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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Beamtenrecht
   
Gericht: Hessischer Verwaltungsgerichtshof
Akten­zeichen: 1 B 2487/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 28.09.2009
   
Leit­sätze: Die Fest­set­zung ei­ner Al­ters­gren­ze, mit de­ren Er­rei­chen der Be­am­te von Ge­set­zes we­gen in den Ru­he­stand tritt, steht mit den Vor­ga­ben der RL 2000/78/EG und des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes in Ein­klang. Sie stellt kei­ne un­zulässi­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung dar.
Vor­ins­tan­zen: Verwaltungsgericht Frankfurt, Beschluss vom 6.08.2009, 9 L 1887/09.F (V)
   

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Hes­sen Urt. v. 28.09.2009, Az.: 1 B 2487/09

 

Te­nor:

Auf die Be­schwer­de des An­trags­geg­ners wird der Be­schluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Frank­furt am Main vom 6. Au­gust 2009 - 9 L 1887/09.F (V) - auf­ge­ho­ben. Der An­trag auf Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen An­ord­nung wird ab­ge­lehnt.

Der An­trag­stel­ler hat die Kos­ten des ge­sam­ten Ver­fah­rens zu tra­gen.

Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird für bei­de Rechtszüge auf je­weils 18.424,06 Eu­ro fest­ge­setzt.
 

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Gründe

Die zulässi­ge Be­schwer­de ist be­gründet. Das Ver­wal­tungs­ge­richt ist aus den in der Be­schwer­de­be­gründung dar­ge­leg­ten Erwägun­gen (vgl. § 146 Abs. 4 Satz 6 Vw­GO ) zu Un­recht zu dem Er­geb­nis ge­kom­men, dass der An­trag­stel­ler auf­grund der eu­ro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (ABl. L 303/16 vom 02.12.2000) sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung über die Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res hin­aus ver­lan­gen kann.

Es mag of­fen blei­ben, in­wie­weit der an­ge­foch­te­ne Be­schluss schon des­halb ab­zuändern ge­we­sen wäre, weil er aus­weis­lich sei­nes Te­nors ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung des An­trag­stel­lers über den 31. Au­gust 2009 hin­aus längs­tens bis zum 31. Ju­li 2010 an­ord­net, während in den Ent­schei­dungs­gründen auf Sei­te 30 (in der Fas­sung des Be­rich­ti­gungs­be­schlus­ses vom 10.08.2009) von ei­ner Be­hand­lung im ak­ti­ven Be­am­ten­verhält­nis längs­tens bis zum 31. Au­gust 2010 die Re­de ist. Denn nach­dem der An­trags­geg­ner das Dienst­verhält­nis des An­trag­stel­lers auf­grund des erst­in­stanz­li­chen Be­schlus­ses je­den­falls um ei­nen Mo­nat bis zum 30. Sep­tem­ber 2009 verlängert hat und durch die Be­schwer­de­ent­schei­dung des Se­nats die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung nun­mehr auf­ge­ho­ben wird, kommt es nicht mehr dar­auf an, ob ein et­wai­ger Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch gemäß der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung bis 31. Ju­li oder bis 31. Au­gust 2010 be­steht.

Zu Recht hat das Ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass sich ein An­spruch des An­trag­stel­lers auf Fort­set­zung sei­nes ak­ti­ven Be­am­ten­verhält­nis­ses nicht aus § 50 Abs. 3 HBG er­gibt. Denn selbst wenn man da­von aus­geht, dass § 50 Abs. 3 HBG im Hin­blick auf das dem Be­am­ten zu­ste­hen­de An­trags­recht auch ge­eig­net ist, ein sub­jek­ti­ves Recht auf feh­ler­freie Er­mes­sens­ent­schei­dung zu ver­mit­teln, so lie­gen je­den­falls in den vom An­trag­stel­ler be­nann­ten Gründen für die Wei­ter­beschäfti­gung kei­ne sol­chen, die ein dienst­li­ches In­ter­es­se an sei­ner wei­te­ren Tätig­keit als Ab­tei­lungs­lei­ter bei der Staats­an­walt­schaft in xxx be­gründen. Viel­mehr be­ruft sich der An­trag­stel­ler nur auf Umstände, die mit je­dem Wech­sel in der Per­son ei­nes Mit­ar­bei­ters in sach­be­ar­bei­ten­der oder lei­ten­der Funk­ti­on ei­ner Behörde ver­bun­den sind und die des­halb kein be­son­de­res Bedürf­nis ge­ra­de an sei­ner Beschäfti­gung über die Al­ters­gren­ze hin­aus ver­mit­teln können. Der An­trags­geg­ner hat dem­gemäß das dienst­li­che In­ter­es­se im Ver­merk des Ge­ne­ral­staats­an­wal­tes vom 17. April 2009 und in dem Ab­leh­nungs­be­scheid vom 15. Ju­li 2009 nach­voll­zieh­bar ver­neint.

