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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Betriebsübergang
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt
Akten­zeichen: 5 Sa 73/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 09.07.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Halle, Urteil vom 22.01.2008, 4 Ca 712/07
   


Ak­ten­zei­chen:

5 Sa 73/08

4 Ca 712/07

ArbG Hal­le

Verkündet am: 09.07.2009

, Jus­tiz­an­ge­stell­te

als Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT

SACHSEN-AN­HALT

 

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

 

 

 

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: 

ge­gen

 

- Be­klag­ter und Be­ru­fungs­be­klag­ter -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: 

- Streit­verkünde­ter und Streit­verkünde­ter -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: 

hat die 5. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Sach­sen-An­halt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 9. Ju­li 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den, die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter und als Bei­sit­zer für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Hal­le vom 22.01.2008 – 4 Ca 712/07 – wird auf Kos­ten des Klägers zurück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten um den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers auf die Be­klag­te nach § 613 a BGB und die Wirk­sam­keit vom Be­klag­ten aus­ge­spro­che­ner Kündi­gun­gen.

Der Kläger war seit dem 1. 9. 2001 bei der W GmbH (im Fol­gen­den: GmbH) beschäftigt, zu­letzt un­be­fris­tet als voll­beschäftig­ter An­ge­stell­ter als Ab­tei­lungs­lei­ter für Ab­ga­ben und Sach­be­ar­bei­ter für Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten. Sein mo­nat­li­ches Brut­to­ent­gelt be­trug nach der Ent­gelt­grup­pe 10 zu­letzt 2.591,52 Eu­ro. Die GmbH hat vor­nehm­lich im Na­men und für Rech­nung des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten – bei­des öffent­lich-recht­li­che Zweck­verbände für Ab­was­se­rent- bzw. Trink­was­ser­ver­sor­gung für den Land­kreis MS – die Ab­was­se­rent- und Trink­was­ser­ver­sor­gung durch­geführt, darüber hin­aus - in deut­lich ge­rin­ge­rem Um­fang auf ver­trag­li­cher Grund­la­ge - für meh­re­re nordthürin­ge­sche Ge­mein­den bzw. Verbände.

Der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te wa­ren und sind die Ge­sell­schaf­ter der GmbH zu je 1/2.
Sie schlos­sen 1997 Geschäfts­or­gungs­verträge mit der GmbH, wo­nach die­se ge­gen Ent­gelt die Auf­ga­ben des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten in der Trink­was­ser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­sor­gung der je­wei­li­gen Mit­glieds­ge­mein­den über­nahm. Der Be­klag­te um­fasst 42 Ge­mein­den, der Streit­verkünde­te 37 Ge­mein­den in der Ge­gend von S. Auf­grund wei­te­rer Dienst­leis­tungs­verträge über­nahm die GmbH ein­zel­ne Auf­ga­ben der Trink­was­ser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­sor­gung für ei­ne Zahl wei­te­rer Ge­mein­den und Zweck­verbände im nordthürin­ger Raum.

Im Ver­lauf des Jah­res 2006 plan­ten der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te ih­re Fu­si­on zu ei­nem Zweck­ver­band, der sei­ne Auf­ga­ben dann selbst erfüllen soll­te. Die­sen Plänen stimm­ten die Ver­bands­ver­samm­lun­gen aber nicht zu. Mit Schrei­ben vom 3. 11. 2006 verfügte der Land­rat des Land­krei­ses S ge­genüber dem Be­klag­ten und dem Streit­verkünde­ten un­ter an­de­rem, Wirt­schafts­pläne mit Stel­len­plänen als Vor­be­rei­tung für die Wahr­neh­mung der je­wei­li­gen Auf­ga­ben in der Trink­was­ser­ver­sor­gung bzw. Ab­was­ser­ent­sor­gung durch ei­ge­ne be­trieb­li­che Mit­tel ab An­fang 2007 zu schaf­fen und die ent­spre­chen­den Stel­len bis zum 31. 12. 2006 zu be­set­zen. Zu dem ge­nau­en In­halt der Verfügun­gen wird auf

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die Ko­pi­en der bei­den Schrei­ben vom 3. 11. 2006 (An­la­gen B 3 und B 4 zum Schrift­satz des Be­klag­ten vom 25. 6. 2007, Bl. 210 – 228 d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Der Be­klag­te und der Streit­verkünde­ten kündig­ten ih­re Geschäfts­be­sor­gungs­verträge mit der GmbH oh­ne Ein­hal­tung der ver­ein­bar­ten Kündi­gungs­frist zum 31. 12. 2006. Die Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der GmbH wies de­ren Geschäftsführer an, die Ein­hal­tung der ver­trag­li­chen Kündi­gungs­frist nicht durch­zu­set­zen. Wei­ter schlos­sen sie Verträge zur Über­tra­gung ver­schie­de­ner be­weg­li­cher und un­be­weg­li­cher Be­triebs­mit­tel von der GmbH auf den Be­klag­ten bzw. den Streit­verkünde­ten, wo­bei sie als Ge­sell­schaf­ter den Geschäftsführer der GmbH an­wie­sen, die­se Verträge für die GmbH zu un­ter­zeich­nen. Sie schrie­ben die noch un­be­setz­ten Stel­len der neu ge­schaf­fe­nen Stel­len­pläne aus und lu­den zahl­rei­che, aber nicht al­le Ar­beit­neh­mer der GmbH, die sich dar­auf­hin be­wor­ben ha­ben, zu Per­so­nal­gesprächen ein. In die­sen Per­so­nal­gesprächen wur­den un­mit­tel­bar Auf­he­bungs­verträge hin­sicht­lich der Ar­beits­verträge mit der Was­ser­wer­ke Sü und so­dann Ar­beits­verträge mit dem Be­klag­ten bzw. dem Streit­verkünde­ten ab­ge­schlos­sen.
Auch der Kläger be­warb sich auf sol­che Stel­len­an­ge­bo­te des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten, wur­de aber we­der zu ei­nem Gespräch ein­ge­la­den noch er­hielt er ei­nen Ar­beits­ver­trag an­ge­bo­ten. Er set­ze dar­auf­hin sei­ne Tätig­keit bei der GmbH, die ehe­mals et­wa 90 Beschäftig­te hat­te, als ei­ner von 22 ver­blie­be­nen Ar­beit­neh­mern und 3 Aus­zu­bil­den­den fort und wirk­te dort an der Wahl ei­nes neu­en Be­triebs­rats mit, nach­dem zahl­rei­che Mit­glie­der und der Vor­sit­zen­de des bis­he­ri­gen Be­triebs­rats Auf­he­bungs­verträge ab­ge­schlos­sen und da­mit ihr Man­dat ver­lo­ren hat­ten. Der Kläger wur­de Vor­sit­zen­der des neu­en Be­triebs­rats. Die­ser ver­han­del­te mit der GmbH über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan, die im Rah­men ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le auch ab­ge­schlos­sen wur­den. Die GmbH ver­sorg­te noch ei­nen Teil ih­rer Ver­trags­part­ner außer­halb des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten mit den ver­ein­bar­ten Dienst­leis­tun­gen, muss­te aber kurz dar­auf ih­re Li­qui­da­ti­on be­sch­ließen und wie­der kur­ze Zeit später die Eröff­nung ei­nes In­sol­venz­ver­fah­rens über ihr Vermögen be­an­tra­gen, das auch eröff­net wur­de.

