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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Betriebsrat: Internetzugang, Betriebsratsmitglied
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 ABR 80/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 14.07.2010
   
Leit­sätze: Der Be­triebs­rat kann, so­fern be­rech­tig­te Be­lan­ge des Ar­beit­ge­bers nicht ent­ge­gen­ste­hen, von die­sem die Eröff­nung ei­nes In­ter­net­zu­gangs und die Ein­rich­tung ei­ge­ner E-Mail-Adres­sen auch für die ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der ver­lan­gen.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Duisburg, Beschluss vom 07.12.2007, 4 BV 104/07
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 02.09.2008, 9 TaBV 8/08
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

7 ABR 80/08
9 TaBV 8/08
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Düssel­dorf


Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

14. Ju­li 2010

BESCHLUSS

Schie­ge, Ur­kunds­be­am­ter

der Geschäfts­stel­le

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

mit den Be­tei­lig­ten

1.

An­trag­stel­ler, Be­schwer­deführer und Rechts­be­schwer­deführer,

2.

Rechts­be­schwer­deführer,

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Anhörung vom 14. Ju­li 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Lin­sen­mai­er, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Kiel, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Schmidt so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Hoff­mann und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Holz­hau­sen für Recht er­kannt:
 


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1. Auf die Rechts­be­schwer­de des Be­triebs­rats wird der Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 2. Sep­tem­ber 2008 - 9 TaBV 8/08 - teil­wei­se auf­ge­ho­ben.


Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­rats wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Duis­burg vom 7. De­zem­ber 2007 - 4 BV 104/07 - teil­wei­se ab­geändert:


Der Ar­beit­ge­ber wird ver­pflich­tet, al­len or­dent­li­chen Mit­glie­dern des Be­triebs­rats den Zu­gang zum In­ter­net zu ermögli­chen.

Der Ar­beit­ge­ber wird ver­pflich­tet, al­len or­dent­li­chen Mit­glie­dern des Be­triebs­rats ex­ter­ne E-Mail-Adres­sen ein­zu­rich­ten.

2. Im Übri­gen ist der Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 2. Sep­tem­ber 2008 - 9 TaBV 8/08 - ge­gen­stands­los.

Von Rechts we­gen!

Gründe


A. Die Be­tei­lig­ten strei­ten zu­letzt noch darüber, ob der Ar­beit­ge­ber al­len or­dent­li­chen Mit­glie­dern des Be­triebs­rats den Zu­gang zum In­ter­net zu ermögli­chen und ih­nen E-Mail-Adres­sen zur un­ter­neh­men­s­ex­ter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­zu­rich­ten oder je­den­falls dem Be­triebs­rat als Gre­mi­um den In­ter­net­zu­gang zu gewähren hat.

Der Ar­beit­ge­ber ist ein Ver­si­che­rungs­ver­ein auf Ge­gen­sei­tig­keit, der in der Außen­stel­le Duis­burg An­fang Sep­tem­ber 2009 ca. 54 Mit­ar­bei­ter beschäftig­te. In die­ser Außen­stel­le be­stand ein fünfköpfi­ger Be­triebs­rat. Nach den übe­rein­stim­men­den An­ga­ben der Be­tei­lig­ten im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren be­steht der im Frühjahr 2010 neu gewähl­te Be­triebs­rat nun­mehr aus drei Mit­glie­dern. Al­le Mit­ar­bei­ter - auch die Be­triebs­rats­mit­glie­der - ar­bei­ten an ei­nem mit ei­nem Per­so­nal­com­pu­ter (PC) aus­ge­stat­te­ten Ar­beits­platz. Der Ar­beit­ge­ber ver­wen­det ein Sys­tem, bei dem am Ar­beits­platz ei­ne sog. Work-
 


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sta­ti­on steht und die Da­ten zen­tral auf ei­nem Ser­ver ge­spei­chert wer­den. Zur PC-Nut­zung muss man sich mit ei­nem per­so­nen­be­zo­ge­nen Pass­wort ein­log­gen. Nach ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung und be­trieb­li­chen Richt­li­ni­en, zu de­ren Be­ach­tung sich je­der PC-Nut­zer schrift­lich ver­pflich­tet hat, ist der Ge­brauch ei­nes frem­den Pass­worts un­ter­sagt. Über das In­tra­net ist ei­ne be­triebs- und un­ter­neh­mens­in­ter­ne elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on möglich. Ca. 10-12 % der Mit­ar­bei­ter, dar­un­ter der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de und sein Stell­ver­tre­ter, ha­ben ei­nen In­ter­net­zu­gang. Ca. 25 % der Mit­ar­bei­ter können außer­halb der über das In­tra­net zur Verfügung ge­stell­ten Möglich­keit E-Mails emp­fan­gen und sen­den (sog. ex­ter­ne E-Mails). Durch die Ver­ga­be ent­spre­chen­der ex­ter­ner E-Mail-Adres­sen verfügen auch der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de und sein Stell­ver­tre­ter über die­se Möglich­keit.


