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DIHK-Prä­si­dent warnt vor "Aka­de­mi­sie­rung" - DGB-Kri­tik

Bei der Su­che nach Lehr­stel­len ge­ra­ten Haupt­schü­ler ge­gen­über Aka­de­mi­kern zu­neh­mend ins Hin­ter­tref­fen: IHK-Spit­ze und DGB be­wer­ten die Ent­wick­lung sehr ge­gen­sätz­lich. Die Süd­west-Me­tall­ar­beit­ge­ber hal­ten von Schwarz-Weiß-Be­trach­tun­gen gar nichts

04.02.2014. (dpa) - Der Prä­si­dent des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK), Eric Schweit­zer, hat vor ei­ner "Aka­de­mi­sie­rung" des Aus­bil­dungs­mark­tes ge­warnt.

Jah­re­lan­ge For­de­run­gen nach ei­ner Er­hö­hung der Stu­die­ren­den­quo­te hät­ten da­zu ge­führt, "dass Hör­sä­le aus al­len Näh­ten plat­zen, wäh­rend Un­ter­neh­men hän­de­rin­gend Azu­bis su­chen", sag­te er den "Ruhr Nach­rich­ten" (Mon­tag).

In al­len Re­gio­nen Deutsch­lands könn­ten Aus­bil­dungs­plät­ze nicht be­setzt wer­den.

"Dem Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land droht nach­hal­ti­ger Scha­den, wenn der Trend zur Aka­de­mi­sie­rung um je­den Preis nicht ge­stoppt wird."

Bei den in den In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern ver­ein­ten Un­ter­neh­men wur­den 2013 nach Schweit­zers An­ga­ben 4,5 Pro­zent we­ni­ger Ver­trä­ge als im Vor­jahr ab­ge­schlos­sen. "Bei neu­en Aus­bil­dungs­ver­trä­gen gab es ei­nen Rück­gang von rund 330 000 auf 315 000." Es sei ab­surd, dies den Un­ter­neh­men an­zu­las­ten. Ei­ne wei­te­re un­ge­brems­te Aka­de­mi­sie­rung kön­ne so­gar zu hö­he­rer Ar­beits­lo­sig­keit füh­ren, wenn be­stimm­te Qua­li­fi­zie­rungs­pro­fi­le am Ar­beit­markt nicht ge­fragt sei­en. Rund 25 Pro­zent der Stu­di­en­an­fän­ger - in den In­ge­nieur­wis­sen­schaf­ten so­gar 50 Pro­zent - be­en­de­ten ihr Stu­di­um oh­ne Ab­schluss.

DGB-Vi­ze­che­fin El­ke Han­nack nann­te die War­nung vor Azu­bi-Man­gel ei­ne "Fa­ta Mor­ga­na". Die Zahl der Aus­bil­dungs­ver­trä­ge sei auf den tiefs­ten Stand seit der Deut­schen Ein­heit ge­fal­len. "Rund 84 000 jun­ge Men­schen su­chen nach den amt­li­chen Sta­tis­ti­ken noch hän­de­rin­gend ei­nen Aus­bil­dungs­platz - und das ob­wohl sie von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit als aus­bil­dungs­reif ein­ge­stuft wer­den." Ih­nen stün­den aber nur 33 500 of­fe­ne Aus­bil­dungs­plät­ze ge­gen­über.

Über­haupt bil­de­ten nur sie­ben Pro­zent der Be­trie­be noch Haupt­schü­ler aus. Fast die Hälf­te der Aus­bil­dungs­be­ru­fe blei­be Haupt­schü­lern mitt­ler­wei­le fak­tisch ver­schlos­sen. "Wenn sich die Zahl der Aus­bil­dungs­plät­ze im Sink­flug be­fin­det, liegt dies nicht am ver­meint­li­chen Aka­de­mi­sie­rungs­wahn, son­dern an den Be­trie­ben, die sich an ei­ne Bes­ten­aus­le­se ge­wöhnt ha­ben und Haupt­schü­lern von vor­ne­her­ein kei­ne Chan­ce mehr ge­ben", kri­ti­sier­te die DGB-Vi­ze.

Das Ge­gen­ein­an­der­aus­spie­len von Aus­bil­dungs­we­gen ist aus Sicht von Süd­west­me­tall-Chef Ste­fan Wolf nicht ziel­füh­rend: "Die Fach­ar­bei­ter­aus­bil­dung ist für die Nach­wuchs­si­che­rung ge­nau­so un­ver­zicht­bar wie die Hoch­schul­aus­bil­dung." Das Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau der Be­völ­ke­rung ins­ge­samt müs­se an­ge­ho­ben wer­den. So­lan­ge rund je­der Sechs­te im Al­ter von 25 bis 35 Jah­ren oh­ne Be­rufs­ab­schluss sei, ge­be es noch ge­nü­gend Po­ten­zi­al für bei­de Aus­bil­dungs­we­ge. Es müss­ten aber "auch Qua­li­tät und Rah­men­be­din­gun­gen in ei­ni­gen Zwei­gen der dua­len Aus­bil­dung ver­bes­sert wer­den", sag­te Wolf der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

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Letzte Überarbeitung: 16. April 2015

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