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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebsrat, Massenentlassung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 6 AZR 596/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 21.03.2012
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Mannheim, Urteil vom 13.01.2010, 13 Ca 59/09
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 18.05.2010, 14 Sa 14/10
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


6 AZR 596/10
14 Sa 14/10
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ba­den-Würt­tem­berg

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

21. März 2012

UR­TEIL

Brüne, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­ter, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

Streit­hel­fe­rin,

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hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 21. März 2012 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Fi­scher­mei­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Spel­ge, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Mest­werdt so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Klap­proth und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Döpfert für Recht er­kannt:


1. Auf die Re­vi­si­on des Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Mann­heim - vom 18. Mai 2010 - 14 Sa 14/10 - auf­ge­ho­ben.


2. Auf die Be­ru­fung des Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Mann­heim vom 13. Ja­nu­ar 2010 - 13 Ca 59/09 - ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

3. Der Kläger hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­ner auf­grund ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs oh­ne Na­mens­lis­te erklärten or­dent­li­chen be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung.


Der Kläger war seit dem 1. Sep­tem­ber 1975 bei der Schuld­ne­rin bzw. de­ren Rechts­vorgänge­rin beschäftigt. Durch Be­schluss des Amts­ge­richts Mann­heim - In­sol­venz­ge­richt - vom 1. Ok­to­ber 2009 (- 4 IN 353/09 -) wur­de über das Vermögen der Schuld­ne­rin das In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net und der Be­klag­te zum In­sol­venz­ver­wal­ter be­stellt. Die­ser in­for­mier­te den bei der Schuld­ne­rin ge­bil­de­ten Be­triebs­rat noch am sel­ben Tag über die ge­plan­te Ent­las­sung der zu die­sem Zeit­punkt noch beschäftig­ten 96 Ar­beit­neh­mer. Am 8. Ok­to­ber 2009 schloss der Be­klag­te mit dem Be­triebs­rat ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te ab. Des­sen § 4 Abs. 3 hält fest:

„Die gemäß § 17 Abs. (2) KSchG er­for­der­li­chen Auskünf­te wur­den dem Be­triebs­rat am 01.10.2009 von dem In­sol-
 


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venz­ver­wal­ter er­teilt. Der Be­triebs­rat sieht ab­sch­ließend kei­ne Möglich­kei­ten, die be­ab­sich­tig­ten Ent­las­sun­gen zu ver­mei­den. Das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren nach § 17 Abs. (2) KSchG ist so­mit ab­ge­schlos­sen.“

Mit Schrei­ben vom 8. Ok­to­ber 2009 er­stat­te­te der Be­klag­te ge­genüber der zuständi­gen Agen­tur für Ar­beit Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge. Er wies so­wohl in die­ser An­zei­ge als auch im An­schrei­ben an die Agen­tur für Ar­beit auf die im In­ter­es­sen­aus­gleich er­folg­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats hin. Die­sem An­schrei­ben fügte er ua. das For­mu­lar der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge gemäß § 17 KSchG bei. Nach Ein­gang der An­zei­ge bei der Agen­tur für Ar­beit kündig­te der Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis mit dem Kläger am 12. Ok­to­ber 2009 zum 31. Ja­nu­ar 2010.

Mit sei­ner am 21. Ok­to­ber 2009 beim Ar­beits­ge­richt Mann­heim ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge wehrt sich der Kläger ge­gen die Kündi­gung. Im Hin­blick auf ei­ne von der Rechts­vorgänge­rin der Schuld­ne­rin ab­ge­ge­be­ne Rück­kehr­ga­ran­tie hat er der Rechts­vorgänge­rin den Streit verkündet. Die­se ist durch Schrift­satz vom 1. De­zem­ber 2009 dem Rechts­streit auf­sei­ten des Klägers bei­ge­tre­ten. Der Kläger strebt in ei­nem wei­te­ren, ge­gen die Streit­hel­fe­rin geführ­ten Ver­fah­ren ei­ne Wie­der­ein­stel­lung durch die­se an. Zwi­schen­zeit­lich hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit Ur­tei­len vom 14. März 2012 (- 7 AZR 147 bis 149/11 -) in Par­al­lel­ver­fah­ren den dor­ti­gen Klägern ei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch zu­ge­bil­ligt.

