem Wer­tungs­wi­der­spruch zu der Re­ge­lung des § 5 Abs. 1 c) BUrlG. Aus der Re­ge­lung in § 5 Abs. 1 c) BurlG, die die Kürzung des Ur­laubs­an­spruchs nach Erfüllung der War­te­zeit be­tref­fe, wenn der Ar­beit­neh­mer in der ers­ten Jah­reshälf­te aus­schei­de, sei ge­ra­de her­zu­lei­ten, dass bei Erfüllung der War­te­zeit in der zwei­ten Jah­reshälf­te der vol­le Ur­laubs­an­spruch be­ste­he. An­sons­ten hätte der Ge­setz­ge­ber ei­ne Kürzung des An­spruchs ent­spre­chend der Re­ge­lung des § 5 Abs. 1 c) BUrlG auch für die zwei­te Jah­reshälf­te ge­re­gelt.

Der Kläger be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 1.170,39 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hält die Kla­ge für un­be­gründet. Auch wenn das Ar­beits­verhält­nis letzt­lich bis zum 02.01.2014 an­ge­dau­ert ha­be, sei für das Ka­len­der­jahr 2013 kein vol­ler Jah­res­ur­laubs­an­spruch des Klägers ent­stan­den.

Zum ei­nen nor­mie­re be­reits der über Ziff. 3. des Ar­beits­ver­tra­ges ein­be­zo­ge­ne § 5 Ziff. 4 MTV, dass aus­schei­den­den Ar­beit­neh­mern nur Teil­ur­laub zu gewähren sei.

Zum an­de­ren sei nach §§ 5 Abs. 1 a), 4 BUrlG nur dann über­haupt die Fra­ge nach dem Jah­res­ur­laub zu stel­len, wenn die War­te­zeit ab­ge­lau­fen wäre und das Ar­beits­verhält­nis fort­bestünde. Die War­te­zeit sei vor­lie­gend gemäß §§ 187 Abs. 2, 188 BGB am 31.12.2013 um 24.00 Uhr ab­ge­lau­fen. Der vol­le Jah­res­ur­laub kom­me gemäß § 4 BUrlG je­doch erst nach Ab­lauf der War­te­zeit zur Ent­ste­hung, al­so in der ers­ten Se­kun­de des 01.01.2014. Dafür spre­che ins­be­son­de­re der Wort­laut des § 4 BUrlG, wo­nach der vol­le Jah­res­ur­laub erst­ma­lig nach sechs­mo­na­ti­gem Be­ste­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses er­wor­ben wer­de. Zu die­sem Zeit­punkt ha­be ein Ur­laubs­an­spruch für das Ka­len­der­jahr 2013 je­doch nicht mehr ent­ste­hen können.

Die Be­klag­te ist wei­ter der Auf­fas­sung, dass es auch ei­nen Wer­tungs­wi­der­spruch zu § 5 Abs. 1 c) BUrlG dar­stel­len würde, wenn der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch be­reits mit Ab­lauf von sechs Mo­na­ten ent­ste­hen würde. § 5 Abs. 1 c) BUrlG der für die Be­ja­hung von Teil­ur­laub nach erfüll­ter War­te­zeit auf ein Aus­schei­den in­ner­halb des ers­ten Ka­len­der­halb­jah­res ab­stel­le, stel­le of­fen­kun­dig ei­nen „Spie­gel“ zur Fra­ge des Ab­laufs der War­te­zeit bei Ar­beits­be­ginn dar. § 5 Abs. 1 c) BUrlG le­ge bei Aus­schei­den in­ner­halb des ers­ten Ka­len­der­halb­jah­res je­doch ge­ra­de ei­nen Teil­ur­laubs­an­spruch fest. Ein Norm­werk, wel­ches die War­te­zeit ei­ner­seits mit Aus­lauf von sechs Mo­na­ten als im Sin­ne des § 4 BUrlG be­en­det an­se­he und da­mit den ge­sam­ten Jah­res­ur­laub gewähre, an­de­rer­seits aber nur Teil­ur­laub nach erfüll­ter War­te­zeit im Sin­ne des § 5 Abs. 1 c) BUrlG bei Aus­schei­den aus dem be­reits jen­seits der War­te­zeit lau­fen­den Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb des ers­ten Ka­len­der­halb­jah­res gewähre, führe je­doch zu ei­nem in­ter­nen Wer­tungs­wi­der­spruch und sei zu­dem grob un­ge­recht. So er­hiel­te der Ar­beit­neh­mer, des­sen Ar­beits­verhält­nis womöglich ins­ge­samt nur sechs Mo­na­te be­stan­den ha­be, den vol­len Jah­res­ur­laub, während der an­de­re Ar­beit­neh­mer ins­ge­samt be­reits deut­lich länger als sechs Mo­na­te beschäftigt sein könne und bei Aus­lau­fen des Ar­beits­verhält­nis­ses zum En­de des Ka­len­der­halb­jah­res den­noch nur ei­nen Teil­ur­laubs­an­spruch er­hal­te.