Der Be­triebs­rat hat mit dem vor­lie­gen­den Be­schluss­ver­fah­ren vom Ar­beit­ge­ber zu­letzt den Zu­gang zum In­ter­net und die Ein­rich­tung ex­ter­ner E-Mail-Adres­sen für sämt­li­che or­dent­li­chen Be­triebs­rats­mit­glie­der so­wie hilfs­wei­se die nicht auf ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glie­der be­schränk­te Zu­gangsmöglich­keit zum In­ter­net be­gehrt. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, je­des Gre­mi­ums­mit­glied müsse sich im In­ter­net über be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­gen ei­genständig in­for­mie­ren und mit nicht dem Un­ter­neh­men an­gehören­den Drit­ten per E-Mail kom­mu­ni­zie­ren können.

Der Be­triebs­rat hat zu­letzt be­an­tragt 


1. den Ar­beit­ge­ber zu ver­pflich­ten, al­len or­dent­li­chen Mit­glie­dern des Be­triebs­rats un­ter Kos­ten­tra­gung den Zu­gang zum In­ter­net zu ermögli­chen,

2. den Ar­beit­ge­ber zu ver­pflich­ten, al­len or­dent­li­chen Mit­glie­dern des Be­triebs­rats un­ter Kos­ten­tra­gung ex­ter­ne E-Mail-Adres­sen ein­zu­rich­ten,

3. hilfs­wei­se den Ar­beit­ge­ber zu ver­pflich­ten, dem Be­triebs­rat ei­ne nicht auf ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glie­der be­schränk­te Zu­gangsmöglich­keit zum In­ter­net ein­zu­rich­ten.

Der Ar­beit­ge­ber hat An­trags­ab­wei­sung be­an­tragt und sich auf den Stand­punkt ge­stellt, be­reits die dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den und sei­nem Stell­ver­tre­ter gewähr­ten In­ter­net­zugänge sei­en frei­wil­lig und nicht er­for­der­lich

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für die Be­triebs­rats­ar­beit. Aus dem Vor­brin­gen des Be­triebs­rats fol­ge nicht, dass er oh­ne wei­te­re In­ter­net­frei­schal­tun­gen und E-Mail-Ac­counts sei­ne ge­setz­li­chen Auf­ga­ben ver­nachlässi­gen müsse. Das Be­geh­ren sei - nicht zu­letzt un­ter Berück­sich­ti­gung der An­zahl der im Un­ter­neh­men exis­tie­ren­den Be­triebsräte - mit fi­nan­zi­el­lem und ad­mi­nis­tra­ti­vem Auf­wand ver­bun­den. Die er­for­der­li­chen Li­zen­zen und Soft­ware­pa­ke­te ver­ur­sach­ten Kos­ten. Im Übri­gen erhöhe je­der wei­te­re In­ter­net­zu­gang die Ge­fahr des Ein­drin­gens von Vi­ren, Tro­ja­nern uä. in das Netz­werk.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Anträge des Be­triebs­rats ab­ge­wie­sen. Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­rats hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem Hilfs­an­trag ent­spro­chen und den Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, dem Be­triebs­rat ei­ne nicht auf ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glie­der be­schränk­te Zu­gangsmöglich­keit zum In­ter­net ein­zu­rich­ten. Im Übri­gen hat es die Be­schwer­de zurück­ge­wie­sen. Mit der von bei­den Be­tei­lig­ten ein­ge­leg­ten Rechts­be­schwer­de ver­folgt der Be­triebs­rat die ursprüng­lich ge­stell­ten Haupt­anträge wei­ter, während der Ar­beit­ge­ber die vollständi­ge Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung be­gehrt.

B. Die zulässi­ge Rechts­be­schwer­de des Be­triebs­rats hat Er­folg. Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, ne­ben dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den und des­sen Stell­ver­tre­ter dem (nun­mehr ein­zi­gen) wei­te­ren Be­triebs­rats­mit­glied an des­sen PC-Ar­beits­platz den Zu­gang zum In­ter­net zu ermögli­chen und ei­ne ex­ter­ne E-Mail-Adres­se ein­zu­rich­ten. Der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt be­schie­de­ne Hilfs­an­trag fällt nicht zur Ent­schei­dung an; die hier­ge­gen ge­rich­te­te Rechts­be­schwer­de des Ar­beit­ge­bers ist ge­gen­stands­los.


