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Bom­bar­dier-Be­schäf­tig­te be­fürch­ten Werks­schlie­ßung - De­mo in Kas­sel

Ar­bei­ter beim Zug­her­stel­ler Bom­bar­dier in Kas­sel ban­gen um ih­re Zu­kunft: Sie fürch­ten um ei­ne mit­tel­fris­ti­ge Schlie­ßung des Stand­orts. Der Kon­zern will "Ge­rüch­te" nicht kom­men­tie­ren, hat aber bun­des­weit Stel­len­ab­bau an­ge­kün­digt

18.03.2016. (dpa) - Bei der Kas­se­ler Be­leg­schaft des Zug­her­stel­lers Bom­bar­dier geht die Angst vor ei­ner Werk­schlie­ßung um.

Be­fürch­tet wird, dass Auf­trä­ge zu­neh­mend an an­de­re Kon­zern­stand­or­te ver­la­gert wer­den und mit­tel­fris­tig, in ei­ni­gen Jah­ren, das Werk ge­schlos­sen wer­den könn­te.

"Wir ver­mis­sen ein kla­res Be­kennt­nis zum Stand­ort", sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall Nord­hes­sen am Don­ners­tag nach ei­ner De­mo in Kas­sel ge­gen Plä­ne zum Per­so­nal­ab­bau.

Rund 500 Be­schäf­tig­te be­tei­lig­ten sich nach über­ein­stim­men­den An­ga­ben von Po­li­zei und Ge­werk­schaft in Kas­sel an ei­nem bun­des­wei­ten Ak­ti­ons­tag.

Bom­bar­dier hat an­ge­kün­digt, im lau­fen­den und kom­men­den Jahr 1430 der rund 10.500 Stel­len in Deutsch­land strei­chen zu wol­len. Da­bei han­de­le es sich je zur Hälf­te um Fest­an­ge­stell­te und Leih­ar­bei­ter. Der Stand­ort Kas­sel hat wo­mög­lich Glück: Es sol­len we­ni­ger als zehn Stel­len be­trof­fen sein, wie die IG Me­tall er­klär­te. Die ost­deut­schen Stand­or­te sei­en am stärks­ten be­trof­fen. Gro­ße Sor­ge be­rei­tet den Ar­bei­tern in Kas­sel da­ge­gen die Zu­kunft des ge­sam­ten Wer­kes.

Der Kon­zern teil­te auf An­fra­ge zum Sze­na­rio ei­ner Werks­schlie­ßung mit: Man be­tei­li­ge sich nicht an Spe­ku­la­tio­nen und Ge­rüch­ten. Und: "Wir kön­nen kei­ne lang­fris­ti­gen Stand­ort­ga­ran­ti­en aus­spre­chen", sag­te der Spre­cher von Bom­bar­dier Trans­por­ta­ti­on, An­dre­as Die­ne­mann. Der Welt­markt sei zu sehr in Be­we­gung.

Bom­bar­dier be­stä­tig­te aber, dass für Kas­sel ein­ge­plan­te Pro­duk­tio­nen nun vom nord­ita­lie­ni­schen Werk Va­do Li­gu­re über­nom­men wer­den. Dies sei nicht als Ver­la­ge­rungs­trend zu ver­ste­hen. "Wir beu­gen ei­ner Über­aus­las­tung am Stand­ort Kas­sel vor", sag­te Die­ne­mann. Es geht um die Pro­duk­ti­on von 51 Loks in die­sem und den nächs­ten bei­den Jah­ren. In Kas­sel wer­den in die­sem Jahr Un­ter­neh­mens­plä­nen zu­fol­ge 116 Loks pro­du­ziert.

An Auf­trä­gen man­ge­le es für Bom­bar­dier nicht: Die Bü­cher sei­en voll, sag­te Die­ne­mann. Al­ler­dings ha­be man in den ver­gan­ge­nen Jah­ren pro­jekt­be­zo­gen Per­so­nal ein­ge­stellt, nun müs­se ei­ne An­pas­sung er­fol­gen. Der Kon­zern mit 70.000 Mit­ar­bei­tern, knapp 40.000 da­von in der Bahn-Spar­te, müs­se wett­be­werbs­fä­hig und pro­fi­ta­bel blei­ben.

Bei der fried­li­chen De­mo in Kas­sel war von der Ge­werk­schaft zu hö­ren, dass der ka­na­di­sche Flug­zeug- und Zug­her­stel­ler Bom­bar­dier die an­ge­mie­te­te Werks­im­mo­bi­lie los­wer­den und den Stand­ort Va­do Li­gu­re stär­ken wol­le. Bei dem Pro­test ver­sam­mel­ten sich die Be­schäf­tig­ten vor ei­nem Werks­tor auf ei­ner wich­ti­gen Haupt­ver­kehrs­stra­ße. Es kam laut Po­li­zei in den Mor­gen­stun­den zu er­heb­li­chen Ver­kehr­be­hin­de­run­gen.

"Das Bom­bar­dier-Werk ist ein tech­no­lo­gi­sches Aus­hän­ge­schild des Wirt­schafts­stand­orts Kas­sel", sag­te der Ober­bür­ger­meis­ter Ber­tram Hil­gen (SPD). Die stra­te­gisch güns­ti­ge La­ge Kas­sels in der Mit­te Deutsch­lands und Eu­ro­pas und die gu­te Er­reich­bar­keit sei­en Stand­ort­vor­tei­le.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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