Die Kla­ge­schrift ist der Be­klag­ten am 21.03.2014 zu­ge­stellt wor­den.

So­weit der Kläger des Wei­te­ren ei­nen Zeug­nis­be­rich­ti­gungs­an­spruch gel­tend ge­macht hat­te, ha­ben die Par­tei­en den Rechts­streit be­reits im Güte­ter­min übe­rein­stim­mend für er­le­digt erklärt.

So­weit der Kläger darüber hin­aus die Her­aus­ga­be des Zer­ti­fi­kats über die Ab­leis­tung der Prüfung gemäß der Dienst­hun­de­prüfungs­ver­ord­nung der Bun­des­wehr (DPO­Bw) be­gehrt hat­te, hat er die Kla­ge im Kam­mer­ter­min vom 16.07.2014 zurück­ge­nom­men.

We­gen des wei­te­ren Vor­trags der Par­tei­en wird auf den In­halt der Ak­te ver­wie­sen.

Ent­schei­dungs­gründe

So­weit noch über die Kla­ge zu ent­schei­den war, ist die­se zulässig und be­gründet.

I.

Der Kläger hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 1.170,39 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit am 21.03.2014.

1.

An­spruchs­grund­la­ge für die Haupt­for­de­rung ist § 7 Abs. 4 BUrlG.

Vor­lie­gend ist für den Kläger der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch von 26 Ta­gen für das Ka­len­der­jahr 2013 ent­stan­den mit der Fol­ge, dass - da der Kläger während des be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses kei­nen Ur­laub ge­nom­men hat - ne­ben den 13 be­reits ge­zahl­ten Ur­laubs­ta­gen wei­te­re 13 Ur­laubs­ta­ge mit dem in­so­weit un­strei­ti­gen Be­trag in Höhe von 1.170,39 € brut­to ab­zu­gel­ten sind.

Aus­gangs­punkt für die dem Kläger zu­ste­hen­den Ur­laubs­ansprüche ist § 5 Ziff. 2 MTV, wo­nach der Ur­laub 26 Werk­ta­ge beträgt. Ei­ne Zwölf­te­lung fin­det ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten gemäß § 5 Ziff. 4 MTV i.V.m. § 5 Abs. 1 a) BUrlG nicht statt. Zwar be­stimmt § 5 Ziff. 4 MTV, dass neu ein­tre­ten­de Ar­beit­neh­mer nur so viel Zwölf­tel des ih­nen zu­ste­hen­den Jah­res­ur­laubs er­hal­ten, wie sie vol­le Mo­na­te im lau­fen­den Ka­len­der­jahr beschäftigt wa­ren. Die Zwölf­te­lung er­folgt aus­drück­lich je­doch nur in den Gren­zen des § 5 BUrlG. Gemäß § 5 Abs. 1 a) BUrlG i.V.m. § 4 BUrlG ist vor­lie­gend ge­ra­de je­doch kei­ne Zwölf­te­lung des Jah­res­ur­laubs­an­spruchs vor­zu­neh­men.

