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BMW-Be­triebs­rat ver­wei­gert Zu­stim­mung zu mehr Leih­ar­beit

Streit um Leih­ar­bei­ter bei BMW in Leip­zig

14.02.2012 (dpa/sn) - Im Kon­flikt um den mas­sen­haf­ten Ein­satz von Zeit­ar­bei­tern im Leip­zi­ger BMW-Werk soll das Ge­richt ent­schei­den. An die­sem Mitt­woch gibt es die ers­te Ver­hand­lung. Der Grund: Der Be­triebs­rat des Leip­zi­ger Wer­kes hat der Ein­stel­lung von et­wa 1.100 wei­te­ren Leih­ar­bei­tern sei­ne Zu­stim­mung ver­sagt. Das Un­ter­neh­men will sich die Zu­stim­mung durch ei­nen Ge­richts­ent­scheid er­set­zen las­sen.

Bis­her sind laut Ge­richt sie­ben Ver­hand­lungs­ta­ge bis in den Ju­li an­ge­setzt. Die Leip­zi­ger Ent­schei­dung könn­te weit­rei­chen­de Fol­gen ha­ben. Im Kern geht es dar­um, fest­zu­stel­len, ob es ei­ne zeit­li­che Be­fris­tung für den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern gibt und wie lang sie sein könn­te. Die EU-Richt­li­nie spricht von vor­über­ge­hen­der Be­schäf­ti­gung. Es sei aber nicht de­fi­niert, was das ge­nau be­deu­te, mo­niert et­wa der IG-Me­tall­be­voll­mäch­tig­te Bernd Krup­pa.

Die Wei­ge­rung des Leip­zi­ger Be­triebs­ra­tes liegt in­des­sen ganz auf der Li­nie der IG Me­tall, die sich für die ab März an­ste­hen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen ne­ben ei­ner kräf­ti­gen Lohn­an­he­bung um 6,5 Pro­zent auch das Zu­rück­drän­gen von Leih­ar­beit auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat. Laut Me­tall­ge­werk­schaft ar­bei­ten in der Bran­che 300.000 Zeit­ar­bei­ter. BMW Leip­zig ist nur ein Bei­spiel für ein bun­des­wei­tes Phä­no­men.

Nach An­ga­ben des Be­triebs­rats sind 40 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter bei BMW Leip­zig Zeit­ar­bei­ter. Es müs­se mehr un­be­fris­te­te Fest­an­stel­lun­gen ge­ben, for­dert Be­triebs­rats­chef Jens Ko­eh­ler. Ei­ne "Schmerz­gren­ze", wie hoch der An­teil von Zeit­ar­bei­tern sein soll­te, wol­le er nicht fest­le­gen. "Das Ge­richt soll fest­le­gen, was 'vor­über­ge­hend' be­deu­tet", sag­te er der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Er hof­fe in­des­sen un­ab­hän­gig von dem Ge­richts­ver­fah­ren im­mer noch auf ei­ne sach­li­che be­triebs­in­ter­ne Lö­sung. Kampf­maß­nah­men, um Druck zu ma­chen, wer­de es nicht ge­ben. "Wir pa­cken nicht die Pau­ken und Trom­pe­ten aus, da­mit wä­re nie­man­dem ge­dient", sagt Ko­eh­ler.

Auch die Un­ter­neh­mens­lei­tung will vom Ge­richt wis­sen, ob es ei­ne zeit­li­che Be­fris­tung für den Ein­satz von Zeit­ar­bei­tern gibt. «Wir sa­gen: Nein, die gibt es nicht», be­ton­te Werks­spre­cher Jo­chen Mül­ler. In Leip­zig ar­bei­ten der­zeit 2.800 Stamm­be­schäf­tig­te. "Un­ser Stand­punkt ist, auch wenn die Zei­ten gut sind, wol­len wir Be­schäf­ti­gung be­hut­sam auf­bau­en." Ein fle­xi­bler An­teil an Be­schäf­tig­ten wer­de im­mer ge­braucht, weil es je­der­zeit kon­junk­tu­rel­le Schwan­kun­gen ge­ben kön­ne. Au­ßer­dem hät­ten Leih­ar­bei­ter bei BMW durch­aus gu­te Chan­cen für ei­ne Über­nah­me. Im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en 250 Mit­ar­bei­ter neu un­be­fris­tet ein­ge­stellt wor­den, da­von wa­ren 170 zu­vor Zeit­ar­bei­ter.

BMW baut in Leip­zig meh­re­re Mo­del­le der 1er-Rei­he so­wie den kom­pak­ten Ge­län­de­wa­gen X1. Das Werk wird ge­ra­de für rund 400 Mil­lio­nen EUR er­wei­tert. Von 2013 an sol­len die neu­en Elek­tro­mo­del­le von BMW in Leip­zig ge­fer­tigt wer­den. Wie bei den an­de­ren füh­ren­den deut­schen Au­to­bau­ern brummt beim BMW-Kon­zern der­zeit das Ge­schäft. Nach dem Er­folgs­jahr 2011 ist der Au­to­bau­er gut ins neue Jahr ge­star­tet. Die Au­to­ver­käu­fe der Münch­ner leg­ten im Ja­nu­ar im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 6,6 Pro­zent auf 112.163 Fahr­zeu­ge zu.

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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