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Daim­ler will 1500 Stel­len in bra­si­lia­ni­schem Lkw-Werk strei­chen

Kon­junk­tur­flau­ten wir­ken sich be­son­ders stark auf Nutz­fahr­zeug­her­stel­ler aus: Daim­ler ver­sucht nun in sei­nen Stand­or­ten in Bra­si­li­en ge­gen­zu­steu­ern. In ei­nem Werk greift der Her­stel­ler hart durch

25.08.2015. (dpa) - Nach ei­nem hef­ti­gen Ein­bruch der Last­wa­gen­ver­käu­fe in Bra­si­li­en will Daim­ler 1500 Jobs in ei­nem Werk na­he Sao Pau­lo strei­chen.

"Wir müs­sen kurz­fris­tig für 1500 Mit­ar­bei­ter ei­ne Lö­sung fin­den", sag­te ein Daim­ler-Spre­cher am Mon­tag auf An­fra­ge.

Der bra­si­lia­ni­sche Lkw-Markt sei im ers­ten Halb­jahr um 44 Pro­zent ge­schrumpft und der Daim­ler Last­wa­gen-Ab­satz in ei­ner ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nung zu­rück­ge­gan­gen.

"Mit ei­ner schnel­len Er­ho­lung des Mark­tes ist lei­der nicht zu rech­nen."

Mi­cha­el Brecht, Ge­samt­be­triebs­rats­chef und Vor­sit­zen­der der Welt­ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung der Daim­ler AG, for­der­te die Un­ter­neh­mens­lei­tung auf, die Kün­di­gun­gen zu­rück­zu­neh­men und an den Ver­hand­lungs­tisch zu­rück­zu­keh­ren. "Es muss ein Kom­pro­miss ge­fun­den wer­den, der für die Be­leg­schaft und das Un­ter­neh­men glei­cher­ma­ßen trag­bar ist."

Der Kon­flikt zwi­schen Ar­beit­neh­mern und Un­ter­neh­mens­lei­tung dau­ert be­reits Mo­na­te. Seit An­fang des Jah­res ver­han­deln der Ar­beit­ge­ber und die Ge­werk­schaft über die Zu­kunft in dem Nutz­fahr­zeug­stand­ort. Daim­ler ha­be den Mit­ar­bei­tern zeit­wei­se Ar­beits­zeit­kür­zun­gen und so­zi­al­ver­träg­li­che Ge­halts­re­du­zie­run­gen an­ge­bo­ten, die die Mit­ar­bei­ter An­fang Ju­li aber ab­ge­lehnt hät­ten, sag­te ein Spre­cher. In ei­nem an­de­ren Werk in Juiz de Fo­ra sei ei­ne Ei­ni­gung ge­trof­fen wor­den. Die Be­leg­schaft ist dem Be­triebs­rat zu­fol­ge nach dem Aus­spruch der Kün­di­gun­gen zum 1. Sep­tem­ber in ei­nen un­be­fris­te­ten Aus­stand ge­tre­ten.

Aus dem Halb­jah­res­be­richt des Au­to­bau­ers geht her­vor, dass die Stutt­gar­ter seit An­fang 2013 be­reits rund 3000 Stel­len in Bra­si­li­en ab­ge­baut ha­ben. Zur Jah­res­mit­te hat­te Daim­ler dem­nach noch knapp 11 900 Mit­ar­bei­ter in Bra­si­li­en. Bis­lang pro­du­zie­ren die Schwa­ben dort nur im Nutz­fahr­zeug­be­reich. Den Grund­stein für sein ers­tes Pkw-Werk in dem Land leg­te Daim­ler un­ge­ach­tet der Ab­satz­kri­se im Fe­bru­ar. Das Werk in Sao Ber­nar­do do Cam­po war in den ver­gan­ge­nen Wo­chen we­gen der Flau­te be­reits weit­ge­hend au­ßer Be­trieb. Die Wirt­schaft in Bra­si­li­en lahmt schon seit län­ge­rem. Dar­un­ter lei­den ne­ben Daim­ler auch an­de­re Nutz­fahr­zeug-Her­stel­ler.

Auch bei Daim­ler-Kon­kur­ren­ten MAN war dort der Lkw-Ab­satz im ers­ten Halb­jahr um mehr als die Hälf­te ein­ge­bro­chen. Der­zeit plant MAN ei­nem Spre­cher zu­fol­ge aber kei­nen Stel­len­ab­bau. En­de 2014 ha­be die VW-Toch­ter be­reits ei­ne kür­ze­re Ar­beits­zeit und ent­spre­chend nied­ri­ge­re Ge­häl­ter mit Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern ver­ein­bart. Zu­dem sei ein frei­wil­li­ges Ab­fin­dungs­pro­gramm ge­star­tet wor­den. MAN ist in Bra­si­li­en Markt­füh­rer bei Last­wa­gen. Im Werk in Re­sen­de wa­ren zu­letzt gut 1900 MAN-Mit­ar­bei­ter tä­tig.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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