Nach § 5 Abs. 1 a) BUrlG hat der Ar­beit­neh­mer (nur) An­spruch auf ein Zwölf­tel des Jah­res­ur­laubs für je­den vol­len Mo­nat des Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses für Zei­ten ei­nes Ka­len­der­jah­res, für die er we­gen Nich­terfüllung der War­te­zeit in die­sem Ka­len­der­jahr kei­nen vol­len Ur­laubs­an­spruch er­wirbt. § 5 Abs. 1 a) BUrlG stellt da­mit ei­ne Aus­nah­me­vor­schrift zu dem grundsätz­lich be­ste­hen­den Jah­res­ur­laubs­an­spruch dar. Nach § 5 Abs. 1 a) BUrlG ist da­mit kein Teil­ur­laubs­an­spruch, son­dern der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch er­wor­ben, wenn die War­te­zeit in die­sem Ka­len­der­jahr erfüllt wird. Dies ist vor­lie­gend der Fall:

Be­ginnt ein Ar­beits­verhält­nis mit dem 01.07. ei­nes Jah­res um 0.00 Uhr, be­steht das Ar­beits­verhält­nis am 31.12. des Jah­res um 24.00 Uhr vol­le 6 Mo­na­te, §§ 187 Abs. 2, 188 Abs. 2 BGB. Da­mit ist die War­te­zeit erfüllt (vgl. auch BAG Ur­teil vom 26.01.1967 – 5 AZR 395/66; Dersch/Neu­mann, BUrlG, 8. Aufl., § 5, Rn. 6 m.w.N.). Die gleich­zei­ti­ge Be­en­di­gung des Ka­len­der­jah­res ver­mag in die­sem Fall die Ent­ste­hung des vol­len Ur­laubs­an­spruchs nicht aus­zu­sch­ließen. Die­ser Auf­fas­sung ist der Vor­zug zu ge­ben.

So­weit Ge­gen­stim­men in der Li­te­ra­tur mei­nen, dass in dem Fall, in dem das Ar­beits­verhält­nis mit dem 01.07. be­ginnt, am 31.12. nur ein Teil­ur­laubs­an­spruch von sechs Zwölf­tel des Jah­res­ur­laubs er­wor­ben sei (vgl. ErfK-Gall­ner, 14. Aufl., § 5 BUrlG, Rn. 9 m.w.N.; Lei­ne­mann/Linck, Ur­laubs­recht, 2. Aufl., § 4, Rn. 19 m.w.N., § 5, Rn. 23 m.w.N.), ver­mag die­se Auf­fas­sung nicht zu über­zeu­gen. Zwar ließe der Wort­laut des § 4 BUrlG in der Tat die In­ter­pre­ta­ti­on zu, dass der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch erst in der Se­kun­de nach Ab­lauf des 6-mo­na­ti­gen Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses ent­steht. Ei­ne War­te­zeit, die sechs Mo­na­te und ei­ne Se­kun­de an­dau­ern würde, wäre aber mit den kla­ren Fris­ten­re­ge­lun­gen der §§ 187, 188 BGB nur schwer zu ver­ein­ba­ren. Bei die­ser Auf­fas­sung wäre auch § 5 Abs. 1 a) BUrlG vom Ge­setz­ge­ber an­ders zu for­mu­lie­ren ge­we­sen, der ge­ra­de von der Nich­terfüllung der War­te­zeit spricht, die aber nach wohl ein­hel­li­ger Auf­fas­sung sechs Mo­na­te beträgt (vgl. Dersch/Neu­mann, BUrlG, 8. Aufl., § 4, Rn. 19ff.; Lei­ne­mann/Linck, Ur­laubs­recht, 2. Aufl., § 4, Rn. 5). Da­bei ist ins­be­son­de­re auch zu berück­sich­ti­gen, dass die Ent­ste­hung des Voll­ur­laubs­an­spruchs der Grund­satz ist, während die Gewährung von Teil­ur­laub nach § 5 BUrlG die Aus­nah­me dar­stellt. Als Aus­nah­me­vor­schrift ist § 5 Abs. 1 a) BUrlG je­doch eher eng aus­zu­le­gen.