I. Die Haupt­anträge sind zulässig, ins­be­son­de­re hin­rei­chend be­stimmt. Sie bedürfen je­doch der Aus­le­gung.

1. Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO muss ein An­trag auch im Be­schluss­ver­fah­ren so be­stimmt sein, dass die ei­gent­li­che Streit­fra­ge mit Rechts­kraft­wir­kung zwi­schen den Be­tei­lig­ten ent­schie­den wer­den kann. Im Fal­le ei­ner dem An­trag statt­ge­ben­den Ent­schei­dung muss für den in An­spruch ge­nom­me­nen Be­tei­lig­ten ein­deu­tig er­kenn­bar sein, was von ihm ver­langt wird. Da­zu ist es
 


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aus­rei­chend, wenn der An­trag in ei­ner dem Be­stimmt­heits­er­for­der­nis genügen­den Wei­se aus­ge­legt wer­den kann. Das Ge­richt ist da­her ge­hal­ten, ei­ne ent­spre­chen­de Aus­le­gung des An­trags vor­zu­neh­men, wenn hier­durch ei­ne vom An­trag­stel­ler er­kenn­bar er­streb­te Sach­ent­schei­dung ermöglicht wird.


2. Wie die ge­bo­te­ne Aus­le­gung der Haupt­anträge un­ter Berück­sich­ti­gung des Ver­fah­rens­ziels und der In­ter­es­sen­la­ge er­gibt, be­gehrt der Be­triebs­rat der Sa­che nach, ne­ben sei­nem Vor­sit­zen­den und Stell­ver­tre­ter dem nun­mehr ein­zi­gen wei­te­ren Gre­mi­ums­mit­glied an sei­nem PC-Ar­beits­platz ei­nen In­ter­net­zu­gang zu eröff­nen und ihm ei­ne ex­ter­ne E-Mail-Adres­se zur Verfügung zu stel­len.


a) Wie ins­be­son­de­re die An­trags­be­gründung zeigt, geht es dem Be­triebs­rat dar­um, dass der Zu­gang zum In­ter­net und zum „ex­ter­nen“ elek­tro­ni­schen Post­ver­kehr für sämt­li­che sei­ner or­dent­li­chen Mit­glie­der so ge­stal­tet wird, wie ihn der Ar­beit­ge­ber - aus sei­ner Sicht frei­wil­lig und über­ob­li­ga­to­risch - für den Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den und des­sen Stell­ver­tre­ter an de­ren mit ei­ner per­so­nen­be­zo­ge­nen Zu­gangs­be­rech­ti­gung ver­se­he­nen PC-Ar­beitsplätzen ein­ge­rich­tet hat. Nur bei solch ei­nem ar­beits­platz­be­zo­ge­nen An­trags­verständ­nis erklärt sich das mit dem Hilfs­an­trag ver­folg­te Be­geh­ren. Gin­ge es dem An­trag­stel­ler be­reits in der Haupt­sa­che um die bloße, wie auch im­mer um­ge­setz­te In­ter­net­nut­zungsmöglich­keit für al­le Be­triebs­rats­mit­glie­der, wäre der Hilfs­an­trag mit dem Ziel der Gewähr­leis­tung ei­ner nicht auf ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glie­der be­schränk­ten Zu­gangsmöglich­keit zum In­ter­net überflüssig.


b) Die­ses ar­beits­platz­be­zo­ge­ne Sach­mit­tel­ver­lan­gen er­streckt sich nur auf das nun­mehr ne­ben dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den und -stell­ver­tre­ter ein­zi­ge wei­te­re Be­triebs­rats­mit­glied. Nach dem Wort­laut der Haupt­anträge ver­langt der Be­triebs­rat die Sach­mit­tel für al­le „or­dent­li­chen“ Mit­glie­der. Mit der Ver­wen­dung die­ses Rechts­be­griffs sind zum Ei­nen die Er­satz­mit­glie­der des Be­triebs­rats vom An­trags­be­geh­ren aus­ge­nom­men. Zum An­de­ren wer­den Be­triebs­rats­vor­sit­zen­der und -stell­ver­tre­ter von dem Sach­mit­tel­ver­lan­gen nicht er­fasst. Der Be­triebs­rat hat selbst vor­ge­tra­gen, dass an de­ren Ar­beitsplätzen be­reits In­ter-