Die­se recht­li­che Einschätzung des An­trags­geg­ners und die § 50 Abs. 3 HBG zu Grun­de lie­gen­de Fest­le­gung der Al­ters­gren­ze auf 65 Jah­re in § 50 Abs. 1 HBG - die nach In­kraft­tre­ten des § 25 Be­am­tStG am 20. Ju­ni 2008 un­verändert ge­blie­ben ist - verstößt nicht ge­gen das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung, das in Um­set­zung u. a. der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 in Deutsch­land durch das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz vom 14. Au­gust 2006 (BGBl. I S. 2006, S. 1897) sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hat. Die­ses Ge­setz gilt gemäß sei­nem § 24 für öffent­lich-recht­li­che Dienst­verhält­nis­se un­ter Berück­sich­ti­gung der be­son­de­ren Rechts­stel­lung der Be­am­ten ent­spre­chend. Dies steht in Ein­klang mit der Rechts­auf­fas­sung des Eu­ropäischen Ge­richts­ho­fes und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, die eben­falls fest­ge­stellt ha­ben, dass auch öffent­lich-recht­li­che Dienst­verhält­nis­se in vol­lem Um­fang dem ge­mein­schafts­recht­li­chen Ver­bot ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Ge­schlechts (bei­spiels­wei­se: EuGH, Ur­tei­le vom 27.05.2004 - C 285/02 - [Els­ner-La­ke­berg] und vom 06.12.2007 - C 300/06 - [Voß]) oder we­gen des Al­ters un­ter­lie­gen (vgl. EuGH, Ur­tei­le vom 05.03.2009 - C 388/07 - [Age Con­cern Eng­land] so­wie vom 18.06.2009 - C 88/08 - [Hütter], die sich bei­de auf Beschäfti­gungs­verhält­nis­se mit öffent­lich-recht­li­chen Ar­beit­ge­bern be­zie­hen; eben­so für die An­wen­dung auf Be­am­ten­verhält­nis­se z. B. BVerwG, Ur­teil vom 19.02.2009 - 2 C 18.07 - be­tref­fend die Al­ters­gren­ze für Leh­rer zur Ein­stel­lung in das Be­am­ten­verhält­nis in Nord­rhein-West­fa­len).

Dem Eu­ropäischen Ge­richts­hof mag auch da­hin­ge­hend zu fol­gen sein, dass die Fest­le­gung ei­ner Al­ters­gren­ze für den Ein­tritt in den Ru­he­stand nicht al­lein auf­grund des Erwägungs­grun­des Nr. 14 der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes ge­recht­fer­tigt ist, wo­nach die Richt­li­nie die ein­zel­staat­li­chen Be­stim­mun­gen über die Fest­set­zung der Al­ters­gren­zen für den Ein­tritt in den Ru­he­stand nicht

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berührt. Die­ser Erwägungs­grund be­rech­tigt die Mit­glieds­staa­ten zwar, im na­tio­na­len Recht ei­ne kon­kre­te Al­ters­gren­ze für den Ein­tritt in den Ru­he­stand fest­zu­le­gen. Die sich aus die­ser Al­ters­gren­ze er­ge­ben­den Kon­se­quen­zen für die ein­zel­nen Beschäftig­ten bei der Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses müssen je­doch an den Maßstäben des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­tes nach der Richt­li­nie ge­mes­sen wer­den ( EuGH, Ur­teil vom 16.10.2007 - C 411/05 - [Pa­la­ci­os de la Vil­la], Rd­nr. 24, NJW 2007, 3339 ff. [EuGH 16.10.2007 - C 411/05] ; Ur­teil vom 05.03.2009 - C 388/07 - [Age Con­cern Eng­land], Rd­nr. 25, NZA 2009, 305 ff. [EuGH 05.03.2009 - Rs. C-388/07] = Eu­GRZ 2007, 150 ff.). Dem ent­spricht die Fest­le­gung des Gel­tungs­be­reichs der Richt­li­nie in de­ren Art. 3. Da­nach gilt sie für al­le Per­so­nen in öffent­li­chen und pri­va­ten Be­rei­chen, ein­sch­ließlich öffent­li­cher Stel­len, u. a. in Be­zug auf die Beschäfti­gungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen, ein­sch­ließlich der Ent­las­sungs­be­din­gun­gen und des Ar­beits­ent­gel­tes (Art. 3 Abs. 1 lit c der RL). Nach die­ser Re­ge­lung sind al­so Be­stim­mun­gen über das Ru­he­stands­al­ter - so­wohl wenn sie wie im öffent­li­chen Dienst zum Ein­tritt in den Ru­he­stand führen als auch wenn sie le­dig­lich ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses al­lein auf­grund des er­reich­ten Al­ters des Ar­beit­neh­mers er­lau­ben - Be­stand­tei­le von Ent­las­sungs­be­din­gun­gen, die an den Kri­te­ri­en des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­tes zu mes­sen sind.

