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Brief­trä­ger ver­stär­ken Druck vor drit­ter Ver­hand­lungs­run­de

Die Ge­werk­schaft Ver­di will bei der drit­ten Post-Ta­rif­run­de an die­sem Don­ners­tag ein Er­geb­nis: Ob das ge­lingt, ist aber of­fen. Zu­nächst muss die Post mal ein An­ge­bot vor­le­gen. Ver­di dehn­te wäh­rend­des­sen die Warn­streiks aus

25.04.2013. (dpa) - Vor Be­ginn der drit­ten Ta­rif­run­de bei der Deut­schen Post an die­sem Don­ners­tag (25.4.) in Neuss ha­ben die Be­schäf­tig­ten mit Warn­streiks den Druck auf das Un­ter­neh­men er­höht.

In neun Bun­des­län­dern folg­ten 2200 Zu­stel­ler am Mitt­woch dem Auf­ruf zu Ar­beits­nie­der­le­gun­gen.

In Nord­rhein-West­fa­len, ei­nem Schwer­punkt des Aus­stands, be­tei­lig­ten sich nach Ver­di-An­ga­ben mehr als 1000 Be­schäf­tig­te.

Warn­streiks gab es au­ßer­dem un­ter an­de­rem in Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Bran­den­burg und Rhein­land-Pfalz.

Die Ge­werk­schaft möch­te bei den Ver­hand­lun­gen ein Er­geb­nis er­zie­len. Für die­sen Frei­tag wur­de be­reits ei­ne Sit­zung der Ta­rif­kom­mis­si­on eben­falls in Neuss an­be­raumt. Die Ar­beits­di­rek­to­rin der Deut­schen Post, An­ge­la Titz­rath, zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, bald zu ei­ner Ei­ni­gung zu kom­men. "Wir hof­fen, die sach­li­che und kon­struk­ti­ve At­mo­sphä­re der vor­an­ge­gan­ge­nen Run­den wie­der auf­neh­men zu kön­nen", er­klär­te sie.

Die Ge­werk­schaft for­dert für die 132 000 Ta­rif­be­schäf­tig­ten sechs Pro­zent mehr Lohn, min­des­tens aber 140 Eu­ro mehr im Mo­nat. Au­ßer­dem soll die Post­zu­la­ge für die rund 43 000 Be­am­ten neu ge­re­gelt wer­den. Die Post will ein An­ge­bot vom Ver­hand­lungs­ver­lauf ab­hän­gig ma­chen. "Die Chan­cen ste­hen aber gut", sag­te ein Spre­cher in Bonn.

Zu ei­ner zen­tra­len Kund­ge­bung ka­men am Mitt­woch in Dort­mund rund 500 Zu­stel­ler aus NRW zu­sam­men. Al­lein im be­völ­ke­rungs­reichs­ten Bun­des­land sei­en et­wa 1,5 Mil­lio­nen Brie­fe und 120 000 Pa­ke­te nicht oder nur ver­spä­tet zu­ge­stellt wer­den, schätz­te die Ge­werk­schaft.

Be­reits am Diens­tag hat­ten sich nach Ver­di-An­ga­ben 2000 Be­schäf­tig­te in fünf süd­li­chen Bun­des­län­dern an Warn­streiks be­tei­ligt. Seit Be­ginn der Warn­streiks vor ei­ner Wo­che hät­ten sich bun­des­weit mehr als 10 000 Post­be­schäf­tig­te an be­fris­te­ten Ar­beits­nie­der­le­gun­gen be­tei­ligt.

Nach wei­te­ren An­ga­ben der Post blie­ben die Warn­streiks bis­lang oh­ne grö­ße­re Aus­wir­kun­gen. In den be­streik­ten Ge­bie­ten sei es le­dig­lich zu Ver­zö­ge­run­gen von höchs­tens ei­nem Ta­ge ge­kom­men, teil­te das Un­ter­neh­men mit. Ins­ge­samt wa­ren von den Streik­maß­nah­men seit der ver­gan­ge­nen Wo­che den An­ga­ben zu­fol­ge 9,4 Mil­lio­nen Brief­sen­dun­gen be­trof­fen. Das ist rund 2,5 Pro­zent der ge­sam­ten Men­ge, die die Post in die­sem Zeit­raum ge­wöhn­lich be­för­dert.

Jetzt sei die Deut­sche Post am Zug, sag­te die Ver­hand­lungs­füh­re­rin von Ver­di, An­drea Ko­scis, mit Blick auf die an­ste­hen­de Ta­rif­run­de. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te Ver­di vier Pro­zent mehr Ein­kom­men durch­ge­setzt. Ver­di droh­te mit wei­te­ren Aus­stän­den, falls der Ar­beit­ge­ber kein ver­hand­lungs­fä­hi­ges An­ge­bot vor­ge­legt. "Die Be­schäf­tig­ten er­war­te­ten ein deut­li­ches Plus im Porte­mon­naie", be­ton­te Ko­scis.

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Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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