Der Kläger hat be­strit­ten, dass der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge vom 8. Ok­to­ber 2009 der In­ter­es­sen­aus­gleich vom sel­ben Tag bei­gefügt ge­we­sen sei. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Über­sen­dung ei­ner Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats in ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te an die Agen­tur für Ar­beit genüge auch nicht den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen an die Beifügung ei­ner Stel­lung­nah­me bei der Er­stat­tung der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge. Ein In­ter­es­sen­aus­gleich sei ein zwei­sei­ti­ger Ver­trag, nicht aber ei­ne ein­sei­ti­ge Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats. Er­for­der­lich sei viel­mehr ei­ne Stel­lung­nah­me, die sich er­kenn­bar auf die kon­kret an­zu­zei­gen­den Ent­las­sun­gen be­zie­he. Dafür rei­che es nicht aus, wenn die Ver­laut­ba­run­gen des Be­triebs­rats aus an­de­ren
 


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recht­li­chen Zu­sam­menhängen herrühr­ten. Je­den­falls ha­be die Kündi­gungs­frist erst mit Ab­lauf der Sperr­frist zu lau­fen be­gon­nen.

Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt 


fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der C GmbH durch die mit Schrei­ben des Be­klag­ten vom 12. Ok­to­ber 2009 - zu­ge­gan­gen am 14. Ok­to­ber 2009 - aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung zum 31. Ja­nu­ar 2010, hilfs­wei­se zum nächstmögli­chen Zeit­punkt, nicht auf­gelöst ist.

Der Be­klag­te hat zur Be­gründung sei­nes Be­geh­rens auf Kla­ge­ab­wei­sung die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Über­sen­dung der in den In­ter­es­sen­aus­gleich in­te­grier­ten Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats an die Agen­tur für Ar­beit ha­be den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen genügt. § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG schrei­be für die Stel­lung­nah­me kei­ne be­son­de­re Form vor. Ei­ner ge­son­der­ten Stel­lung­nah­me ha­be es des­halb nicht be­durft.


Die Vor­in­stan­zen ha­ben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Mit der durch den Se­nat zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Be­klag­te sein Be­geh­ren wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe


Die Re­vi­si­on des Be­klag­ten ist be­gründet. Sei­ne Kündi­gung vom 12. Ok­to­ber 2009 hat das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en mit dem 31. Ja­nu­ar 2010 be­en­det.


I. Der Um­stand, dass der Kläger die Wie­der­ein­stel­lung durch die Streit­verkünde­te er­strebt, steht der Zulässig­keit der Kündi­gungs­schutz­kla­ge nicht ent­ge­gen. Das dafür er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se er­gibt sich be­reits dar­aus, dass der un­ter das Kündi­gungs­schutz­ge­setz fal­len­de Ar­beit­neh­mer in­ner­halb von drei Wo­chen nach Zu­gang der Kündi­gung Kla­ge nach § 4 Satz 1 KSchG er­he­ben muss, um den Ein­tritt der Wirk­sam­keits­fik­ti­on des § 7 KSchG zu ver­hin­dern (BAG 11. Fe­bru­ar 1981 - 7 AZR 12/79 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 8 = EzA KSchG § 4 nF Nr. 20).

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II. § 17 KSchG steht der Kündi­gung nicht ent­ge­gen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat rechts­feh­ler­haft ei­nen Ver­s­toß ge­gen § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG an­ge­nom­men.


1. Ei­ne Ver­let­zung der Kon­sul­ta­ti­ons­pflicht gemäß § 17 Abs. 2 KSchG hat der Kläger nicht gerügt (vgl. zur Ver­tei­lung der Dar­le­gungs- und Be­weis­last für das ord­nungs­gemäße Ver­fah­ren nach § 17 KSchG BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 6 AZR 407/10 - Rn. 31).

2. Ein Ver­s­toß ge­gen die An­zei­ge­pflicht aus § 17 Abs. 1, Abs. 3 Satz 2 KSchG, die un­ein­ge­schränkt auch für den In­sol­venz­ver­wal­ter gilt (BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 6 AZR 407/10 - Rn. 29), als sol­che liegt nicht vor. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat bin­dend fest­ge­stellt, dass der Be­klag­te der ört­li­chen Agen­tur für Ar­beit mit Schrei­ben vom 8. Ok­to­ber 2009 die Mas­sen­ent­las­sung an­ge­zeigt hat und die­ses Schrei­ben dort spätes­tens am 12. Ok­to­ber 2009 vor Erklärung der streit­be­fan­ge­nen Kündi­gung ein­ge­gan­gen ist.