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net­zugänge und E-Mail-Ac­counts für den über das In­tra­net hin­aus­ge­hen­den elek­tro­ni­schen Post­ver­kehr ein­ge­rich­tet sind.

c) So­weit der Be­triebs­rat die zur Erfüllung der mit den Haupt­anträgen ver­folg­ten Ansprüche not­wen­di­gen tech­ni­schen Maßnah­men nicht näher be­zeich­net hat, steht dies dem Be­stimmt­heits­er­for­der­nis nicht ent­ge­gen. Es ist Sa­che des Ar­beit­ge­bers zu ent­schei­den, auf wel­che Wei­se er das ge­schul­de­te Er­geb­nis - die Sach­mit­tel­be­reit­stel­lung am PC-Ar­beits­platz des drit­ten Be­triebs­rats­mit­glieds - her­beiführt (vgl. BAG 9. Ju­ni 1999 - 7 ABR 66/97 - zu B I der Gründe, BA­GE 92, 26).

d) Mit der An­trags­for­mu­lie­rung „un­ter Kos­ten­tra­gung“ ver­weist der An­trag­stel­ler le­dig­lich im Sin­ne ei­nes Be­gründungs­ele­ments auf die Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers, dem Be­triebs­rat nach § 40 Abs. 2 Be­trVG für die lau­fen­de Geschäftsführung im er­for­der­li­chen Um­fang In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik zur Verfügung zu stel­len.

II. Die (Haupt-)Anträge sind be­gründet. Der Ar­beit­ge­ber ist nach § 40 Abs. 2 Be­trVG ver­pflich­tet, ne­ben dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den und -stell­ver­tre­ter auch dem wei­te­ren Be­triebs­rats­mit­glied an des­sen PC-Ar­beits­platz den In­ter­net­zu­gang zu ermögli­chen und ei­ne ex­ter­ne E-Mail-Adres­se ein­zu­rich­ten.

1. Nach § 40 Abs. 2 Be­trVG hat der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat für die Sit­zun­gen, die Sprech­stun­den und die lau­fen­de Geschäftsführung in er­for­der­li­chem Um­fang Räume, sach­li­che Mit­tel, Büro­per­so­nal so­wie In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik zur Verfügung zu stel­len. Zur In­for­ma­ti­ons­tech­nik iSv. § 40 Abs. 2 Be­trVG gehört das In­ter­net (BAG 23. Au­gust 2006 - 7 ABR 55/05 - zu II 2 der Gründe, AP Be­trVG 1972 § 40 Nr. 88). Auch die Ein­rich­tung oder Zu­wei­sung von E-Mail-Adres­sen mit be­stimm­ten Kon­fi­gu­ra­tio­nen zur über das un­ter­neh­mens­be­zo­gen ein­ge­rich­te­te In­tra­net hin­aus­ge­hen­den „ex­ter­nen“ Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­tels elek­tro­ni­schen Post­wegs fällt un­ter den Be­griff der In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik (vgl. Fit­ting ua. Be­trVG 25. Aufl. § 40 Rn. 134 mwN).

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a) Der Be­triebs­rat kann für je­des sei­ner Mit­glie­der ei­nen ar­beits­platz­be­zo­ge­nen In­ter­net­zu­gang und die Teil­ha­be am „ex­ter­nen“ elek­tro­ni­schen Post­ver­kehr al­ler­dings nur ver­lan­gen, wenn dies zur ord­nungs­gemäßen Wahr­neh­mung der ihm nach dem Ge­setz ob­lie­gen­den Auf­ga­ben er­for­der­lich ist. Auch nach der am 28. Ju­li 2001 in Kraft ge­tre­te­nen Neu­fas­sung des § 40 Abs. 2 Be­trVG, mit der der Ge­setz­ge­ber klar­ge­stellt hat, dass der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik in er­for­der­li­chem Um­fang zur Verfügung zu stel­len hat (BT-Drucks. 14/5741 S. 41), kann bei der Nut­zung die­ser Tech­nik von der Prüfung der Er­for­der­lich­keit nicht ab­ge­se­hen wer­den. Dies er­gibt sich be­reits aus dem Wort­laut des § 40 Abs. 2 Be­trVG. Da­nach ste­hen In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik gleich­ran­gig ne­ben Räum­en, sach­li­chen Mit­teln und Büro­per­so­nal. Die Be­schränkung des Sach­mit­tel­an­spruchs des Be­triebs­rats auf den er­for­der­li­chen Um­fang dient da­zu, ei­ne übermäßige fi­nan­zi­el­le Be­las­tung des Ar­beit­ge­bers zu ver­hin­dern. Da­mit ließe sich nicht in Ein­klang brin­gen, ge­ra­de in dem kos­ten­in­ten­si­ven Be­reich mo­der­ner Büro­tech­nik, an­ders als bei den übri­gen Sach­mit­teln, auf die Prüfung der Er­for­der­lich­keit zu ver­zich­ten (BAG 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 81/09 - Rn. 11 mwN, NZA-RR 2010, 413).


