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Zwei­te Chan­ce für jun­ge Ar­beits­lo­se: Mo­dell­pro­jekt in Thü­rin­gen

Nach der Schu­le kei­ne Lehr­stel­le ge­fun­den und sich dann von ei­ner För­der­maß­nah­me zur an­de­ren ge­han­gelt: auf Ju­gend­li­che mit die­ser Bio­gra­fie zielt ein neu­es Thü­rin­ger Pro­jekt zur Be­rufs­aus­bil­dung

27.07.2013. (dpa) - Thü­rin­gen will jun­ge Men­schen oh­ne ge­eig­ne­ten Ab­schluss mit Er­folgs­prä­mi­en zur Auf­nah­me ei­ner Be­rufs­aus- oder Wei­ter­bil­dung mo­ti­vie­ren.

Da­zu soll im Sep­tem­ber ein Mo­dell­pro­jekt von Land und Ar­beits­agen­tur mit 180 Ar­beits­lo­sen oder von Grund­si­che­rung le­ben­den Men­schen un­ter 35 Jah­re star­ten, wie Wirt­schafts­mi­nis­ter Mat­thi­as Mach­nig (SPD) am Frei­tag in Er­furt an­kün­dig­te.

Für er­folg­rei­che Prü­fun­gen wer­den die­se be­lohnt. In Thü­rin­gen sei­en 7000 Ar­beits­lo­se zwi­schen 25 und 35 Jah­re alt, 10 000 Be­schäf­tig­te die­ser Al­ters­grup­pe ver­füg­ten über kei­nen Ab­schluss, sag­te Mach­nig. Zu­gleich sucht die Wirt­schaft hän­de­rin­gend Fach­kräf­te.

Vie­le der be­trof­fe­nen jun­gen Leu­te sei­en in ei­ner Zeit auf den Aus­bil­dungs­markt ge­drängt, als es - an­ders als heu­te - deut­lich mehr Be­wer­ber als Lehr­stel­len gab, sag­te die Lan­des­vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB), Re­na­te Licht.

In dem vom Land mit rund 451 000 Eu­ro und der Lan­des­ar­beits­agen­tur mit 267 000 Eu­ro un­ter­stütz­ten Mo­dell­pro­jekt sol­len vor al­lem Be­rufs­ab­schlüs­se in der Me­tall-, Elek­tro- und Kunst­stoff­bran­che, in Ge­sund­heits­we­sen und Pfle­ge, in der Land­wirt­schaft und auf dem Bau ge­för­dert wer­den.

Bei dem zu­nächst auf Ost­thü­rin­gen kon­zen­trier­ten Pro­jekt ab­sol­vie­ren die Teil­neh­mer ent­we­der ei­ne re­gu­lä­re Be­rufs­aus­bil­dung in ei­nem Un­ter­neh­men oder ei­ne Wei­ter­bil­dung. Bei ei­ner be­stan­de­nen Zwi­schen- be­zie­hungs­wei­se Ab­schluss­prü­fung er­hal­ten sie ei­ne Prä­mie, de­ren Hö­he bei bis zu 2000 Eu­ro liegt.

Das Prä­mi­en­sys­tem zielt Mach­nig zu­fol­ge vor al­lem auf jun­ge Leu­te oh­ne Ab­schluss ab, die ei­nen Job ha­ben - und die mit Be­ginn ei­ner Aus­bil­dung mit fi­nan­zi­el­len Ein­bu­ßen rech­nen müss­ten. DGB-Lan­des­che­fin Licht hält es für ei­nen An­reiz, da­mit Pro­jekt­teil­neh­mer die Aus­bil­dung nicht vor­zei­tig ab­bre­chen.

Mach­nig zeig­te sich op­ti­mis­tisch, dass die Wirt­schaft dem Pro­jekt auf­ge­schlos­sen ge­gen­über ste­he. Er se­he ei­nen Men­ta­li­täts­wech­sel auf dem Lehr­stel­len­markt. "Die Un­ter­neh­men ma­chen der­zeit mas­siv die Er­fah­rung, dass die klas­si­schen Re­kru­tie­rungs­we­ge nicht mehr aus­rei­chen."

Nach ei­ner im Mai vor­stell­ten Stu­die des Zen­trums für So­zi­al­for­schung (Hal­le) braucht Thü­rin­gens Wirt­schaft bis zum Jahr 2025 rund 75 000 zu­sätz­li­che Fach­kräf­te. Die Stu­die er­gab auch, dass die meis­ten Un­ter­neh­men trotz Per­so­nal­lü­cken kei­ne Ju­gend­li­chen oh­ne Be­rufs­ab­schluss ein­stel­len wür­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. August 2014

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