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DGB lehnt Ar­beit­ge­ber-Vor­stoß zur Ar­beits­zeit ab

Wie viel Ar­beit schafft der Mensch am Tag oder in der Wo­che? Zu­min­dest sol­len die der­zei­ti­gen Ge­set­ze fle­xi­bler wer­den, ar­gu­men­tie­ren die Ar­beit­ge­ber. Die Ge­werk­schaf­ten se­hen das je­doch völ­lig an­ders

27.07.2015. (dpa) - Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) lehnt die von den Ar­beit­ge­bern ge­for­der­te Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zei­ten und ein En­de des Acht-St­un­den-Ta­ges ab.

"Wir wis­sen, dass Ar­beits­zei­ten über acht St­un­den am Tag we­der so­zi­al ver­ant­wort­lich noch öko­no­misch sinn­voll sind", sag­te der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" (Sams­tag).

"Ei­nen län­ge­ren Ar­beits­tag fest­zu­schrei­ben, ma­chen wir des­halb auf kei­nen Fall mit. Am Acht-St­un­den-Tag wird nicht ge­rüt­telt."

Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer hat­te ge­for­dert, das Ar­beits­zeit­ge­setz soll­te von ei­ner täg­li­chen auf ei­ne wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit um­ge­stellt wer­den, um mehr Spiel­räu­me zu schaf­fen und be­trieb­li­che Not­wen­dig­kei­ten ab­zu­bil­den.

Hoff­mann warf den Ar­beit­ge­bern vor, sie woll­ten ein ge­ne­rel­les Auf­wei­chen von Re­geln, die sich über vie­le Jahr­zehn­te be­währt hät­ten. "Die Be­schäf­tig­ten sol­len am bes­ten sie­ben Ta­ge die Wo­che rund um die Uhr zur Ver­fü­gung ste­hen. Das geht über­haupt nicht." Be­reits heu­te ar­bei­te­ten 60 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten län­ger als in Ta­rif­ver­trä­gen fest­ge­legt. "Es gibt al­so ei­ne ho­he Fle­xi­bi­li­tät, die Un­ter­neh­men im Aus­nah­me­fall nut­zen kön­nen. Des­halb se­he ich beim Ar­beits­zeit­ge­setz kei­nen Hand­lungs­be­darf."

Ein Spre­cher des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des BDA kon­ter­te, der DGB-Chef ar­gu­men­tie­re mit po­le­mi­schen Un­ter­stel­lun­gen. Die Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de hät­ten nie ge­for­dert, die ge­setz­lich zu­ge­las­se­ne Wo­chen­ar­beits­zeit zu ver­län­gern, oder ver­langt, dass Ar­beit­neh­mer rund um die Uhr zur Ver­fü­gung ste­hen.

Es ge­he dar­um, dass der Ge­setz­ge­ber die Spiel­räu­me der EU-Ar­beits­zeit­richt­li­nie bes­ser nut­ze. "Es ist ver­al­te­tes ge­werk­schaft­li­ches Scha­blo­nen­den­ken, je­de Fle­xi­bi­li­sie­rung im Ar­beits­recht als An­griff auf Ar­beit­neh­mer­rech­te zu se­hen und re­flex­ar­tig ab­zu­leh­nen", sag­te der BDA-Spre­cher.

Der Prä­si­dent des Ar­beit­ge­ber­ver­bands Ge­samt­me­tall, Rai­ner Dul­ger, sag­te der "Welt" (Sams­tag), Be­schäf­tig­te soll­ten bei­spiels­wei­se ent­schei­den kön­nen, statt täg­lich starr sie­ben St­un­den heu­te mal neun und mor­gen elf St­un­den zu ar­bei­ten, da­für dann aber über­mor­gen zu Hau­se zu blei­ben. "Das geht aber recht­lich nicht."

Die Ar­beit­ge­ber hat­ten ge­for­dert, das Ar­beits­zeit­ge­setz aus dem Jahr 1994 der di­gi­ta­li­sier­ten und glo­ba­li­sier­ten Ar­beits­welt an­zu­pas­sen. Kon­kret set­zen sie sich für ei­ne an der EU-Richt­li­nie ori­en­tier­te Höchst­gren­ze für die Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den ein, die an die Stel­le der deut­schen Acht-St­un­den-Re­gel für den Ein­zel­tag tre­ten sol­le. Für die gro­ße Ko­ali­ti­on ist das The­ma in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode nicht ak­tu­ell: Än­de­run­gen am Ge­setz sei­en der­zeit nicht ge­plant, so Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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