b) Nach ständi­ger Recht­spre­chung des Se­nats ob­liegt dem Be­triebs­rat die Prüfung, ob ein von ihm ver­lang­tes Sach­mit­tel zur Er­le­di­gung von Be­triebs­rats­auf­ga­ben er­for­der­lich und vom Ar­beit­ge­ber zur Verfügung zu stel­len ist. Die Ent­schei­dung hierüber darf er nicht al­lein an sei­nen sub­jek­ti­ven Bedürf­nis­sen aus­rich­ten. Von ihm wird viel­mehr ver­langt, dass er die be­trieb­li­chen Verhält­nis­se und die sich ihm stel­len­den Auf­ga­ben berück­sich­tigt. Da­bei hat er die In­ter­es­sen der Be­leg­schaft an ei­ner sach­ge­rech­ten Ausübung des Be­triebs­rats­amts ei­ner­seits und be­rech­tig­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers, auch so­weit sie auf ei­ne Be­gren­zung der Kos­ten­tra­gungs­pflicht ge­rich­tet sind, ge­gen¬ein­an­der ab­zuwägen. Die­se Grundsätze gel­ten auch für das Ver­lan­gen des Be­triebs­rats auf Über­las­sung von In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik (BAG 20. Ja­nu­ar 2010 - 7 ABR 79/08 - Rn. 12 mwN, NZA 2010, 709).
 


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c) Die Ent­schei­dung des Be­triebs­rats über die Er­for­der­lich­keit des ver­lang­ten Sach­mit­tels un­ter­liegt der ar­beits­ge­richt­li­chen Kon­trol­le. Die­se ist auf die Prüfung be­schränkt, ob das ver­lang­te Sach­mit­tel auf­grund der kon­kre­ten be­trieb­li­chen Si­tua­ti­on der Er­le­di­gung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben des Be­triebs­rats dient und der Be­triebs­rat bei sei­ner Ent­schei­dung nicht nur die In­ter­es­sen der Be­leg­schaft berück­sich­tigt, son­dern auch be­rech­tig­ten Be­lan­gen des Ar­beit­ge­bers Rech­nung ge­tra­gen hat. Dient das je­wei­li­ge Sach­mit­tel der Er­le­di­gung be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher Auf­ga­ben und hält sich die In­ter­es­sen­abwägung des Be­triebs­rats im Rah­men sei­nes Be­ur­tei­lungs­spiel­raums, kann das Ge­richt die Ent­schei­dung des Be­triebs­rats nicht durch sei­ne ei­ge­ne er­set­zen (BAG 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 81/09 - Rn. 13 mwN, NZA-RR 2010, 413).


d) Die im Rah­men der ar­beits­ge­richt­li­chen Kon­trol­le er­ge­hen­de Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, ob der Be­triebs­rat ein Sach­mit­tel zur Er­le­di­gung der ihm ob­lie­gen­den Auf­ga­ben für er­for­der­lich hal­ten durf­te und die­ses des­halb vom Ar­beit­ge­ber zur Verfügung zu stel­len ist, kann im Rechts-be­schwer­de­ver­fah­ren eben­falls nur ein­ge­schränkt dar­auf­hin über­prüft wer­den, ob Rechts­be­grif­fe ver­kannt, Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze ver­letzt oder we­sent­li­che Umstände bei der Würdi­gung über­se­hen wor­den sind (BAG 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 81/09 - Rn. 14 mwN, NZA-RR 2010, 413).

2. Die­sem ein­ge­schränk­ten rechts­be­schwer­de­recht­li­chen Prüfungs­maßstab hält die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung - so­weit die Haupt­anträge ab­ge­wie­sen wor­den sind - nicht stand. Mit der Ar­gu­men­ta­ti­on, dem Be­triebs­rat könne statt der Frei­schal­tung des In­ter­nets und der Ein­rich­tung ei­ner ex­ter­nen E-Mail-Adres­se am PC-Ar­beits­platz des ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glieds im Be­triebs­ratsbüro ein PC mit In­ter­net­an­schluss und ex­ter­ner E-Mail-Adres­se zur Verfügung ge­stellt wer­den, setzt das Be­schwer­de­ge­richt sei­ne ei­ge­ne Ent­schei­dung an die Stel­le der­je­ni­gen des Be­triebs­rats. Da­mit hat es den dem Be­triebs­rat zu­ste­hen­den Be­ur­tei­lungs­spiel­raum nicht hin­rei­chend ge­wahrt und in­so­fern den Be­griff der Er­for­der­lich­keit iSv. § 40 Abs. 2 Be­trVG ver­kannt.


