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DGB-Chef: Min­dest­lohn-Kom­pro­miss zwi­schen SPD und CDU mög­lich

Lo­cke­rungs­übun­gen der Uni­on in der Min­dest­lohn-De­bat­te sind für Ge­werk­schaf­ter und Ar­beits­ver­wal­tung An­lass zur Hoff­nung: Die SPD bleibt skep­tisch und wit­tert Wahl­kampf-Tak­tik

23.02.2013. (dpa) - Der DGB-Vor­sit­zen­de Mi­cha­el Som­mer hält beim The­ma Min­dest­lohn ei­nen Kon­sens zwi­schen SPD und CDU für mög­lich.

Der SPD-Vor­schlag se­he ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro und da­nach wei­te­re An­pas­sun­gen durch ei­ne Kom­mis­si­on der Ta­rif­part­ner vor.

"Das ist sehr ver­nünf­tig und ei­gent­lich auch der Ver­such ei­nes Kom­pro­mis­ses zwi­schen der SPD-For­de­rung und den Vor­stel­lun­gen der Uni­on", sag­te Som­mer der "Saar­brü­cker Zei­tung" (Sams­tag).

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) wis­se, dass die gro­ße Mehr­heit der Be­völ­ke­rung ei­nen Min­dest­lohn wol­le. Es dür­fe nicht pas­sie­ren, dass die 8,50 Eu­ro mit ei­nem fau­len Kom­pro­miss un­ter­lau­fen wer­den könn­ten. "An­sons­ten wä­re der Min­dest­lohn ein Eti­ket­ten­schwin­del", so der Chef des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB).

Auch das CDU-Kon­zept sieht ei­ne Kom­mis­si­on zur Be­stim­mung von Min­dest­löh­nen vor. Ei­ne kon­kre­te Zah­len­grö­ße wie bei der SPD ist dar­in al­ler­dings nicht ent­hal­ten. SPD-Chef Sig­mar Ga­bri­el hat­te sich am Frei­tag er­neut für ei­nen flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn aus­ge­spro­chen. "Wir wol­len, dass Ar­beit in Deutsch­land end­lich wie­der et­was wert ist", sag­te er im ZDF. Sie­ben Bun­des­län­der wol­len sich für ei­nen Min­dest­lohn von min­des­tens 8,50 Eu­ro stark­ma­chen. Der Ent­wurf soll am 1. März in den Bun­des­rat ein­ge­bracht wer­den.

Der Vor­stands­chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA), Frank-Jür­gen Wei­se, be­grüß­te die De­bat­te. Die Dis­kus­si­on tref­fe den Nerv der Men­schen, "dass je­der von sei­ner Ar­beit le­ben kön­nen soll­te", sag­te er der "Welt am Sonn­tag". Wei­se mahn­te ei­nen an­ge­mes­se­nen Min­dest­lohn an: "Un­ter­su­chun­gen zu­fol­ge ver­nich­tet ein Min­dest­lohn, der zu hoch ist, Ar­beits­plät­ze. Ist er zu nied­rig, hat er aber kaum Wir­kung. In die­sem Kor­ri­dor liegt die Lö­sung." Auch müs­se man be­den­ken, "dass je­mand, der nicht ar­bei­tet, über Hartz IV be­reits Leis­tun­gen er­hält, die ei­nem Net­to­lohn von et­wa fünf Eu­ro pro St­un­de ent­spre­chen".

SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­drea Nah­les kri­ti­sier­te das Uni­ons-Kon­zept als "tak­ti­sches Ma­nö­ver, sich so­zi­al zu ge­ben". Sie sag­te der Zei­tung "B.Z. am Sonn­tag", es ge­he nicht dar­um, ei­nen Be­griff zu be­set­zen, son­dern die Rea­li­tät zu ver­än­dern. "Des­halb darf es kei­ne Un­ter­schie­de nach Re­gio­nen, Bran­chen oder be­ste­hen­den Ta­rif­ver­trä­gen ge­ben." Ein­wän­de, dass Jobs ver­lo­ren ge­hen könn­ten, ließ Nah­les nicht gel­ten: "Das Ent­schei­den­de ist, dass der Min­dest­lohn wirk­lich durch­ge­setzt wird und für al­le Markt­teil­neh­mer gilt."

Die stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Ju­lia Klöck­ner lehn­te ei­nen flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn in Deutsch­land ab. Sie sag­te der "Bild am Sonn­tag": "Vor Ort weiß man am bes­ten, was an­ge­mes­sen ist. Da­her sol­len sich die Ta­rif­part­ner zu­sam­men­set­zen und das aus­han­deln, nicht der Ge­setz­ge­ber in Ber­lin."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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