Nach Zu­stel­lung der vor­lie­gen­den Kla­ge am 23. 4. 2007 erklärte der Be­klag­te dem Kläger vor­sorg­lich für den Fall, dass zwi­schen den Par­tei­en ein Ar­beits­verhält­nis ent­stan­den sei, mit Schrei­ben vom 8. 5. 2007, zu­ge­gan­gen am 10. 5. 2007, ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung zum 30. 6. 2007 und er­neut mit Schrei­ben vom 15. 6. 2007 ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung zum 31. 7. 2007.

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Das Ar­beits­ge­richt hat am 6. 11. 2007 auf An­trag des Be­klag­ten fol­gen­des Versäum­nis­ur­teil verkündet:

1. Die Kla­ge wird ab­ge­wie­sen.

2. Die Kos­ten des Rechts­streits trägt der Kläger.

3. Der Streit­wert wird auf 18.138,54 Eu­ro fest­ge­setzt.

Ge­gen die­ses dem Kläger am 14. 11. 2007 zu­ge­stell­te Versäum­nis­ur­teil hat der Kläger am 19. 11. 2007 Ein­spruch ein­ge­legt.

Der Kläger hat die An­sicht ver­tre­ten, sein Ar­beits­verhält­nis sei auf den Be­klag­ten im We­ge des Be­triebsüber­gangs nach § 613 a BGB über­ge­gan­gen. Es lie­ge ein Be­triebsüber­gang, ggf. ein ihn um­fas­sen­der Teil­be­triebsüber­gang von der GmbH und dem Be­klag­ten vor. Ggf. sei sein Ar­beits­verhält­nis auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen, weil er in­so­weit sein Wahl­recht zwi­schen dem Be­klag­ten und dem Streit­verkünde­ten aus­geübt ha­be.
Ein Be­triebsüber­gang lie­ge vor, weil die Be­triebs­struk­tur des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten der­je­ni­gen der GmbH sehr ähne­le. Der Be­klag­te ver­su­che in sei­nem Or­ga­ni­gramm durch veränder­te Be­zeich­nun­gen ei­nen an­de­ren, aber un­zu­tref­fen­den Ein­druck zu er­we­cken. Die ab dem 1. 1. 2007 bei der GmbH ver­blie­be­nen Be­triebs­mit­tel stell­ten le­dig­lich den Rest der frühe­ren Be­triebs­mit­tel dar, der aber zu ei­ner sinn­vol­len Fort­set­zung des Be­trie­bes nicht ge­eig­net sei. Dies ha­be die bald dar­auf ein­ge­tre­te­ne In­sol­venz auch bestätigt. Die den Be­trieb der GmbH kenn­zeich­nen­den Kun­den­be­zie­hun­gen, Ver­sor­gungs­auf­ga­ben, tech­ni­schen Be­triebs­mit­tel und Be­triebs­struk­tu­ren bestünden in den ab dem 1. 1. 2007 ge­bil­de­ten Be­trie­ben des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten fort. Die Tätig­keit der GmbH für Ge­mein­den und Zweck­verbände außer­halb der Mit­glied­schaft des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten ha­be un­ter 10 % ge­le­gen und könne hier ver­nachlässigt wer­den. Er, der Kläger, ha­be in sei­ner zu­letzt bis zum 31. 12. 2006 aus­geübten Tätig­keit über­wie­gend Auf­ga­ben aus dem Be­reich der Ab­was­ser­ent­sor­gung zu erfüllen ge­habt und ma-che des­halb den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den Be­klag­ten und nur hilfs­wei­se auf den Streit­verkünde­ten gel­tend. Bei dem Be­klag­ten sei­en auch die von ihm, dem Kläger, bis zum 31. 12. 2006 bei der GmbH er­le­dig­ten Auf­ga­ben wei­ter ab­zu­ar­bei­ten, so dass er dort beschäftigt wer­den könne. Die Über­tra­gung recht­li­cher Auf­ga­ben­stel­lun­gen auf zwei Rechts­an­walts­kanz­lei­en ände­re dar­an nichts, denn bei­de Rechts­an­walts­kanz­lei­en sei­en auch schon für die GmbH tätig ge­we­sen.

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Der Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses sei mögli­cher­wei­se schon im Lau­fe des Mo­nats De­zem­ber 2006 er­folgt, weil in die­ser Zeit der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te als al­lei­ni­ge Ge­sell­schaf­ter der GmbH prak­tisch die Geschäftsführung an sich ge­ris­sen hätten, in­dem sie dem Geschäftsführer ge­gen die wohl­ver­stan­de­nen In­ter­es­sen der GmbH ge­rich­te­te An­wei­sun­gen er­teilt ha­ben.

Die bei­den von dem Be­klag­ten vor­sorg­lich aus­ge­spro­che­nen Kündi­gun­gen sei­en so­zi­al­wid­rig und da­her un­wirk­sam.

Der Kläger hat be­an­tragt, das Versäum­nis­ur­teil auf­zu­he­ben und den Be­klag­ten wie folgt zu ver­ur­tei­len:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der Fir­ma GmbH mit Sitz in S auf den Be­klag­ten zum 1. 1. 2007 über­ge­gan­gen ist und mit dem Be­klag­ten fort­be­steht.

2. Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, den Kläger zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Sach­be­ar­bei­ter Ab­ga­ben/Beiträge wei­ter zu beschäfti­gen.

3. Es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung des Be­klag­ten mit Da­tum 8. 5. 2007, zu­ge­gan­gen am 10. 5. 2007, we­der zum 30. 6. 2007 noch zum nächst zulässi­gen Zeit­punkt be­en­det wird.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis über den 30. 6. 2007 hin­aus zu un­geänder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen fort­be­steht.

5. Es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung des Be­klag­ten mit Da­tum 15. 6. 2007 we­der zum 31. 7. 2007, noch hilfs­wei­se zum nächst­zulässi­gen Zeit­punkt be­en­det wor­den ist.

6. Hilfs­wei­se wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der Fa. Was­ser­wer­ke „Sü“ GmbH mit Sitz in San­ger­hau­sen be­reits im Ka­len­der­mo­nat De­zem­ber 2006 auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen ist und mit dem Be­klag­ten fort­be­steht.

