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Bun­des­tag be­schließt Min­dest­lohn - DGB spricht von Er­folg

Bis zu­letzt wur­de ge­strit­ten und an Än­de­run­gen ge­feilt: Jetzt liegt der Ent­wurf zum flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro dem Bun­des­tag zur Ab­stim­mung vor

03.07.2014. (dpa) - Nach teil­wei­se hef­ti­ger Kri­tik von Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten will der Bun­des­tag am Don­ners­tag (10.30 Uhr) den Min­dest­lohn­ent­wurf von Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) ver­ab­schie­den.

Mit der Re­ge­lung steigt zum 1. Ja­nu­ar 2015 für rund 3,7 Mil­lio­nen Men­schen der Lohn auf min­des­tens 8,50 Eu­ro in der St­un­de.

Aus­ge­nom­men sind Ju­gend­li­che un­ter 18 Jah­ren.

Auch Lang­zeit­ar­beits­lo­se blei­ben das ers­te hal­be Jahr in ei­nem neu­en Job au­ßen vor.

Der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann sieht den Ge­setz­ent­wurf trotz ei­ni­ger Aus­nah­men und Über­gangs­re­ge­lun­gen po­si­tiv. "In der po­li­ti­schen Ge­samt­be­wer­tung al­ler­dings ist ganz klar: Der Min­dest­lohn ist ein Er­folg für uns Ge­werk­schaf­ten", sag­te er der "Augs­bur­ger All­ge­mei­nen" (Don­ners­tag). "Die SPD hat in der gro­ßen Ko­ali­ti­on vie­le von un­se­ren Vor­stel­lun­gen durch­ge­setzt."

Ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les woll­te Aus­nah­men für ein­zel­ne Bran­chen ver­mei­den. Für ei­ni­ge gibt es aber auf Be­trei­ben der Uni­on Über­gangs­re­ge­lun­gen bis 2017 - vor­nehm­lich für Sai­son­ar­bei­ter und Zei­tungs­zu­stel­ler.

"Bei den Sai­son­ar­bei­tern hat sich die Bau­ern­lob­by durch­ge­setzt", kri­ti­sier­te DGB-Chef Hoff­mann. Er sei aber froh, "dass es kei­ne re­gio­na­len Aus­nah­men gibt und kei­ne dau­er­haf­ten Aus­nah­men für be­stimm­te Wirt­schafts­be­rei­che."

Der Prä­si­dent des Deut­schen Bau­ern­ver­ban­des, Joa­chim Ruk­wied, sprach hin­ge­gen von ei­ner "Mo­gel­pa­ckung". "Die gro­ße Ko­ali­ti­on hat für Sai­son­ar­beits­kräf­te nur Schein­lö­sun­gen ins Ge­setz auf­ge­nom­men", sag­te er der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Don­ners­tag). "Der Wett­be­werbs­nach­teil, den un­se­re Obst- und Ge­mü­se­bau­ern wie Win­zer er­fah­ren, wird da­mit kei­nes­falls aus­ge­gli­chen."

Der DGB-Chef wies Vor­wür­fe, der Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro St­un­de ge­fähr­de mehr als ei­ne Mil­li­on Ar­beits­plät­ze, als "Pro­pa­gan­da" zu­rück. "Der Min­dest­lohn wird kein Job­kil­ler sein, das be­stä­ti­gen se­riö­se Stu­di­en und die Er­fah­run­gen aus un­se­ren eu­ro­päi­schen Nach­bar­län­dern oder den Ver­ei­nig­ten Staa­ten", sag­te Hoff­mann.

Von 2016 an soll die Hö­he der flä­chen­de­cken­den Lohn­un­ter­gren­ze al­le zwei Jah­re von ei­ner Min­dest­lohn­kom­mis­si­on fest­ge­legt wer­den, in der Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ver­tre­ten sind.

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Letzte Überarbeitung: 20. November 2015

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