Die Fest­le­gung ei­ner Al­ters­gren­ze, mit de­ren Er­rei­chen der Be­am­te zwangs­wei­se in den Ru­he­stand tritt, führt da­zu, dass die­ser Be­am­te al­lein we­gen sei­nes Al­ters von der wei­te­ren ak­ti­ven Be­rufstätig­keit bei sei­nem Dienst­herrn aus­ge­schlos­sen wird und stellt da­mit ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters im Sin­ne von Art. 2 Abs. 2a der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes bzw. im Sin­ne von § 3 Abs. 1 i. V. m. § 1 AGG dar. Sie ist des­halb nur zulässig, wenn sie durch ei­nen der in der Richt­li­nie bzw. im AGG vor­ge­se­he­nen Gründe ge­recht­fer­tigt ist.

Ei­ne der­ar­ti­ge un­mit­tel­ba­re Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters kann gemäß Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie von den Mit­glieds­staa­ten als nicht dis­kri­mi­nie­rend ein­ge­stuft wer­den, so­fern sie ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen ist, im Rah­men des na­tio­na­len Rechts durch ein le­gi­ti­mes Ziel, wor­un­ter ins­be­son­de­re rechtmäßige Zie­le aus den Be­rei­chen Beschäfti­gungs­po­li­tik, Ar­beits­markt und be­ruf­li­che Bil­dung zu ver­ste­hen sind, ge­recht­fer­tigt ist und die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Zie­les an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind. Als Bei­spiel für der­ar­ti­ge zulässi­ge Un­gleich­be­hand­lun­gen nennt Art. 6 Abs. 1 Satz 2 a) aus­drück­lich "... die Fest­le­gung be­son­de­rer Be­din­gun­gen für Ent­las­sung und Ent­loh­nung, um die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung von Ju­gend­li­chen, älte­ren Ar­beit­neh­mern und
Per­so­nen mit Fürsor­ge­pflich­ten zu fördern oder ih­ren Schutz si­cher­zu­stel­len". Die­se Be­fug­nis, ein­zel­ne Un­gleich­be­hand­lun­gen we­gen des Al­ters nicht als Dis­kri­mi­nie­rung ein­zu­stu­fen, hat der Bun­des­ge­setz­ge­ber im AGG auf­ge­grif­fen und ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung hin­sicht­lich des Al­ters so­wohl we­gen kon­kre­ter be­ruf­li­cher An­for­de­run­gen für zulässig er­ach­tet ( § 8 AGG ) als auch all­ge­mein dann, wenn sie ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen durch ein le­gi­ti­mes Ziel ge­recht­fer­tigt ist. Die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels müssen an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sein ( § 10 Satz 1 und 2 AGG ). Als Bei­spie­le für der­ar­ti­ge zulässi­ge un­ter­schied­li­che Be­hand­lun­gen wer­den in § 10 Zif­fer 5 AGG aus­drück­lich Ver­ein­ba­run­gen ge­nannt, die die Be­en­di­gung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses oh­ne Kündi­gung zu ei­nem Zeit­punkt vor­se­hen, zu dem der oder die Beschäfti­ge ei­ne Ren­te we­gen Al­ters be­an­tra­gen kann. Die­se Re­ge­lung ent­spricht zwar nicht un­mit­tel­bar dem Zwangs­ein­tritt in den Ru­he­stand we­gen Er­rei­chens der be­am­ten­recht­li­chen Al­ters­gren­ze, weil die­se Al­ters­gren­ze nicht im We­ge der Ver­ein­ba­rung aus­ge­han­delt, son­dern vom Ge­setz­ge­ber fest­ge­legt wur­de. Sie lässt je­doch be­reits er­ken­nen, dass ei­ne Zwangs­pen­sio­nie­rung nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen sein soll, son­dern le­dig­lich an be­son­de­re Vor­aus­set­zun­gen wie die Möglich­keit des Be­zu­ges von Al­ters­ren­te an­knüpft.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts sind auch die Re­ge­lun­gen des AGG und nicht nur die­je­ni­gen der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes Maßstab für die Zulässig­keit der Al­ters­gren­ze. Denn al­lein des­halb, weil das Be­am­ten­sta­tus­ge­setz später in Kraft ge­tre­ten ist als das AGG ist nicht da­von aus­zu­ge­hen, dass der Bun­des­ge­setz­ge­ber den An­wen­dungs­be­reich des AGG durch das Be­am­ten­sta­tus­recht ein­schränken woll­te. Viel­mehr spricht die aus­drück­li­che Re­ge­lung über die ent­spre­chen­de An­wend­bar­keit auf öffent­lich-recht­li­che Dienst­verhält­nis­se in § 24 AGG für die ge­gen­tei­li­ge Ab­sicht. Al­len­falls mag das Ver­wal­tungs­ge­richt in­so­fern zu Recht nur auf die Richt­li­nie und nicht auf das AGG ab­ge­stellt ha­ben, als die von ihm an­ge­nom­me­ne Rechts­fol­ge - nämlich die Nicht­an­wend­bar­keit der Al­ters­gren­ze we­gen ih­rer dis­kri­mi­nie­ren­den Wir­kung - nur durch die Richt­li­nie als höher­ran­gi­ges Recht ein­tre­ten kann, nicht aber auf­grund der Vor­schrif­ten des AGG,

