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DGB kri­ti­siert Ab­schwä­chung ge­plan­ter Mut­ter­schutz-Re­form

Mut­ter­schutz auch für Stu­den­tin­nen und Schü­le­rin­nen? So woll­te es Mi­nis­te­rin Schwe­sig: Doch ih­re Re­form­plä­ne ka­men nicht vor­an - nun än­der­te ihr Haus den Ent­wurf

14.03.2016. (dpa) - Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) hat ei­ne Ab­schwä­chung der ge­plan­ten Re­form des Mut­ter­schut­zes hef­tig kri­ti­siert.

"Wer den Mut­ter­schutz wirk­lich stär­ken will, der darf kei­ne Aus­nah­men zu­las­sen", sag­te die DGB-Vi­ze­che­fin El­ke Han­nack der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

Ein Ge­setz­ent­wurf von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) hat­te ur­sprüng­lich vor­ge­se­hen, den Mut­ter­schutz auch auf Stu­den­tin­nen und Schü­le­rin­nen aus­zu­deh­nen.

Da­ge­gen hat­te es Wi­der­stand ge­ge­ben, nach Me­di­en­be­rich­ten wand­te sich in der Ko­ali­ti­on vor al­lem Bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka (CDU) da­ge­gen.

Es sei "ein Un­ding und über­haupt nicht nach­voll­zieh­bar", war­um Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen von ei­ner neu­en Re­ge­lung nun aus­ge­nom­men sein soll­ten, sag­te Han­nack. Der DGB leh­ne in­di­vi­du­el­le Re­ge­lun­gen ab. "Denn sie kön­nen zwar Spiel­räu­me er­öff­nen, aber eben­so leicht kön­nen sie Be­trof­fe­ne un­ter Druck set­zen – und da­bei die Ge­sund­heit von Mut­ter und Kind ge­fähr­den", sag­te Han­nack. Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen sei­en kei­ne Müt­ter zwei­ter Klas­se.

Fa­mi­li­en­staats­se­kre­tär Ralf Klein­diek hat­te den Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe ge­sagt, das Mi­nis­te­ri­um ha­be die Re­ge­lun­gen zu Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen vor­erst aus dem Ge­setz­ent­wurf ge­nom­men, so dass die Re­form nicht wei­ter ver­zö­gert wer­de. In­zwi­schen ver­schick­te das Mi­nis­te­ri­um den Ent­wurf auch an Län­der und Ver­bän­de. Da­bei bat es die Län­der im An­schrei­ben ex­tra um ei­ne Stel­lung­nah­me zu der Streit­fra­ge, wie ein Spre­cher mit­teil­te.

SPD-Vi­ze­frak­ti­ons­chef Hu­ber­tus Heil sag­te der dpa: "Der Schutz wer­den­der Müt­ter muss bun­des­weit ein­heit­lich und für al­le schwan­ge­ren Frau­en gleich gel­ten." Es sei rich­tig, dass Schwe­sig auch den Hoch­schu­len und Schu­len die glei­che Rechts­si­cher­heit bie­ten wol­le, wie sie die Ar­beit­ge­ber mit ih­rem Ge­setz­ent­wurf er­hiel­ten. "Mi­nis­te­rin Wan­ka blo­ckiert das und kann auch kei­ne gu­ten Grün­de da­für nen­nen."

Ins­ge­samt sol­len mit dem be­reits im Ko­ali­ti­ons­ver­trag an­ge­kün­dig­ten Ge­setz die Re­ge­lun­gen zum Mut­ter­schutz aus dem Jahr 1952 ent­staubt wer­den. Es bleibt da­bei, dass die Schutz­frist sechs Wo­chen vor der Ent­bin­dung be­ginnt und im Nor­mal­fall acht Wo­chen da­nach en­det. Ab sechs Wo­chen vor der Ge­burt ih­res Kin­des darf die wer­den­de Mut­ter nur noch dann be­schäf­tigt wer­den, wenn sie selbst aus­drück­lich er­klärt hat, dass sie wei­ter­ar­bei­ten möch­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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