3. Der Be­klag­te hat der An­zei­ge auch - wie von § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG ver­langt - die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei­gefügt. Dafür genügte die Beifügung des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 8. Ok­to­ber 2009, in dem der Be­triebs­rat un­ter § 4 Abs. 3 zur be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sung ab­sch­ließend Stel­lung ge­nom­men hat­te.


a) Hat der Be­triebs­rat ei­ne Stel­lung­nah­me zu dem Er­geb­nis der nach § 17 Abs. 2 KSchG mit dem Ar­beit­ge­ber geführ­ten Be­ra­tun­gen ab­ge­ge­ben, ist die­se gemäß § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG der An­zei­ge der Mas­sen­ent­las­sung ge­genüber der ört­li­chen Agen­tur für Ar­beit bei­zufügen. Ha­ben Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te ge­schlos­sen, er­setzt die­ser gemäß § 125 Abs. 2 In­sO die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats. In ei­nem sol­chen Fall genügt al­so die Beifügung des In­ter­es­sen­aus­gleichs mit Na­mens­lis­te den An­for­de­run­gen des § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG. Dies gilt selbst dann, wenn im In­ter­es­sen­aus­gleich kei­ne Be­kun­dun­gen des Be­triebs­rats zu den Be­ra­tun­gen mit dem Ar­beit­ge­ber ent­hal­ten sind.
 


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b) Ein In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te, wie er im vor­lie­gen­den Fall ver­ein­bart wor­den ist, kann zwar man­gels ge­setz­li­cher An­ord­nung die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats nach § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG nicht er­set­zen. Die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats wird nur in den Fällen des § 1 Abs. 5 Satz 4 KSchG und des § 125 Abs. 2 In­sO durch die Be­triebs­rats­be­tei­li­gung in an­de­ren Zu­sam­menhängen er­setzt (APS/Moll 4. Aufl. § 17 KSchG Rn. 112). Mit Aus­nah­me die­ser Fälle gibt der Be­triebs­rat ei­ne Stel­lung­nah­me iSv. § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG durch die Ausübung an­de­rer be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher oder sons­ti­ger Rech­te nicht ab. Da­von ist auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­ge­gan­gen. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts geht es im vor­lie­gen­den Fall aber nicht um die Er­set­zung der Stel­lung­nah­me durch ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te, son­dern dar­um, ob ei­ne in ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te in­te­grier­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats den An­for­de­run­gen des § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG genügt oder ob dafür ei­ne se­pa­ra­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats in ei­nem ei­genständi­gen Do­ku­ment er­for­der­lich ist.


c) § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG ver­langt kei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats in ei­nem ei­genständi­gen Do­ku­ment.

aa) Aus dem Wort­laut des § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG er­gibt sich al­ler­dings nicht, wel­che An­for­de­run­gen an die bei­zufügen­de Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats zu stel­len sind. Dem Wort „Beifügung“ lässt sich nur ent­neh­men, dass es sich um ei­ne verkörper­te Erklärung han­deln muss, nicht je­doch, ob die­se in ei­nem ei­genständi­gen Do­ku­ment er­fol­gen muss.


bb) Aus Sinn und Zweck des § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG folgt, dass ei­ne in ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te in­te­grier­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen genügt.


(1) Wel­chem Zweck die ge­setz­li­che An­ord­nung, der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei­zufügen, dient, lässt sich nur in der Zu­sam­men­schau mit den Zwe­cken der Pflicht zur Kon­sul­ta­ti­on des Be-

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triebs­rats nach § 17 Abs. 2 KSchG und zur Er­stat­tung ei­ner Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge nach § 17 Abs. 1, Abs. 3 KSchG er­mit­teln.

