Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Ge­gen Bil­lig­jobs: Ge­werk­schaf­ten drin­gen auf ge­setz­li­chen Min­dest­lohn

Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist das Land mit den ge­rings­ten Löh­nen: Doch nicht nur in Fir­men oh­ne Ta­rif­bin­dung wird oft we­nig ver­dient. Auch Ta­rif­löh­ne lie­gen in vie­len Bran­chen un­ter 8,50 Eu­ro je St­un­de. Nur ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn kann hel­fen, mei­nen Ge­werk­schaf­ter

28.10.2013. (dpa) - Rund 140 000 Be­schäf­tig­te in Meck­len­burg-Vor­pom­mern müs­sen sich nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben mit St­un­den­löh­nen von un­ter 8,50 Eu­ro be­gnü­gen und wür­den so­mit von der Ein­füh­rung ei­nes ge­setz­li­chen Min­dest­lohns die­ser Hö­he pro­fi­tie­ren.

"Das ist je­der vier­te so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­te. In kaum ei­nem an­de­ren Bun­des­land ist der Nied­rig­lohn­sek­tor so ver­brei­tet wie in Meck­len­burg-Vor­pom­mern", be­klag­te In­go Schlü­ter vom DGB Nord in ei­ner Um­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Teil­wei­se wür­den im Nord­os­ten St­un­den­löh­ne von un­ter fünf Eu­ro ge­zahlt. "Un­ter­neh­mer, die ihr Ge­schäfts­kon­zept auf Nied­rigst­löh­nen auf­bau­en und ih­re An­ge­stell­ten so zwin­gen, sich von Staat noch Un­ter­stüt­zung zu ho­len, die ha­ben es nicht ver­dient, am Markt zu blei­ben", sag­te Schlü­ter.

Er re­agier­te da­mit auf Kri­tik aus der Un­ter­neh­mer­schaft, dass ein ge­setz­li­cher flä­chen­de­cken­der Min­dest­lohn - wie ihn die SPD jetzt bei den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen in Ber­lin ver­langt - vor al­lem in den neu­en Bun­des­län­dern die Exis­tenz vie­ler Un­ter­neh­men ge­fähr­de.

Nach An­ga­ben der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung zah­len in Ost­deutsch­land nur 36 Pro­zent der Fir­men die für die Bran­chen ver­ein­bar­ten Ta­ri­fe. Im Wes­ten sind es dem­nach 53 Pro­zent. "Die Be­reit­schaft zu Ta­rif­ab­schlüs­sen ist bei Ar­beit­ge­bern im Os­ten doch eher ge­ring", stell­te Ta­rif­ex­per­te Rein­hard Bispinck fest. Er räum­te aber gleich­zei­tig ein, dass die Kraft der Ge­werk­schaf­ten im Os­ten man­gels Mit­glie­dern oft nicht aus­ge­reicht ha­be, um "ver­nünf­ti­ge Ta­ri­fe" durch­zu­set­zen und es des­halb zu Ab­schlüs­sen un­ter­halb des ak­tu­ell ge­for­der­ten Min­dest­lohns kam.

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind nach An­ga­ben des Schwe­ri­ner Ar­beits­mi­nis­te­ri­ums nur 23 Pro­zent der knapp 48 000 Fir­men ta­rif­ge­bun­den (An­ga­ben zu 2011). Wie aus ei­ner Auf­lis­tung des Mi­nis­te­ri­ums her­vor­geht, wer­den lan­des­weit in 42 Bran­chen in den un­te­ren Ent­gelt­grup­pen ta­rif­li­che St­un­den­löh­ne von we­ni­ger als 8,50 Eu­ro ge­zahlt.

Da­zu zäh­len das Bä­cker- und Kon­di­to­ren­hand­werk (6,10), der Ein­zel­han­del, mit 70 000 Be­schäf­tig­ten ein Schwer­ge­wicht, (7,94) oder die Ge­bäu­de­rei­ni­gung (7,56). Im Gast­ge­wer­be gilt erst von Ja­nu­ar 2014 an ein Ein­stiegs­lohn von 7,50 Eu­ro je St­un­de. Zeit­ar­beits­fir­men, in de­nen nach An­ga­ben der Ar­beits­agen­tur im Nord­os­ten 11 000 Men­schen be­schäf­tigt sind, zah­len laut Mi­nis­te­ri­um Min­dest­löh­ne von 6,56 je St­un­de, An­fang 2014 sol­len sie ost­weit auf 7,86 Eu­ro stei­gen. Das Be­wa­chungs­ge­wer­be zahlt laut Ver­di seit Jah­res­be­ginn min­des­tens 7,65 Eu­ro.

"Wir brau­chen den flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro, da­mit je­der, der ei­nen Job hat, auch da­von le­ben kann. Und Un­ter­schie­de darf es da zwi­schen Ost und West nicht ge­ben", be­ton­te Ar­beits- und So­zi­al­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD), die bei den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen zwi­schen Uni­on und SPD in Ber­lin mit am Tisch sitzt.

Die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di hat Kon­se­quen­zen aus dem bis­he­ri­gen Lohn­ge­fü­ge ge­zo­gen. "Wir stim­men kei­nem Ver­trag mehr zu, in dem Löh­ne von we­ni­ger als 8,50 Eu­ro fi­xiert wer­den sol­len", sag­te der Ros­to­cker Ver­di-Se­kre­tär Det­lev Follak. Sei­ner Ein­schät­zung nach er­schwert vor al­lem die klein­tei­li­ge Struk­tur der Wirt­schaft in Meck­len­burg-Vor­pom­mern den Ab­schluss all­ge­mein­gül­ti­ger Ta­rif­ver­trä­ge.

Wohl­fahrts­ver­bän­de wie das DRK, die AWO oder die Volks­so­li­da­ri­tät, die mit vie­len Tau­send Mit­ar­bei­tern in der Kin­der­be­treu­ung oder der Al­ten­pfle­ge tä­gig sind, ent­zö­gen sich eben­falls der Ta­rif­bin­dung. "Wir als Ge­werk­schaf­ten ha­ben uns nicht um den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn ge­ris­sen. Aber in vie­len Be­rei­chen kom­men wir oh­ne ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung ein­fach nicht wei­ter. Und auch bei 8,50 Eu­ro je St­un­de dürf­te bei vie­len Be­schäf­tig­ten noch viel Mo­nat üb­rig sein, wenn das Geld al­le ist", sag­te Follak.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. Januar 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880