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Der Be­kla­ge hat be­an­tragt:

1. Der Ein­spruch des Klägers ge­gen das Versäum­nis­ur­teil des ArbG Hal­le vom 6. 11.2007 wird zurück­ge­wie­sen.

2. Die im We­ge der Kla­ge­er­wei­te­rung gel­tend ge­mach­ten Kla­ge­anträge wer­den ab­ge­wie­sen.

3. Die Kos­ten des Ver­fah­rens wer­den dem Kläger auf­er­legt.

Der Be­klag­te hat vor­ge­tra­gen, es ha­be kei­nen (Teil-)Be­triebsüber­gang von der GmbH auf ihn, den Be­klag­ten ge­ge­ben. Er ha­be zwar Tei­le des Be­triebs­vermögens der GmbH er­wor­ben und beschäfti­ge ab dem 1. 1. 2007 auch ca. 37 Ar­beit­neh­mer aus der früher et­wa 90 Ar­beit­neh­mer um­fas­sen­den Be­leg­schaft der GmbH. Die­se sei­en aber in ei­ne völlig neue Struk­tur, nämlich in sei­nen auf An­wei­sung des Land­rats neu ge­schaf­fe­nen Stel­len­plan ein­ge­glie­dert. Auf sei­ne, des Be­klag­ten, Or­ga­ni­gramm und das­je­ni­ge der GmbH wer­de Be­zug ge­nom­men (An­la­gen B 6 und B 7 zum Schrift­satz des Be­klag­ten vom 25. 6. 2007, Bl. 243, 244 der Ak­te). Er ha­be auch we­der den Be­trieb noch ei­nen Be­triebs­teil der GmbH über­nom­men, weil dort we­der im tech­ni­schen noch im kaufmänni­schen Be­reich Struk­tu­ren vor­han­den ge­we­sen sei­en, die nur Auf­ga­ben der Ab­was­ser­ent­sor­gung oder der Trink­was­ser­ver­sor­gung zu erfüllen hat­ten. Er oder der Streit­verkünde­te hätten kei­ne Struk­tur­ein­heit aus dem Be­trieb der GmbH vollständig oder un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität über­nom­men wor­den. Es ge­be bei ihm und dem Streit­verkünde­ten kei­nen Ar­beits­platz wie den des Klägers mit dem Auf­ga­ben­feld „Ab­tei­lungs­lei­ter für Ab­ga­ben“ oder „Sach­be­ar­bei­ter für Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten“. Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten würden bei ihm und dem Streit­verkünde­ten von zwei Rechts­an­walts­kanz­lei­en be­ar­bei­tet.

Mit Ur­teil vom 22. 1. 2008 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen mit der - zu­sam­men­ge­fass­ten – Be­gründung, der Ein­spruch ge­gen das Versäum­nis­ur­teil vom 6. 11. 2007 sei form- und frist­ge­recht er­ho­ben wor­den; die Kla­ge sei je­doch auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Ein­spruchs und auch hin­sicht­lich der da­nach er­folg­ten Kla­ge­er­wei­te­rung teils un­zulässig und im Übri­gen un­be­gründet.
Die Kla­ge sei un­zulässig, so­weit der Kläger mit sei­nem Kla­ge­an­trag zu 4 die all­ge­mei­ne Fest­stel­lung be­gehrt, dass sein Ar­beits­verhält­nis über den 30. 6. 2007 hin­aus fort­be­steht.

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Dem Kläger feh­le das für die­sen An­trag nach den §§ 256 Abs. 1 ZPO, 46 Abs. 2 ArbGG er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se.
Im Übri­gen sei die Kla­ge un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der GmbH sei we­der im Ver­lauf des Mo­nats De­zem­ber 2006 noch zum 1. 1. 2007 auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen.
Es sei zwar nicht zu über­se­hen, dass die als Teil der Da­seins­vor­sor­ge öffent­lich-recht­lich fest­ge­leg­te und orts­ge­bun­de­ne Auf­ga­be der Ab­was­ser­ent­sor­gung und im Fal­le des Streit­verkünde­ten der Trink­was­ser­ver­sor­gung die wirt­schaft­li­che Exis­tenz­grund­la­ge so­wohl für die GmbH als auch für die Be­klag­ten bzw. Streit­verkünde­te dar­stel­le und dass die hier­zu er­for­der­li­chen orts­fes­ten sächli­chen Be­triebs­mit­tel wie die Lei­tungs­net­ze, Kläran­la­gen, De­kan­ter­an­la­ge, Brun­nen usw. wei­ter­hin ein­ge­setzt würden, nach­dem sie – we­nigs­tens zu großen Tei­len - durch zi­vil­recht­li­che Geschäfte von der GmbH auf den Be­klag­ten bzw. den Streit­verkünde­ten über­tra­gen wor­den sei­en.
Un­rich­tig sei die An­sicht, § 613 a BGB sei schon des­halb nicht an­wend­bar, weil die Über­tra­gung auf öffent­lich-recht­li­chen Ent­schei­dun­gen der Kom­mu­na­len Ge­bietskörper­schaf­ten be­ru­he. Der Kläger ha­be je­doch nicht dar­ge­legt, dass er zu ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit der GmbH gehört hat, die un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität vom Be­klag­ten fort­geführt wer­de.
Als sol­che kom­me nicht der ge­sam­te Be­trieb der GmbH in­fra­ge, denn ein Teil der Pro­duk­ti­ons­mit­tel und des Per­so­nals sei bei der GmbH i. L. und ein wei­te­rer Teil beim Streit­verkünde­ten ver­blie­ben.
Der Kläger ha­be auch nicht zu ei­ner klei­ne­ren wirt­schaft­li­chen Ein­heit gehört, die un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität von dem Be­klag­ten wei­ter geführt wer­de. Der Kläger ha­be zur zwei­ten Führungs­ebe­ne der GmbH im kaufmänni­schen Be­reich gehört. Zwar sei sei­ne Ar­beit zu größeren Zeit­an­tei­len dem Be­reich Ab­was­ser und zu klei­ne­ren dem Be­reich Trink­was­ser zu­zu­ord­nen ge­we­sen. Die­se Auf­tei­lung der Zeit­an­tei­le könne aber für die Ab­gren­zung ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit nicht maßgeb­lich sein. Als wirt­schaft­li­che Ein­heit könne al­len­falls der kaufmänni­sche Be­reich der GmbH in Ab­gren­zung zum tech­ni­schen Be­reich, in­ner­halb des kaufmänni­schen Be­reichs ver­ti­kal die vom Kläger ge­lei­te­ten Be­rei­che Gebühren, Beiträge/Kos­ten­er­stat­tun­gen, Mah­nung/Voll­stre­ckung oder ho­ri­zon­tal die Lei­tungs­ebe­ne des kaufmänni­schen Be­reichs in Be­tracht kom­men. Es er­schei­ne je­doch schon von der Funk­ti­on die­ser Be­rei­che frag­lich, ob sie als wirt­schaft­li­che Ein­heit im Sin­ne der Recht­spre­chung zum Be­triebsüber­gang an­zu­se­hen sei­en. Darüber hin­aus er­ge­be auch die Dar­stel­lung des Klägers selbst zu dem Ver­bleib der be­tref­fen­den Mit­ar­bei-