(a) § 17 KSchG dient in Um­set­zung der Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20. Ju­li 1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen - MERL - dem Schutz der Ar­beit­neh­mer vor den Fol­gen von Mas­sen­ent­las­sun­gen. Haupt­ziel der MERL ist im Hin­blick auf die so­zioöko­no­mi­schen Aus­wir­kun­gen von Mas­sen­ent­las­sun­gen, sol­chen Ent­las­sun­gen Kon­sul­ta­tio­nen mit Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern und die Un­ter­rich­tung der zuständi­gen Behörde vor­an­ge­hen zu las­sen (vgl. EuGH 15. Fe­bru­ar 2007 - C-270/05 - [Athi­naïki Char­to­poiïa] Rn. 28, Slg. 2007, I-1499; 10. De­zem­ber 2009 - C-323/08 - [Ro­dríguez Ma­yor] Rn. 44, Slg. 2009, I-11621). Die Kon­sul­ta­ti­on mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern er­streckt sich auf die Möglich­keit, Mas­sen­ent­las­sun­gen zu ver­mei­den oder zu be­schränken, so­wie auf die Möglich­keit, ih­re Fol­gen durch so­zia­le Be­gleit­maßnah­men, die ins­be­son­de­re Hil­fen für ei­ne an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung oder Um­schu­lung der ent­las­se­nen Ar­beit­neh­mer zum Ziel ha­ben, zu mil­dern (vgl. EuGH 10. De­zem­ber 2009 - C-323/08 - [Ro­dríguez Ma­yor] Rn. 43, aaO; 3. März 2011 - C-235/10 bis C-239/10 - [Cla­es] Rn. 56, NZA 2011, 337). Die Agen­tur für Ar­beit soll die Möglich­keit ha­ben, recht­zei­tig Maßnah­men zur Ver­mei­dung oder we­nigs­tens zur Verzöge­rung von Be­las­tun­gen des Ar­beits­markts ein­zu­lei­ten und für an­der­wei­ti­ge Beschäfti­gun­gen der Ent­las­se­nen zu sor­gen (BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 6 AZR 407/10 - Rn. 45).

(b) Aus­ge­hend von die­sen Zie­len soll die von § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG ver­lang­te Beifügung der Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats zur An­zei­ge ge­genüber der Agen­tur für Ar­beit be­le­gen, ob und wel­che Möglich­kei­ten die­ser sieht, die an­ge­zeig­ten Kündi­gun­gen zu ver­mei­den. Sie soll zu­gleich be­le­gen, dass so­zia­le Maßnah­men mit dem Be­triebs­rat be­ra­ten und ggf. ge­trof­fen wor­den sind (vgl. BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 6 AZR 407/10 - Rn. 45). Sch­ließlich soll das Beifügungs­er­for­der­nis ver­hin­dern, dass der Ar­beit­ge­ber ei­ne für ihn ungüns­ti­ge Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats ge­genüber der Agen­tur für Ar­beit ver­schweigt,
 


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um ei­ne für ihn güns­ti­ge Ent­schei­dung der Behörde zu er­wir­ken (vgl. APS/Moll 4. Aufl. § 17 KSchG Rn. 111).

(2) Die­sen Zwe­cken genügt ei­ne in den In­ter­es­sen­aus­gleich in­te­grier­te ab­sch­ließen­de Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats, die er­ken­nen lässt, dass sie sich auf die an­ge­zeig­ten Kündi­gun­gen be­zieht (vgl. Bis­sels ju­ris­PR-ArbR 12/2011 Anm. 2; Grau/Sit­tard BB 2011, 1845, 1850; ErfK/Kiel 12. Aufl. § 17 KSchG Rn. 32; je­weils mit For­mu­lie­rungs­vor­schlag: Krie­ger/Lud­wig NZA 2010, 919, 921; Mückl Ar­bRAk­tu­ell 2011, 238, 239 f.; Schramm/Kuhn­ke NZA 2011, 1071, 1073). Das gilt um­so mehr, als die Un­ter­rich­tungs­pflich­ten nach § 111 Be­trVG und § 17 Abs. 2 Satz 1 KSchG weit­ge­hend übe­rein­stim­men. Die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen der §§ 111 ff. Be­trVG gewähr­leis­ten ei­ne um­fang­rei­che In­for­ma­ti­on des Be­triebs­rats und ernst­haf­te Be­ra­tun­gen über Al­ter­na­tivlösun­gen iSd. MERL (vgl. BAG 18. Sep­tem­ber 2003 - 2 AZR 79/02 - zu B III 1 b der Gründe, BA­GE 107, 318; 30. März 2004 - 1 AZR 7/03 - zu II 2 b aa der Gründe, BA­GE 110, 122; ausführ­lich Hin­richs Kündi­gungs­schutz und Ar­beit­neh­mer­be­tei­li­gung bei Mas­sen­ent­las­sun­gen S. 166 bis 169; vgl. auch Krie­ger/Lud­wig aaO; Mückl aaO; Ni­k­las/Ko­eh­ler NZA 2010, 913, 915; Schramm/Kuhn­ke aaO). Mit sei­ner Un­ter­schrift un­ter ei­nen sol­chen In­ter­es­sen­aus­gleich do­ku­men­tiert der Be­triebs­rat sei­ne Mei­nung zu der an­ste­hen­den Mas­sen­ent­las­sung ab­sch­ließend und bringt zum Aus­druck, dass er das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren als ab­ge­schlos­sen an­sieht. Ver­lang­te man vom Ar­beit­ge­ber, sich für die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge vom Be­triebs­rat zusätz­lich zu des­sen be­reits in den In­ter­es­sen­aus­gleich auf­ge­nom­me­ner Stel­lung­nah­me die­se in ei­nem ge­son­der­ten Schrei­ben wie­der­ho­len zu las­sen oder die Stel­lung­nah­me aus dem In­ter­es­sen­aus­gleich her­aus­zu­ko­pie­ren und auf ei­nem Ex­tra­blatt aus­zu­dru­cken, wäre dies ein überflüssi­ger For­ma­lis­mus. Ein größerer Er­kennt­nis­wert oder In­for­ma­ti­ons­ge­winn für die Agen­tur für Ar­beit wäre da­mit nicht ver­bun­den (in die­sem Sinn auch Bis­sels aaO).


