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DAK-Stu­die: Vie­le pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge füh­len sich über­for­dert

Die Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen kann sehr be­las­tend sein: Nicht sel­ten bre­chen al­te Fa­mi­li­en­kon­flik­te noch schlim­mer auf, wenn Kin­der Va­ter oder Mut­ter pfle­gen. Die­se Men­schen brau­chen mehr und bes­se­re Be­treu­ung

25.09.2015. (dpa) - Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen ist im­mer noch Frau­en­sa­che - doch de­ren Be­reit­schaft nimmt in­zwi­schen ab.

Wie aus dem am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Pfle­ge­re­port 2015 der DAK-Ge­sund­heit wei­ter her­vor­geht, neh­men zu 90 Pro­zent Frau­en die­se Be­las­tung auf sich.

Ein Drit­tel der pfle­gen­den Frau­en sei be­rufs­tä­tig, da­von ein Fünf­tel in Voll­zeit.

Im­mer­hin stei­ge die Zahl pfle­gen­der Män­ner in­zwi­schen et­was an.

Die pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen sind ei­ne tra­gen­de Säu­le des deut­schen Pfle­ge­sys­tems. Doch die­se Säu­le ist sehr be­las­tet, heißt es in dem Re­port, der sich die­ses Mal auf die La­ge der pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen kon­zen­trier­te. Vie­le von ih­nen füh­len sich manch­mal über­for­dert mit ih­ren Auf­ga­ben - kör­per­lich (50 Pro­zent) vor al­lem be­glei­tet von Rü­cken­be­schwer­den, aber auch psy­chisch (68 Pro­zent) oder zeit­lich (71 Pro­zent).

Der­zeit gibt es in Deutsch­land rund 2,6 Mil­lio­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge. Schät­zun­gen zu­fol­ge könn­te sich de­ren Zahl bis 2050 ver­dop­peln. Ein Fünf­tel al­ler Pfle­ge­be­dürf­ti­gen lebt in Hei­men. 70 Pro­zent al­ler Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wer­den im­mer noch zu Hau­se be­treut. Die Haupt­last tra­gen al­so An­ge­hö­ri­ge, meis­tens die Kin­der, Part­ne­rin­nen und Part­ner der Be­trof­fe­nen. Oh­ne sie wür­de das Pfle­ge­sys­tem zu­sam­men­bre­chen, sag­te DAK-Chef Her­bert Rebscher.

Ge­pflegt wer­den über­wie­gend Men­schen mit Pfle­ge­stu­fe Eins (knapp 50 Pro­zent). Doch auch die Stu­fen Zwei (30 Pro­zent) und Drei (zehn Pro­zent) sind mit ih­rem in­ten­si­ven Be­treu­ungs­be­darf in der häus­li­chen Pfle­ge ver­tre­ten. Be­las­tung und da­mit auch das Ge­fühl der Über­for­de­rung stei­gen dem Re­port der Kran­ken­kas­se zu­fol­ge, wenn die ge­pfleg­te Per­son de­ment ist. Bei je­dem drit­ten Be­frag­ten ist das der Fall.

Rund 20 Pro­zent al­ler pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen lei­den laut Re­port un­ter ei­ner De­pres­si­on. Auch Angst- oder Schlaf­stö­run­gen kom­men ge­häuft vor. Ins­ge­samt lei­det et­wa die Hälf­te al­ler Pfle­ge­per­so­nen an psy­chi­schen Pro­ble­men, deut­lich mehr als nicht-pfle­gen­de Men­schen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) will mit sei­nem Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz II ge­ra­de auch die pfle­gen­den An­ge­hö­ri­gen bes­ser­stel­len. Doch die Pfle­ge­ver­si­che­rung kann nur ei­nen Bruch­teil des­sen ab­de­cken, was für den Men­schen ein er­träg­li­ches Le­ben ist.

Der Vor­stand der Deut­schen Stif­tung Pa­ti­en­ten­schutz, Eu­gen Brysch, sag­te der dpa, die Pfle­gen­den näh­men die Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­te kaum an. So schät­ze die Bun­des­re­gie­rung selbst, dass sich in drei Jah­ren ma­xi­mal ein hal­bes Pro­zent al­ler 1,25 Mil­lio­nen Be­trof­fe­nen vom Job frei­stel­len las­sen wer­de und die Pfle­ge- und Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit in An­spruch neh­me. "Das wä­ren 6750 Pfle­gen­de." Auch das Dar­le­hens­an­ge­bot wer­de nicht vie­le Men­schen er­rei­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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