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a) Dies gilt zunächst für den mit dem (Haupt-)An­trag zu 1) ver­lang­ten In­ter­net­zu­gang am PC-Ar­beits­platz des drit­ten Be­triebs­rats­mit­glieds.


aa) Ent­ge­gen der An­sicht des Be­schwer­de­ge­richts hat der Be­triebs­rat die Aus­stat­tung des PC-Ar­beits­plat­zes des wei­te­ren Be­triebs­rats­mit­glieds mit ei­nem In­ter­net­an­schluss als sei­ner Auf­ga­ben­erfüllung dien­lich an­se­hen dürfen.

(1) Wie der Se­nat zu­letzt wie­der­holt ent­schie­den hat, kann der Be­triebs­rat die Ein­ho­lung von In­for­ma­tio­nen aus dem In­ter­net als zur Erfüllung sei­ner Auf­ga­ben er­for­der­lich an­se­hen. Zur Be­gründung des An­spruchs be­darf es nicht der Dar­le­gung kon­kre­ter, ak­tu­ell an­ste­hen­der be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher Auf­ga­ben, zu de­ren Er­le­di­gung In­for­ma­tio­nen aus dem In­ter­net benötigt wer­den. Auch ist die vom Be­triebs­rat zu be­ur­tei­len­de Dien­lich­keit ei­nes Sach­mit­tels zur Auf­ga­ben­wahr­neh­mung nicht erst dann ge­ge­ben, wenn der Be­triebs­rat oh­ne den Ein­satz des Sach­mit­tels sei­ne ge­setz­li­chen Pflich­ten ver­nachlässi­gen müss­te (grds. BAG 20. Ja­nu­ar 2010 - 7 ABR 79/08 - Rn. 19, 20, NZA 2010, 709; 17. Fe­bru­ar 2010 - 7 ABR 81/09 - Rn. 17 - 20 mwN, NZA-RR 2010, 413).

(2) In Wahr­neh­mung sei­nes Be­ur­tei­lungs­spiel­raums darf der Be­triebs­rat eben­so da­von aus­ge­hen, dass die Eröff­nung von In­ter­net­an­schlüssen für die ein­zel­nen Mit­glie­der sei­ner Auf­ga­ben­erfüllung dient. Ei­ne ver­ant­wort­li­che Be­triebs­rats­ar­beit setzt ua. vor­aus, dass sich je­des Be­triebs­rats­mit­glied - ins­be­son­de­re bei der Vor­be­rei­tung auf Be­triebs­rats­sit­zun­gen - ei­genständig und ei­gen­ver­ant­wort­lich über an­ste­hen­de Be­triebs­rats­auf­ga­ben in­for­mie­ren und hier­zu re­cher­chie­ren kann. Es ob­liegt der Ent­schei­dung des Be­triebs­rats, auf wel­che Wei­se und mit­tels wel­cher In­for­ma­ti­ons­quel­len er den ein­zel­nen sei­ner Mit­glie­der den zur Erfüllung der Gre­mi­ums­auf­ga­ben not­wen­di­gen In­for­ma­ti­ons­zu­gang eröff­nen will. Durch das In­ter­net können Sach­in­for­ma­tio­nen zu na­he­zu al­len be­triebs­rats­re­le­van­ten The­men­be­rei­chen ein­ge­holt wer­den. Es ist dem­nach nicht zu be­an­stan­den, dass sich der Be­triebs­rat im Rah­men des ihm beim Sach­mit­tel­ver­schaf­fungs­an­spruch grundsätz­lich zu­ste­hen­den Er­mes­sens vor­lie­gend für das Ver­lan­gen ei­nes In­ter­net­zu­gangs für je­des ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glied an des­sen PC-Ar­beits­platz ent­schie­den hat. Ent­ge­gen der lan­des-ar­beits­ge­richt­li­chen An­nah­me be­darf es we­gen des prin­zi­pi­ell an­zu-

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er­ken­nen­den In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fungs­bedürf­nis­ses für je­des ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glied auch re­gelmäßig kei­ner be­son­de­ren Umstände, wenn das In­for­ma­ti­ons­mit­tel - vor­lie­gend das In­ter­net - durch ei­nen „Zu­griff vom Ar­beits-platz“ je­dem ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glied zur Verfügung ge­stellt wer­den soll.


bb) Be­rech­tig­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers ste­hen dem ar­beits­platz­be­zo­ge­nen In­ter­net­zu­gang für das wei­te­re Be­triebs­rats­mit­glied im Streit­fall nicht ent­ge­gen.