(3) Dem lässt sich, an­ders als der Kläger meint, nicht ent­ge­gen­hal­ten, dass der Be­triebs­rat im In­ter­es­sen­aus­gleich, der ei­nen zwei­sei­ti­gen Ver­trag zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat dar­stel­le, nicht die von § 17 Abs. 3 Satz 2
 


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KSchG ver­lang­te ein­sei­ti­ge Stel­lung­nah­me ab­ge­ben könne. Beim In­ter­es­sen­aus­gleich han­delt es sich nicht um ei­nen zwei­sei­ti­gen Ver­trag, son­dern um ei­ne kol­lek­ti­ve Ver­ein­ba­rung be­son­de­rer Art, de­ren Rechts­qua­lität nicht ab­sch­ließend geklärt ist (vgl. BAG 3. Mai 2006 - 1 ABR 15/05 - Rn. 27, BA­GE 118, 131). In die­ser Ver­ein­ba­rung kann je­de der Be­triebs­par­tei­en ein­sei­ti­ge Erklärun­gen ab­ge­ben, sei es der Ar­beit­ge­ber zu den Gründen der Be­triebsände­rung, sei es der Be­triebs­rat in Form der Stel­lung­nah­me zu der Anhörung nach § 102 Be­trVG (vgl. APS/Koch 4. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 117a) oder zu der Un­ter­rich­tung nach § 17 Abs. 2 KSchG.

cc) Das Ar­gu­ment des Lan­des­ar­beits­ge­richts, dass es nicht Sa­che der Agen­tur für Ar­beit sei, vom Ar­beit­ge­ber der An­zei­ge bei­gefügte, be­lie­bi­ge Un­ter­la­gen mit Erklärun­gen der Be­triebs­part­ner wie et­wa ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich dar­auf­hin zu un­ter­su­chen, ob sich hier­aus im We­ge der Aus­le­gung ei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats iSd. § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG ab­lei­ten las­se, über­zeugt nicht.

(1) Zum ei­nen berück­sich­tigt das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht, dass der Be­klag­te so­wohl in der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge als auch im Be­gleit­schrei­ben an die Agen­tur für Ar­beit aus­drück­lich auf die im In­ter­es­sen­aus­gleich er­folg­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats hin­ge­wie­sen und den In­halt von § 4 des In­ter­es­sen­aus­gleichs im An­schrei­ben wört­lich wie­der­ge­ge­ben hat­te. Die Agen­tur für Ar­beit muss­te des­halb kei­nes­wegs die ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen auf ei­ne ggf. dar­in ent­hal­te­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats un­ter­su­chen und erst recht nicht die Stel­lung­nah­me im We­ge der Aus­le­gung aus den ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen ab­lei­ten. Sie muss­te le­dig­lich § 4 des als An­la­ge 4 der An­zei­ge bei­gefügten In­ter­es­sen­aus­gleichs berück­sich­ti­gen. Hätte der Be­klag­te als An­la­ge 5 der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ei­ne ge­son­der­te Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats zur be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sung bei­gefügt, wäre der Agen­tur für Ar­beit kein ge­rin­ge­rer Auf­wand ent­stan­den (vgl. Bis­sels ju­ris­PR-ArbR 12/2011 Anm. 2).