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ter, dass aus sei­nem ver­ti­ka­len Be­reich nach dem 1. 1. 2007 fünf Mit­ar­bei­ter bei dem Be­klag­ten, drei bei dem Streit­verkünde­ten und zwei bei kei­nem von bei­den tätig ge­wor­den sei­en. Ei­ne Fortführung un­ter Wah­rung der Iden­tität sei dar­aus nicht ab­zu­le­sen.
Der Kläger be­ru­fe sich nicht auf ei­ne so zu­ge­schnit­te­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit, son­dern dar­auf, dass der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te „je­weils spie­gel­bild­lich die kom­plett ein­ge­rich­te­te und voll funk­ti­onsfähi­ge Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on und Be­triebs­struk­tur der GmbH über­nom­men ha­ben …“. Er be­ru­fe sich da­mit nicht dar­auf, zu ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein-heit zu gehören, die bei dem Be­klag­ten oder dem Streit­verkünde­ten fort­ge­setzt wer­de, son­dern dass der gan­ze Be­trieb der GmbH, auf­ge­teilt in größeren Teil für den Be­klag­ten und ei­nen klei­ne­ren Teil für den Streit­verkünde­ten, aber je­weils in den­sel­ben Struk­tu­ren wie bei der GmbH or­ga­ni­siert, wei­ter ar­bei­te­ten. In den Be­grif­fen der oben dar­ge­stell­ten Recht­spre­chung wären da­nach aus ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit, nämlich dem Be­trieb der GmbH, zwei wirt­schaft­li­che Ein­hei­ten ge­wor­den, nämlich die Be­trie­be des Be­klag­ten und des Streit­verkünde­ten, die aber bei­de für sich die Iden­tität des Be­trie­bes der GmbH wahr­ten und fort­setz­ten.
Der vom Kläger be­schrie­be­ne Vor­gang las­se sich als ein­heit­li­cher Vor­gang der Ver­dop­pe­lung (Ver­vielfälti­gung) ei­ner Be­triebs­struk­tur un­ter Ver­tei­lung der Be­triebs­mit­tel auf die neu­en Ein­hei­ten ver­ste­hen und wer­fe dann die Fra­ge auf, nach wel­chen Ge­sichts­punk­ten ein da­nach nicht wei­ter beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer sei­ne Zu­gehörig­keit zu der ei­nen oder an­de­ren der neu­en Ein­hei­ten be­stim­men könne. Der vom Kläger be­schrie­be­ne Vor­gang las­se sich auch ge­trennt in ei­ne Auf­spal­tung ei­nes Be­trie­bes (bzw. ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit) in zwei oder meh­re­re klei­ne­re Tei­le und den Über­gang (ein­zel­ner) die­ser Tei­le auf ei­nen an­de­ren Ei­gentümer be­grei­fen. Die­se Vor­stel­lung las­se sich bes­ser mit den oben dar­ge­stell­ten Be­grif­fen aus der Recht­spre­chung ver­bin­den, denn hier könn­ten die aus der Auf­spal­tung ent­stan­de­nen wirt­schaft­li­chen Ein­hei­ten als Ob­jekt ei­nes (Be­triebs-) Über­gangs be­grif­fen und die Zu­gehörig­keit ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer zu der ei­nen oder an­de­ren wirt­schaft­li­chen Ein­heit ge­trennt von dem Vor­gang der Über­tra­gung auf den neu­en Ei­gentümer ge­prüft wer­den.
Tatsächlich fin­de sich die Un­ter­schei­dung zwi­schen Auf­spal­tung und Über­gang in dem die­sem Rechts­streit zu­grun­de lie­gen­den Vor­gang aber nicht. Hier müss­te nach der An­sicht des Klägers durch die Sum­me der ein­zel­nen Rechts­geschäfte zur Über­tra­gung von sächli-chen Be­triebs­mit­teln so­wie der Auf­he­bungs­verträge und neu­en Ar­beits­verträge zu­gleich die Auf­spal­tung und der Über­gang ge­sche­hen sein. Vor der Ab­spal­tung ha­be die

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neue wirt­schaft­li­che Ein­heit noch nicht be­stan­den, nach der Ab­spal­tung ha­be der Kläger ihr nicht an­gehört.
§ 613 a Abs. 1 BGB set­ze den Über­gang ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit un­ter Wah­rung ih­re Iden­tität in dem Sin­ne vor­aus, dass die gan­ze wirt­schaft­li­che Ein­heit und nicht le­dig­lich ein Teil ih­rer Be­stand­tei­le un­ter Wah­rung ih­re Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur über­ge­he und fort­be­ste­he. Nur so könne mit der er­for­der­li­chen Si­cher­heit be­stimmt wer­den, wer und was über­haupt zu der wirt­schaft­li­chen Ein­heit gehöre und wer des­halb ge­gen wen Ansprüche aus § 613 a BGB gel­tend ma­chen könne.
So ha­be der Kläger zwar ein­deu­tig zu dem Be­trieb der GmbH gehört, nicht aber zu ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit, die un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität von dem Be­klag­ten oder dem Streit­verkünde­ten fort­geführt wer­de. Der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te führ­ten schon nach dem Vor­trag des Klägers in ih­ren Be­trie­ben kei­ne vollständi­gen wirt­schaft­li­chen Ein-hei­ten aus dem Be­trieb der GmbH fort, son­dern hätten je­den­falls aus dem kaufmänni­schen Be­reich le­dig­lich ein­zel­ne Be­stand­tei­le wirt­schaft­li­cher Ein­hei­ten in ih­re Be­trie­be ein­ge­glie­dert. Die Iden­tität ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit aus dem kaufmänni­schen Be­reich der GmbH sei dem­nach we­der bei dem Be­klag­ten noch dem Streit­verkünde­ten ge­wahrt.
Der Kläger ha­be kei­nen An­spruch ge­gen den Be­klag­ten auf Beschäfti­gung, weil sein Ar­beits­verhält­nis nicht auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen sei.
Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers sei auch we­der durch die Kündi­gung des Be­klag­ten vom 8. 5. 2007 noch durch die Kündi­gung des Be­klag­ten vom 15. 6. 2007 be­en­det wor­den, weil der Be­klag­te nicht Ar­beit­ge­ber des Klägers ge­wor­den sei und da­her das Ar­beits­verhält­nis des Klägers nicht wirk­sam kündi­gen könne.
Ergänzend wird auf die Ent­schei­dungs­gründe des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils Be­zug ge­nom­men.

Ge­gen die­ses ihm am 19. 2. 2008 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger am 20. 2. 2008 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 5. 5. 2008 an die­sem Ta­ge be­gründet.

Er wie­der­holt und ver­tieft sei­ne be­reits erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­ge­ne Rechts­auf­fas­sung und hat zunächst be­an­tragt,

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  1. Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der Fa. Was­ser­wer­ke Sü GmbH mit Sitz in S zum 01.01.2007 auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen ist und mit dem Be­klag­ten fort­be­steht.
  2. Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, den Kläger zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Sach­be­ar­bei­ter Ab­ga­be/Beiträge wei­ter zu beschäfti­gen.
  3. Der Be­klag­te wird hilfs­wei­se ver­ur­teilt, den Kläger zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als voll­beschäftig­ten An­ge­stell­ten wei­ter zu beschäfti­gen.
  4. Es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung des Be­klag­ten mit Da­tum 15.06.2007 we­der zum 31.07.2007, noch hilfs­wei­se zum nächst zulässi­gen Zeit­punkt be­en­det wor­den ist.
  5. Hilfs­wei­se wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der Fa. Was­ser­wer­ke Sü GmbH mit Sitz in S be­reits im Ka­len­der­mo­nat De­zem­ber 2006 auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen ist und mit dem Be­klag­ten fort­be­steht.

