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16/277a DGB-Stu­die: Je­der zwei­te Azu­bi fühlt sich stark be­las­tet

Vie­le Un­ter­neh­men su­chen hän­de­rin­gend neue Azu­bis: Doch in man­chen Bran­chen bie­ten die Fir­men mie­se Be­din­gun­gen. Das be­klagt zu­min­dest der DGB - und for­dert schär­fe­re Ge­set­ze

02.09.2016. (dpa) - Zehn­tau­sen­de Azu­bis lei­den laut ei­ner Um­fra­ge des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) un­ter Über­stun­den, Leis­tungs­druck und dem Feh­len von jeg­li­cher An­lei­tung.

So gibt mehr als je­der Drit­te an, re­gel­mä­ßig Über­stun­den leis­ten zu müs­sen, wie der am Don­ners­tag in Ber­lin vor­ge­stell­te DGB-Aus­bil­dungs­re­port 2016 zeigt.

Da­von muss fast je­der Fünf­te nach ei­ge­nen An­ga­ben mehr als fünf Über­stun­den pro Wo­che leis­ten, die an­de­ren le­dig­lich bis zu fünf St­un­den.

In der Gas­tro­no­mie, dem Han­del und im Hand­werk sind die Zu­stän­de laut DGB oft schlech­ter als in an­de­ren Bran­chen. Vie­le Pro­ble­me gibt es dem­nach bei Kö­chen, Ma­lern und Le­bens­mit­tel-Fach­ver­käu­fern. So ga­ben 55 Pro­zent der an­ge­hen­den Kö­che an, re­gel­mä­ßig Über­stun­den leis­ten zu müs­sen. Ins­ge­samt kom­men fast 60 Pro­zent der Azu­bis auch trotz Krank­heit zur Ar­beit.

Für die Stu­die wur­den laut Ge­werk­schafts­bund mehr als 13.000 Azu­bis be­fragt. Bei ei­nem Drit­tel fehlt dem­nach ein Aus­bil­dungs­plan, bei 13 Pro­zent fin­det über­haupt oder fast kei­ne fach­li­che An­lei­tung statt. Mehr als je­der Zwei­te fühlt sich durch schlech­te Ar­beits­be­din­gun­gen oder ho­he An­for­de­run­gen stark be­las­tet. Je­der Fünf­te fühlt sich ho­hem Leis­tungs- und Zeit­druck aus­ge­setzt.

Mit knapp 72 Pro­zent der Azu­bis ist aber die Mehr­heit mit der Aus­bil­dung zu­frie­den. Der Wert ist in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren leicht ge­stie­gen, da­vor aber deut­lich ge­fal­len. Ei­nen Rück­gang gab es bei re­gel­mä­ßi­gen Über­stun­den von 41 Pro­zent vor fünf Jah­ren auf 35 Pro­zent.

Der DGB for­der­te schär­fe­re ge­setz­li­che Vor­ga­ben durch ein no­vel­lier­tes Be­rufs­bil­dungs­ge­setz. "Der Ge­setz­ge­ber kann nicht mehr zu­se­hen, wie die dua­le Aus­bil­dung vor die Wand fährt", sag­te Bun­des­ju­gend­se­kre­tär Flo­ri­an Hag­gen­mil­ler.

Vi­ze-DGB-Che­fin El­ke Han­nack for­der­te die Wirt­schaft zu mehr Plät­zen auf - auch für die vie­len Flücht­lin­ge. Mit 522.200 Aus­bil­dungs­ver­trä­gen im ver­gan­ge­nen Jahr sei der Aus­bil­dungs­markt erst­mals seit 2011 nicht ge­schrumpft. Doch nur je­der fünf­te Be­trieb bil­de aus. In der Al­li­anz für Aus- und Wei­ter­bil­dung ha­be sich die Wirt­schaft zu jähr­lich zu­sätz­lich 20.000 Plät­zen ver­pflich­tet. "2015 hat die Wirt­schaft ge­ra­de mal 7300 zu­sätz­li­che Plät­ze ge­schaf­fen", kri­ti­sier­te Han­nack. Nö­tig sei ein steu­er­fi­nan­zier­tes Bund-Län­der-Pro­gramm für Pro­blem­re­gio­nen.

Han­nack warf den Un­ter­neh­men zu­dem ei­ne "Bes­ten­aus­le­se" vor. Ju­gend­li­che mit Haupt­schul­ab­schluss wür­den oft aus­ge­schlos­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. November 2016

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