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die sich hin­sicht­lich der Beschäftig­ten auf die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz ( § 15 AGG ) be­schränken.

Die Fest­set­zung der Al­ters­gren­ze für den Ein­tritt in den Ru­he­stand ist so­mit an den Kri­te­ri­en von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie bzw. § 10 Abs. 1 Satz 1 und 2 AGG zu mes­sen und setzt im Ein­zel­nen vor­aus, dass die­se Maßnah­me ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen so­wie im Rah­men des na­tio­na­len Rechts durch ein le­gi­ti­mes Ziel ge­recht­fer­tigt ist, wo­bei un­ter rechtmäßigen Zie­len ins­be­son­de­re sol­che aus den Be­rei­chen Beschäfti­gungs­po­li­tik, Ar­beits­markt und be­ruf­li­che Bil­dung zu ver­ste­hen sind. Die­sen Kri­te­ri­en wird die Fest­le­gung des Ru­he­stands­al­ters auf 65 Jah­re durch den hes­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­ber ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts ge­recht.

Zwar nennt § 50 Abs. 1 HBG das mit der Al­ters­gren­ze ver­folg­te Ziel nicht. Dies ist je­doch in Übe­rein­stim­mung mit der Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­ho­fes (vgl. nur Ur­tei­le vom 16.10.2007 - C 411/05 - [Pa­la­ci­os de la Vil­la] so­wie vom 05.03.2009 - C 388/07 - [Age Con­cern Eng­land]) auch nicht er­for­der­lich. Viel­mehr genügt es, dass an­de­re, aus dem all­ge­mei­nen Kon­text der be­tref­fen­den Maßnah­me ab­ge­lei­te­te An­halts­punk­te die Fest­stel­lung des hin­ter die­ser Maßnah­me ste­hen­den Zie­les ermögli­chen. Bezüglich der Al­ters­gren­ze von 65 Jah­ren las­sen sich der­ar­ti­ge Ge­sichts­punk­te u. a. aus der his­to­ri­schen Ent­wick­lung so­wie der Ge­set­zes­be­gründung zum Hes­si­schen Be­am­ten­ge­setz (LT-Drs. IV/940 S. 2636) ent­neh­men. Da­nach woll­te der hes­si­sche Ge­setz­ge­ber un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner güns­ti­gen Al­ters­schich­tung die herkömmli­che Al­ters­gren­ze von 65 Jah­ren bei­be­hal­ten und hat - da­mals - so­gar aus­drück­lich auf die Möglich­keit der Wei­ter­be­las­sung für be­stimm­te Zeit ver­zich­tet. Die Fest­le­gung ge­ra­de auf 65 Jah­re ist al­so nicht et­wa willkürlich gewählt wor­den, son­dern ent­spricht langjähri­ger Pra­xis nicht nur im Be­am­ten­recht, son­dern auch beim Ren­ten­al­ter für ge­setz­lich ver­si­cher­te Beschäftig­te. Die Fest­le­gung ei­ner zwin­gen­den Al­ters­gren­ze dient auch da­zu, dem ge­sell­schaft­li­chen Kon­sens Rech­nung zu tra­gen, dass ab ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt die älte­ren Beschäftig­ten zurück­tre­ten müssen (und dürfen), um für die jünge­ren Kol­le­gen und nach­fol­gen­de Be­rufs­anfänger Ar­beitsplätze frei zu ma­chen. Hin­zu kommt, dass mit fort­schrei­ten­dem Al­ter die körper­li­che und geis­ti­ge Leis­tungsfähig­keit er­fah­rungs­gemäß nachlässt und da­mit zu­neh­mend zu