 

Er be­an­tragt so­dann
Wie­der­ein­set­zung in den vo­ri­gen Stand
bezüglich der ggf. un­ver­schul­de­ten Versäum­ung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist hin­sicht­lich des Streit­ge­gen­stan­des der Kündi­gung des Be­klag­ten vom 8. 5. 2007 und be­an­tragt in der Sa­che

6. Es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung des Be­klag­ten mit Da­tum 08.05.2007, zu­ge­gan­gen am 10.05.2007, we­der zum 30.06.2007 noch zum nächst zulässi­gen Zeit­punkt be­en­det wor­den ist.

Der Be­klag­te be­an­tragt,
die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Hal­le vom 19.02.2008, Az.. 4 Ca 712/07, wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen

so­wie
den An­trag des Klägers auf Wie­der­ein­set­zung in den vo­ri­gen Stand zurück­zu­wei­sen.

Wei­ter­hin wird be­an­tragt, den Be­ru­fungs­an­trag zu 6. aus dem Schrift­satz vom 11.08.2008 kos­ten­pflich­tig zurück­zu­wei­sen.

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Die Par­tei­en wie­der­ho­len und ver­tie­fen ih­ren erst­in­stanz­li­chen Vor­trag.

 

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Die Be­ru­fung des Klägers ist un­be­gründet. Zu­tref­fend hat das Ar­beits­ge­richt ent­schie­den, das Ar­beits­verhält­nis des Klägers zur GmbH sei nicht auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen, ins­be­son­de­re nicht im We­ge ei­nes Be­triebsüber­g­an­ges nach § 613 a BGB.

I. Ein Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist je­den­falls nicht des­halb be­en­det, weil der Kläger die Klag­ab­wei­sung bezüglich der (vor­sorg­li­chen) Kündi­gung vom 8. 5. 2007 nicht recht­zei­tig mit der Be­ru­fung an­ge­grif­fen hat. Aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang der Be­ru­fungs­be­gründung ist er­sicht­lich, dass der Kläger mit der Be­ru­fung das erst­in­stanz­li­che Ur­teil ins­ge­samt hat an­grei­fen und hat letzt­lich fest­stel­len las­sen wol­len, dass ein Ar­beits­verhält­nis zwi­schen ihm und dem Be­klag­ten un­gekündigt fort­be­steht. Die – auf den ers­ten Blick – zunächst un­vollständi­ge Fas­sung der Be­ru­fungs­anträge steht dem nicht ent­ge­gen.
Des­halb ist der An­trag im Schrift­satz vom 11. 8. 2008 in­so­weit le­dig­lich ei­ne de­kla­ra­to­ri­sche Klar­stel­lung des Um­fangs der An­fech­tung, kei­ne kon­sti­tu­ti­ve An­trag­stel­lung.

II. Des­sen un­ge­ach­tet hat die Be­ru­fung des Klägers ins­ge­samt kei­nen Er­folg.
1. Das Ar­beits­ge­richt hat in­so­weit dar­ge­legt, ein Be­triebs­teilüber­gang i. S. d. § 613 a Abs. 1 S. 1 BGB set­ze den rechts­geschäft­li­chen Über­gang ei­nes Be­triebs­teils auf ei­nen an­de­ren In­ha­ber vor­aus. Er­for­der­lich sei die Wah­rung der Iden­tität der be­tref­fen­den wirt­schaft­li­chen Ein­heit. Der Be­griff wirt­schaft­li­che Ein­heit be­zie­he sich auf ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ge­samt­heit von Per­so­nen und/oder Sa­chen zur auf Dau­er an­ge­leg­ten Ausübung ei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­ner Ziel­set­zung. Bei der Prüfung, ob ei­ne sol­che Ein­heit über­ge­gan­gen ist, müss­ten sämt­li­che, den be­tref­fen­den Vor­gang kenn­zeich­nen­den Tat­sa­chen berück­sich­tigt wer­den. Da­zu gehörten als Teil­as­pek­te der Ge­samtwürdi­gung na­ment­lich die Art des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens oder Be­trie­bes, der et­wai­ge Über­gang der ma­te­ri­el­len Be­triebs­mit­tel, der Wert der im­ma­te­ri­el­len Ak­ti­va im Zeit­punkt des Über­g­an­ges, die et­wai­ge Über­nah­me der Haupt­be­leg­schaft, der et­wai­ge Über­gang der Kund­schaft so­wie der Grad der Ähn­lich­keit zwi­schen den vor und nach dem Über­gang ver­rich­te­ten Tätig­kei­ten und die Dau­er ei­ner even­tu­el­len Un­ter­bre­chung die­ser Tätig­keit. Den für das Vor­lie­gen ei­nes Über­g­an­ges maßgeb­li­chen Kri­te­ri­en kom­me je nach der aus­geübten Tätig­keit und je nach den Pro­duk­ti­ons- und Be­triebs­me­tho­den ein un­ter­schied­li­ches Ge-

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wicht zu. Ei­ne Funk­ti­ons­nach­fol­ge durch bloße Wei­terführung ei­ner Auf­ga­be stel­le kei­nen Be­triebsüber­gang dar.

2. Die­se Ausführun­gen hal­ten ei­ner be­ru­fungs­recht­li­chen Über­prüfung stand.
Die ge­gen die Fest­stel­lung des Ar­beits­ge­richts, ein Be­triebsüber­gang lie­ge nicht vor, ge­rich­te­ten Be­ru­fungs­an­grif­fe blei­ben oh­ne Er­folg.

a) Nach der Recht­spre­chung des BAG setzt die Vor­schrift des § 2613 a Abs. 1 BGB den rechts­geschäft­li­chen Über­gang ei­nes Be­triebs oder Be­triebs­teils auf ei­nen an­de­ren In­ha­ber vor­aus. Er­for­der­lich ist die Wah­rung der Iden­tität der be­tref­fen­den wirt­schaft­li­chen Ein­heit (BAG 22. 1. 2009 – 8 AZR 158/07).

b) Ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit be­steht aus ei­ner or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­samt­heit von Per­so­nen und/oder Sa­chen zur auf Dau­er an­ge­leg­ten Ausübung ei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­ner Ziel­set­zung. Grundsätz­lich zu­tref­fend stellt auch die Be­ru­fungs­be­gründung dar­auf ab, bei der Prüfung, ob ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit über­ge­gan­gen ist, müss­ten sämt­li­che den be­tref­fen­den Vor­gang kenn­zeich­nen­den Umstände berück­sich­tigt wer­den. Da­zu gehören als Teil­as­pek­te der Ge­samtwürdi­gung na­ment­lich die Art des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens oder Be­triebs, der et­wai­ge Über­gang der ma­te­ri­el­len Be­triebs­mit­tel wie Gebäude oder be­weg­li­che Güter, der Wert der im­ma­te­ri­el­len Ak­ti­va im Zeit­punkt des Über­gangs, die et­wai­ge Über­nah­me der Haupt­be­leg­schaft, der et­wai­ge Über­gang der Kund­schaft so­wie der Grad der Ähn­lich­keit zwi­schen den vor und nach dem Über­gang ver­rich­te­ten Tätig­kei­ten und die Dau­er ei­ner even­tu­el­len Un­ter­bre­chung die­ser Tätig­keit. Die Iden­tität der Ein­heit kann sich auch aus an­de­ren Merk­ma­len, wie ih­rem Per­so­nal, ih­ren Führungs­kräften, ih­rer Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on, ih­ren Be­triebs­me­tho­den und ge­ge­be­nen­falls den ihr zur Verfügung ste­hen­den Be­triebs­mit­teln er­ge­ben. Den für das Vor­lie­gen ei­nes Über­gangs maßgeb­li­chen Kri­te­ri­en kommt je nach der aus­geübten Tätig­keit und je nach den Pro­duk­ti­ons- und Be­triebs­me­tho­den un­ter­schied­li­ches Ge­wicht zu (st. Rspr. des BAG im An­schluss an EuGH 11. 3. 1997 – C-13/95 - Ay­se Süzen - AP EWG-Richt­li­nie Nr. 77/178 Nr. 14: EuGH 15. 12. 2005 – C-232/04 und C-233/04 - Güney-Görres – AP Richt­li-nie 2001/23/EG; BAG 14. 8. 2007 – 8 AZR 1043/06 - AP BGB § 613a Nr. 325; BAG 22. 7. 2004 – 8 AZR 350/03 - AP BGB § 613a Nr. 274; BAG 18. 3. 1999 – 8 AZR 159/98 AP BGB § 613a Nr. 189).

c) In Bran­chen, in de­nen es im We­sent­li­chen auf die men­sch­li­che Ar­beits­kraft an­kommt, kann auch ei­ne Ge­samt­heit von Ar­beit­neh­mern, die durch ei­ne ge­mein­sa­me Tätig­keit

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dau­er­haft ver­bun­den ist, ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit dar­stel­len. Die Wah­rung der Iden­tität der wirt­schaft­li­chen Ein­heit ist in die­sem Fall an­zu­neh­men, wenn der neue Be­triebs­in­ha­ber nicht nur die be­tref­fen­de Tätig­keit wei­terführt, son­dern auch ei­nen nach Zahl und Sach-kun­de we­sent­li­chen Teil des Per­so­nals über­nimmt, das sein Vorgänger ge­zielt bei die­ser Tätig­keit ein­ge­setzt hat­te. Hin­ge­gen stellt die bloße Fortführung der Tätig­keit durch ei­nen an­de­ren Auf­trag­neh­mer (Funk­ti­ons­nach­fol­ge) eben­so we­nig ei­nen Be­triebsüber­gang dar wie die rei­ne Auf­trags­nach­fol­ge (BAG 24. 8. 2006 – 8 AZR 317/05 - AP KSchG 1969 § 1 Be­triebs­be­ding­te Kündi­gung Nr. 152; BAG 13. 6. 2006 – 8 AZR 271/05 - AP BGB § 613a Nr. 305; BAG 18. 3. 1999 – 8 AZR 196/98 AP BGB § 613a Nr. 190; BAG 29. 6. 2000 – 8 AZR 520/99). Ei­ne Ein­heit darf nämlich nicht als bloße Tätig­keit ver­stan­den wer­den (EuGH 11. 3. 1997 – C-13/95 - Ay­se Süzen – AP EWG-Richt­li­nie Nr. 77/187 Nr. 14).

d) In be­triebs­mit­tel­ge­prägten Be­trie­ben kann ein Be­triebsüber­gang auch oh­ne Über­nah­me von Per­so­nal vor­lie­gen EuGH 20. 11. 2003 – C-340/01 - Car­li­to Ab­ler – AP EWG-Richt­li­nie Nr. 77/187 Nr. 34 EzA BGB 2002 § 613a Nr. 13; vgl. auch BAG 22. 7. 2004 – 8 AZR 350/03 - AP BGB § 613a Nr. 274).
Sächli­che Be­triebs­mit­tel sind we­sent­lich, wenn bei wer­ten­der Be­trach­tungs­wei­se ihr Ein­satz den ei­gent­li­chen Kern des zur Wertschöpfung er­for­der­li­chen Funk­ti­ons­zu­sam­men­hangs aus­macht (BAG 2. 3. 2006 – 8 AZR 147/05 - AP BGB § 613a Nr. 302; BAG 6. 4. 2006 – 8 AZR 222/04 - AP BGB § 613a Nr. 299; BAG 13. 6. 2006 – 8 AZR 271/05 - AP BGB § 613a Nr. 305) und sie so­mit un­ver­zicht­bar zur auf­trags­gemäßen Ver­rich­tung der Tätig­kei­ten sind (BAG 15. 2. 2007 – 8 AZR 431/06 – NZA 2007, 793) . Der Be­triebsüber­gang tritt mit dem Wech­sel in der Per­son des In­ha­bers des Be­triebs ein. Ent­schei­dend ist die Über­nah­me der Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Lei­tungs­macht.

e) Ein Be­triebsüber­gang nach Art. 1 Nr. 1 Buchst. b der Richt­li­nie 2001/23/EG liegt vor, wenn die „or­ga­ni­sier­te Zu­sam­men­fas­sung von Res­sour­cen zur Ver­fol­gung ei­ner wirt­schaft­li­chen Haupt- oder Ne­bentätig­keit“ ih­re Iden­tität be­wahrt. Da­bei ist nicht so sehr auf die kon­kre­te Or­ga­ni­sa­ti­on der ver­schie­de­nen Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren durch den Un­ter­neh­mer ab­zu­stel­len als viel­mehr auf den Zu­sam­men­hang der Wech­sel­be­zie­hung und ge­gen­sei­ti­gen Ergänzung, der die Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren ver­knüpft, und da­zu führt, dass sie bei der Ausübung ei­ner be­stimm­ten wirt­schaft­li­chen Tätig­keit in­ein­an­der­grei­fen. Bei ei­ner Ein­glie­de­rung der über­tra­ge­nen Ein­heit in die Struk­tur des Er­wer­bers fällt der Zu­sam­men­hang die­ser funk­tio­nel­len Ver­knüpfung der Wech­sel­be­zie­hung und ge­gen­sei­ti­gen Ergänzung zwi­schen den für ei­nen Be­triebsüber­gang maßgeb­li­chen Fak­to­ren nicht zwangsläufig weg. Die Bei­be­hal­tung der „or­ga­ni­sa­to­ri­schen Selbständig­keit“ ist nicht er­for­der­lich,

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wohl aber die Bei­be­hal­tung des Funk­ti­ons- und Zweck­zu­sam­men­hangs zwi­schen den ver­schie­de­nen über­tra­ge­nen Fak­to­ren, der es dem Er­wer­ber er­laubt, die­se Fak­to­ren, auch wenn sie in ei­ner an­de­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur ein­ge­glie­dert wer­den, zur Ver­fol­gung ei­ner be­stimm­ten wirt­schaft­li­chen Tätig­keit zu nut­zen (EuGH 12. 2. 2009 – C-466/07 - Kla­ren­berg – NZA 2009, 251).

f) Ein Be­triebs­teilüber­gang liegt nicht vor. § 613 a BGB setzt für ei­nen Be­triebs­teilüber­gang vor­aus, dass die über­nom­me­nen Be­triebs­mit­tel be­reits beim frühe­ren Be­triebs­in­ha­ber die Qua­lität ei­nes Be­triebs­tei­les hat­ten (BAG 28. 5. 2009 – 8 AZR 273/08 – JURIS; BAG 13. 7. 2006 – 8 AZR 331/05 – m. w. N., AP BGB § 613a Nr. 313).

