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Chan­cen­ge­rech­tig­keit durch fle­xi­bles Ar­bei­ten

Laut ei­ner ak­tu­el­len Stu­die wür­de ein grö­ße­rer An­teil an weib­li­chen Ar­beit­neh­mern für ein enor­mes Wirt­schafts­wachs­tum sor­gen.
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

30.05.2017. (dpa/wie) - Wä­ren mehr Frau­en er­werbs­tä­tig und auch in Füh­rungs­po­si­tio­nen häu­fi­ger ver­tre­ten, könn­te ein enor­mes Wirt­schafts­wachs­tum rea­li­siert wer­den. Das geht aus ei­ner Stu­die der Initia­ti­ve "Chef­sa­che" her­vor, die am Mon­tag in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de.

Durch hö­he­re Gleich­be­rech­ti­gung kön­ne dem­nach bis zum Jahr 2025 ein Wachs­tum von 422 Mil­li­ar­den Eu­ro (zwölf Pro­zent) zu­sätz­lich er­zielt wer­den. "Das ist na­tür­lich ein­fach ei­ne öko­no­mi­sche Grö­ße, von der ich sa­gen wür­de: Kann sich kein Land er­lau­ben, dar­auf zu ver­zich­ten", sag­te Ja­ni­na Ku­gel, Per­so­nal­vor­stand der Sie­mens AG, bei der Vor­stel­lung des Be­richts.

Weib­li­che Ar­beit­neh­mer wür­den le­dig­lich 38 Pro­zent zum Brut­to­in­lands­pro­dukt bei­tra­gen. Ver­ant­wort­lich da­für sei vor Al­lem der Man­gel an Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie. Ins­be­son­de­re in den Füh­rungs­eta­gen deut­scher Un­ter­neh­men sei­en deut­lich we­ni­ger Frau­en zu fin­den.

Laut der Initia­ti­ve, ei­nem Zu­sam­men­schluss von 21 Or­ga­ni­sa­tio­nen aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, öf­fent­li­chem Sek­tor und Me­di­en, ist die Ant­wort dar­auf fle­xi­ble Ar­beit. Dies wür­de da­zu bei­tra­gen, so der Be­richt, dass Füh­rungs­jobs und Fa­mi­li­en­le­ben bes­ser funk­tio­nie­ren kön­nen. Die Um­set­zung kön­ne durch Ar­beit von zu Hau­se, Job­sha­ring oder re­du­zier­te Voll­zeit (30 bis 34 St­un­den pro Wo­che) ge­lin­gen.

Bei fle­xi­blem Ar­bei­ten han­de­le es sich je­doch um "ein The­ma, das in Deutsch­land noch im­mer ein Schat­ten­sein führt", er­klärt der Deutsch­land­chef der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey, Cor­ne­li­us Baur, ob­wohl es auch in Füh­rungs­po­si­tio­nen sinn­voll und mög­lich sei.

Bern­hard Beck, Per­so­nal­vor­stand des En­er­gie­un­ter­neh­mens En­BW emp­fiehlt die Ab­kehr der gän­gi­gen Prä­senz- und hin zur Leis­tungs­kul­tur. "Es geht im Grund­satz dar­um, dass man die Füh­rungs­kräf­te am Er­geb­nis ih­rer Ar­beit misst und nicht so am The­ma, wie oft sieht man sie", so Beck.

Der Stu­die zu­fol­ge müs­se die weib­li­che Er­werbs­quo­te von 54,7 Pro­zent auf 59,3 Pro­zent stei­gen, um die Wirt­schaft im be­schrie­be­nen Ma­ße an­zu­kur­beln. Au­ßer­dem müs­se die durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit weib­li­cher Be­schäf­tig­ter auf 32,5 St­un­den pro Wo­che er­höht und der sog. "Lea­dership Gap" ver­rin­gert wer­den.

„Fle­xi­bles Ar­bei­ten ist mehr als klas­si­sche Teil­zeit. Es wer­den Ar­beits­mo­del­le be­nö­tigt, die es Frau­en und Män­ner ganz in­di­vi­du­ell er­mög­li­chen, be­ruf­li­che und pri­va­te In­ter­es­sen ver­ein­ba­ren zu kön­nen, um im an­ge­mes­se­nen Um­fang am Er­werbs­le­ben teil­zu­ha­ben", er­klär­te der En­BW-Per­so­nal­chef.


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Letzte Überarbeitung: 1. September 2017

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