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DGB: Jobs müs­sen für wach­sen­de Zahl der Pend­ler um­ge­stal­tet wer­den

Die Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land leis­ten täg­lich ei­nen er­heb­li­chen Auf­wand, um an ih­re Ar­beits­plät­ze zu kom­men: Laut ei­ner Stu­die wächst die Zahl der Fern­pend­ler

18.02.2016. (dpa) - Im­mer mehr Men­schen in Deutsch­land neh­men wei­te Stre­cken auf dem Weg zum Job in Kauf - Ge­werk­schaf­ten for­dern nun bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen für Be­rufs­pend­ler in Deutsch­land.

Vor al­lem Fern­pend­ler näh­men für be­ruf­li­chen Er­folg er­heb­li­che so­zia­le und ge­sund­heit­li­che Ri­si­ken in Kauf, de­nen mit ver­bes­ser­ter Zeit­er­fas­sung und ei­ner fle­xi­ble­ren Or­ga­ni­sa­ti­on be­geg­net wer­den kön­ne.

Di­gi­ta­li­sie­rung und ver­netz­tes Ar­bei­ten bö­ten neue Mög­lich­kei­ten für in­di­vi­du­el­le Lö­sun­gen, er­klär­te der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) zur Ver­öf­fent­li­chung ei­ner Stu­die am Mitt­woch in Ber­lin.

Et­wa die Hälf­te al­ler Be­schäf­tig­ten ar­bei­tet nicht an ih­rem Wohn­ort. Deut­lich ge­stie­gen ist der Stu­die zu­fol­ge in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Zahl der Fern­pend­ler, die mehr als 150 Ki­lo­me­ter von ih­rem Wohn­ort ent­fernt ar­bei­ten. Sie klet­ter­te um 200.000 auf gut 1,2 Mil­lio­nen Men­schen.

Der DGB setzt auf ei­ne Aus­wei­tung der Mög­lich­kei­ten, den Job von zu Hau­se zu er­le­di­gen, sieht da­bei aber die Ge­fahr von ent­grenz­ten Ar­beits­zei­ten. Das Ho­me Of­fice müs­se frei­wil­lig blei­ben und mit ei­ner ge­nau­en Er­fas­sung der mo­bi­len Ar­beits­zei­ten ein­her­ge­hen. Die Be­schäf­tig­ten müss­ten zu­dem vor stän­di­ger Ver­füg­bar­keit ge­schützt wer­den. All­ge­mein setzt sich der Ge­werk­schafts­bund zu­dem für ei­ne Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­we­ge und der Um­stiegs­mög­lich­kei­ten zwi­schen den Ver­kehrs­mit­teln ein.

Vor al­lem Groß­städ­te sind Pend­ler­zie­le, wo­bei die Haupt­stadt Ber­lin nur ei­nen ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen Ein­pend­ler­an­teil von 20 Pro­zent vor­weist. Spit­zen­rei­ter ist die Ban­ken­stadt Frank­furt, wo 7 von 10 Be­schäf­tig­ten ein­pen­deln, wenn auch meist aus der nä­he­ren Um­ge­bung.

3,1 Mil­lio­nen Men­schen pas­sie­ren auf ih­rem Ar­beits­weg ei­ne Lan­des­gren­ze, wo­bei es kei­nes­wegs nur Ver­bin­dun­gen zwi­schen Ost und West, son­dern auch zwi­schen Nord und Süd gibt. Der Un­ter­su­chung zu­fol­ge ist auch die Zahl der Ein­pend­ler in die ost­deut­schen Bun­des­län­der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich ge­stie­gen.

Fern­pend­ler sind der Stu­die zu­fol­ge ty­pi­scher­wei­se männ­li­che Bes­ser­ver­die­ner. Häu­fig bleibt ih­re Fa­mi­lie am Hei­mat­ort, auch weil die Part­ne­rin den ei­ge­nen gut qua­li­fi­zier­ten Job nicht auf­ge­ben will und die Kin­der in der ge­wohn­ten Um­ge­bung auf­wach­sen sol­len. Pen­deln stel­le für die Be­trof­fe­nen meist ei­nen Kom­pro­miss dar, der al­ler­dings Pro­ble­me mit sich brin­ge.

Über­dies be­nö­ti­gen Pend­ler im­mer mehr Zeit für den Weg zur Ar­beit. Der An­teil der Er­werbs­tä­ti­gen, die mor­gens 30 Mi­nu­ten oder län­ger un­ter­wegs sind, stieg zwi­schen 1991 und 2012 kon­ti­nu­ier­lich von 20,4 auf 25,9 Pro­zent, wie das Bun­des­in­sti­tut für Be­völ­ke­rungs­for­schung in Wies­ba­den mit­teil­te. Ei­ner der Grün­de sei das hö­he­re Ver­kehrs­auf­kom­men in Bal­lungs­räu­men, was die Fahrt­zei­ten ver­län­ge­re. Zu­dem ar­bei­te­ten häu­fi­ger bei­de Part­ner, wes­halb sie sich an­stel­le ei­nes Um­zugs für das Pen­deln ent­schie­den. Wäh­rend er­werbs­tä­ti­ge Müt­ter sel­te­ner un­ter­wegs sei­en als kin­der­lo­se Frau­en, ge­be es ei­nen sol­chen Zu­sam­men­hang bei Män­nern nicht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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