befürch­ten ist, dass die kon­kre­ten Auf­ga­ben zum Nach­teil des Dienst­herrn/Ar­beit­ge­bers und der All­ge­mein­heit so­wie auch zum Nach­teil des ein­zel­nen Be­diens­te­ten, der zu­neh­mend mehr Kraft für ei­ne ord­nungs­gemäße Auf­ga­ben­erfüllung auf­wen­den muss, nicht mehr adäquat wahr­ge­nom­men wer­den können. Dem­gemäß be­ruht die Fest­le­gung der be­am­ten­recht­li­chen Al­ters­gren­ze für den Ein­tritt in den Ru­he­stand auch auf der ge­ne­ra­li­sie­ren­den Über­le­gung, dass bei Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Al­ters der Ein­tritt der Dienst­unfähig­keit un­wi­der­leg­lich ver­mu­tet wird (vgl. zu­letzt noch BVerfG, Nicht­an­nah­me­be­schluss vom 23.05.2008 - 2 BvR 1081/07 - NVwZ 2008, 1233 f. = ZBR 2008, 411 = DVBl. 2008, 997 ff. zum Pen­si­ons­al­ter für Po­li­zei­voll­zugs­be­am­te in Rhein­land-Pfalz, m. w. N.). Die den Be­am­ten grundsätz­lich tref­fen­de Pflicht zur le­bens­lan­gen Dienst­leis­tung fin­det ih­re Schran­ke in der Dienstfähig­keit des Be­am­ten. In die­sem Be­reich hat der Ge­setz­ge­ber ei­nen wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum und kann auf der Grund­la­ge von Er­fah­rungs­wer­ten ge­ne­ra­li­sie­ren­de Re­ge­lun­gen da­zu tref­fen, bis zu wel­chem Zeit­punkt er die körper­li­che und geis­ti­ge Leis­tungsfähig­keit der je­wei­li­gen Be­am­ten­grup­pe noch als ge­ge­ben an­sieht ( BVerfG, Be­schluss vom 23.05.2008 - 2 BvR 1081/07 - a. a. O.). Selbst wenn der Bun­des­ge­setz­ge­ber für sei­ne Be­am­ten so­wie für die ge­setz­li­che So­zi­al­ver­si­che­rung das Ren­ten­al­ter mitt­ler­wei­le schritt­wei­se auf 67 Jah­re an­hebt, ver­letzt der hes­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber nicht die Gren­zen sei­nes Ge­stal­tungs­spiel­rau­mes, wenn er (bis­lang) an der Al­ters­gren­ze von 65 Jah­ren festhält.

Das aus­weis­lich der Ge­set­zes­be­gründung ver­folg­te Ziel ei­ner güns­ti­gen Schich­tung des Al­ters­auf­baus in der hes­si­schen Be­am­ten­schaft und da­mit auch in der Staats­an­walt­schaft. stellt ein le­gi­ti­mes Ziel im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie bzw. § 10 Abs. 1 Satz 1 AGG dar. Der Ru­he­stand­s­ein­tritt älte­rer Beschäftig­ter ermöglicht Be­rufs­anfängern erst den Zu­gang zum Be­rufs­be­am­ten­tum. Darüber hin­aus soll die­ser Pro­zess un­ter per­so­nal­pla­ne­ri­schen Ge­sichts­punk­ten möglichst kon­ti­nu­ier­lich und vor­her­seh­bar aus­ge­stal­tet wer­den, da­mit sich in­ner­halb der Be­leg­schaft Be­am­te al­ler Al­ters­grup­pen wie­der­fin­den und ge­eig­ne­ter Nach­wuchs recht­zei­tig re­kru­tiert wer­den kann (vgl. zu der­ar­ti­gen Über­le­gun­gen des Dienst­herrn bei der Be­rufs­grup­pe der Ge­richts­voll­zie­her VG Gießen, Be­schluss vom 22.04.2008 - 5 L 729/08 -). Nur so können älte­re, hoch­qua­li­fi­zier­te Be­am­te ih­re Er­fah­run­gen an jünge­re Kol­le­gen wei­ter­ge­ben und

