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Ar­beit­neh­mer ver­las­sen Be­triebs­ver­samm­lung von Opel

Eklat bei Opel-Be­triebs­ver­samm­lung in Bo­chum

18.06.2012 (dpa) - Eklat bei Opel in Bo­chum: Weil der Vor­stand über das Jahr 2016 hin­aus kei­ne Stand­ort­ga­ran­tie ab­ge­ben woll­te, ver­lie­ßen am Sams­tag rund 2.000 Ar­bei­ter die Be­triebs­ver­samm­lung.

Die Ver­samm­lung wur­de dar­auf­hin ab­ge­bro­chen. Bis­her ist der Er­halt des Opel-Stand­orts Bo­chum nur bis En­de 2014 ver­spro­chen. Das Opel-Ma­nage­ment hat in­zwi­schen an­ge­bo­ten, das Werk bis min­des­tens 2016 zu er­hal­ten, wenn die Pro­duk­ti­on des Mo­dells Za­fi­ra dort aus­läuft. Für ei­nen Ver­zicht auf be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen bis da­hin er­war­ten die Ma­na­ger aber ein Ent­ge­gen­kom­men der Ar­beit­neh­mer. Dies stößt auf Wi­der­stand beim Be­triebs­rat.

Zu der Ver­samm­lung wa­ren Opel-Chef Karl-Fried­rich Stra­cke und Per­so­nal­chef Hol­ger Kim­mes ge­kom­men. Der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de von Opel in Bo­chum, Rai­ner Ei­nen­kel, for­der­te ei­ne Stand­ort­ga­ran­tie für das Werk über das Jahr 2016 hin­aus. Stra­cke und Kim­mes hat­ten si­gna­li­siert, dass sie ei­ne Zu­sa­ge über 2016 hin­aus nicht ge­ben wer­den. Als dar­auf­hin rund 2.000 Mit­glie­der der Be­leg­schaft den Ver­samm­lungs­saal ver­lie­ßen, ha­be kei­ner der bei­den Ma­na­ger mehr das Wort er­grif­fen, be­rich­te­te Ei­nen­kel.

Das Opel-Ma­nage­ment will mit der IG Me­tall und den Be­triebs­rä­ten über ei­nen Ver­zicht auf be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen bis En­de 2016 ver­han­deln. Das vom Aus be­droh­te Werk in Bo­chum soll nicht schon 2015 ge­schlos­sen wer­den, son­dern frü­hes­tens zwei Jah­re spä­ter, wenn die ak­tu­el­le Za­fi­ra-Fer­ti­gung aus­ge­lau­fen ist. Das Ma­nage­ment er­war­tet da­für Ent­ge­gen­kom­men bei der Um­set­zung des Ta­rif­ab­schlus­ses 2012.

Für die be­vor­ste­hen­den Ver­hand­lun­gen mit dem Opel-Ma­nage­ment zeig­te sich der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de kämp­fe­risch: "Wir wer­den zur rich­ti­gen Zeit die rich­ti­ge Ant­wort ge­ben", sag­te Ei­nen­kel. Kon­kre­te Ak­tio­nen woll­te er zu­nächst je­doch nicht an­kün­di­gen. "Der Ball liegt nun beim Ma­nage­ment", sag­te er.

Opel-Be­schäf­tig­te zeig­ten sich nach der Be­leg­schafts­ver­samm­lung em­pört über die Plä­ne des Ma­nage­ments. "Wir wer­den auf kei­nen Fall für un­se­re ei­ge­ne Be­er­di­gung be­zah­len", sag­te Opel-Ver­trau­ens­mann Rai­ner Wein­mann. Ver­trau­ens­frau As­trid Etz­rodt kün­dig­te Pro­test ge­gen Kür­zun­gen bei den Ta­rif­er­hö­hun­gen an.

Die "Wirt­schafts­wo­che" be­rich­tet, Opel-Ar­bei­ter könn­ten in an­de­ren Bran­chen Ar­beit fin­den. Die Be­trof­fe­nen des 2010 be­schlos­se­nen Ab­baus von 1.800 Ar­beits­plät­zen sei­en über ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft zu 75 Pro­zent ver­mit­telt wor­den. Der Me­di­zi­ner Diet­rich Grö­ne­mey­er emp­fahl in dem Blatt, die Ge­sund­heits­wirt­schaft in Bo­chum als Ar­beit­ge­ber für ehe­ma­li­ge Opel-Be­schäf­tig­te.

Der be­kann­te Pro­fes­sor wi­der­sprach in der "Wirt­schafts­wo­che" sei­nem noch pro­mi­nen­te­ren Bru­der, dem Sän­ger Her­bert Grö­ne­mey­er, der den Um­gang mit den Opel-Be­schäf­tig­ten als "un­mensch­lich und zy­nisch" be­zeich­net hat­te. Die­se Sicht­wei­se sei "ein­di­men­sio­nal", ei­ne nüch­ter­ne Be­trach­tung sei ge­fragt, sag­te Diet­rich Grö­ne­mey­er.

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Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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