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In­dus­trie kri­ti­siert ge­plan­ten "Bil­dungs­ur­laub"

Die Kon­junk­tur läuft rund: Die Ge­schäfts­aus­sich­ten der Süd­west-Wirt­schaft sind po­si­tiv. Doch die Un­ter­neh­men treibt die Sor­ge vor stei­gen­den Ar­beits­kos­ten um

23.05.2014. (dpa) - Die Süd­west-In­dus­trie stemmt sich wei­ter ve­he­ment ge­gen den von Grün-Rot ge­plan­ten "Bil­dungs­ur­laub".

"Die meis­ten Feh­ler wer­den in gu­ten Zei­ten ge­macht", sag­te der Prä­si­dent des Ba­den-Würt­tem­ber­gi­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags, Pe­ter Ku­litz, am Don­ners­tag in Stutt­gart.

Es be­las­te die Un­ter­neh­men zu­sätz­lich, wenn bei den Ar­beits­kos­ten noch ein­mal fünf Ta­ge "Bil­dungs­ur­laub" oben drauf­ge­sat­telt wür­den.

Die op­po­si­tio­nel­le FDP warn­te, das grün-ro­te Vor­ha­ben ge­fähr­de den wirt­schaft­li­chen Er­folg von klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men. Wirt­schafts­mi­nis­ter Nils Schmid (SPD) hin­ge­gen be­ton­te, mit der Bil­dungs­zeit wer­de dem Fach­kräf­te­man­gel vor­ge­beugt. Die Eck­punk­te für ge­setz­li­che Frei­stel­lungs­mög­lich­kei­ten für Wei­ter­bil­dung wer­den der­zeit er­ar­bei­tet. An­fang 2015 soll das Ge­setz in Kraft tre­ten.

Kri­tik kam auch von CDU-Frak­ti­ons­chef Pe­ter Hauk. Ein un­de­fi­nier­ter Wei­ter­bil­dungs­ur­laub zu­las­ten der Ar­beit­ge­ber wer­de ab­ge­lehnt, sag­te er. Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­te­rin Le­ni Brey­mai­er trom­mel­te für den Plan: "Die Ar­beit­ge­ber kön­nen nicht die gan­ze Zeit über Fach­kräf­te­man­gel und le­bens­be­glei­ten­des Ler­nen re­den und dann knei­fen, wenn es dar­auf an­kommt." Die Bil­dungs­zeit funk­tio­nie­re seit Jah­ren in prak­tisch al­len an­de­ren Bun­des­län­dern. "Das wird sie bei uns auch." SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Kat­ja Mast nann­te das Vor­ha­ben ei­ne "ech­te In­ves­ti­ti­on" in die Zu­kunft des Lan­des.

Der jüngs­ten Kon­junk­tur­um­fra­ge der Kam­mern im Land zu­fol­ge ha­ben sich die Auf­trags­bü­cher der Be­trie­be seit Jah­res­an­fang wei­ter ge­füllt. "So­wohl das au­ßen­wirt­schaft­li­che Um­feld wie auch die In­lands­nach­fra­ge sind mo­men­tan äu­ßerst er­freu­lich", sag­te Ku­litz. Der An­teil der Un­ter­neh­men, die ih­re Ge­schäfts­la­ge als gut be­zeich­ne­ten, sei seit Jah­res­an­fang um drei Pro­zent ge­stie­gen und lie­ge jetzt bei über 49 Pro­zent. Be­son­ders stark ver­bes­sert ha­be sich die La­ge in der In­dus­trie. In der Bau­bran­che spre­chen die Be­trie­be so­gar von ei­nem All­zeit­hoch. Im Han­del hät­ten sich die er­freu­li­chen Ten­den­zen ver­stärkt.

Sor­gen be­rei­tet der Wirt­schaft die Ukrai­ne-Kri­se. So gin­gen die Aus­fuh­ren aus dem Süd­wes­ten nach Russ­land in den ers­ten bei­den Mo­na­ten des Jah­res um 17 Pro­zent auf 643 Mil­lio­nen Eu­ro zu­rück, be­rich­te­te Ku­litz un­ter Be­ru­fung auf das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt. In die Ukrai­ne ver­kauf­ten die Ex­por­teu­re so­gar um ein Fünf­tel we­ni­ger als noch im Vor­jahr.

Doch die ins­ge­samt gu­te Stim­mung der Süd­west-Wirt­schaft wer­de da­durch nicht be­ein­träch­tigt, teil­te Ku­litz mit. Denn: Mehr als ein Fünf­tel der über 4000 be­frag­ten Fir­men will ih­re Be­leg­schaft auf­sto­cken. Nur elf Pro­zent rech­ne­ten mit ei­nem Ab­bau von Per­so­nal.

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2015

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