(1) Eben­so wie bei ei­nem dem Gre­mi­um zur Verfügung ge­stell­ten In­ter­net­an­schluss können bei ei­nem den ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­dern an ih­rem Ar­beits­platz eröff­ne­ten In­ter­net­zu­gang für die vom Be­triebs­rat im Rah­men sei­nes Be­ur­tei­lungs­spiel­raums zu tref­fen­de Ent­schei­dung - in Abhängig­keit vom Ein­zel­fall und der kon­kre­ten be­trieb­li­chen Si­tua­ti­on - ne­ben der Be­gren­zung der Kos­ten­pflicht wei­te­re Ge­sichts­punk­te Be­deu­tung er­lan­gen. So kann die kon­kre­te Möglich­keit der Gefähr­dung be­son­de­rer Ge­heim­hal­tungs­in­ter­es­sen ge­gen ei­nen In­ter­net­zu­gang spre­chen. Auch dann, wenn der Ar­beit­ge­ber greif­ba­re An­halts­punk­te für die Ge­fahr des Miss­brauchs des ver­lang­ten Sach­mit­tels vor­bringt, kann dies je nach den Ein­zel­fal­l­umständen dem Sach­mit­tel­ver­lan­gen ent­ge­gen­ste­hen. Be­deut­sam im Rah­men der Berück­sich­ti­gung be­trieb­li­cher In­ter­es­sen können schließlich das be­triebsübli­che und kon­kret das auf Ar­beit­ge­ber­sei­te vor­han­de­ne Aus­stat­tungs­ni­veau sein (BAG 23. Au­gust 2006 - 7 ABR 55/05 - Rn. 16, AP Be­trVG 1972 § 40 Nr. 88; 3. Sep­tem­ber 2003 - 7 ABR 8/03 - zu B II 2 b der Gründe, BA­GE 107, 231). Ins­ge­samt ver­bie­ten sich aber sche­ma­ti­sche Lösun­gen.

(2) Der Be­trie­brat hat bei sei­nem Ver­lan­gen des In­ter­net­zu­gangs für das wei­te­re Be­triebs­rats­mit­glied an des­sen Ar­beits­platz die ge­genläufi­gen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers hin­rei­chend berück­sich­tigt.


(a) Die durch die Ein­rich­tung und Un­ter­hal­tung ei­nes In­ter­net­zu­gangs für das wei­te­re Be­triebs­rats­mit­glied ent­ste­hen­de Kos­ten­be­las­tung spricht nicht ge­gen das Sach­mit­tel­ver­lan­gen. Das Be­triebs­rats­mit­glied ar­bei­tet be­reits an ei­nem PC-Ar­beits­platz. Die Frei­schal­tung ei­nes In­ter­net­zu­gangs er­for­dert so­mit


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we­der um­fang­rei­che tech­ni­sche Verände­run­gen noch ei­ne kos­ten­in­ten­si­ve An­schaf­fung der er­for­der­li­chen Hard­ware. Auch ist nicht er­sicht­lich, dass durch den vom Ar­beit­ge­ber an­geführ­ten Er­werb von Soft­ware und Li­zen­zen und durch die Pfle­ge und War­tung des In­ter­net­zu­gangs un­verhält­nismäßig ho­he Kos­ten so­wie ein un­zu­mut­ba­rer ad­mi­nis­tra­ti­ver Auf­wand entstünden.

(b) Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beit­ge­bers kann nicht auf den kos­tenmäßigen und ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wand ab­ge­stellt wer­den, der da­durch entstünde, dass sämt­li­chen Mit­glie­dern der in al­len sei­ner be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­hei­ten gewähl­ten Be­triebsräte am je­wei­li­gen PC-Ar­beits­platz ein In­ter­net­zu­gang frei­ge­schal­tet wer­den müss­te. Ein Be­triebs­rat muss bei sei­ner Ent­schei­dung über das Ver­lan­gen nach ei­nem Sach­mit­tel kei­ne Erwägun­gen darüber ein­stel­len, ob mögli­cher­wei­se Be­triebsräte in an­de­ren Be­trie­ben des Ar­beit­ge­bers sei­nem Bei­spiel fol­gen.