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da­mit im In­ter­es­se der All­ge­mein­heit für ei­ne gleich­blei­bend ho­he Qua­lität der Ver­wal­tung sor­gen. An­de­rer­seits kann die er­fah­rungs­gemäß auf­grund des Al­ters nach­las­sen­de Leis­tungsfähig­keit durch leis­tungsfähi­ge­re jünge­re Kol­le­gen kom­pen­siert wer­den. Außer­dem ent­steht durch das plan­ba­re und kon­ti­nu­ier­li­che Frei­wer­den von Beförde­rungs­stel­len ein zusätz­li­cher An­reiz für nachrücken­de Beschäftig­te, sich verstärkt zu en­ga­gie­ren, wo­durch die Mo­ti­va­ti­on im öffent­li­chen Dienst ins­ge­samt ver­bes­sert wer­den kann. Der Übe­r­al­te­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken und die Zu­kunfts­chan­cen Jünge­rer zu fördern, sind so­mit zulässi­ge Zie­le, die der Ge­setz­ge­ber ei­ner Re­gel­al­ters­gren­ze zu Grun­de le­gen kann (so schon BVerfG, Ur­teil vom 10.04.1984 - 2 BvR 19/82 - BVerfGE 67, 1 ff., [BVerfG 10.04.1984 - 2 BvL 19/82] so­wie Be­schluss vom 10.12.1985 - 2 BvL 18/83 - NVwZ 1986, 369 ff.).

Die­ses Ziel muss der Ge­setz­ge­ber auch nicht so aus­dif­fe­ren­zie­ren, dass er im Ein­zel­nen ei­ne kon­kret wünschens­wer­te Al­ters­schich­tung nach der An­zahl der Beschäftig­ten in ei­ner be­stimm­ten Al­ters- und/oder Be­sol­dungs­grup­pe be­schreibt, dies mögli­cher­wei­se noch nach Beschäfti­gungs­be­rei­chen oder ak­tu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen wie der de­mo­gra­phi­schen Ent­wick­lung va­ri­iert oder ein all­um­fas­sen­des Ge­samt­kon­zept vor­legt, in das die von ihm gewünsch­te Schich­tung des Al­ters­auf­baus ein­ge­glie­dert ist. Viel­mehr ha­ben die Ge­setz­ge­ber der Mit­glied­staa­ten ei­nen wei­ten Er­mes­sens­spiel­raum, in­ner­halb des­sen sie ei­nen ge­rech­ten Aus­gleich zwi­schen den wi­der­strei­ten­den In­ter­es­sen fin­den müssen (so aus­drück­lich EuGH, Ur­teil vom 05.03.2009 - C 388/07 - ). Dies er­gibt sich letzt­lich be­reits aus Art. 249 EG , der Richt­li­ni­en nur hin­sicht­lich des von den Mit­glied­staa­ten zu er­rei­chen­den Ziels mit Ver­bind­lich­keit aus­stat­tet, ih­nen je­doch die Wahl der Form und der Mit­tel überlässt. Es ist zwar die Auf­ga­be der na­tio­na­len Ge­rich­te, im kon­kre­ten Rechts­streit in Aus­le­gung des na­tio­na­len Rechts zu prüfen, ob ei­ne Ent­las­sungs­be­din­gung sich als rechtmäßiges Ziel im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie dar­stellt (so aus­drück­lich EuGH, Ur­teil vom 05.03.2009 - C 388/07 - Rd­nr. 47). Auch in die­sem Zu­sam­men­hang ist je­doch der aus­drück­li­che Wer­tungs­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers der Mit­glieds­staa­ten zu be­ach­ten, so dass es genügt, wenn die ver­folg­ten Zie­le "nicht un­vernünf­tig" er­schei­nen ( EuGH, Ur­teil vom 16.10.2007 - C 411/05 - [Pa­la­ci­os de la Vil­la], Rd­nr. 72, wor­in der EuGH sich auf die­se Fest­stel­lung be­schränkt und kei­ne wei­ter­ge­hen­den Dar­le­gun­gen ver­langt hat). Als vernünf­tig lässt sich die gewünsch­te güns­ti­ge Al­ters­schich­tung, das da­mit ver­bun­de­ne Aus­schei­den Älte­rer zu­guns­ten der nachrücken­den Ge­ne­ra­ti­on und die an­ge­streb­te op­ti­ma­le Leis­tungsfähig­keit der Ver­wal­tung si­cher­lich ein­stu­fen, auch oh­ne dass da­zu al­le De­tails im vor­aus fest­ge­legt sein müssen. Selbst wenn im Ein­zel­fall nicht im­mer al­le frei­wer­den­den Stel­len im We­ge der Beförde­rung oder der Neu­ein­stel­lung wie­der be­setzt wer­den, ändert dies an den nach­voll­zieh­ba­ren po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen ei­ner durch­misch­ten Al­ters­struk­tur nichts.

