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13/294a CDU-So­zi­al­aus­schüs­se for­dern mehr Tem­po bei Bil­dungs­ur­laub

Ver­kehr­te Welt: Die CDU treibt Grün-Rot beim ge­werk­schaft­li­chen Her­zens­an­lie­gen Bil­dungs­frei­stel­lung an: Die So­zi­al­po­li­ti­ker der CDU drin­gen auf ei­ne brei­te Wis­sens­ver­mitt­lung für Ar­beit­neh­mer - und zwar zum Null­ta­rif. Die Ar­beit­ge­ber sind be­frem­det

16.10.2013. (dpa) - Der CDU-Ar­beit­neh­mer­flü­gel will der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung bei der Ein­füh­rung des Bil­dungs­ur­laubs Bei­ne ma­chen.

Ein Ent­wurf für ein Bil­dungs­frei­stel­lungs­ge­setz müs­se noch bis En­de des Jah­res vor­lie­gen, for­der­te der Lan­des­vor­sit­zen­de der CDU-So­zi­al­aus­schüs­se (CDA) Chris­ti­an Bä­um­ler am Diens­tag.

"Nach zwei­ein­halb Jah­ren im Amt und der An­kün­di­gung im Ko­ali­ti­ons­ver­trag muss Grün-Rot die in­ter­nen Mei­nungs­bil­dungs­pro­zes­se in den Griff krie­gen", sag­te er.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) kön­ne sich nicht un­ein­ge­schränkt für das The­ma er­wär­men, auch SPD-Fi­nanz­mi­nis­ter Nils Schmid sei eher zö­ger­lich.

Da­ge­gen lie­ge die CDA mit ih­ren 1500 Mit­glie­dern ganz auf der Li­nie der Ge­werk­schaf­ten.

Die Wirt­schaft lehnt ei­ne be­zahl­te Frei­stel­lung hin­ge­gen als teu­er und über­flüs­sig ab. "Wir sind ir­ri­tiert, dass die CDU hier die grün-ro­te Lan­des­re­gie­rung noch in ih­ren For­de­run­gen über­trifft", sag­te der Spre­cher der Ar­beit­ge­ber Ba­den-Würt­tem­berg. Der Vor­schlag der CDU lau­fe auf ein bü­ro­kra­ti­sches Mons­trum hin­aus.

Die Kos­ten­mehr­be­las­tung im Jahr be­zif­fer­te er auf bis zu 2,5 Pro­zent der Ge­halts­sum­me ei­ner Fir­ma - das ent­spre­che lan­des­weit et­wa fünf Mil­li­ar­den Eu­ro. Ziel­ge­rich­te­te Wei­ter­bil­dung wer­de in Deutsch­land oh­ne­hin groß­ge­schrie­ben: Mehr als 80 Pro­zent der Fir­men bö­ten sie an und gä­ben da­für im Jahr knapp 30 Mil­li­ar­den Eu­ro aus. Die SPD-Frak­ti­on sprach an­ge­sichts ei­ner jahr­zehn­te­lang CDU-ge­führ­ten Re­gie­rung von ei­ner spä­ten Er­kennt­nis der Christ­de­mo­kra­ten.

Nach Auf­fas­sung des CDU-Ar­beit­neh­mer­flü­gels soll je­der Be­schäf­tig­te im Land bis zu fünf Ta­ge im Jahr für die Bil­dung frei­ge­stellt wer­den kön­nen. "Der An­spruch auf Bil­dungs­frei­stel­lung soll über die be­ruf­li­che Fort- und Wei­ter­bil­dung hin­aus die ge­sund­heit­li­che, ge­werk­schaft­li­che und po­li­ti­sche Bil­dung um­fas­sen", er­läu­ter­te Bä­um­ler. Mög­lich sei­en Sprach­kur­se, Se­mi­na­re zur Stress­be­wäl­ti­gung, zur Bur­nout-Pro­phy­la­xe oder Fort­bil­dun­gen zur Eu­ro­pa­po­li­tik.

Die Wahl müs­se nicht un­be­dingt mit der be­ruf­li­chen Tä­tig­keit zu tun ha­ben. Bä­um­ler: "In ei­ner sich schnell wan­deln­den Wirt­schaft ist ein ganz­heit­li­ches Bil­dungs­kon­zept für die Un­ter­neh­men ein Ge­winn." Da­bei kön­ne man sich et­wa an der Zer­ti­fi­zie­rung von An­ge­bo­ten durch die Eu­ro­päi­sche Uni­on ori­en­tie­ren.

Die Be­den­ken der Ar­beit­ge­ber we­gen ho­her Kos­ten weist der CDA-Lan­des­vor­sit­zen­de mit dem Hin­weis auf die Er­fah­run­gen in den zwölf Bun­des­län­dern zu­rück, in de­nen es be­reits ein Bil­dungs­frei­stel­lungs­ge­setz gibt. Für klei­ne und Mit­tel­be­trie­be soll­te es nach dem Vor­bild von Rhein­land-Pfalz ei­nen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich ge­ben. Aus Sicht der Ar­beit­ge­ber wä­re das aber "bü­ro­kra­ti­scher Un­sinn" auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler.

Bei wich­ti­gen be­trieb­li­chen Er­for­der­nis­sen sol­le die Wirt­schaft ei­nem An­trag wi­der­spre­chen kön­nen, er­läu­ter­te Bä­um­ler. Aus­zu­bil­den­de sol­len eben­falls in den Ge­nuss von Bil­dungs­ur­laub kom­men, so­lan­ge der Aus­bil­dungs­er­folg nicht ge­fähr­det ist. Ba­den-Würt­tem­berg ge­hört mit Bay­ern, Thü­rin­gen und Sach­sen zu den Bun­des­län­dern, in de­nen es noch kei­nen Rechts­an­spruch auf Bil­dungs­ur­laub gibt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

 

Letzte Überarbeitung: 28. Juli 2014

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