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"Bild": Schwe­sig will mit Fa­mi­li­en­geld jun­ge El­tern un­ter­stüt­zen

Ak­tiv in Job und Kin­der­er­zie­hung: Vie­len El­tern fehlt die Zeit, um bei­des gut zu­sam­men­zu­be­kom­men. Ih­nen will Mi­nis­te­rin Schwe­sig hel­fen

18.07.2016. (dpa) - Jun­ge El­tern sol­len nach dem Wil­len von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig we­ni­ger ar­bei­ten und als Aus­gleich ein staat­li­ches Fa­mi­li­en­geld be­kom­men.

Wie die SPD-Po­li­ti­ke­rin der "Bild"-Zei­tung (Mon­tag) sag­te, sol­len El­tern, die bei­de ih­re Wo­chen­ar­beits­zeit auf 32 bis 36 St­un­den re­du­zie­ren, bis zu zwei Jah­re lang 300 Eu­ro im Mo­nat er­hal­ten - so­fern das Kind jün­ger als acht Jah­re alt ist.

Auch al­lein oder ge­trennt Er­zie­hen­de sol­len das Fa­mi­li­en­geld be­kom­men.

Die Kos­ten wer­den in dem Be­richt mit "we­ni­ger als ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro" be­zif­fert. Das Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um nahm am Sonn­tag auf An­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur kei­ne Stel­lung. Schwe­sig sag­te der "Bild": "Die kla­re Mehr­heit jun­ger El­tern fin­det, dass man sich Kin­der­be­treu­ung, Haus­halt und Be­rufs­tä­tig­keit fif­ty-fif­ty tei­len soll­te. Ich will den vie­len jun­gen El­tern ein An­ge­bot ma­chen, das sie dar­in un­ter­stützt, sich ge­mein­sam und gleich in­ten­siv ums Kind zu küm­mern und gleich en­ga­giert im Be­ruf zu sein."

Die Grü­nen im Bun­des­tag kri­ti­sier­ten die Plä­ne als Schein­lö­sung. "Schwe­sigs Vor­schlag ist ein en­ges Kor­sett, bei­de El­tern müs­sen gleich­zei­tig zwi­schen 32 und 36 St­un­den ar­bei­ten. Das klappt viel­leicht im öf­fent­li­chen Dienst, ist an­sons­ten aber un­prak­ti­ka­bel", sag­te die Spre­che­rin für Kin­der- und Fa­mi­li­en­po­li­tik der Grü­nen- Frak­ti­on, Fran­zis­ka Brant­ner. So­mit wür­den kaum El­tern er­reicht.

"Wir wol­len statt­des­sen mit der Kin­der­Zeit­P­lus Hil­fe für al­le El­tern leis­ten‎", so Brant­ner wei­ter: "24 Mo­na­te lang, je­weils 8 Mo­na­te für Va­ter und Mut­ter und wei­te­re 8 auf­teil­bar zwi­schen den bei­den oder 24 Mo­na­te kom­plett für Al­lein­er­zie­hen­de, auch über das ers­te Le­bens­jahr des Kin­des hin­aus. Fle­xi­bel oh­ne en­ges St­un­den­kor­sett."

Laut ei­ner vom Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um in Auf­trag ge­ge­be­nen, im Vor­jahr ver­öf­fent­lich­ten Stu­die des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes ha­ben je­der drit­te Va­ter und 19 Pro­zent der Müt­ter nach ei­ge­ner Ein­schät­zung zu we­nig Zeit für ih­re Kin­der. Schwe­sig for­dert des­halb seit län­ge­rem ei­ne Art Fa­mi­li­en­ar­beits­zeit. Auf ei­nem SPD-Par­tei­tag im De­zem­ber 2015 war ein ent­spre­chen­der Leit­an­trag be­schlos­sen wor­den.

Für Fa­mi­li­en mit Kin­dern gibt es be­reits Leis­tun­gen vom Staat. Da­zu ge­hört das El­tern­geld, das Müt­ter und Vä­ter nach Ge­burt ih­res Kin­des bis zu 14 Mo­na­te in An­spruch neh­men kön­nen. Es er­setzt bis zu zwei Drit­tel des weg­ge­fal­le­nen Ein­kom­mens. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve bei Teil­zeit­ar­beit ist bis­her das El­tern­geld Plus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 7. März 2017

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