Die­ses Ziel ist auch ein im all­ge­mei­nen In­ter­es­se lie­gen­des Ziel im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie, das ei­ne ähn­li­che Wer­tig­keit auf­weist wie die in der Vor­schrift bei­spiel­haft auf­geführ­ten beschäfti­gungs­po­li­ti­schen Zie­le und das nicht nur an fi­nan­zi­el­len Ein­zel­in­ter­es­sen ori­en­tiert ist. Denn an­ders als bei pri­va­ten Ar­beit­ge­bern, de­ren in­di­vi­du­el­les be­trieb­li­ches Stre­ben nach Kos­ten­re­du­zie­rung oder ei­nem Wett­be­werbs­vor­sprung nicht als Recht­fer­ti­gung ei­ner Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters genügt (vgl. EuGH, Ur­teil vom 05.03.2009 - C 388/07 - Rd­nr. 46), be­steht für die öffent­li­chen Ar­beit­ge­ber die Be­son­der­heit, dass ei­ne al­ters­durch­misch­te, leis­tungsfähi­ge und en­ga­gier­te Be­am­ten­schaft gleich­zei­tig dem All­ge­mein­wohl förder­lich ist, in­dem die Auf­ga­ben der Behörden in bestmögli­cher Wei­se wahr­ge­nom­men wer­den können. Fer­ner dient die Al­ters­gren­ze - wenn auch je­weils be­schränkt auf den Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes - durch­aus auch ar­beits­markt­po­li­ti­schen Zie­len, da nur beim Aus­schei­den älte­rer Kol­le­gen jünge­re ein­ge­stellt wer­den können und ein leich­ter plan­ba­rer, nicht von Ar­beits­mo­ti­va­ti­on oder Leis­tungsfähig­keit des ein­zel­nen "Ru­he­stands­anwärters" abhängi­ger Zu­gang zum Be­am­ten­be­ruf ermöglicht wird. Selbst Ge­sichts­punk­te der Haus­halts­kon­so­li­die­rung mögen da­ne­ben in ei­nem ge­wis­sen Maß in die Be­stim­mung der le­gi­ti­men Zie­le mit ein­fließen dürfen (so un­ter ver­fas­sungs­recht­li­chen Ge­sichts­punk­ten BVerfG, Be­schluss vom 23.05.2008 - 2 BvR 1081/07 - ), weil die Kon­so­li­die­rung der öffent­li­chen Haus­hal­te eben­falls ei­nen im All­ge­mein­in­ter­es­se lie­gen­den Be­lang dar­stellt. Dies darf al­ler­dings nicht der al­lei­ni­ge Be­weg­grund für ei­ne ge­trof­fe­ne Re­ge­lung sein, da das Ge­mein­schafts­recht aus­sch­ließlich fis­ka­li­schen Be­lan­gen die not­wen­di­ge Recht­fer­ti­gung ab­spricht (vgl. hier­zu die zur Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Ge­schlechts er­gan­ge­ne Recht­spre­chung des EuGH, u. a. Ur­tei­le vom 27.05.2004 - C 285/02 - [Els­ner-La­ke­berg] und vom 06.12.2007 - C 300/06 - [Voß]).

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Der al­ters­abhängi­ge au­to­ma­ti­sche Ru­he­stand­s­ein­tritt ist auch ei­ne ob­jek­ti­ve und an­ge­mes­se­ne Maßnah­me im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie. Denn er trifft je­den Be­am­ten glei­cher­maßen und ist ge­eig­net, zu der gewünsch­ten Al­ters­struk­tur bei­zu­tra­gen. Oh­ne ei­ne fes­te Al­ters­gren­ze könn­te je­weils nur im Ein­zel­fall oh­ne vor­he­ri­ge Plan­bar­keit die Dienst­unfähig­keit ei­nes Be­am­ten fest­ge­stellt wer­den, um ihn an­sch­ließend in den Ru­he­stand zu ver­set­zen. Ei­ne der­ar­ti­ge in je­dem Ein­zel­fall not­wen­di­ge Über­prüfung könn­te zu ei­ner Viel­zahl von Rechts­strei­tig­kei­ten und in­ter­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen führen, die den Ar­beits­ab­lauf in­ner­halb der Behörden stören so­wie dem An­se­hen der Be­am­ten­schaft ins­ge­samt Scha­den zufügen und die Ar­beits­qua­lität ne­ga­tiv be­ein­flus­sen würden. Darüber hin­aus würden er­heb­li­che per­so­nel­le Res­sour­cen al­lein für die behörden­in­ter­ne Fest­stel­lung der Dienst­unfähig­keit in je­dem Ein­zel­fall ge­bun­den, was eben­falls nicht dem all­ge­mei­nen In­ter­es­se an ei­ner leis­tungsfähi­gen und gleich­wohl kostengüns­ti­gen Be­am­ten­schaft die­nen würde.