(c) So­weit der Ar­beit­ge­ber Störun­gen durch Vi­ren und Ha­cker­an­grif­fe befürch­tet, kann dem in glei­cher Wei­se vor­ge­beugt wer­den wie bei den an­de­ren mit In­ter­net­an­schlüssen aus­ge­stat­te­ten PCs im Be­trieb.

b) Auch durch das mit dem (Haupt-)An­trag zu 2) ver­folg­te Ver­lan­gen, dem wei­te­ren Be­trie­brats­mit­glied an des­sen PC-Ar­beits­platz ei­ne ei­ge­ne E-Mail-Adres­se zum Zwe­cke der ex­ter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­zu­rich­ten, hat der Be­triebs­rat sei­nen Be­ur­tei­lungs­spiel­raum nicht über­schrit­ten.


aa) Der Be­triebs­rat durf­te die­ses Sach­mit­tel­ver­lan­gen für dien­lich er­ach­ten. Die zur Erfüllung ih­rer Be­triebs­rats­auf­ga­ben von ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­dern für er­for­der­lich ge­hal­te­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on mit nicht zum Be­trieb oder Un­ter­neh­men gehören­den Drit­ten ist grundsätz­lich Teil der Be­triebs­ratstätig­keit. An­ge­sichts des Auf­ga­ben­ka­ta­logs des Be­triebs­rats und der ei­gen­ver­ant­wort­li­chen Man­dats­wahr­nah­me der ein­zel­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der kom­men vielfälti­ge Si­tua­tio­nen in Be­tracht, in de­nen ein Be­triebs­rats­mit­glied Kon­takt mit be­triebs- und un­ter­neh­men­s­ex­ter­nen Per­so­nen, Stel­len und In­sti­tu­tio­nen auf­neh­men muss. Da­bei kann sich der Be­triebs­rat im Rah­men sei­nes Er­mes­sens grundsätz­lich dafür ent­schei­den, sei­nen Mit­glie­dern die
 


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Kom­mu­ni­ka­ti­onsmöglich­keit per E-Mail zu eröff­nen. Dies gilt zu­min­dest dann, wenn sich der Ar­beit­ge­ber wie im vor­lie­gen­den Fall eben­falls die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik - und sei es durch das Be­reit­stel­len für ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter - be­dient.

bb) Be­rech­tig­te Ar­beit­ge­ber­in­ter­es­sen ste­hen dem Sach­mit­tel­ver­lan­gen vor­lie­gend nicht ent­ge­gen. Eben­so wie der In­ter­net­zu­gang ist die Ein­rich­tung ei­ner ex­ter­nen E-Mail-Adres­se am oh­ne­hin mit ei­nem PC aus­ge­stat­te­ten Ar­beits­platz des wei­te­ren Be­triebs­rats­mit­glieds we­der mit un­verhält­nismäßig ho­hen Kos­ten noch ei­nem un­zu­mut­ba­ren ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wand ver­bun­den. Miss­brauchs- und Störungs­ge­fah­ren kann der Ar­beit­ge­ber eben­so wie an den an­de­ren mit ent­spre­chen­der E-Mail-Kon­fi­gu­ra­ti­on aus­ge­stat­te­ten PC-Ar­beitsplätzen be­geg­nen. Die hy­po­the­ti­sche Möglich­keit ei­nes ent­spre­chen­den Ver­lan­gens an­de­rer im Un­ter­neh­men des Ar­beit­ge­bers be­ste­hen­der Be­triebsräte muss­te der an­trag­stel­len­de Be­triebs­rat bei sei­ner Er­mes­sens­ent­schei­dung nicht berück­sich­ti­gen.


III. Der er­kenn­bar nur für den Fall des Un­ter­lie­gens mit dem Haupt­an­trag zu 1) ge­stell­te und vom Lan­des­ar­beits­ge­richt - aus sei­ner Sicht kon­se­quent - be­schie­de­ne Hilfs­an­trag fällt nicht zur Ent­schei­dung an. Die hier­ge­gen ge­rich­te­te Rechts­be­schwer­de des Ar­beit­ge­bers geht ins Lee­re. Aus Klar­stel­lungs­gründen war ver­an­lasst, die ent­spre­chen­de Ti­tu­lie­rung des Be­schwer­de­ge­richts für ge­gen­stands­los zu erklären.

Lin­sen­mai­er 

Kiel 

Schmidt

Hoff­mann 

Holz­hau­sen

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