III. In An­wen­dung die­ser Grundsätze hat das Ar­beits­ge­richt ent­ge­gen der mit der Be­ru­fung ver­tre­te­nen Auf­fas­sung zu­tref­fend er­kannt, dass kein Be­triebs(teil-)über­gang von der GmbH auf den fest­zu­stel­len ist.

1. Un­strei­tig hat der Be­klag­te nicht den Be­trieb der GmbH im Gan­zen über­nom­men. Tei­le des­sel­ben hat der Streit­verkünde­te – un­tech­nisch – über­nom­men; mit an­de­ren Be­stand­tei­len des­sel­ben hat die GmbH ih­re Verträge mit nordthürin­ger Ge­mein­den bzw. Verbänden – je­den­falls zunächst und mehr oder we­ni­ger ef­fek­tiv – fort­geführt. So kann der Be­klag­te al­len­falls Tei­le des Be­triebs der GmbH über­nom­men ha­ben (Be­triebs­teilüber­gang).
Al­ler­dings liegt ein i. S. des § 613 a BGB über­g­angsfähi­ger Be­triebs­teil ei­nes be­ste­hen­den Be­triebs nur dann vor, wenn ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ge­samt­heit von Per­so­nen und/oder Sa­chen zur auf Dau­er an­ge­leg­ten Ausübung ei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­ner Ziel­set­zung beim Alt­be­trieb vor­liegt und als sol­che auf den neu­en In­ha­ber über­ge­gan­gen ist, oh­ne dass sie sich in die­ser or­ga­ni­sa­to­ri­schen Form dort un­verändert vor­fin­det (EuGH 12. 2. 2009 – C-466/07 (Kla­ren­berg) - NZA 2009, 251; an­ders noch BAG 21. 5. 1008 - 8 AZR 481/07 - AP Nr. 354 zu § 613 a BGB = NZA 2009, 897; BAG 6. 4 2006 – 8 AZR 249/04 – AP Nr. 303 zu § 613 a BGB = NZA 2006. 1039 – Bahn-Bis­tro-Fall).

2. Dem Vor­trag des Klägers ist auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Vor­trags des Be­klag­ten nicht zu ent­neh­men, dass er ein ei­nem in die­sem Sin­ne zu de­fi­nie­ren­den Be­triebs­teil beschäftigt ge­we­sen ist. Es ist nicht er­sicht­lich, dass ein sol­cher (ab­grenz­ba­rer) Be­triebs­teil bei der GmbH be­stan­den hat. Der Kläger trägt vor, er sein in ei­nem (ggf. über­tra­ge­nen)

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„Be­reich Ab­was­ser“ der GmbH beschäftigt ge­we­sen, weil er über­wie­gend Tätig­kei­ten aus­geübt ha­be, die die Ab­was­ser­ent­sor­gung be­trof­fen hätten. Al­ler­dings hat er un­strei­tig, nach sei­ner An­sicht aber nur zeit­lich und dem Um­fang nach un­ter­ge­ord­net, auch Auf­ga­ben erfüllt, die die Trink­was­ser­ver­sor­gung be­tra­fen, so­wie sol­che, die Auf­ga­ben nach Maßga­be der Verträge mit den nordthürin­ger Ge­mein­den und Verbänden be­tra­fen, kurz, al­le Tätig­kei­ten, die Ge­gen­stand des Be­trie­bes der GmbH ge­we­sen sind.
Des­sen un­ge­ach­tet ist dem Vor­trag des Klägers nicht zu ent­neh­men, dass er in ei­ner or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­heit beschäftigt ge­we­sen ist, die ei­ne über­tra­gungsfähi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on auf­ge­wie­sen hat. Auch nach der neu­es­ten Recht­spre­chung des EuGH muss der Über­gang (i. S. der Richt­li­nie 2001/23) auf ei­ne „wirt­schaft­li­che Ein­heit im Sin­ne ei­ner or­ga­ni­sier­ten Zu­sam­men­fas­sung von Res­sour­cen zur Ver­fol­gung ei­ner wirt­schaft­li­chen Haupt- oder Ne­bentätig­keit“ be­zo­gen sein, die nach dem Über­gang ih­re „Iden­tität“ be­wahrt (EuGH 12. 2. 2009 – C-466/07 – NZA 2009, 251 - Kla­ren­berg). Vier­mehr hat er aus­drück­lich erklärt, im „kaufmänni­schen Be­reich“, in dem er, der Kläger, tätig ge­wor­den ist, ha­be es ei­ne Tren­nung der Ar­beits­auf­ga­ben nach Trink­was­ser und Ab­was­ser nicht ge­ge­ben.
Der Be­klag­te über­nahm ei­ne An­zahl von Ar­beit­neh­mern der GmbH, in­dem er mit die­sen neue Ar­beits­verträge ab­schloss, nach­dem sie ih­re Ar­beits­verträge zur GmbH zu­vor auf­gelöst hat­ten. in­so­weit wird auf Bl. 35 d. A. Be­zug ge­nom­men. Mit Ver­trag vom 7. 12. 2006 über­nahm der Be­klag­te aus dem An­la­ge­vermögen der GmbH ent­gelt­lich ei­ne Fäkalan-nah­me­stel­le, ei­nen Ga­ra­gen­kom­plex und ei­ne De­kan­ter­an­la­ge. Er nutzt für sei­nen Geschäfts­be­trieb die zu­vor vom Geschäfts­be­trieb der GmbH ge­nutz­ten Ver­wal­tungs­gebäude und La­ger­hal­len in der Len­ge­fel­der Stras­se Nr. 2 in San­ger­hau­sen. Der Kläger trägt wei­ter vor, der Be­klag­te ha­be ein be­trieb­li­ches Zeit­er­fas­sungs­sys­tem der GmbH bis An­fang März ge­nutzt. Der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te ha­be die von der GmbH ge­nutz­ten Soft­ware­pro­gram­me KVASY und AV­VISO wei­ter­ver­wen­det. Der Be­klag­te und der Streit­verkünde­te hätten Kraft­fahr­zeu­ge, Ma­schi­nen, Werk­zeu­ge, Com­pu­ter, Te­le­fon­an­la­gen und Mo­bil­te­le­fo­ne im ei­ge­nen Geschäfte­reich über­nom­men und ge­nutzt.

