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Be­treu­ungs­geld wird trotz al­ler Kri­tik wie­der­kom­men

Es ist seit acht Jah­ren das un­be­lieb­tes­te fa­mi­li­en­po­li­ti­sche Pro­jekt der CSU: das Be­treu­ungs­geld. Nach­dem der Bund nicht mehr zah­len darf, bringt die Staats­re­gie­rung ei­ne neue baye­ri­sche Ver­si­on auf den Weg

09.12.2015. (dpa) - Un­ge­ach­tet al­ler Wi­der­stän­de und Kri­tik hat die Staats­re­gie­rung die Fort­füh­rung des um­strit­te­nen Be­treu­ungs­gelds auf den par­la­men­ta­ri­schen Weg ge­bracht.

So­zi­al­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU) stell­te den Ge­setz­ent­wurf am Diens­tag bei der ers­ten Le­sung im Land­tag vor: "Die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung hält Wort", sag­te sie.

"Die baye­ri­schen El­tern ge­ben uns Recht."

Drei von vier El­tern­paa­ren näh­men das Be­treu­ungs­geld in An­spruch.

Es sei al­lein die Ent­schei­dung der El­tern, ob sie ih­re Kin­der zu Hau­se oder in ei­ner Krip­pe be­treu­en wol­len, sag­te Mül­ler. Al­le drei Op­po­si­ti­ons­frak­tio­nen lehn­ten das Ge­setz ab. Auf­hal­ten kön­nen sie es we­gen der ab­so­lu­ten CSU-Mehr­heit nicht.

Der Bund darf das Be­treu­ungs­geld nach ei­nem Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht mehr zah­len. Grund ist, dass nach dem Ur­teil der Ver­fas­sungs­rich­ter nicht Ber­lin, son­dern die Län­der für Fa­mi­li­en­leis­tun­gen wie das Be­treu­ungs­geld zu­stän­dig sind. Wie bis­her sol­len El­tern 150 Eu­ro mo­nat­lich be­kom­men kön­nen, wenn sie ih­re ein- und zwei­jäh­ri­gen Klein­kin­der nicht in ei­ner Krip­pe be­treu­en las­sen. Die Staats­re­gie­rung will das Ge­setz rück­wir­kend zum 1. Ja­nu­ar in Kraft tre­ten las­sen. So wä­re ein naht­lo­ser Über­gang von der Bun­des- zur Lan­des­leis­tung ge­si­chert.

"Ei­ne Ent­schei­dungs­frei­heit ha­ben nur die El­tern, die oh­ne­hin fi­nan­zi­ell gut ge­stellt sind", sag­te die SPD-Ab­ge­ord­ne­te Do­ris Rau­scher. "Für al­le an­de­ren sind 150 Eu­ro im Mo­nat kei­ne ech­te Un­ter­stüt­zung." Grü­ne und Freie Wäh­ler hal­ten eben­falls nichts von dem Ge­setz: Die ho­he Nach­fra­ge bei den El­tern sei ein "lä­cher­li­ches Ar­gu­ment", sag­te die FW-Ab­ge­ord­ne­te Eva Gott­stein. "Wenn man Geld be­kommt, oh­ne da­für et­was tun zu müs­sen, ent­steht nicht die Wahl­frei­heit da­durch."

Nach der ers­ten Le­sung müs­sen nun die Fach­aus­schüs­se im Land­tag das Ge­setz be­ra­ten, be­vor es in zwei­ter Le­sung ver­ab­schie­det wird. Das ist je­doch Form­sa­che.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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