So­weit da­durch in § 5 Abs. 1 a) BUrlG ein von § 5 Abs. 1 c) BUrlG ab­wei­chen­des Er­geb­nis er­zielt wird, mag dies unglück­lich er­schei­nen, führt aber nicht zwin­gend zu ei­nem an­de­ren Aus­le­gungs­er­geb­nis. So hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt be­reits 1966 aus­geführt, dass die in § 4 BUrlG ge­setz­te Frist in kei­nem in­ne­ren Sinn­zu­sam­men­hang mit den sechs Mo­na­ten – der ers­ten Jah­reshälf­te – des § 5 Abs. 1 c) BUrlG steht. Bei­de Fris­ten sei­en aus von­ein­an­der un­abhängi­gen ge­setz­ge­be­ri­schen Erwägun­gen auf die je­weils für not­wen­dig er­ach­te­te Dau­er fest­ge­setzt wor­den (vgl. BAG Ur­teil vom 16.06.1966 – 5 AZR 521/65). Es ist auch nicht zwin­gend ein Wer­tungs­wi­der­spruch ge­ge­ben. So­weit § 5 Abs. 1 c) BurlG ei­nen Miss­brauch des Jah­res­ur­laubs­an­spruchs ein­schränken soll (vgl. hier­zu Dersch/Neu­mann, BUrlG, 8. Aufl., § 5, Rn. 6), be­steht die­se Ge­fahr bei § 5 Abs. 1 a) BUrlG nicht. An­ders als im Fall des § 5 Abs. 1 c) BurlG, in dem der Ar­beit­ge­ber zu Be­ginn des Ka­len­der­jah­res nicht weiß, ob das Ar­beits­verhält­nis am En­de des Ka­len­der­jah­res noch be­steht, weiß der Ar­beit­ge­ber im Fall des § 5 Abs. 1 a) BUrlG bei Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem 01.07. von vorn­her­ein, dass am Jah­res­en­de der vol­le Jah­res­ur­laubs­an­spruch ent­steht, während bis da­hin auf­grund der Re­ge­lung des § 5 Abs. 1 a) BUrlG oh­ne­hin nur ein Teil­ur­laubs­an­spruch ge­ge­ben ist.

Nach al­le­dem hat der Kläger für das Ka­len­der­jahr 2013 den vol­len Jah­res­ur­laubs­an­spruch von 26 Ta­ge er­wor­ben mit der Fol­ge, dass noch ein Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch in Höhe von 1.170,39 € brut­to be­steht.

2.

Die Zins­for­de­rung folgt aus §§ 291, 288 Abs. BGB.

II.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus §§ 91 Abs. 1, 91 a, 269 Abs. 3 ZPO. Der Kos­ten­ent­schei­dung ist da­bei ein Streit­wert für das ge­sam­te Ver­fah­ren in Höhe von 3.868,06 € zu­grun­de ge­legt wor­den. Die­ser setzt sich zu­sam­men aus ei­nem Wert in Höhe von 1.170,39 € für den Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch, ei­nem Brut­to­mo­nats­ent­gelt des Klägers für den Zeug­nis­be­rich­ti­gungs­an­spruch und ei­nem Wert von 250,00 € für die be­gehr­te Her­aus­ga­be des Zer­ti­fi­kats.

Die Be­klag­te trägt die Kos­ten so­dann, so­weit sie durch das Ur­teil un­ter­le­gen und so­weit der Rechts­streit von den Par­tei­en übe­rein­stim­mend für er­le­digt erklärt wor­den ist. Der Kläger trägt die Kos­ten, so­weit er die Kla­ge teil­wei­se zurück­ge­nom­men hat. Es er­gibt sich die aus­ge­ur­teil­te Kos­ten­quo­te von 6 % für den Kläger und 94 % für die Be­klag­te.

Der Streit­wert für das Ur­teil wur­de gemäß § 61 Abs. 1 ArbGG, § 3 ZPO in Höhe der ein­ge­klag­ten Ur­laubs­ab­gel­tung fest­ge­setzt.

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