Das aus­gewähl­te Mit­tel der Al­ters­gren­ze von 65 Jah­ren er­weist sich auch als an­ge­mes­sen und er­for­der­lich im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie bzw. § 10 Satz 2 AGG . Denn es trägt da­zu bei, die Leis­tungsfähig­keit und in­ne­re Durchlässig­keit der Be­am­ten­schaft zu erhöhen so­wie den Neu­ein­stieg für Be­rufs­anfänger zu fördern und so letzt­lich Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit zu ver­wirk­li­chen. Auch wer­den dem ein­zel­nen, zwangs­wei­se pen­sio­nier­ten Be­am­ten kei­ne un­an­ge­mes­se­nen Nach­tei­le auf­er­legt, die die Fest­set­zung ei­nes star­ren Ru­he­stands­al­ters un­zulässig ma­chen könn­ten. Viel­mehr steht ihm mit dem Ein­tritt in den Ru­he­stand ein sei­ner Dienst­zeit ent­spre­chen­des Ru­he­ge­halt zu. Die­sen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich am En­de der be­ruf­li­chen Lauf­bahn hat auch der Eu­ropäische Ge­richts­hof da­hin­ge­hend be­wer­tet, dass durch die zwangs­wei­se Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses kei­ne übermäßige Be­ein­träch­ti­gung des Ar­beit­neh­mers ein­tritt (vgl. EuGH, Ur­teil vom 16.10.2007 - C 411/05 - [Palla­si­os de la Vil­la] Rd­nr. 73).

So­mit be­ste­hen ins­ge­samt kei­ne ge­mein­schafts­recht­li­chen Be­den­ken ge­gen die Fest­le­gung ei­ner star­ren Al­ters­gren­ze, die der ge­setz­li­chen Re­ge­lung des § 50 Abs. 1 HBG ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den können (eben­so für die ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze bei Gebäuderei­ni­gern BAG, Ur­teil vom 18. Ju­ni 2008 -7 AZR 116/07 - ; für die kas­senärzt­li­che Al­ters­gren­ze BSG, Ur­teil vom 6.2.2008 - B 6 KA 41/06 R -; für die Al­ters­gren­ze der Kom­mu­nal­be­am­ten in Rhein­land-Pfalz OVG Ko­blenz, Be­schluss vom 20.9.2006 - 2 B 10951/06 - al­le zi­tiert nach ju­ris).

Für den An­trag­stel­ler wäre ein hin­aus­ge­scho­be­ner Ru­he­stand des­halb nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 50 Abs. 3 HBG zulässig, die je­doch hier nicht erfüllt sind (sie­he oben S. 2 und 3).

Dem­gemäß liegt je­den­falls kein An­ord­nungs­an­spruch vor, auf den der An­trag­stel­ler sich für die be­gehr­te einst­wei­li­ge An­ord­nung be­ru­fen kann. Darüber hin­aus würde man­gels über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit für ein Ob­sie­gen in der Haupt­sa­che die­se un­zulässi­ger­wei­se vor­weg­ge­nom­men, so dass dem An­trag auf Eil­rechts­schutz auch von da­her nicht ent­spro­chen wer­den kann.

Da die Be­schwer­de Er­folg hat und der Eil­an­trag ab­zu­leh­nen ist, hat der An­trag­stel­ler die Kos­ten des ge­sam­ten Ver­fah­rens zu tra­gen ( § 154 Abs. 1 Vw­GO ).

Die Fest­set­zung des Streit­wer­tes be­ruht auf §§ 47 Abs. 1 , 53 Abs. 3 , 52 Abs. 5 Satz 2 GKG . Der Se­nat be­rech­net den Streit­wert eben­so wie das Ver­wal­tungs­ge­richt auf der Grund­la­ge des 6,5-fa­chen End­grund­ge­hal­tes der Be­sol­dungs­stu­fe R 2 BBe­sO, kürzt ihn je­doch we­gen des vorläufi­gen Cha­rak­ters des Eil­ver­fah­rens trotz der im Fal­le des Ob­sie­gens des An­trag­stel­lers vor­lie­gen­den Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che re­gelmäßig auf die Hälf­te (vgl. Be­schlüsse vom 22.11.1989 - 1 TH 4401/88 -, vom 15.07.2003 - 1 TG 1415/03 - , vom 17.02.2005 - 1 TE 447/05 - und vom 06.11.2007 - 1 TG 1648/07 - m. w. N.). Die Be­fug­nis zur Abände­rung der erst­in­stanz­li­chen Streit­wert­fest­set­zung be­ruht auf § 63 Abs. 3 Satz 1 GKG .

Die­ser Be­schluss ist un­an­fecht­bar ( § 152 Abs. 1 Vw­GO ).

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