Vor­lie­gend stellt die als Teil der Da­seins­vor­sor­ge öffent­lich-recht­lich fest­ge­leg­te und orts­ge­bun­de­ne Auf­ga­be der Ab­was­ser­ent­sor­gung und im Fal­le des Streit­verkünde­ten der Trink­was­ser­ver­sor­gung die wirt­schaft­li­che Exis­tenz­grund­la­ge so­wohl für die GmbH als auch für die Be­klag­ten bzw. Streit­verkünde­te dar. und dass die hier­zu er­for­der­li­chen orts­fes­ten sächli­chen Be­triebs­mit­tel wie die Lei­tungs­net­ze, Kläran­la­gen, De­kan­ter­an­la­ge, Brun­nen usw. wei­ter­hin ein­ge­setzt wer­den, nach­dem sie – we­nigs­tens zu großen Tei­len -

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durch zi­vil­recht­li­che Geschäfte von der GmbH auf den Be­klag­ten bzw. den Streit­verkünde­ten über­tra­gen wor­den sind.
Dar­aus er­gibt sich aber kei­ne bei der GmbH be­ste­hen­de „wirt­schaft­li­che Ein­heit“, der der Kläger an­gehört hat, und die auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen sein könn­te. Ein­zel­ne Be­triebs­mit­tel, die die GmbH ge­nutzt hat, und die der Be­klag­te ab dem 1. 1. 2007 ge­nutzt hat, bil­den noch kei­ne sol­che über­g­angsfähi­ge wirt­schaft­li­che Ein­heit. Die auf den Be­klag­ten über­ge­gan­ge­nen Be­triebs­mit­tel wa­ren viel­mehr in kei­ne greif­ba­re be­trieb­li­che Struk­tur ein­ge­bun­den, die als „wirt­schaft­li­che Ein­heit“ auf den Be­klag­ten hätte über­ge­hen können. Schon gar nicht ist ei­ne sol­che „wirt­schaft­li­che Ein­heit“ er­kenn­bar, der der Kläger an­gehört hätte, und die als sol­che auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen sein könn­te. Viel­mehr sind die bei der GmbH ver­wen­de­ten Be­triebs­mit­tel per­so­nel­ler wie säch­li­cher Art teils auf den Be­klag­ten, teils auf den Streit­verkünde­ten über­ge­gan­gen, teils aber auch bei der GmbH ver­blie­ben.
Al­len­falls ist fest­zu­stel­len, dass die Be­triebs­mit­tel der GmbH, die zur Erfüllung der Auf­ga­ben „Ab­was­ser­ent­sor­gung“ bei der GmbH vor­han­den und er­for­der­lich ge­we­sen sind, auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen sind, oh­ne dass die­se Be­triebs­mit­tel bei der GmbH in ei­ne von den übri­gen be­trieb­li­chen Ak­ti­vitäten or­ga­ni­sa­to­risch ab­ge­trenn­te Ein­heit, ei­nen Be­triebs­teil, ein­ge­bun­den ge­we­sen sind. Dem Vor­trag des Klägers ist auch nicht zu ent­neh­men, dass und wie er in ei­ne sol­che über­ge­gan­ge­ne Ein­heit ein­ge­glie­dert ge­we­sen sein könn­te. Der Be­klag­te wie der Streit­verkünde­te be­trei­ben Auf­ga­ben, die den­je­ni­gen des Klägers bei der GmbH ähneln. Es han­delt sich da­bei – zu­sam­men­ge­fasst – um Ver­wal­tungs­auf­ga­ben. Auch der Be­klag­te muss sei­ne be­trieb­li­chen Ak­ti­vitäten ver­wal­ten. Das gilt aber auch für den Streit­verkünde­ten. Auch die­ser hat Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te der GmbH wei­ter­beschäftigt. Auf die nähe­ren Umstände der Wei­ter­beschäfti­gung kommt es da­bei nicht an. Nicht er­kenn­bar ist je­den­falls, dass auf den Be­klag­ten ei­ner­seits, auf den Streit­verkünde­ten an­de­rer­seits auch nur an­satz­wei­se struk­tu­rier­te Ein­hei­ten von persönli­chen und sächli­chen Be­triebs­mit­teln über­ge­gan­gen sind, die als „wirt­schaft­li­che Ein­heit“ i. S. des Be­triebsüber­g­angs­rechts an­zu­se­hen sind. Der Be­klag­te hat nach al­le­dem ei­ne Teil–Funk­ti­ons­nach­fol­ge der GmbH an­ge­tre­ten, die ge­ra­de nicht als (Teil-) Be­triebsüber­gang i. S. des § 613 a BGB qua­li­fi­ziert wer­den kann. Da­mit ist auch das Ar­beits­verhält­nis des Klägers nicht auf den Be­klag­ten über­ge­gan­gen.

IV. Da auch die Be­gründet­heit der wei­te­ren Anträge des Klägers da­von abhängen, dass ein Be­triebs (Teil-) Über­gang nach § 613 a BGB auf den Be­klag­ten er­folgt ist, sind auch

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die übri­gen Anträge des Klägers un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge auch in­so­weit zu­tref­fend ab­ge­wie­sen.

V. Da­mit kommt es auf die wei­te­ren von den Par­tei­en pro­ble­ma­ti­sier­ten Fra­gen wie der­je­ni­gen, ob § 613 a BGB schon des­halb nicht an­wend­bar sei, weil die Über­tra­gung auf öffent­lich-recht­li­chen Ent­schei­dun­gen der Kom­mu­na­len Ge­bietskörper­schaf­ten be­ru­hen, oder der­je­ni­gen, ob der Kläger da­durch, dass er bei der GmbH an der Be­triebs­rats­wahl teil­ge­nom­men und auch das Amt des Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den an­ge­tre­ten hat, nicht an.

VI. Die Kos­ten sei­ner er­folg­lo­sen Be­ru­fung hat der Kläger zu tra­gen, §§ 97 Abs. 1 ZPO, 46 Abs. 2 ArbGG.


 

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g:


Ge­gen die­ses Ur­teil kann der Kläger Re­vi­si­on ein­le­gen.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss in­ner­halb ei­nes Mo­nats, die Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift in-ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils bei dem


Bun­des­ar­beits­ge­richt
Hu­go-Preuß-Platz 1
99084 Er­furt


ein­ge­hen.

Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.

Vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt sind außer Rechts­anwälten auch Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­ber­verbänden so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der als Be­vollmäch­tig­te ver­tre­tungs­be­fugt. Als Be­vollmäch-

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tig­te zu­ge­las­sen sind auch ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die die Vor­aus­set­zung gem. § 11 Abs. 2 Satz 2 Ziff. 5 ArbGG erfüllen. Die han­deln­den Per­so­nen müssen die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Die Re­vi­si­ons­schrift, die Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift und die sons­ti­gen wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren sol­len 7-fach – für je­den wei­te­ren Be­tei­lig­ten ein Ex­em­plar mehr – ein­ge­reicht wer­den.

Auf die Möglich­keit der Ein­rei­chung elek­tro­ni­scher Do­ku­men­te beim Bun­des­ar­beits­ge­richt nach § 46 c ArbGG i. V. m. den be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen nach der Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09. März 2006, BGBl. 2006 Teil I Nr. 12, S. 519 f., aus­ge­ge­ben zu Bonn am 15. März 2006, wird hin­ge­wie­sen.

Für den Be­klag­ten ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

 

 

 

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