(2) Zum an­de­ren gilt für die Ent­schei­dung der Agen­tur für Ar­beit über die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge nicht, wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­zu­neh­men


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scheint, der Bei­brin­gungs­grund­satz. Viel­mehr un­ter­liegt das da­bei ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren ne­ben den Re­ge­lun­gen des § 20 KSchG den all­ge­mei­nen so­zi­al-ver­fah­rens- und ver­wal­tungs­recht­li­chen Grundsätzen, ins­be­son­de­re den Be­stim­mun­gen des SGB X (vgl. APS/Moll 4. Aufl. § 20 KSchG Rn. 19). Gemäß § 20 SGB X er­mit­telt die Behörde den Sach­ver­halt von Amts we­gen. Die Agen­tur für Ar­beit hat al­so von Amts we­gen fest­zu­stel­len, ob die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen der An­zei­ge erfüllt sind. Da­zu gehört auch die Prüfung, ob der An­zei­ge - wie von § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG ver­langt - die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei­gefügt ist. Bei Zwei­feln muss die Agen­tur für Ar­beit beim Ar­beit­ge­ber gemäß § 20 Abs. 3 KSchG rück­fra­gen (vgl. Mückl Ar­bRAk­tu­ell 2011, 238, 240).


Ent­spre­chend die­sen ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen stellt die Agen­tur für Ar­beit selbst in ih­rer Pra­xis kei­ne ho­hen An­for­de­run­gen an die Form der Stel­lung­nah­me (vgl. Nr. 17.33 der Durchführungs­an­wei­sun­gen der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zum Drit­ten und Vier­ten Ab­schnitt des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes Stand Ju­li 2005 zu § 17 Abs. 3).


d) Die in § 4 des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 8. Ok­to­ber 2009 ab­ge­ge­be­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats genügt den An­for­de­run­gen des § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG.


aa) Der In­ter­es­sen­aus­gleich vom 8. Ok­to­ber 2009 war der an die Agen­tur für Ar­beit über­sand­ten Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge bei­gefügt. Dies hat zwar das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht bin­dend iSv. § 559 Abs. 2 ZPO fest­ge­stellt. Die­se Be­haup­tung des Be­klag­ten ist je­doch gemäß § 138 Abs. 3 ZPO un­strei­tig ge­wor­den und da­her der Ent­schei­dung zu­grun­de zu le­gen.


(1) Die An­for­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rungs­last des Be­strei­ten­den hängen grundsätz­lich da­von ab, wie sub­stan­ti­iert der dar­le­gungs­pflich­ti­ge Geg­ner vor­ge­tra­gen hat. Ob und in­wie­weit die nicht dar­le­gungs­be­las­te­te Par­tei ih­ren Sach­vor­trag sub­stan­ti­ie­ren muss, lässt sich nur aus dem Wech­sel­spiel von Vor­trag und Ge­gen­vor­trag be­stim­men, wo­bei die Ergänzung und Auf­glie­de­rung des Sach­vor­trags bei hin­rei­chen­dem Ge­gen­vor­trag im­mer zunächst Sa­che
 


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der dar­le­gungs- und be­weis­pflich­ti­gen Par­tei ist (BGH 3. Fe­bru­ar 1999 - VIII ZR 14/98 - zu II 2 b aa der Gründe, NJW 1999, 1404).

(2) Der Kläger hat die Beifügung des In­ter­es­sen­aus­gleichs zunächst zulässig mit Nicht­wis­sen be­strit­ten. Im Hin­blick auf das dar­auf­hin vom Be­klag­ten vor­ge­leg­te Te­le­fax­pro­to­koll sei­nes Schrei­bens an die Agen­tur für Ar­beit wäre es Auf­ga­be des Klägers ge­we­sen, sei­nen Sach­vor­trag in­so­weit zu sub­stan­ti­ie­ren. Da er dies nicht ge­tan hat, ist die Über­sen­dung des In­ter­es­sen­aus­gleichs an die Agen­tur für Ar­beit un­strei­tig ge­wor­den.


