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Re­det mit den Chefs! - So kommt die Ge­ne­ra­ti­on Z im Job zu­recht

Wer 1995 oder spä­ter ge­bo­ren ist, ge­hört zur Ge­ne­ra­ti­on Z: Wenn die­se Jahr­gän­ge auf den Ar­beits­markt strö­men, müs­sen sich Fir­men um­stel­len. Die Ju­gend­li­chen ha­ben neue An­sprü­che an den Job. Doch auch die Zler selbst kön­nen ei­ni­ges ma­chen, um Kon­flik­te zu ver­mei­den

09.05.2016. (dpa) - Ge­ne­ra­ti­on Z? Das hört sich im­mer ein biss­chen nach Welt­un­ter­gang an.

Und es stimmt, die­se Ge­ne­ra­ti­on kennt Kri­sen­zei­ten, denn zu ihr ge­hö­ren - grob ge­sagt - die Ju­gend­li­chen, die um die Jahr­tau­send­wen­de ge­bo­ren wur­den.

Man­che sind be­reits in den ers­ten Job ge­star­tet, vie­le von ih­nen tum­meln sich an den Uni­ver­si­tä­ten oder wer­den dort bald ihr Stu­di­um be­gin­nen.

Sie ha­ben an­de­re Vor­stel­lun­gen vom Be­rufs­le­ben als ih­re Vor­gän­ger­ge­ne­ra­tio­nen - und zwi­schen ih­nen und den Ar­beit­ge­bern dro­hen Kon­flik­te.

Mit wel­chem Ge­burts­jahr die­se Ge­ne­ra­ti­on be­ginnt, ist un­ter Ex­per­ten um­strit­ten. Für Ju­gend­for­scher Prof. Klaus Hur­rel­mann ge­hö­ren zur Ge­ne­ra­ti­on Z die Ju­gend­li­chen, die nach 2000 ge­bo­ren wur­den. Ge­ne­ra­tio­nen­for­scher Chris­ti­an Scholz nennt das Ge­burts­jahr 1995 als Start­punkt. Die­se Kin­der sind wäh­rend der Wirt­schafts­kri­se groß ge­wor­den und ha­ben mit­er­lebt, wie an­ge­schla­ge­ne Un­ter­neh­men ih­re Mit­ar­bei­ter auf die Stra­ße schick­ten.

Viel­leicht ha­ben die­se jun­gen Men­schen des­halb vor al­lem Sehn­sucht nach ei­nem si­che­ren Ar­beits­platz. Geld sei ih­nen da­ge­gen nicht so wich­tig, er­klärt Hur­rel­mann. Die Ar­beit müs­se vor al­lem Spaß ma­chen, und sie woll­ten sich im Job per­sön­lich ver­wirk­li­chen. Au­ßer­dem le­gen sie Wert dar­auf, fle­xi­bel zu ar­bei­ten, um Fa­mi­lie und Hob­bys mit dem Job un­ter ei­nen Hut zu brin­gen. Die Ge­ne­ra­ti­on will nicht mehr Kar­rie­re um je­den Preis ma­chen, so steht es zu­min­dest in der Shell-Ju­gend­stu­die, die En­de 2015 ver­öf­fent­licht wur­de. Über­stun­den ak­zep­tie­ren sie oft nicht. Für sie zählt die per­sön­li­che Er­fül­lung im Le­ben. Im Fei­er­abend noch E-Mails auf dem Fir­men­lap­top le­sen? Für die Zler kommt das nicht in Fra­ge.

Ei­gent­lich müs­sen sich die Zler kei­ne gro­ßen Sor­gen we­gen ih­rer be­ruf­li­chen Zu­kunft ma­chen - das gilt je­den­falls dann, wenn sie gut qua­li­fi­ziert sind. "Der Markt hat sich ge­dreht, die Per­so­nal­ab­tei­lun­gen fra­gen an", sagt Hur­rel­mann. Heut­zu­ta­ge ste­hen die Fir­men im Wett­be­werb um Nach­wuchs­kräf­te, vie­len macht der Fach­kräf­te­man­gel zu schaf­fen. Um für die jun­gen Leu­te at­trak­tiv zu sein, müs­sen Un­ter­neh­men sich um­stel­len und neue, fle­xi­ble Struk­tu­ren an­bie­ten, um zum Bei­spiel die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf zu er­leich­tern. Da­zu ge­hö­ren Ho­me-of­fice-Ta­ge. Doch was kann ei­gent­lich die Ge­ne­ra­ti­on Z selbst tun, um sich auf das Ar­beits­le­ben vor­zu­be­rei­ten?

