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De Mai­ziè­re will Miss­brauch durch EU-Zu­wan­de­rer be­gren­zen

"Ar­muts­zu­wan­de­rung": Mit dem Reiz­wort hat­te die CSU vor ei­ni­ger Zeit ei­ne De­bat­te los­ge­tre­ten.: Nun plant der In­nen­mi­nis­ter Schrit­te ge­gen even­tu­el­len Leis­tungs­miss­brauch. Und miss­bil­ligt auch deut­lich die An­wer­bung bil­li­ger Ar­beits­kräf­te durch Hin­ter­män­ner
Europafahne

24.03.2014. (dpa) - Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) will den Miss­brauch von So­zi­al­leis­tun­gen durch Zu­wan­de­rer be­gren­zen und pran­gert da­bei auch die An­wer­bung güns­ti­ger Ar­beits­kräf­te an.

Er pla­ne, be­son­ders ge­gen "miss­bräuch­li­che An­wer­bung von bil­li­gen Ar­beits­kräf­ten aus be­stimm­ten EU-Län­dern" vor­zu­ge­hen, sag­te er der "Rhei­ni­schen Post" (Sams­tag).

"Wir müs­sen uns auch ge­nau die Leu­te und Struk­tu­ren an­schau­en, die aus ei­ge­nen, nie­de­ren In­ter­es­sen Zu­wan­de­rer hier­her ho­len und sie aus­beu­ten."

Es dür­fe nicht sein, dass Men­schen, die kein Wort Deutsch sprä­chen, mit per­fekt aus­ge­füll­ten An­trä­gen auf dem Amt er­schie­nen und Kin­der­geld oder gar ei­nen Ge­wer­be­schein be­an­trag­ten.

Grund­sätz­lich sieht der Mi­nis­ter das Pro­blem auf sechs bis sie­ben Städ­te in Deutsch­land be­grenzt. Es sei je­doch "ge­wich­tig und wach­send". Die EU-Frei­zü­gig­keit soll im Kampf ge­gen den Miss­brauch nicht in­fra­ge ge­stellt wer­den. De Mai­ziè­re und Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) wol­len in der nächs­ten Wo­che ei­nen Plan zur Be­kämp­fung des So­zi­al­miss­brauchs durch EU-Zu­wan­de­rer vor­stel­len.

Seit dem 1. Ja­nu­ar gilt für Bul­ga­ren und Ru­mä­nen die vol­le Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit in der EU. Das heißt, sie kön­nen auch in Deutsch­land un­be­schränkt Ar­beit su­chen. Die CSU warn­te zu Be­ginn des Jah­res da­vor, dass ge­ring qua­li­fi­zier­te Mi­gran­ten in die Bun­des­re­pu­blik kom­men, die kaum Chan­cen auf dem Ar­beits­markt hät­ten, aber So­zi­al­leis­tun­gen in An­spruch neh­men woll­ten. Uni­on und SPD setz­ten ei­nen Staats­se­kre­tär­s­aus­schuss ein, der Schrit­te ge­gen mög­li­chen Miss­brauch von So­zi­al­leis­tun­gen durch Bür­ger an­de­rer EU-Staa­ten prü­fen soll­te. Ein Zwi­schen­be­richt des Aus­schus­ses soll am Mitt­woch vom Ka­bi­nett ver­ab­schie­det wer­den.

Der Aus­schuss emp­fiehlt, das Auf­ent­halts­recht von EU-Bür­gern zur Ar­beits­su­che zeit­lich zu be­fris­ten. Er­mög­licht wer­den könn­ten be­fris­te­te Wie­der­ein­rei­se­ver­bo­te nach Deutsch­land. Un­ter Stra­fe ge­stellt wer­den sol­le, Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gun­gen durch fal­sche oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben zu be­sor­gen. Kin­der­geld-Zah­lun­gen wä­ren an die An­ga­be der Steu­e­ri­den­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer zu knüp­fen. Laut "Fo­cus" und "Spie­gel" schla­gen die Staats­se­kre­tä­re vor, be­trof­fe­ne Kom­mu­nen mit mehr als 200 Mil­lio­nen Eu­ro zu un­ter­stüt­zen.

Der in­nen­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Vol­ker Beck, kri­ti­siert die Vor­schlä­ge als Rechts­brü­che mit An­sa­ge. In ei­nem frei­en und de­mo­kra­ti­schen Eu­ro­pa las­se sich we­der das Auf­ent­halts­recht von EU-Bür­gern zur Ar­beits­su­che be­fris­ten, noch lie­ßen sich Wie­der­ein­rei­se­ver­bo­te aus­spre­chen. Es brau­che viel­mehr kon­kre­te fi­nan­zi­el­le Hil­fen für be­son­ders ge­for­der­te Kom­mu­nen.

Dem Be­richt zu­fol­ge be­zie­hen man­che EU-Ein­wan­de­rer mehr Kin­der­geld als ih­nen zu­steht, schreibt die "Bild"-Zei­tung (Sams­tag). Sie mel­de­ten ih­ren Nach­wuchs mehr­fach an oder er­fän­den Kin­der. "Das Kin­der­geld ist häu­fig die ein­zi­ge er­kenn­ba­re Ein­nah­me­quel­le der Fa­mi­li­en", heißt es dem Blatt zu­fol­ge. Auf­fäl­lig sei die ho­he Zahl an Kin­dern von EU-Bür­gern, die Kin­der­geld emp­fan­gen, oh­ne in Deutsch­land zu le­ben: Bei pol­ni­schen Kin­dern sei­en es 29 Pro­zent; bei Ru­mä­nen sei es je­des zehn­te Kind, bei Un­garn je­des fünf­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. Dezember 2014

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