bb) Der Be­triebs­rat hat im In­ter­es­sen­aus­gleich vom 8. Ok­to­ber 2009 ei­ne ein­deu­ti­ge und ab­sch­ließen­de Stel­lung­nah­me ab­ge­ge­ben. Der Erklärung in § 4 Abs. 3 des In­ter­es­sen­aus­gleichs, dass dem Be­triebs­rat die nach § 17 Abs. 2 KSchG er­for­der­li­chen Auskünf­te er­teilt wor­den sei­en, die­ser ab­sch­ließend kei­ne Möglich­kei­ten se­he, die be­ab­sich­tig­ten Ent­las­sun­gen zu ver­mei­den, und das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren so­mit ab­ge­schlos­sen sei, las­sen sich drei Aus­sa­gen ent­neh­men. Ers­tens wird zum Aus­druck ge­bracht, dass der Be­triebs­rat sei­ne Be­tei­li­gungs­rech­te als ge­wahrt an­sieht. Zwei­tens enthält § 4 Abs. 3 des In­ter­es­sen­aus­gleichs ei­ne ein­deu­ti­ge Mei­nungsäußerung des Be­triebs­rats zu den be­ab­sich­tig­ten Ent­las­sun­gen (für ei­ne Aus­le­gung in die­sem Sinn auch: Bis­sels ju­ris­PR-ArbR 12/2011 Anm. 2). Drit­tens wird aus­drück­lich erklärt, dass es sich um ei­ne ab­sch­ließen­de Stel­lung­nah­me han­delt. Mehr ist von ei­ner Stel­lung­nah­me iSd. § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG nicht zu ver­lan­gen.


4. Die zu II 3 c bb dar­ge­stell­ten Grundsätze zum Verständ­nis der MERL sind durch die an­geführ­te jünge­re Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on geklärt, so dass ein er­neu­tes Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren nach Art. 267 AEUV nicht er­for­der­lich war (vgl. EuGH 6. Ok­to­ber 1982 - Rechts­sa­che 283/81 - [C.I.L.F.I.T.] Rn. 14, Slg. 1982, 3415; 15. Sep­tem­ber 2005 - C-495/03 - [In­ter­mo­dal Trans­ports] Rn. 33, Slg. 2005, I-8151). Der Se­nat ist auch nicht ge­hal­ten, dem Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on gemäß Art. 267 AEUV die Fra­ge vor­zu­le­gen, ob die der An­zei­ge der Mas­sen­ent­las­sung bei­zufügen­de Stel­lung­nah­me der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung auch in ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te in­te­griert sein kann oder in ei­nem se­pa­ra­ten

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Do­ku­ment ent­hal­ten sein muss. Die­se Fra­ge be­darf kei­ner Be­ant­wor­tung durch den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on am Maßstab des Uni­ons­rechts. Die MERL enthält selbst kei­ne Re­ge­lung, in wel­cher Form die Stel­lung­nah­me der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung zu er­fol­gen hat. Die im vor­lie­gen­den Rechts­streit zu be­ant­wor­ten­de Fra­ge be­trifft da­mit kei­ne uni­ons­recht­li­che Fra­ge­stel­lung, son­dern aus­sch­ließlich die An­wen­dung na­tio­na­len Rechts (vgl. BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 6 AZR 407/10 - Rn. 48; zur Vor­la­ge­pflicht letzt­in­stanz­li­cher Ge­rich­te bei der Aus­le­gung von Uni­ons­recht vgl. BVerfG 7. Ju­ni 2011 - 1 BvR 2109/09 - Rn. 18 ff., ZLR 2011, 608; 24. Ok­to­ber 2011 - 2 BvR 1969/09 - Rn. 25 ff.).


III. Wei­te­re Gründe, die zur Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung führen könn­ten, hat der Kläger nicht mehr gel­tend ge­macht und sind auch nicht er­sicht­lich.


IV. Die Kündi­gungs­frist von drei Mo­na­ten zum Mo­nats­en­de aus § 113 Satz 2 In­sO ist ein­ge­hal­ten. Die Kündi­gungs­frist hat ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers mit dem Zu­gang der Kündi­gungs­erklärung und nicht erst mit dem En­de der Sperr­frist zu lau­fen be­gon­nen (vgl. BAG 6. No­vem­ber 2008 - 2 AZR 935/07 - Rn. 27 ff., BA­GE 128, 256).

V. Der Kläger hat gemäß § 91 ZPO die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Fi­scher­mei­er 

Spel­ge 

Mest­werdt

Klap­proth 

Döpfert

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