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DGB for­dert Wen­de bei der Ren­te - Ar­beit­ge­ber: Kei­ne Ängs­te schü­ren

Wie stark bleibt die ge­setz­li­che Ren­te in den kom­men­den Jahr­zehn­ten? Die Ge­werk­schaf­ten war­nen: Vie­len reicht sie dann bei wei­tem nicht mehr für ih­ren Le­bens­stan­dard. Sie wol­len ei­ne Ren­ten-Wen­de

07.09.2016. (dpa) - Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) for­dert die Po­li­tik zur Bun­des­tags­wahl zu ei­ner Neu­aus­rich­tung für hö­he­re Ren­ten in Zu­kunft aus.

"Un­se­re zen­tra­le For­de­rung für den Kurs­wech­sel in der Ren­ten­po­li­tik ist ei­ne Sta­bi­li­sie­rung des ge­setz­li­chen Ren­ten­ni­veaus", sag­te DGB-Chef Rei­ner Hoff­mann zum Start ei­ner groß an­ge­leg­ten Kam­pa­gne am Diens­tag in Ber­lin.

Lang­fris­tig müs­se das Si­che­rungs­ni­veau der Ren­te so­gar wie­der er­höht wer­den.

"Denn wenn wir nichts än­dern, wer­den 2040 oder 2050 Mil­lio­nen der heu­te noch jun­gen Men­schen von so­zia­lem Ab­stieg oder gar Al­ters­ar­mut be­trof­fen sein."

Da­für müs­se der Bei­trags­satz "maß­voll" und "in klei­nen Schrit­ten" von heu­te 18,7 auf 22 Pro­zent an­ge­ho­ben wer­den. Al­le ver­si­che­rungs­frem­den Leis­tun­gen müss­ten voll aus Steu­er­mit­teln er­stat­tet wer­den, al­len vor­an die rund sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich für die Müt­ter­ren­te.

Der DGB rech­net vor: Oh­ne Um­steu­ern wür­de ein Be­schäf­tig­ter des Jahr­gangs 1963 mit ei­nem Ein­kom­men von 2500 Eu­ro brut­to 2030 nur ei­ne Ren­te von 800 Eu­ro be­kom­men. "Das wür­de bei Wei­tem nicht rei­chen, um sei­nen bis­he­ri­gen Le­bens­stan­dard zu hal­ten." Pri­va­te Vor­sor­ge kön­ne die Lü­cke nicht schlie­ßen.

Mit zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen wol­len der DGB und sei­ne Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten die Po­li­tik bis zur Bun­des­tags­wahl zu Re­for­men drän­gen. "Die Tal­fahrt des ge­setz­li­chen Ren­ten­ni­veaus muss ge­stoppt wer­den", for­der­te der Chef der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke, auf ei­ner Al­ters­si­che­rungs­kon­fe­renz. "Die dro­hen­de Al­ters­ar­mut ist ei­ne ti­cken­de so­zia­le Zeit­bom­be." Die IG Me­tall war be­reits im Ju­li mit ei­nem Kon­zept für ein hö­he­res Ren­ten­ni­veau, hö­he­re Bei­trä­ge so­wie Be­triebs­ren­ten für al­le Ar­beit­neh­mer vor­ge­prescht.

Die Ar­beit­ge­ber warn­ten vor ei­ner Ab­kehr der Ren­ten­dämp­fungs­ge­set­ze et­wa der Agen­da 2010. "An den rich­ti­gen ren­ten­po­li­ti­schen Grund­satz­ent­schei­dun­gen zum Ren­ten­ni­veau, zum Bei­trags­satz und zur Al­ters­gren­ze müs­se mit Blick auf die Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit fest­ge­hal­ten wer­den", sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer. "Die Ge­werk­schaf­ten schü­ren un­nö­tig Ängs­te." Die Lin­ke und die SPD äu­ßer­ten sich po­si­tiv zur DGB-Kam­pa­gne.

Un­ter­des­sen wur­de be­kannt, dass die Bun­des­re­gie­rung ein Jahr vor der Bun­des­tags­wahl noch kei­nen fes­ten Fahr­plan für die an­ge­kün­dig­te Auf­wer­tung klei­ner Ren­ten hat. "Ge­gen­wär­tig gibt es noch kei­ne Fest­le­gung zum Zeit­plan der Um­set­zung ei­ner "so­li­da­ri­schen Le­bens­leis­tungs­ren­te"", teil­te das Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um nach ei­nem Be­richt der "Rhei­ni­schen Post" in ei­ner Ant­wort auf ei­ne Grü­nen-An­fra­ge mit. Die Grü­nen ver­brei­te­ten die Ant­wort in Ber­lin. Mit der Le­bens­leis­tungs­ren­te sol­len die Be­zü­ge von Men­schen mit be­son­ders klei­nen Ren­ten auf­ge­bes­sert wer­den.

An den Plä­nen gibt es viel Kri­tik, weil sie nach An­ga­ben von Ex­per­ten nicht ziel­ge­nau ge­gen Al­ters­ar­mut wir­ken. Der Grü­nen-Ren­ten­ex­per­te Mar­kus Kurth sag­te: "Die Be­kämp­fung von Al­ters­ar­mut wird in die­ser Wahl­pe­ri­ode nicht mehr statt­fin­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. November 2016

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