"Re­det mit eu­ren Füh­rungs­kräf­ten!", for­dert Scholz die Ge­ne­ra­ti­on Z auf. Nur wer klar kom­mu­ni­ziert, wird Frei­zeit und Be­ruf tat­säch­lich un­ter ei­nen Hut be­kom­men. Ein Bei­spiel: Will der Chef nach 17.00 Uhr noch et­was be­spre­chen, soll­ten die Zler nicht oh­ne Be­scheid zu sa­gen, ein­fach vom Ar­beits­platz zu ih­rem Hob­by stür­men. Das wird den Chef ver­wun­dern. Bes­ser ist, vor­her zu er­klä­ren, dass ei­nem das Hob­by sehr wich­tig ist und das man des­halb an be­stimm­ten Ta­gen sehr pünkt­lich geht. Wer neu ist, soll­te sich aber auch mit sol­chen An­sa­gen erst ein­mal zu­rück­hal­ten und sich um­schau­en, was die Kol­le­gen ma­chen und wie die Stim­mung in der Ab­tei­lung ist.

Zum The­ma di­rek­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­hört auch die Fra­ge: Wie lö­se ich Kon­flik­te?, er­klärt Hur­rel­mann. Die Ge­ne­ra­ti­on Z mei­de ger­ne den di­rek­ten Weg. Statt di­rekt mit dem Vor­ge­setz­ten zu re­den, wen­de sie sich an den Be­triebs­rat, sagt Scholz. Sol­che Stra­te­gi­en kön­nen nach hin­ten los­ge­hen. Statt­des­sen soll­ten sie erst ein­mal ver­su­chen, mit der Füh­rungs­kraft ei­ne Lö­sung zu fin­den, rät er.

Die Ge­ne­ra­ti­on Z ist au­ßer­dem die ers­te Ge­ne­ra­ti­on, die al­les mit dem Com­pu­ter macht und mit Ta­blet, Smart­pho­ne und Co. auf­ge­wach­sen ist. Im Eng­li­schen wer­den sie da­her "Di­gi­tal Na­ti­ves", zu Deutsch et­wa di­gi­ta­le Ur­ein­woh­ner, ge­nannt. Doch hier kann es eben­falls Pro­ble­me ge­ben. Laut Hur­rel­mann sind die jun­gen Men­schen dar­an ge­wöhnt, dass al­les im­mer schnell geht, Ar­beits­auf­trä­ge über­schau­bar sind und schnell ab­ge­ar­bei­tet wer­den kön­nen.

"Wäh­rend Mul­ti­tas­king ih­re Stär­ke ist, fällt es ih­nen schwer in lan­gen Zy­klen zu den­ken und sich län­ger auf ei­ne Sa­che zu kon­zen­trie­ren. Es fehlt ih­nen an Durch­hal­te­ver­mö­gen", sagt Prof. Hur­rel­mann. Des­we­gen soll­ten sich jun­ge Men­schen be­wusst wer­den, dass zum Ar­bei­ten auch ein­mal lang­wei­li­ge und län­ger­fris­ti­ge Pro­jek­te ge­hö­ren.

Per­fekt ge­tak­te­te Ta­ge, struk­tu­rier­te St­un­den­plä­ne: So sind die jun­gen Leu­te häu­fig auf­ge­wach­sen. Doch im Job geht es manch­mal ganz schön chao­tisch zu – der Not­fall-Plan ist in stres­si­gen Si­tua­tio­nen oft nicht vor­ge­ge­ben, son­dern die Be­schäf­tig­ten müs­sen sich selbst or­ga­ni­sie­ren. Den Zlern fehlt es dann an Ori­en­tie­rung. Sie fra­gen sich: Was tue ich jetzt? Des­we­gen soll­ten sie an ih­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­fä­hig­kei­ten ar­bei­ten, rät Scholz.

Eins ist klar, vie­le die­ser Fä­hig­kei­ten wer­den an den Uni­ver­si­tä­ten und Schu­len nicht ge­lehrt. Der ers­te Job ist im­mer ein Sprung ins kal­te Was­ser - für die Zler aber ganz be­son­ders. Sie soll­ten sich des­halb früh­zei­tig über­le­gen: Wie be­rei­te ich mich auf das Ar­beits­le­ben vor? "Die jun­gen Leu­te kön­nen drän­gen, jetzt zu ler­nen, da­mit sie spä­ter nicht in De­fi­zi­te hin­ein­lau­fen", sagt Hur­rel­mann. Das geht zum Bei­spiel mit Prak­ti­ka.

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Letzte Überarbeitung: 2. Dezember 2016

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